Android-Smartphone

Huawei Mate S im Test: Eine Alternative zum iPhone?

Das Huawei Mate S ähnelt optisch dem neuen iPhone. Das Smartphone wartet mit 5,5-Zoll Display, Android 5.1.1, 13-Megapixel-Kamera und Octa-Core-Prozessor auf. Kann das für 649 Euro erhältliche Huawei Mate S eine Alternative zum iPhone sein?

Huawei Mate SDas Huawei Mate S wird als iPhone-Konkurrent gehandelt – zu Recht?© Huawei Technologies Deutschland GmbH

Je nach gewünschtem internem Speicherplatz startet das Huawei Mate S zu 649 beziehungsweise 699 Euro in den Verkauf. Die kleinere Variante bietet 32 Gigabyte, von welchen etwa 22,4 netto übrig bleiben, die große bietet 64 Gigabyte. Der Speicherplatz lässt sich über eine MicroSD-Karte erweitern. Wer mag, kann den Steckplatz auch als zweiten SIM-Karten-Slot nutzen. Hier gilt es abzuwägen.

Display und Optik des Huawei Mate S überzeugen

Öffnet man die Verpackung des Huawei Mate S, schimmert einem ein 5,5-Zoll-Display, eingefasst in ein hochwertiges Aluminium-Gehäuse, entgegen. So erscheint das Smartphone enorm edel und wertig. Auch der Test zeigt: Das Mate S ist sehr stabil. Durch seinen stark gewölbten Rücken liegt es zudem super in der Hand. Konkret betragen die Maße 75 x 150 Millimeter auf 157 Gramm. Der Bildschirm bietet 5,5 Zoll mit 402 ppi. Die Helligkeit geht mit 332 Candela pro Quadratmeter in Ordnung. Dank seines AMOLED-Displays fallen die Farben sehr kontrastreich aus, die Blickwinkelstabilität ist sehr gut.

Prozessor des Mate S hält nicht, was er verspricht

Innerhalb des Aluminiumgehäuses arbeiten acht Kerne. Vier davon sind zu je 2,2 Gigahertz getaktet, die andere Hälfte zu je 1,5 Gigahertz. Unterstützt werden sie durch drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Hört sich vielversprechend an, in den Benchmarks gibt es jedoch leider nur schlappe zwei Prozent über dem Schnitt. Für die meisten wird die Geschwindigkeit ausreichen, preislich müsste das Huawei Mate S jedoch deutlich unter 400 Euro fallen, um die Prozessorleistung im Preis-Leistungs-Verhältnis vertreten zu können.

Huawei Mate S

Huawei Mate S

  • Betriebssystem Android 5.1.1 Lollipop
  • 13 Megapixel-Kamera mit Bildstabilisator und Fotolicht
  • 5,5 Zoll AMOLED Touchscreen, 1080 x 1920 Pixel
  • 32 GB Speicher
  • ab 0,00 € mit Vertrag
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Der fest verbaute Akku fasst 2700 Milliamperestunden und bringt Otto Normalnutzer über den Tag. Rekorde stellt er im Laufzeit-Test jedoch nicht auf: Im Flugmodus bei heruntergeregelter Helligkeit kommt das Mate S auf 380 Minuten Videowiedergabe. Die gute Nachricht: Mit dem beiliegenden Ladegerät ist der Akku in 86 Minuten von 0 auf 100 geladen.

Fingerabdrucksensor clever eingesetzt

Der verbaute Fingerabdruck-Sensor reagiert sensibel und schnell. Neben dem typischen Entsperren des Smartphones hat sich Huawei jedoch noch weitere Funktionen einfallen lassen. So lässt sich der Sensor zum Bilder durchblättern verwenden oder öffnet das Benachrichtigungscenter.

Was die Funkstandards betrifft, so lesen diese sich gut: WLAN, LTE. DC-HSPA und Bluetooth. Schaut man jedoch genauer hin, wird man feststellen: Kein WLAN ac, kein 5-Gigahertz-Band und LTE nur mit bis zu 150 Megabit pro Sekunde. Das dürfte die meisten nicht stören, mit den Platzhirschen anderer Hersteller kann das Mate S so jedoch nicht mithalten.

Was das Mate S in Sachen Multimedia zu bieten hat

Freuen dürfen sich alle Foto-Freunde: Die 13-Megapixel-Kamera schießt bis in die Ecken knackig scharfe Bilder. Auch in den dunkleren Abendstunden gibt es dank des Bildstabilisators noch scharfe Bilder und das Bildrauschen hält sich zurück. Auch Farbtreue und Dynamik waren im Test nicht zu bemängeln. Nervig jedoch ist die Foto-Software: Diese kann nämlich nur Hochformat, sodass man das Smartphone während des Fotografierens immer wieder drehen muss.

Die Full-HD Videos wiederum sind kaum zu gebrauchen: Die Aufnahmen wirken verwaschen, sowohl Schärfe als auch Detailwiedergabe lassen zu wünschen übrig. Außerdem stellt der Autofokus nur zu Beginn der Aufnahme scharf. Nichts also für Hobby-Filmer.

Für Musikfreunde gibt es jedoch wieder eine gute Nachricht: Einen kräftigen und ausgewogenen Klang produziert das Mate S am Referenz-Headset.

Komfortable Nutzeroberfläche von Huawei

Als Nutzeroberfläche liefert Huawei sein bekanntes Emotion UI 3.0, welches über Android 5.1.1 gelegt wird. Trotz des fehlenden Menüs ist die Nutzeroberfläche sehr übersichtlich und komfortabel. So gibt es einen Dual-Window-Modus und ein Benachrichtigungscenter mit Zeitleiste. Auch kann man beispielsweise separat einstellen, welche Apps Zugang zum Internet haben dürfen und welche nicht.

Fazit zum Huawei Mate S: Solide, aber nicht herausragend

Am Ende des Testes lässt sich festhalten, dass das Huawei Mate S ein Smartphone ist, welches man immer wieder gerne in die Hand nehmen wird: Die Haptik ist erste Klasse, die Wertigkeit hoch, das Design ansprechend und die Verarbeitung ohne Tadel. Das Display stellt die Inhalte in grandiosen Farben und mit Schärfe dar, der Fingerabdrucksensor ist sensibel und vielseitig einsetzbar. Zudem ist der Hybridslot für Speichererweiterung oder zweite SIM-Karte eine feine Sache.

Nicht unerhebliche Abzüge gibt es jedoch aufgrund des Prozessors, welcher trotz seiner acht Kerne nicht die Erwartungen erfüllt. Auch der Akku ist mit 380 Minuten nicht unbedingt der ausdauerndste. Weitere Abzüge gibt es aufgrund der unscharfen Videos, welche kaum nicht zu gebrauchen sind. Somit kann es das Huawei Mate S nicht wirklich mit dem iPhone aufnehmen. Wer mit den Schwächen des Mate S klarkommt, ersteht sicherlich ein hochwertiges und modernes Smartphone, wobei der Preis durch die aufgezeigten Lücken deutlich fallen müsste, um zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis zu führen.

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