Testbericht

Im Test: Samsung Syncmaster 223BW

Nicht nur die riesige Bildfläche macht Samsungs 22-Zoll-Monitor für den Nutzer attraktiv. Erfreulich ist vor allem der günstige Preis. Von kleinen Macken bleibt das Gerät jedoch nicht verschont, wie unser Test zeigt.

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Wer früher einen Monitor mit einer Bilddiagonale von mehr als 19 Zoll anschaffte, der musste einen waren Koloss von mehr als 20 Kilogramm auf seinen Schreibtisch hieven. Werden bei den DSL-Tarifen die Geschwindigkeiten immer schneller und die Preise niedriger, so sind Dank dem Siegeszug der Flachbildschirme große Monitore nicht nur flach und leicht, sondern inzwischen auch günstig zu haben. Mit dem Syncmaster 223BW setzt Samsung den Preis für den Einstieg in die 22 Zoll Klasse erfreulich niedrig an.

Schickes Ding

Der Syncmaster wirkt äußerst schick, kommt er doch im edlen Schwarz daher. Dass dem Gerät integrierte Lautsprecher fehlen, dürften zumindest Besitzer externer Lautsprecher leicht verschmerzen. Negativ fällt dagegen auf, dass sich der Monitor zwar in horizontale Richtung drehen lässt, der Fuß aber nicht höhenverstellbar ist. Dabei misst der Fuß nur rund sieben Zentimeter, so dass die Bildfläche für ein ergonomisches Arbeiten deutlich zu tief liegt. Wer den ständigen Blick nach unten vermeiden will, kommt also um einen zusätzlichen Monitor-Ständer nicht herum.

Samsung lockt mit für die Preisklasse exzellenten technischen Daten, jedoch sind viele Messwerte wenig aussagekräftig. Je nach Messverfahren kommen die unterschiedlichsten Werte heraus, das gilt besonders für die Schaltzeiten. Nahezu alle Hersteller täuschen hier den Käufer mit Angaben zu Grau zu Grau-Werten über die entscheidenden Angaben zu den Schwarz-Weiß-Wechseln hinweg. Daher dienen die technischen Daten allenfalls zum Vergleich mit anderen Geräten, man sollte sie aber nicht auf die Goldwaage legen.

Ausreichend hell, aber ungleichmäßig

Doch egal, welche Werte der Syncmaster im Labor liefert: Im Alltags-Test macht er seine Sache überwiegend gut: Mit einer Auflösung von 1.680x1.050 Bildpunkten erscheinen Symbole und Texte sehr fein, aber dennoch für das Auge gut erkennbar. Die Bildfläche ist riesig, so dass problemlos etwa beim Surfen zwei Websites nebeneinander Platz finden.

Auch wenn die Sonne durchs Fenster scheint, bleibt das Bild dabei ausreichend hell. Störend wirkt beim Arbeiten mit Text oder beim Betrachten von Fotos die etwas ungleichmäßige Ausleuchtung - der Bildschirm ist nicht an allen Punkten gleich hell. Was für professionelle Bildbearbeitung ein großes Manko darstellt, sollte für Spieler aber weniger Schlimm sein. Bei den schnellen Farbwechseln der Spiele fallen die Helligkeitsunterschiede kaum auf.

Ebenfalls weniger störend ist die ungleichmäßige Ausleuchtung beim Video-Schauen. Hierfür eignet sich der Syncmaster mit seinem Breitbild-Format bestens. Hier kann der Bildschirm besonders mit dem guten Blickbereich punkten: Auch wer beim Video-Abend etwas abseits vom Bildschirm sitzt, bekommt ein farblich fast unverfälschtes Bild zu sehen. Ebenfalls von Vorteil ist, dass der Bildschirm entspiegelt ist. So muss man selbst bei Szenen, die sehr dunkel ausgeleuchtet sind, keine Reflexionen auf dem Schirm in Kauf nehmen. Wie üblich zeigt das Bild durch die Entspiegelungsschicht, im Vergleich zu nicht entspiegelten Bildschirmen, einen etwas geringeren Kontrast.

Ein bisschen lahm

Für Spieler sind die Schaltzeiten entscheidend. Schaltet der Monitor die einzelnen Pixel beim Bildwechsel zu langsam, ziehen etwa Raketen oder sich schnell durchs Bild bewegende Personen Schlieren nach sich. Die Schaltzeiten des Syncmaster fielen uns nicht negativ auf, im Vergleich mit einem echten Zocker-Bildschirm hat der B223 aber eindeutig das Nachsehen. Für Nutzer, die mit dem Monitor in erster Linie daddeln möchten, bietet Samsung den B2232 an, der schneller schalten soll.

Ebenfalls beachten sollten Spieler, dass die hohe Auflösung des 223BW eine ausreichend flotte Grafikkarte erfordert. Zwar lässt sich die Auflösung freilich auch herunterskalieren, das Bild wirkt dann aber leicht verwaschen - ein Problem, das alle Flachbildschirme gemein haben. Nebenbei sollte die Grafikkarte auch einen DVI-Ausgang besitzen, wenn auch beim 223BW zusätzlich ein analoger Eingang vorliegt. Schließlich kostet die Umwandlung des digitalen in ein analoges Signal einiges an Bildqualität. Praktisch: Über einen Schalter kann der Nutzer zwischen den zwei Eingangssignalen wechseln.

Fazit:
Mit dem Syncmaster 223BW hat Samsung einen sehr günstigen Monitor im Programm, der sich nicht nur für DVD-Abende eignet. Die schicke Optik geht leider etwas auf Kosten der Ergonomie, hier hätte Samsung mit einem höheren Fuß Abhilfe schaffen können. Für ausgesprochene Spiele-Fans disqualifiziert sich das Gerät wegen der recht langsamen Schaltzeiten, Grafiker sollten wegen der ungleichmäßigen Ausleuchtung die Finger von dem Gerät lassen. Bei einem Straßenpreis um die 270 Euro können Ottonormal-Nutzer jedoch wenig falsch machen.




Name: Samsung Syncmaster TFT 223BW
Hersteller: Samsung
Internet: www.samsung.de
Preis: 349,- Euro (UVP)
Technische Daten
Bildschirmdiagonale: 22 Zoll Breitbild (54,86 cm); TN-Panel
Auflösung: 1680 x 1050 Bildpunkte bei 16,7 Mio. Farben (90 dpi)
Eingänge: D-Sub, DVI-D
Helligkeit: 300 cd/m² (Herstellerangabe)
maximaler Kontrast: 1000:1 (Herstellerangabe)
Schaltzeiten: 5 ms von Grau nach Grau (Herstellerangabe)
Blickwinkel: 170° horizontal/160° vertikal (Herstellerangabe)
Strombedarf: Betrieb: 50 W; Stand-By: >1 W
Abmessungen: B x T x H : 514,6 x 422 x 219,3 mm (mit Fuß) / 514,6 x 353,3 x 63 mm (ohne Fuß)
Gewicht: 5 kg
Garantie: 3 Jahre inkl. 3 Jahre vor-Ort-Austausch- Service
Pro & Contra
Schickes Design
Stabiler Blickwinkel
Spiegelt nicht
Display zeigt satte Farben
Fuß nicht höhenverstellbar
Recht langsame Schaltzeiten
Ungleichmäßig ausgeleuchtet
Bewertung:
Helligkeit:(25%): befriedigend
Blickwinkel (25%): gut
Kontrast(20%): befriedigend
Ergonomie(20%): befriedigend
Verarbeitung(10%): gut
Gesamt: befriedigend (2,65)
Preis-Leistung: gut


(Klaus Wiesen)

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