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Huawei Ideos X3 im Test: Smartphone für 99 Euro

Wer am Anfang des Monats das Huawei Ideos X3 bei Lidl ergattern wollte, brauchte entweder viel Glück oder einen guten Draht zum Filialleiter. Am 19. September bringt Fonic das Smartphone erneut in den Handel. Unser Test zeigt, ob sich ein Kauf wirklich lohnt.

Huawei Ideos X3© Huawei

Kürzlich bot der Discounter Lidl mit dem Huawei Ideos X3 ein Smartphone für 99,99 Euro in seinen Filialen an. Allerdings war die Nachfrage so groß (oder das Angebot so gering), dass die meisten Geräte binnen kürzester Zeit ausverkauft waren. Auch die Bestände des eilig eingerichteten Onlines-Angebotes waren innerhalb weniger Stunden vergriffen. Am 19. September wird Lidls Mobilfunkpartner Fonic auf seiner Website jedoch erneut das Ideos X3 für 99 Euro anbieten. Ob das Geld gut angelegt ist, zeigt unser Test.

Verarbeitung & Ausstattung

Der erste Eindruck des Ideos X3 ist recht positiv. Das Smartphone liegt dank der leicht angerauten Oberfläche sicher in der Hand. Unsaubere Spaltmaße oder gar Klebereste, wie misstrauische Zeitgenossen erwarten könnten, sind nicht auszumachen. Auch das Einlegen des Akkus, der MicroSD- und SIM-Karte bereitet keine Probleme.

Das Ideos X3 besitzt einen 3,2 Zoll großen kapazitiven Touchscreen mit einer Auflösung von 320x480 Pixeln (HVGA) und setzt auf das aktuelle Betriebssystem Android 2.3.3 (Gingerbread). Als Antrieb dient dem Androiden eine 600-Megahertz-CPU.

Der interne Speicher fällt mit 512 Megabyte (MB) zwar nicht besonders groß aus, kann aber via MicroSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte aufgestockt werden. Apps können sich in dem 256 MB großen Arbeitsspeicher austoben. Für die Kopplung mit anderen Geräten steht eine Bluetooth-Schnittstelle (2.1) bereit, ein PC kann per Micro-USB angebunden werden. Obendrein integriert das X3 Assisted-GPS inklusive Kompass. Für den Zugang ins Internet stehen entweder WLAN nach den Standards 802.11b/g/n oder UMTS mit HSDPA-Datenturbo bereit.

Ein Beschleunigungs- und Näherungssensor runden die Ausstattung ab. Kopfhörer können über den 3,5-mm-Klinken-Anschluss mit dem X3 verbunden werden und dienen so gleichzeitig als Antenne für das verbaute UKW-Radio.

Für Fotos befindet sich auf der Rückseite eine 3,2-Megapixel-Kamera, eine Linse auf der Front ermöglicht Videotelefonie mit 640x480 Pixeln (VGA). Leider bietet der digitale Fotoapparat keinen Autofokus, was besonders beim Erkennen von QR-Codes Probleme bereitet.

Angepasste Android-Oberfläche

Hersteller Huawei hat über die bekannte Android-Oberfläche ein eigenes Interface gestülpt, das fünf frei konfigurierbare Homescreens bietet, zwischen denen per Fingerzeig flink gewechselt werden kann. Weiterhin ermöglicht das Menü, alle Homescreens in einer Miniaturansicht darzustellen. Wem das nicht gefällt, der kann aber zumindest teilweise zu den klassischen Android-Schaltflächen wechseln.

App-Vielfalt

Bereits im Auslieferungszustand sind zahlreiche Apps installiert, darunter die üblichen Verdächtigen wie Facebook, Twitter, Google Mail, Google Maps und YouTube. Darüber hinaus finden sich unter den vorhandenen Programmen der Smart Traffic Manager zur Verwaltung von Datenverbindungen sowie eine Backup-App. Flash unterstützt das X3 allerdings nicht. Ebenfalls mit an Bord ist die Navigationslösung von Google, die sich derzeit aber noch im Beta-Status befindet und einen permanenten Internetzugang voraussetzt. Zur Nutzung empfiehlt sich also eine großzügige Handy Internet Flat. Die von uns installierten Apps c:geo, Angry Birds, MoboPlayer, BarcodeScanner, Slice It!, Skyfire Beta und FS Explorer verrichten alle problemlos ihren Dienst. Auch grafisch anspruchsvollere Spiele wie Raging Thunder bewegen sich flüssig auf dem Display.

Obwohl der Prozessor "nur" mit 600 MHz taktet und der Arbeitsspeicher mit 256 MB relativ klein ausfällt, läuft das Ideos X3 im Menü jederzeit flüssig, große und anspruchsvolle Websites bringen die CPU zum Teil an ihre Grenzen. Die Bedienung per Touchscreen gelingt mühelos, alle Eingaben werden zügig umgesetzt. Das gilt allerdings nicht immer für die drei Sensortasten, die oftmals erst beim zweiten Klick reagieren. Dafür wird jede erfolgreiche Eingabe mit einer kleinen Vibration quittiert.

Akkuleistung

Der Akku mit einer Kapazität von 1.200 mAh musste nach knapp zwei Tagen bei intensiver Nutzung erstmals an die Steckdose. Die Standby-Zeit gibt der Hersteller mit rund zwölf Tagen an, Gespräche sind bis zu vier Stunden möglich.

Fazit: Viel Leistung für wenig Geld

Nach mehreren Tagen mit dem Ideos X3 als Begleiter stellt sich das Gerät als empfehlenswertes Einsteiger-Smartphone heraus, das sich auch vor deutlich teureren Geräte nicht zu verstecken muss. Die Ausstattung ist rund, auch wenn in Bezug auf die Kamera sowie den Akku Abstriche gemacht wurden müssen.

Name: Ideos X3
Hersteller: Huawei
Internet: www.huawei.com
Preis: 99,99 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Google Android 2.3.3 (Gingerbread)
Prozessor und Arbeitsspeicher 600-MHz-Prozessor mit 256 MB RAM
Antenne: GSM Quadband
Abmessungen: 110 x 56,5 x 11,2 Millimeter
Gewicht: 104 Gramm
Display: 3,2 Zoll, 320x480 Pixel, 262.000 Farben, kapazitiv
Speicher: 512 MB
über microSD um max. 32 GB erweiterbar
Kommunikation + Schnittstellen: WLAN 802.11b/g/n, UMTS/HSDPA,
Bluetooth 2.1, MiniUSB
Digitalkamera: 3,2-Megapixel-Kamera, VGA-Front-Kamera
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Headset, USB-Kabel
SAR-Wert: k.A.
Extras: Bewegungssensor, Annäherungssensor, GPS, Kompass
Akkulaufzeit: Herstellerangaben: Standby bis zu 300 h, Sprechzeit: bis zu 4 h
Im Test: 45 h bei intensiver Nutzung
Pro & Contra:
sehr günstig
HSDPA
GPS
zwei Kameras
Sensortasten reagieren nicht immer
kein Autofokus
Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): befriedigend
Verarbeitung (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): gut
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote gut (2,4)
Preis-Leistung: sehr gut

(Marcel Petritz)

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