Handys

Huawei Ascend P6 im Test: Design-Ikone in der Mittelklasse

Mit dem Ascend P6 setzt Huawei neue Maßstäbe in der Mittelklasse. Der Smartphonekörper aus Aluminium sorgt für eine tolle Haptik, der Quad-Core-Prozessor für ordentlich Leistung. Es gibt aber auch Dinge, die kritisiert werden müssen.

Huawei Ascend P6© Huawei

Es ist ohne Zweifel das wohl edelste Telefon, das Huawei bis heute in Deutschland auf den Markt gebracht hat. Das Ascend P6 besticht nicht nur durch eine besonders flache Bauweise, sondern auch durch ein geringes Gewicht. Darüber hinaus kostet es deutlich weniger als die meisten Highend-Smartphones. Wir haben im Rahmen unseres zweiwöchigen Tests aber auch ein paar Schattenseiten entdeckt, die man vor einem Kauf zumindest zur Kenntnis genommen haben sollte.

Aluminium statt Plastik

Wer das Ascend P6 in den Händen hält, staunt in der Regel nicht schlecht. Obwohl es mit Abmessungen von 133 x 66 Millimetern vergleichsweise groß ist, wiegt das Smartphone nur 120 Gramm und ist zudem gerade einmal etwas mehr als 6 Millimeter dünn. Mehr noch: Anders als beispielsweise die meisten Mobiltelefone aus der Galaxy-Reihe von Samsung fühlt sich das Ascend P6 vergleichsweise edel an. Denn Huawei hat sich dafür entschieden, sowohl den Rahmen als auch die Rückseite aus Aluminium zu fertigen. Ein Schachzug, der sich in Sachen Haptik auszahlt, denn das P6 wirkt alles andere als billig. Im Gegenteil: Mit etwas kompakteren Abmessungen wären die Ähnlichkeiten zum iPhone von Apple mehr als verblüffend.

Die Navigation durch das Menü erfolgt in weiten Teilem über den 4,7 Zoll großem Touchscreen. Ganz ohne physische Tasten kommt aber auch das Ascend P6 nicht aus. An der rechten Seite wurde neben einem Schalter zum Ein- und Ausschalten auch eine Lautstärke-Wippe untergebracht. Darüber hinaus sind hier zwei Schächte zu finden, in die einerseits eine SIM-Karte im Micro-Format und direkt darunter eine MicroSD-Karte zur Speichererweiterung eingelegt werden kann.

Am Kopfende haben die Huawei-Entwickler eine Micro-USB-Schnittstelle untergebracht. Weniger optimal: Die Buchse für den Kopfhörereingang, der mit einem kleinen, eingesteckten PIN vor Staub geschützt werden soll, ist an der linken, unteren Seite zu finden. Wer sein Telefon samt angeschlossenem Kopfhörer in der Hosentasche trägt, dürfte das als störend empfinden. Pfiffig ist wiederum die Tatsache, dass sich der besagte Schutz-Pin auch zum Öffnen des SIM-Karten- und MicroSD-Schachts nutzen lässt. Doch Vorsicht: Das Risiko, den kleinen Pin zu verlieren, ist nicht zu vernachlässigen.

Um es schon an dieser Stelle direkt auf den Punkt zu bringen: Rein äußerlich ist das Ascend P6 eines der aktuell schönsten Smartphones. Und auch unter der Haube bringt das Telefon einiges an attraktiven Extras mit. Genauso deutlich muss man aber auch feststellen, dass es nicht in der Highend-Klasse mitspielen kann. Denn an der einen oder anderen Stelle fehlt es einfach an den dafür notwendigen Komponenten.

Kein LTE an Bord

Das fängt zum Beispiel schon bei der verwendeten Antennentechnik an. Zwar funkt das P6 in GSM- und UMTS-Netzen, die maximal mögliche Geschwindigkeit über den Datenturbo HSDPA liegt aber bei "nur" 21,6 Megabit pro Sekunde. Für Otto-Normal-Nutzer ist das vollkommen ausreichend, könnte aber anspruchsvolle Kunden vor einem möglichen Kauf abschrecken. Schade ist darüber hinaus, dass in der ersten Version des Telefons auf eine LTE-Unterstützung verzichtet wurde. Wer schnell im Internet surfen möchte, hat aber zumindest die Möglichkeit, eine WLAN-Schnittstelle zuzuschalten, die im 2,4 Gigahertz-Bereich funkt.

Wer das Haar in der Suppe sucht, kann darüber hinaus Kritik am verwendeten Display-Panel üben. Mit einer Abmessung von 4,7 Zoll (11,9 Zentimeter) ist es nicht nur ziemlich groß und einhändig nur schwer zu bedienen, es ist auch nur mit einer einfachen HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln ausgerüstet. Nur das geschulte Auge kann an dieser Stelle allerdings wirkliche Unterschiede zu besser ausgestatteten Bildschirmen feststellen. Wer sein Smartphone im Alltag nicht regelmäßig für das Betrachten von Filmen nutzt, wird mit dem durch gehärtetes Gorilla-Glas geschützten Bildschirm durchaus seine Freude haben.

Menünavigation auf nur einer Ebene

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Navigation durch das Menü der Android-Version 4.2.2. Denn alles findet wie schon bei anderen aktuellen Huawei-Telefonen auf nur einer Ebene der angepassten Emotion UI-Oberfläche (Version 1.6) statt. Anders ausgedrückt werden alle Icons und Widgets auf mehreren Startscreens abgelegt. Ein untergeordnetes Hauptmenü gibt es nicht. Das erfordert insbesondere dann eine Eingewöhnungszeit, wenn der Nutzer zuvor zum Beispiel ein Android-Smartphone von HTC oder Samsung verwendet hat.

Etwas enttäuschend ist der ziemlich begrenzte Speicherplatz. Denn Huawei hat dem Ascend P6 gerade einmal 8 Gigabyte (GB) Speicher gegönnt. Und lediglich rund die Hälfte davon (4,7 Gigabyte) stehen zur freien Nutzung zur Verfügung. Der Rest wird durch das vorinstallierte Betriebssystem verwendet. Anwender, die gerne mit ihrem Telefon Fotos und Videos aufnehmen oder eine Musiksammlung abspeichern, wenden zwangsläufig recht schnell an die Kapazitätsgrenzen stoßen und in den Nachkauf einer MicroSD-Karte mit bis zu 32 Gigabyte Extra-Speicher investieren müssen.

Nichts zu meckern gibt es in Sachen Performance. Unter der Haube verrichtet ein in Eigenregie entwickelter Quad-Core-Prozessor seinen Dienst, dessen vier Kerne mit je 1,5 Gigahertz getaktet sind. Daneben hat Huawei auch beim Arbeitsspeicher nicht gegeizt und dem P6 satte 2 GB RAM spendiert. Wer anspruchsvolle Games auf seinem Smartphone spielt, kann den Prozessor schon einmal an seine Leistungsgrenzen bringen, im normalen Alltag meistert das Telefon die Aufgaben aber vollkommen zuverlässig. Lediglich beim Laden von Internetseiten lässt sich der vorinstallierte Browser doch ein bisschen (zu viel) Zeit.

Zwei Kameras mit an Bord

Überzeugen kann Huawei auch durch die verbauten Digitalkameras. Die Cam mit einer 8-Megapixel-Linse auf der Rückseite mag heutzutage zwar niemanden mehr so richtig vom Hocker hauen, die 5 Megapixel der Front-Kamera sind aber durchaus ein Alleinstellungsmerkmal. Ob man eine solch hohe Auflösung nun für Selbstportraits und Videochats braucht, sei einmal dahingestellt, Fakt ist aber auch, dass die Fotoqualität bei beiden Kameras mehr als ordentlich ist.

Überzeugen kann die Kamera auf der Rückseite vor allem am Tag unter freiem Himmel. Die Linse kann erstaunlich viel Licht einfangen und belichtet Fotos dadurch besonders eindrucksvoll. Selbst bei Aufnahmen mit vielen Schatten werden Details auf Gegenständen oder im dunklen Bereich der Fotos gut sichtbar. Satte Farben und hohe Kontraste runden das positive Gesamterscheinungsbild der Schnappschüsse ab. Einzig bei Makro-Aufnahmen liefern andere Kameras deutlich bessere Werte. Im Videomodus sind Aufnahmen mit bis zu 1.080p in Full-HD und mit Stereo-Audioqualität möglich.

Fazit: Eleganz in der Mittelklasse

Zwar ist das Huawei Ascend P6 kein Highend-Smartphone, es setzt aber vor allem in Sachen Verarbeitung neue Maßstäbe in der Mittelklasse. Durch einen Rahmen und eine Akku-Abdeckung aus Aluminium kann das Telefon in Kombination mit seiner flachen und leichten Form durch eine einzigartige Haptik überzeugen.

Und selbst wenn es an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas bei der Hardware mangelt, so muss doch festgestellt werden, dass das P6 zu den aktuell interessantesten Smartphones am Markt gezählt werden kann. Dazu trägt ein Display mit schnellen Reaktionszeiten und starken Kontrasten ebenso seinen Teil bei wie ein Vierkern-Prozessor mit einer rundum guten Performance.

Positiv hervorzuheben ist auch ein Extra, das im Lieferumfang inklusive ist. Huawei liefert sein neues Smartphone nämlich nicht nur mit einem einfachen Stereo-Headset und Ladegerät aus, sondern packt auch einen Bumper mit dazu. Mit dem Verhüterli sieht das Smartphone zwar nicht mehr ganz so schön aus, ist aber gut vor etwaigen Fällen auf den Boden geschützt.

Erhältlich ab 362 Euro

Angeboten wird das Huawei Ascend P6 in Weiß, Schwarz und Rosa. Im Online-Fachhandel ist es zu Preisen ab 362 Euro erhältlich, Amazon bietet es ohne zusätzliche Versandkosten ab 369 Euro an. Wer in erster Linie einen mobilen Alltagsbegleiter sucht, der hübsch aussieht, eine gute Performance liefert und gleichzeitig auf Extras wie LTE oder NFC verzichten kann, ist mit dem neuen Huawei-Gerät richtig gut bedient.

Name: Ascend P6
Hersteller: Huawei
Preis: ab circa 362 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Android (Version 4.2.2 Jelly Bean)
Prozessor: 1,5 GHz. Quad-Core
Arbeitsspeicher: 2 Gigabyte
SIM: Micro-SIM
Antenne: GSM Quadband (850, 900, 1.800, 1.900 Megahertz)
UMTS (850, 900, 1.700, 1.900 und 2.100 Megahertz)
Abmessungen: 133 x 66 x 6 Millimeter
Gewicht: 120 Gramm
Display: 4,7 Zoll, 1.280 x 720 Pixel
Speicher: 8 GB intern;
per microSD um bis zu erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth 3.0, WLAN, Micro-USB
Digitalkamera: 8,0 Megapixel mit Autofokus & Kameralicht
5 Megapixel Frontkamera
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, USB-Kabel, Stereo-Headset, Bumper
SAR-Wert: 0,64 (gering)
Extras: Bluetooth, Radio, GPS, WLAN
Akkulaufzeit im Test: 7 Stunden Sprechzeit
24-36 Stunden Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung inkl. aktiver Datenverbindung)
Pro & Contra:
tolle Verarbeitung
sehr gute Kamera
gute Akku-Laufzeit
5-Megapixel-Frontkamera
recht kleiner Flash-Speicher
kein Full-HD-Display
kein LTE & kein NFC
Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): befriedigend
Verarbeitung (20%): sehr gut
Akkulaufzeit (20%): gut
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote gut (2,0)
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

Zum Seitenanfang