Testbericht

Im Test: T-Com Speedport W 900V

Die Telekom bietet mit dem Speedport W 900V einen weiteren Alleskönner. Wir haben das Multifunktionsgerät für Telekommunikation und DSL getestet.

Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com
Multifunktions-Geräte für Telekommunikation und Breitband-Zugang werden immer beliebter. Nachdem AVM mit der Fritz!Fon 7150 ein neues All-in-One-Modell auf den Markt gebracht hat, präsentiert nun die Telekom ein weiteres Kombigerät. Das Speedport W 900V vereint DSL-Modem, Router, WLAN sowie DSL-Telefonie in einem Gerät und kostet 189,99 Euro. Wir haben uns das neue Mitglied der Speedport-Familie genauer angeschaut.

Verwandtschaft mit AVM

Ein Blick unter das Gehäuse verrät, dass der Speedport W 900V auf AVM-Technik aufbaut. Die Hauptplatine trägt beispielsweise ein Copyright-Vermerk des Berliner Telekommunikationsunternehmens. Betrachtet man sich die Platine genauer, dann sind Ähnlichkeiten mit der Fritz!Box 7170 deutlich erkennbar. Es wurden lediglich ein digitaler Anrufbeantworter, zwei TAE-Buchsen sowie ein DECT-Modul für schnurlose Telefone mit GAP-Standard integriert.




Einfache Verkabelung

Die Verkabelung des Speedport W 900V erfolgt an der Rückseite. Dazu müssen die mitgelieferten Stecker nur richtig angeschlossen und mit dem T-DSL-Splitter sowie dem analogen oder digitalen Telefon-Anschluss verbunden werden. Probleme dürfte es nicht geben, da alle Anschlüsse eindeutig beschriftet sind. Darüber hinaus befinden sich an der Rückseite noch vier Ethernet-Ports, TAE-Buchsen für zwei analoge Telefone sowie ein S0-Bus für ISDN-Geräte. Lediglich der USB1.1-Anschluss befindet sich an der Seite, um Drucker und Speichergeräte einfacher anschließen zu können.

Der Schalter mit der Bezeichnung "int./ext." ist für VDSL von Interesse. Das interne Modem unterschützt nur den ADSL- und ADSL2(+)-Standard und muss für die Nutzung mit dem VDSL-Angebot der Telekom deaktiviert werden. Durch die Umschaltung auf "ext." kann an dem WAN-Port ein VDSL-Modem angeschlossen und genutzt werden. Der Speedport W 900V bietet für unerfahrene Anwender einen Installationsassistenten, der Schritt für Schritt die wichtigsten Konfigurationspunkte durchgeht. Erfahrene Nutzer werden die manuelle Konfiguration bevorzugen, die weitergehende Einstellungen erlaubt.

Sicherheitseinstellungen

Für den sicheren Zugriff auf den Speedport W 900V und das Netzwerk sind verschiedene Sicherheitsmaßnahmen integriert. Das System-Passwort schützt beispielsweise das Gerät vor unbefugtem Zugriff auf das Webinterface. Wer an dem Speedport W 900V einen USB-Massenspeicher anschließt, der kann den FTP-Zugriff auf das Laufwerk durch ein separates Passwort schützen. Darüber hinaus kann das Beschreiben oder der Zugriff auf das Laufwerk über das Internet unterbunden werden.

Die WLAN-Verbindung wird hingegen mit WEP, WPA oder WPA2 vor unerwünschten Lauschern geschützt. Die Eingabe des 64- oder 128-Bit langen WEP-Schlüssel erfolgt wahlweise über ASCII oder Hexadezimal. Da WEP durch statistische Auswertung relativ einfach geknackt werden kann, raten wir zum sicheren WPA und WPA2.


MAC-Filter nur für WLAN

Zusätzlich sollten Anwenden den MAC-Filter aktivieren, der den Zugriff auf das Netzwerk nur für Rechner mit eingetragener MAC-Adresse erlaubt. Leider funktioniert der Filter nur bei drahtlosen, nicht aber kabelgebundenen Verbindungen. Für den privaten Einsatz ist das zwar nicht tragisch, da ein potenzieller Eindringling nicht ohne weiteres sich in der Wohnung oder im Haus aufhalten kann. Trotzdem sollte diese Funktion bei einem guten Router nicht fehlen.

Gänzlich vermisst haben wir dagegen einen URL-Filter und eine Kindersicherung. Eltern haben dadurch keine Möglichkeit bestimmte Internetseiten oder Suchbegriffe wie "Porno" oder "Sex" zu sperren, oder das Surfen ihrer Sprösslinge zeitlich zu reglementieren. Auch eine "Demilitarisierte Zone" ist nicht vorhanden, so dass Online-Spieler nicht die Möglichkeit haben, einen eigenen Server aufzusetzen und für den Zugriff von Außen freizugeben. Die Unterstützung von uPnP und VPN fehlen ebenfalls. Neben Router und DSL-Modem, kann das Speedport W 900V auch als Telefonanlage und für VoIP-Gespräche genutzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Anwender einen T-Net oder einen T-ISDN-Anschluss hat. Das All-in-One-Gerät lässt sich sowohl an analogen als auch digitalen Telefonanschlüssen nutzen.

Brummen im Hintergrund

An das Speedport W 900V lassen sich zwei analoge Telefone, ISDN-Geräte oder eine TK-Anlage sowie bis zu sechs DECT-Mobilteile anschließen. Die Eingabe der Rufnummer beziehungsweise der MSN bei T-ISDN sowie das Einrichten des VoIP-Anschlusses sind auch für Einsteiger geeignet. Auch die Zuordnung der Rufnummern für eingehende sowie ausgehende Telefonate funktionierte größtenteils einwandfrei.

Kleine Probleme gab es im Test beim DECT-Betrieb. Zum einen konnte wir dem Mobiltelefon keine Rufnummer zuweisen, so dass es auf jede eingehende Rufnummer reagierte. Zum anderen war die Übertragungsqualität nicht immer überzeugend. Die Sprache wurde zwar einwandfrei übermittelt, aber im Hintergrund war bei älteren und vor allem analogen Endgeräten ein leichtes Brummen zu hören. Wer auf Störgeräusche sehr empfindlich reagiert, sollte besser nicht zum Speedport W 900V greifen.

Zu einfache Konfiguration

Bei der Menüführung gibt es bei den Einstellungen für das Telefonieren zwar keine Beanstandung, perfekt ist die Lösung jedoch nicht. Vor allem im Vergleich zum Fritz!Fon 7150 fehlen schlichtweg einige wichtige Funktionen. Beispielsweise lässt sich keine Rufnummernsperre programmieren, die das versehentliche Wählen von 0900er-Nummern verhindert. Darüber hinaus lässt sich das Telefonbuch im Gerät nicht mit dem des Mobilteils abgleichen. Eine Weckfunktion oder das Versenden von E-Mails mit Log-Daten fehlt ebenfalls. Das neue Speedport W 900V ist gleichzeitig auch ein Access Point für WLAN nach IEEE802.11b- und IEEE802.11g-Standard. In dieser Hinsicht konnte das Multifunktionsgerät nicht überzeugen. Mit allen Testgeräten erreicht das Speedport W 900V eine maximale Transferrate von nur acht Megabit pro Sekunde. Das ist definitiv zu wenig, denn beim 802-11g-Standard liegt die maximale Transferrate bei 54 Mbit/s. Zieht man die Kontroll- und Steuerdaten ab, dann sollte die effektive Transferrate bei mindestens 20 Mbit/s liegen. Wir hoffen, dass die Telekom das Problem mit der nächsten Firmware lösen wird.

Guter Allrounder

Das Speedport W 900V ist derzeitig noch kein perfektes Gerät. Zwar ist die Hardware-Ausstattung umfangreicher als bei der Fritz!Fon 7150, das Speedport W 900V kommt aber nicht an die Leistung des Konkurrenten heran. Die Bedienung ist zwar komfortabel und für Anfänger geeignet, aber nicht umfangreich genug. Trotzdem handelt es sich beim Speedport W 900V um einen guten Allrounder, der für den privaten Einsatz geeignet ist.

Günstiger Preis

Vor allem der Preis macht das Gerät für Endverbraucher interessant, denn für knapp 190 Euro bekommt der Kunde einen DSL-Modem mit WLAN-Funktion sowie eine komplette Telefonanlage mit ATA-Box (Analoge Telephone Adapter). Die vier Ethernet-Ports erlauben das Anschließen von bis zu vier PCs ohne zusätzliche Hardware. Im Preis ist lediglich kein DECT-Mobilteil enthalten.

Produkt: Speedport W 900V
Hersteller: T-Com
URL: www.t-com.de
Preis: 189,99 Euro (UVP)
Gewährleistung: 24 Monate
Technische Daten:
  • DSL-Modem, Router, W-LAN, Firewall und DSL Telefonie (VoIP)
  • ISDN TK-Anlage
  • Anrufbeantworter
  • Anschluss von analogen Telefonen, ISDN-Endgeräten oder TK-Anlagen
  • DECT Basisstation zum Anschluss von DECT Telefonen
  • Integriertes ADSL2(+)-DSL-Modem
  • 4 x 10/100-Mbit/s-LAN-Anschluss
  • Integrierter W-LAN Access-Point nach IEEE802.11b und IEEE802.11g (54 Mbit/s)
  • Anschlüsse: DSL, T-Net/T-ISDN, 4 x LAN, USB, 2 x TAE, Strom
Pro & Contra
einfache Installation
bis zu sechs Mobilteile
intergrierter 4fach-Switch
Kein URL-Filter
MAC-Filter nur für WLAN
Schlechter Transferrate (WLAN)
BewertungGewichtung
Ausstattung (30%): gut
Sprachqualität (30%): befriedigend
Sicherheit (20%): befriedigend
Bedienung (20%): sehr gut
Gesamt: gut (2,3)
Preis-Leistung: gut

(Nam Kha Pham)

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang