Testbericht

iriver T20 im Test: Durchwachsene Klang-Schachtel

Der billigeste Player des Nobel-Herstellers iriver im onlinekosten.de-Test.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Der T20 ist ein kleiner Mp3-Player aus dem Hause des koreanischen Herstellers iriver. onlinekosten.de hat die Ein-Gigabyte-Variante der kleinen Klang-Schachtel getestet.

Leichter Winzling

Auf den ersten Blick gefällt der T20, auch wenn er nicht außergewöhnlich schick ist. Das Gehäuse ist solide verarbeitet und liegt gut in der Hand; die erfreulich kleinen Maße von 5,7 mal 2,7 mal 1,4 Zentimetern erinnern an eine Packung Kaugummi. Auch das Gewicht von knapp 30 Gramm geht in Ordnung; reicht aber nicht an die 18 Gramm unseres Referenzmodells, dem Miniwürfel Q-Be, heran.

Auffällig ist der USB-Anschluss, der sich aus dem Gehäuse herausschieben lässt. Das spart Platz und macht eine aufsteckbare Kappe überflüssig. Und der Kleine eigenet sich dadurch auch als USB-Stick. Leider legt iriver dem T20 aber kein Verbindungskabel bei. So kann der Player zwar jederzeit in den USB-Port des Rechners gestöpselt werden, blockiert hier aber insbesondere bei einigen Notebooks den zweiten USB-Anschluss. Die USB-Schnittstelle versorgt den Player nicht nur mit Songs, sondern auch mit Strom. Eine andere Möglichkeit, den integrierten Akku zu laden, gibt es leider nicht.
Nervige Navigation

Die Tasten sind sehr ungewöhnlich angeordnet: Sie liegen dicht nebeneinander auf den Seitenflächen, das Display ist hingegen mittig auf der Vorderseite platziert. Das ist schick, aber nervig. Die Tasten liegen nicht im Blickfeld und lassen sich nur schwer erfühlen, dazu fehlt ein klarer Druckpunkt. Die Navigation durch das Menü ist alles andere als intuitiv und einhändig nur schwer zu meistern. Ohne Blick auf das vierzeilige Display ist die Navigation durch das Menü nahezu unmöglich. Sehr umständlich ist dabei vor allem das Überspringen von Ordnern: hierfür ist das Drücken von zwei Tasten auf gegenüberliegenden Seitenflächen nötig. Die Hold-Taste liegt gut erreichbar neben dem Display, ist allerdings sehr schwergängig.

Media Player 10, bitte!

Wer den T20 mit Songs befüllen möchte, kann das simpel per Drag&Drop im Explorer. Eine Ausnahme sind DRM-geschützte WMA-Dateien: Sie müssen mit Hilfe des Windows Media Players kopiert werden. Unglücklicherweise setzt iriver das Programm in der aktuellen Version 10 voraus, der dem T20 auf CD beiliegt. Weitere Software gibt iriver nicht mit. Mit etwas mehr als 1,5 Megabyte pro Sekunde fliegen die Songs dabei nicht gerade von der Platte auf den T20. Immerhin haben wir in der Redaktion aber schon langsamere MP3-Player gesehen. Songs erklingen in den Formaten MP3 und WMA mit bis zu 320 Kbit/s. Zudem spielt der T20 Musik in OGG und ASF. Löblich sind auch die zahlreichen Equalizer-Einstellungen des kleinen Dings. Hier kommen sowohl Klassikliebhaber als auch Fans von wuchtigen Bässen auf ihre Kosten. Die mitgelieferten Kopfhörer können das Klangbild nicht perfekt umsetzen, sind aber immerhin deutlich besser als der Plastik-Look erahnen lässt. Leider bietet das getestete Modell kein Radio. Aufnahmen per Mikrofon oder Line-In sind hingegen möglich. Die Sprach-Aufnahmen des Mikrofons klingen erstaunlich gut.

Beim Zubehör gegeizt

Abgesehen von der Fummel-Bedienung macht der Player unterwegs einen guten Eindruck. Vorbildlich ist die Reaktionszeit beim Songwechsel: Fast augenblicklich läuft der nächste Song an. Die Laufzeit von rund 14 Stunden ist für einen Flash-Player dieser Größe akzeptabel. Leider hat iriver dem T20 außer einem Halsgurt kein Zubehör mitgeliefert. Für das Joggen eignet sich der Musikspieler somit zumindest mit den iriver-Kopfhörern nicht, da er hin- und herschaukelt und dabei die Ohrstecker aus den Ohren zerrt.

Im Handel kostet der Musikspieler mit 512 Megabyte Speicher rund 120 Euro, die Gigabyte-Version kostet etwa 160 Euro. Also nichts für Billigheimer. Eine vergleichbare Ausstattung kostet bei vielen Konkurrenzprodukten weniger: Sogar bei Creative oder Apple kann man billiger Musik hören.

Fazit: Schnieker Durchschnitts-Player

Das Design des T20 mag gelungen sein, die Bedienung ist es jedoch definitiv nicht. Größe und Gewicht sind vergleichbar gut, auch beim Klang gibt es nichts zu meckern. Ein Merkmal, um sich von anderen MP3-Playern entscheidend abzusetzen, fehlt jedoch leider gänzlich. Es bleibt: Ein schnieker Durchschnitts-Player, für den man einen Tick zu viel bezahlt.



Wertung
leicht und klein
gute Verabeitung
ordentlicher Klang
umständliche Bedienung
hoher Preis
Gewicht/Maße: gut
Laufzeit: befriedigend
Funktionen: befriedigend
Bedienung: ausreichend
Klang: gut
Kopfhörer: befriedigend
Formatunterstützung: gut
Preis/Leistung: "befriedigend"
Gesamturteil: "befriedigend"




iriver T20
Lieferumfang: Player, Kopfhörer, Tragegurt, MediaPlayer 10
Gewicht: ca. 30 Gram (mit Akku)
Maße: 5,7 x 2,7 x 1,4 cm
Display: zweifarbiges LCD-Display
Formate / DRM: MP3,WMA - bis 320 KBit/s, OGG, ASF / ja
Energieversorgung: integrierte Batterie
Laufzeit: knapp 15 Stunden
Speicher/Erweiterung: 512 MB, 1 GB, (intern)/ nein
Preis: 512 MB: ca. 120 Euro, 1 Gigabyte: ca. 160 Euro
Zubehör: -
Ausstattung: Mikrophon, Line-in-Aufnahme

(Klaus Wiesen)

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