Testbericht

HTC One im Test – Der Rockstar unter den Smartphones

Mit dem HTC One will der taiwanesische Smartphone-Hersteller verlorenes Terrain zurückgewinnen. Und das gelingt. Das Telefon überzeugt nicht nur mit einer starken Performance, sondern auch durch eine clever durchdachte Oberfläche, und Front-Lautsprecher, die ihresgleichen suchen.

HTC One© HTC

HTC startet einen neuen Anlauf, auf dem Smartphone-Markt für Aufsehen zu sorgen. Mit dem HTC One, das in diesen Tagen flächendeckend im deutschen Einzelhandel eingeführt wird, schickt sich der taiwanesische Hersteller an, einen echten Kracher auf dem Markt für Android-Telefone zu landen. Denn um es vorweg zu nehmen: das Telefon überzeugt nicht nur durch eine starke Performance, sondern auch durch eine großartige Verarbeitung und eine clever überarbeitete Menüoberfläche.

Lange Entwicklungszeit hat sich gelohnt

Lange hat HTC daran getüftelt, ein Smartphone zur Verfügung zu stellen, das mit einem Unibody-Gehäuse aus Aluminium auftrumpfen kann. Das HTC One liefert nach satten zwölf Jahren Entwicklungszeit genau das und vermittelt gerade deswegen einen sehr hochwertigen Eindruck. Die abgeschliffenen Kanten erinnern stark an das iPhone 5, die gewölbte und sehr glatte Rückseite wird nur durch die Kamera-Linse und ein eingefrästes Firmenlogo unterbrochen. Die Vorderseite wird nahezu komplett durch das Display eingenommen. Zusätzlich hat HTC allerdings zwei Lautsprecher integriert, die für einen wahrlich imposanten Stereo-Klang sorgen. Doch dazu später mehr.

Rein optisch kann das 143 Gramm schwere HTC One punkten wie kaum ein anderes Smartphone. Nachteil: Mit Abmessungen von 137 x 68 x 9 Millimetern ist das Telefon nichts für kleine Hände. Eine einhändige Bedienung im Hochformat ist nicht ohne Handakrobatik möglich. Gerade wegen der glatten Rückseite droht das Telefon immer wieder aus der Hand zu rutschen. Neben dem fest integrierten - und folglich nicht austauschbaren - Akku ist das aber fast schon der einzige Kritikpunkt, der dem Gerät angekreidet werden muss. Schade ist zudem, dass der interne Speicher (32 bzw. 64 Gigabyte) nicht erweitert werden kann. Abgesehen davon hat HTC ein Telefon ausgearbeitet, das Stand heute die Messlatte in der Smartphone-Spitzenliga wieder einmal ein Stück höher legt.

Der rundum positive Eindruck fängt schon bei der Performance an. Denn der integrierte Prozessor von Qualcomm ist mit vier Kernen ausgestattet (Quad-Core), die mit jeweils 1,7 Gigahertz getaktet sind. Das sorgt selbst bei grafisch anspruchsvollen Spielen oder Multitasking für ruckelfreien Smartphone-Spaß. Dazu trägt auch der integrierte Arbeitsspeicher bei, der mit 2 Gigabyte ebenfalls in der Oberliga mitmischt. Von einigen Spitzenmodellen wie dem in Kürze erhältlichen Samsung Galaxy S4 oder dem Sony Xperia Z abgesehen, ist 1 Gigabyte RAM heutzutage eher die Regel.

HTC BlinkFeed – Immer up to date

Für ein positives Gesamterscheinungsbild sorgt auch die völlig neu gestaltete Sense-Menüoberfläche des HTC One. Als vielleicht nicht immer ganz übersichtlich, aber ungemein praktisch erweist sich der neue BlinkFeed. Hier laufen fast alle Informationen zusammen, die sich der Nutzer auf seinen Smartphone wünscht. Wettervorhersage, Kalendereinträge, Facebook- und Twitter-Postings, ausgewählte RSS-Feeds, das TV-Programm des Tages – alles dabei. Zugegeben: Manchmal wirkt der Bildschirm dadurch etwas überladen, allerdings ist es jederzeit möglich, Anpassungen vorzunehmen und zum Beispiel Twitter- oder Facebook-Einträge auszublenden. Ferner können aus dem BlinkFeed heraus, Status-Updates bei Twitter und Facebook gepostet werden. Das Starten einer separaten App ist dafür nicht notwendig.

Um aus dem BlinkFeed zum eigentlichen Haupt-Bildschirm zu gelangen, reicht ein kurzer Wisch zum linken Displayrand. Auf mehreren Homescreens können nicht nur App-Verknüpfungen abgelegt werden, sondern auch Widgets. Um eine Übersicht der verfügbaren Widgets einzusehen, muss auf einem Homescreen mit dem Finger für knapp eine Sekunde auf eine freie Stelle gedrückt werden. Standardmäßig vorinstalliert sind zum Beispiel Widgets für Google Now, den Kalender, das integrierte UKW-Radio oder die Energiesteuerung. Mit jeder nachträglich installierten App können weitere Widgets hinzu kommen – zum Beispiel für Foursquare oder Spotify.

Übersichtliches Hauptmenü

Angepasst wurde von HTC auch das Hauptmenü. Hier sind die installierten Apps und Verknüpfungen in nur noch drei Spalten mit einem vergleichsweise großen Zeilenabstand auf nur einer Seite untereinander angeordnet. Das kann zwar dafür sorgen, dass lange zum Ziel gescrollt werden muss, ist nach einer gewissen Eingewöhnungsphase aber als durchaus angenehm zu betrachten. Eine Sortierung ist alphabetisch, nach der jüngst zurückliegenden Installation oder frei nach dem persönlichen Geschmack möglich.

Über die Homescreens und durch das Menü wird über einen 4,7 Zoll (11,9 Zentimeter) großen Full HD-Bildschirm mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln navigiert. Zum Schutz liegt auf dem von Sharp produzierten Displaypanel eine Gorilla Glas-Abdeckung. Positiv hervorzuheben ist, dass Inhalte auch dann noch problemlos abgelesen werden können, wenn aus einem recht steilen Blickwinkel auf das Display geschaut wird. Beeindruckend sind zudem die satten Farben und der hohe Kontrast, die auf den Bildschirm gezaubert werden können. Zweifelsohne bringt das HTC One eines der aktuell besten Smartphone-Displays mit.

Schnellstartleiste im Display

Sozusagen fest in das Display integriert wurde eine Schnellstartleiste, die am unteren Bildschirmrand schnell und unkompliziert das Telefonbuch, den SMS-Eingang, den Browser und die integrierte Kamera aktiviert. Jederzeit ist es möglich, die vier Schnellstartpositionen gemessen am eigenen Nutzungsverhalten anzupassen und zum Beispiel die Verlinkung mit dem SMS-Eingang durch jene von Whatsapp zu ersetzen. Praktisch: Auf Wunsch können auch ganze Ordner in der Schnellstartleiste platziert werden.

Auf physische Tasten wurde beim HTC One hingegen weitgehend verzichtet. An der rechten Seite ist eine kaum aus dem Gehäuse herausragende Lautstärkewippe zu finden, auf der Kopfseite eine Taste um das Gerät ein- und ausschalten zu können sowie ein Kopfhörer-Eingang. Komplett blank kommt die linke Flanke daher. Hier ist lediglich ein Schacht zu finden, in den die SIM-Karte im Micro-Format eingelegt werden kann. An der Unterseite wurde ein MicroUSB-Anschluss integriert, der auch als Anschluss für das mitgelieferte Ladekabel dient. Schade: eine separate Kamerataste fehlt. Als Auslöser dient folglich immer der große Touchscreen.

Wie eingangs erwähnt muss beim HTC One auch auf integrierte Lautsprecher nicht verzichtet werden. Gleich zwei davon wurden auf der Vorderseite verbaut und mit dem klangvollen Marketingnamen BoomSound versehen. Ziemlich überraschend ist allerdings das Ergebnis, das die beiden Frontlautsprecher liefern können. Der Klang ist zum ersten Mal bei einem von unserer Redaktion getesteten Smartphone alles andere als blechern. Kraftvoll und mit sattem Bass erklingen die Melodien - unterstützt durch Beats Audio und integrierte Verstärker aus den kleinen Lautsprecherkammern. Auch in diesem Punkt setzt HTC neue Maßstäbe und wird insbesondere bei einer jüngeren Zielgruppe für Begeisterung sorgen; beim älteren Semester im öffentlichen Nahverkehr möglicherweise eher für arg strapazierte Nerven.

Kamera: Megapixel sind nicht alles

Neue Wege - und das ist mutig - beschreitet HTC bei der integrierten Hauptkamera. Offiziell als UltraPixel Kamera bezeichnet, hinkt sie gemessen an der Megapixel-Zahl allerdings hinter der Konkurrenz hinterher. HTC hat sich eigenen Angaben zufolge bewusst für eine 4-Megapixel-Linse entschieden, um eine möglichst starke Bildqualität zu erreichen - und nicht etwa eine möglichst hohe Bildauflösung. Denn nach Ansicht der Chef-Strategen des Smartphone-Herstellers druckt ohnehin kaum ein Nutzer die mit Bordkameras aufgenommenen Bilder auch wirklich aus.

Kernelement der Kamera ist ein spezieller Sensor, der mit Hilfe von größeren Pixeln mehr Licht einfangen kann und so auch bei schlechteren Lichtverhältnissen bessere Fotos und Videos liefern soll. Tatsächlich gelingt das insbesondere bei Tageslicht sehr ordentlich. Je schwächer das Umgebungslicht allerdings ausfällt, desto stärker wird auch ein Bildrauschen in den Aufnahmen sichtbar. Insgesamt liefert die Kamera gute, aber keine überragenden Ergebnisse. Im Videomodus sind Full-HD-Aufnahmen mit maximal 1.080p möglich.

Als Extra hat HTC seinem Smartphone mit Zoe auch eine Art interaktives Fotoalbum spendiert. In wenigen Schritten ist es möglich, aus einer Reihe von Fotos und Videos ein etwa halbminütiges Video zu gestalten – untermalt mit Effekten und Musik. Mit Hilfe einer Serienaufnahme ist es möglich, Inhalte aus der Aufnahme zu löschen - zum Beispiel einen in das Bild fahrenden Radfahrer. Wer gerne Videotelefonate führt oder Selbstportraits aufnimmt, kann auf eine Frontkamera mit 2,1 Megapixel-Linse setzen.

Alles an Bord, was das Smartphone-Herz begehrt

An Schnittstellen hat das HTC One alles an Bord, was sich ein anspruchsvoller Smartphone-Nutzer der heutigen Zeit wünschen kann. Bluetooth (Verison 4.0), NFC-Unterstützung, DLNA, GPS-Empfänger und selbst eine Infrarotschnittstelle fehlen nicht. Gefunkt wird auf allen gängigen GSM-, UMTS- und LTE-Frequenzen, ergänzend sind mobile Internetverbindungen über die WLAN-Schnittstelle möglich, die neben dem schnellen N- auch den neuen AC-Standard unterstützt.

Fantastisch! Ein Wort reicht aus, um auf den Punkt zu bringen, was HTC mit dem One auf die Beine gestellt hat. Das Smartphone erlaubt sich weder bei der Verarbeitung, noch in Sachen Performance eine Schwäche und kann zudem mit einer ordentlichen Akkulaufzeit punkten. Selbst bei dauerhaft aktivierter Daten- und WLAN-Verbindung kommt der Nutzer locker zwei Tage mit einer Akkuladung aus. In einem Test-Szenario war es uns sogar möglich, über vier Stunden einen TV-Livestream zu verfolgen und es blieben immer noch rund 25 Prozent Akkukapazität übrig. Großes Kino!

Fazit: Ein Smartphone der Spitzenklasse

Die Kombination aus Android 4.1 und neuer Sense-Oberfläche mit BlinkFeed und Co. sorgt für ein nie zuvor gesehenes Nutzererlebnis mit Googles Betriebssystem. Clevere Extras, die das Telefon sogar zu einer TV-Zeitschrift und einer Fernbedienung für den heimischen Fernseher und Receiver werden lassen, sind – zugegeben – eher etwas für Nerds, machen aber dennoch viel Spaß. Und der satte, kraftvolle Sound, den das Telefon sowohl über die Front-Lautsprecher als auch über das beiliegende Headset in die Gehörgänge seines Nutzers transportieren kann, verdient ohnehin eine besondere Hervorhebung. Etwas nervig ist lediglich, dass das Telefon vergleichsweise lange braucht, um eine GPS Verbindung herzustellen.

Natürlich ist bei so viel Qualität auch ein recht hoher Preis zu erwarten. Aktuell sind im Online-Fachhandel mindestens 584 Euro zu zahlen, beim Online-Händler Amazon werden ohne zusätzliche Versandkosten 599 Euro in Rechnung gestellt. Gemessen daran, was das Telefon liefert, ist das unter dem Strich sicherlich kein Schnäppchen, aber trotzdem ein fairer Kurs. Erhältlich ist das Telefon einerseits in silber, aber auch komplett in schwarzer Färbung.

Unser Testfazit zum HTC One
Pro Contra
  • sehr gute Verarbeitung
  • sehr guter Sound über Boxen und Headset
  • starke Performance
  • gute Akku-Ausdauer
  • Status-LED nutzbar
  • Speicher nicht erweiterbar
  • fest integrierter Akku
  • Kamera bei schwachem Licht nicht überzeugend
Bewertung
  • Bedienung (30%):sehr gut
  • Ausstattung (20%):sehr gut
  • Verarbeitung (20%):sehr gut
  • Akkulaufzeit (20%):gut
  • Telefonfunktion (10%):sehr gut
Gesamtnote der Redaktion: Preis-Leistung:
1,2seh gut gut

(Hayo Lücke)

HTC One
HTC OneZum One
Allgemein
HTC One
KategorieBusiness-Handy
Multimedia-Handy
Style- / Fashion-Handy
Navi-Handy
Handy-TypBarren-Handy
Herstellungsjahr2013
MarktstartMärz 2013
Farben
Schwarz
Silber / Grau
Gold
Blau
AbmessungenHöhe: 137 mm
Breite: 68 mm
Tiefe: 9,3 mm
Gewicht143 g
Simkarten-TypmicroSIM
Display
HTC One
TechnologieTouchscreen
TypLCD
Größe4,7 Zoll
Auflösung1080 x 1920 Pixel
Pixeldichte469 ppi
Speicher
HTC One
Speicher intern32 GB
64 GB
Arbeitsspeicher2 GB
Prozessor und Akku
HTC One
ProzessorQualcomm Snapdragon 600
Quad-Core-Prozessor
Taktrate 1,7 GHz
Akku-Kapazität2300 mAh
Laufzeit18 Stunden
Standby-Zeit500 Stunden
Software
HTC One
BetriebssystemAndroid 4.1 Jelly Bean
App-ShopGoogle Play
Anmerkungen SoftwareHTC Sense, HTC BlinkFeed, Näherungssensor, Umgebungslichtmesser, Gyroskop, DLNA, HTC BoomSound, Sense-Stimmverstärker, HTC Zoe
Daten und Netze
HTC One
AnschlüsseBluetooth
Infrarot
USB
WLAN
NFC
Kopfhöreranschluss
TV-Ausgang
DatenstandardsGPRS
UMTS
EDGE
HSDPA
HSUPA
LTE
Messaging und Multimedia
HTC One
MessagingSMS
MMS
E-Mail
Instant Messaging
Videotelefonie
Soziale Netzwerke
MultimediaMP3-/Music-/Mediaplayer
Video-Player
NavigationNavigationssoftware
GPS
Kamera4 Megapixel
Autofokus
Bildstabilisator
Fotolicht
Video: Full-HD (1920 x 1080)
Zweit-Kamera2 Megapixel
Video: Full-HD (1920 x 1080)

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang