Testbericht

Im Test: Mini-Gaming-PC 3500G von Shuttle

Zur diesjährigen Cebit hat Shuttle einen neuen Mini-PC für Gamer vorgestellt. Wir haben die Zocker-Maschine ausgiebig getestet.

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Shuttle hat mit dem XPC P2 3500G frisch zur diesjährigen Cebit einen voll ausgestatteten Gaming-Mini-PC auf den Markt gebracht. Der Rechner ist auf Wunsch mit einem Intel Quad-Core-Extreme-Prozessor und einer Geforce 8800GT von Nvidia ausgestattet. Wir haben den Gaming-PC ausgiebig getestet.

Ausstattung

Grundsätzlich kann der Rechner im Onlineshop von Shuttle konfiguriert und den eigenen Wünschen entsprechend angepasst werden. Das System basiert auf Intels P35-Chipsatz mit ICH9R-Southbridge. Unser Testgerät ist die Standardausführung des 3500G und kostet rund 1.700 Euro. Eingebaut ist der Quad-Core-Prozessor Q6600, der mit einer Taktfrequenz von 2,4 Gigahertz arbeitet und über acht Megabyte Level-2-Cache verfügt. Der Front Side Bus beträgt 1.066 Megahertz. Für Grafikleistung sorgt eine HD3870-Karte von ATI mit 512 Megabyte Grafikspeicher.

Weiterhin sind vier Gigabyte DDR2-800-Arbeitsspeicher von TakeMS mit Dual-Channel-Unterstützung an Bord. Die SATA-II-Festplatte bietet Platz für insgesamt 675 Gigabyte Daten, ermöglicht Datentransferraten bis drei Gigabyte pro Sekunde und ist partitioniert. Laufwerk C: ist mit 60 Gigabyte Speicher primär für das Betriebssystem und System- sowie Office-Programme reserviert.

Genügend Speicherplatz

Für große Datenmengen bietet Laufwerk D: mit 615 Gigabyte Speicher ausreichend Platz. Im 3500G sind außerdem ein 25-in-2-Kartenlesegerät sowie ein DVD-Brenner mit 16-facher Schreibgeschwindigkeit eingebaut, der auch Dual Format und Dual Layer unterstützt. Auf der Rückseite des Gerätes stehen zwei DVI-I-Grafikkartenanschlüsse, ein S-Video TV-Anschluss, zwei E-SATA-Ports etwa für externe Festplatten, ein Firewire-Port, ein Netzwerkanschluss sowie sechs USB-2.0-Ports zur Verfügung.

High-Definition-Audio

Zudem stehen gleich fünf Audio-Anschlüsse für 7.1-Boxensets zur Verfügung. S/PDIF und ein optischer Audio-Ein- und Ausgang runden die Anschlussmöglichkeiten ab. Der Rechner ist mit Wireless LAN ausgerüstet, eine WLAN-Antenne liegt dem Lieferumfang bei und wird an der Rückseite des Gehäuses angeschraubt.

Der 25-in-2-Kartenleser ist in der Front eingebaut. Ebenso sind folgende Anschlüsse schnell über die Vorderseite des PCs zugänglich: Kopfhörer, Mikrofon, zweimal USB 2.0 und einmal Firewire. Ein so genannter Speed-Link-Knopf ermöglicht es, einen der beiden USB-Anschlüsse für eine direkte Datenverbindung mit einem weiteren PC zu nutzen. Für Sicherheit sorgt ein in der Front eingebauter Fingerabdruckscanner, mit dem nach der Konfiguration eine persönliche Windows-Anmeldung per Fingerabdruck möglich wird.

Software

Als Betriebssystem ist Windows Vista Home Premium vorinstalliert. Darüber hinaus gibt es von Shuttle beim 3500G nur den sowieso kostenlos erhältlichen Adobe Reader 8.1 und eine 90-Tage-Testversion von Norton 2007. In Punkto Design bleibt Shuttle seiner Linie treu: Der 3500G ist kompakt, schlicht und dezent. Das DVD-Laufwerk, Front-Ports sowie der Card-Reader sind hinter Blenden versteckt, sodass keine für das Designerauge störenden Anschlüsse an der Vorderseite sichtbar sind. Das Gehäuse ist aus schwarzem Aluminium mit zum Teil matt gebürsteten Bauteilen gefertigt und insgesamt hochwertig verarbeitet.

Kompakt und handlich

Der Gehäusedeckel lässt sich ohne Schraubendreher abmontieren. Das Aluminium macht den Rechner leichter. Insgesamt wiegt der 32,5x22x21 Zentimeter große PC rund acht Kilogramm. Optional bietet Shuttle eine spezielle Tragetasche und einen Rucksack für den Mini-PC an, damit etwa Zockern der Transport zur nächsten LAN-Party leichter fällt.

Erweiterbarkeit

Ein Nachteil des Mini-PCs ist sicherlich, dass die Erweiterbarkeit um Hardware-Komponenten aufgrund der kompakten Form und des damit beschränkten Platzangebots sehr begrenzt ist. Wer also etwa mehrere Laufwerke oder zwei parallel arbeitende Grafikkarten in seinem Rechner benötigt, sollte lieber zu einem alternativen PC mit Midi- oder gar Big-Tower-Gehäuse greifen. In dem 3500G ist lediglich Platz, um das System zusätzlich um eine 3,5-Zoll-Festplatte und zwei weitere RAM-Riegel zu erweitern.

Ein zusätzlicher PCI-Steckplatz ist zwar vorhanden, wird aber von der Grafikkarte verdeckt. Ein freier 5,25-Zoll-Steckplatz, etwa für ein zweites optisches Laufwerk oder ein Soundkartenmodul, steht nicht zur Verfügung, es sei denn, man baut im Gegenzug den Kartenleser aus.

Kühlung

Schon seit Jahren setzt Shuttle bei seinen Barebones und Mini-PCs auf eine Heatpipe-Kühlung, so auch bei diesem Modell. North- und Southbridge des Mainboards werden auf diese Weise gekühlt. Der Prozessor ist mit einem Kühler ohne Heatpipe bestückt. Für den Abtransport der erwärmten Luft aus dem Gehäuse sorgen ein 120-Millimeter-Lüfter in der Gehäuseseite direkt neben dem Prozessor sowie zwei 60-Millimeter-Lüfter an der Rückseite.

Shuttle schafft es mit diesem Kühlkonzept, die Hardware auch auf kleinem Raum ausreichend kühl zu halten – und das bei angenehmer Lautstärke. Auch bei Vollast ist der Geräuschpegel des 3500G subjektiv angenehm. Grafik- und Rechenleistung

Wir haben den ausgewiesenen Gaming-PC sowohl synthetischen System-Benchmarks als auch praktischen Spiele-Benchmarks unterzogen. Als Spiele kamen das bereits etwas ältere Far Cry und der aktuelle "Systemkiller" mit sehr hohen Systemanforderungen Crysis zum Einsatz. Bei den synthetischen Benchmarks entschieden wir uns für PCMark Vintage, PCMark 05, 3DMark 06 und 3DMark 05.

Die HD3870-Grafikkarte gehört zu der neuesten Grafikkarten-Generation von ATI und siedelt sich in der "High-Class" an, wenn der Chip auch nicht mit dem derzeit schnellsten Geforce-8800-Chip von Nvidia mithalten kann. Beim Prozessor sieht es ganz ähnlich aus, der Core 2 Quad Q6600 von Intel wird in unabhängigen Benchmarks derzeit nur vom Core 2 Extreme geschlagen.

Bei den von uns durchgeführten Benchmarks (siehe letzte Seite) spiegelte sich dieses Bild auch auf das gesamte System wieder. Bei im "Ab-Werk-Modus" belassenen Systemeinstellungen erreichte der 3500G gute Werte im synthetischen Bereich: Bei PCMark Vintage 5.044 Punkte, 8.413 Punkte bei PC Mark 05, 10.848 Punkte bei 3DMark 06 und 15.222 Punkte bei 3DMark 05. Damit siedelt sich der Rechner in der Oberklasse an.

Spiele-Benchmarks

Bei den beiden Spiele-Benchmarks waren die Ergebnisse ähnlich: Die Far Cry-Timedemo des Levels "Pier" lief auf höchsten Grafikeinstellungen bei einer Auflösung von 1.024x768x32 mit 108,73 Bildern pro Sekunde und bei einer Auflösung von 1.280x1.024x32 immer noch glänzend flüssig mit 82,91 Bildern pro Sekunde. Crysis forderte dem Mini-PC dann aber doch alles ab und zeigte Grenzen auf: Bei geringen Grafikeinstellungen liefen sowohl der CPU- als auch der Grafik-Benchmark bei 1.280x1.024 Bildpunkten mit 31,28 beziehungsweise 24,61 Bildern pro Sekunde noch mit vertretbarer Qualität.

Bei gleicher Auflösung und mittleren Grafikeinstellungen lagen die Werte bei CPU- und Grafikbenchmark noch bei 21,89 und 23,85 Bildern pro Sekunde. Definitiv nicht mehr spielbar wäre das Spiel bei der Auflösung bei sehr hohen Grafikeinstellungen. Gerade einmal 10,30 Bilder pro Sekunde erreichte der Rechner beim CPU-Test und 10,09 Bilder pro Sekunde beim Grafikbenchmark. Fazit

Der 3500G von Shuttle macht optisch was her und ist mit seiner Kompaktheit besonders für LAN-verrückte Zocker eine Erleichterung beim Transport. Die Hardware-Ausstattung ist für einen heutigen Gaming-PC angemessen, allerdings hätte das Software-Paket etwas üppiger ausfallen können. Die Kühlung meistert Shuttle elegant, leider ist das System aufgrund seiner Größe aber nur sehr begrenzt erweiterbar.

Die Grafik- und Rechenleistung kann sich durchaus sehen lassen. Alle aktuellen Spiele sollten sich problemlos spielen lassen. Leider ist der Rechner mit einem Kaufpreis von rund 1.700 Euro nicht gerade günstig. Gleichwertige Systeme im Midi-Tower-Format erhält man zurzeit rund 500 Euro günstiger. Insgesamt gab das System bei unseren Tests ein solides Bild ab: Der Rechner lief ausgesprochen stabil und zuverlässig.

Name: XPC P2 3500G
Hersteller: Shuttle
Internet: de.shuttle.com
Preis: UVP 1.700 Euro
Technische Daten
Prozessor: Inte Core 2 Quad 6600 (2,4 GHz, 8 MB L2-Cache, 1.066 MHz FSB)
Grafikkarte: Ati HD 3870 (512 MB Grafikkarten- speicher)
Chipsatz: Intel P35 Express (ICH9R Southbridge)
Speicher: 2 x 1.024 MB DDR-2 800 MHz (takeMS)
Festplatte: 675 GB Serial ATAII, unterstützt 3 GB/s
Laufwerk: Samsung 16x DVD-Brenner, unterstützt Dual Layer und Dual Format
Netzteil: 400 Watt ATX Mini netzteil
Schnittstellen und Anschlüsse: Vorderseite: Mikrofon, Kopfhörer, 2x USB 2.0, Firewire
Rückseite: 2x DVI-I, 1x S-Video, 2x ESATA, 6x USB 2.0, 1x Gigabit-LAN, 8-CH-Audio Line-out, Line-in, SPDIF: optisch in/out, SPDIF: coaxial out
Sound: 7.1-Kanal-HD-Audio mit Realtek ALC888 Chip
Betriebssystem Windows Vista Home Premium
Zubehör: XPC Installationshandbuch, Treiber CDROMS, diverse Kabel für Laufwerke
Benchmarks: 3DMark05: 15222 Punkte
3DMark06: 10848 Punkte
PCMark05: 8413 Punkte
PCMark Vintage: 5044 Punkte
FarCry, very high, 1280x1024: 82,9 fps
FarCry, very high, 1024x768: 108,7 fps
Crysis (CPU), low, 1280x1024: 31,3 fps
Crysis (CPU), low, 1024x768: 45,2 fps
Crysis (CPU), med., 1280x1024: 21,9 fps
Crysis (CPU), med., 1024x768: 42,7 fps
Crysis (CPU), v. high, 1280x1024:10,3 fps
Crysis (CPU), v. high, 1024x768: 13,8 fps
Crysis (GPU), low, 1280x1024: 24,6 fps
Crysis (GPU), low, 1024x768: 37,0 fps
Crysis (GPU), med., 1280x1024: 23,9 fps
Crysis (GPU), med., 1024x768: 31,6 fps
Crysis (GPU), v. high, 1280x1024:10,1 fps
Crysis (GPU), v. high, 1024x768: 14,5 fps
Gewicht: 8 Kilogramm
Abmessungen: 32,5 x 22 x 21 Zentimeter
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
geringe Ausmaße
gute Kühlung, leiser Betrieb
hohe Rechenleistung
kein freier 5,25-Zoll-Laufwerksschacht
freier PCI-E-Steckplatz verdeckt
kein Software-Paket
Bewertung:
Geschwindigkeit (35%): gut
Optik (25%): sehr gut
Ausstattung (15%): ausreichend
Transport (15%): sehr gut
Erweiterbarkeit (10%): ausreichend
Gesamt: gut (2,1)
Preis-Leistung: befriedigend

(Filip Vojtech)

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