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HTC One V im Test - Preiswerter 4.0-Androide

Mit dem HTC One V steht ein Smartphone auf Basis von Android 4.0 zur Verfügung, das ab 260 Euro zu haben ist und eine ordentliche Ausstattung vorweisen kann.

HTC One V© HTC

Mit Smartphones der One-Familie ist es HTC gelungen, neue Maßstäbe am Mobilfunkmarkt zu setzen. Sowohl das One S als auch das One X konnten im Test unserer Redaktion überzeugen und einen Platz im oberen Drittel der Smartphone-Hitliste belegen. Der Nachteil: beide Geräte gehören mit ihrer umfangreichen Ausstattung zu den eher teureren Modellen. Wer es etwas preiswerter mag, kann zum One V greifen, das in der Mittelklasse angesiedelt ist und trotzdem überzeugen kann.

Telefon mit toller Haptik

Auffällig ist, dass HTC auch bei seinem momentan preisgünstigsten One-Modell auf eine schnörkellose Verarbeitung geachtet hat, die sich sehr wertig anfühlt. Von Plastik spürt man als Nutzer wenig, weil ein Gehäuse aus Aluminium zum Einsatz kommt und zudem auf der Rückseite zwei gummierte Flächen für eine angenehme Haptik sorgen. Trotzdem gibt es in der Verarbeitung leichte Abzüge in der B-Note. Denn die Übergänge zwischen Display und Gehäuse sind nicht fließend, sondern durch kleine Höhenunterschiede gekennzeichnet. Und dann ist da noch die nach vorn geneigte Unterkante des Telefons, die man in der Vergangenheit auch schon beim HTC Legend finden konnte, die aber sicherlich nicht den Geschmack aller Kunden trifft.

Wichtig zu erwähnen ist auch, dass beim HTC One V auf ein vergleichsweise kleines Display gesetzt wird. Es misst in der diagonalen Abmessung 3,7 Zoll (9,4 Zentimeter) und ist damit nur unwesentlich größer als beim iPhone 4S. Das One S und das One X können hingegen mit 4,3 bzw. sogar 4,7 Zoll punkten, allerdings verbraucht ein größeres Display auch mehr Energie. Grundsätzlich bleibt aber festzuhalten, dass mobiles Surfen auch bei einem 3,7 Zoll-Bildschirm Spaß macht. Gerade dann, wenn er sich wie beim HTC One V reaktionsschnell und mit einer ausreichend hohen Auflösung von 800 x 480 Pixeln präsentiert.

Nur mit Single Core-Prozessor

Höchstens solide präsentiert sich auch der integrierte Prozessor. Für Otto-Normal-Nutzer reicht die Single Core-CPU mit einer Taktrate von 1 Gigahertz vollkommen aus, beim einen oder anderen Spiel mussten wir aber Ruckler im Gameplay registrieren - trotz 512 Megabyte Arbeitsspeicher. Auch das Starten von Apps kann schon mal etwas länger dauern. Das ist zwar nicht weiter dramatisch, kann aber auf Dauer eben doch störend sein. Hinzu kommt, dass das Telefon nur einen vergleichsweise kleinen Speicher vorweisen kann. Gerade einmal 4 Gigabyte stehen auf dem Papier zur Verfügung. Doch Vorsicht: Das vorinstallierte Betriebssystem Android 4.0.3 Ice Cream Sandwich mit der neuen Oberfläche HTC Sense 4.0 beansprucht davon schon einen großen Teil für sich.

Und so ist man als Nutzer froh, dass es zumindest die Möglichkeit gibt, den Speicherplatz über eine microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte zu erweitern. Das Einlegen in den dafür vorgesehenen Schacht ist möglich, ohne den Akku aus dem Gerät herausnehmen zu müssen. Denn: der Energiespeicher ist wie beim iPhone fest verbaut und kann somit nicht ohne weiteres ausgetauscht werden.

Nutzbar ist das HTC One V rund um den Erdball in GSM-Netzen und überall dort, wo UMTS in den Frequenzbereichen 850, 900 und 2.100 Megahertz zur Verfügung steht. LTE-Unterstützung ist hingegen nicht gegeben. Auch auf einen integrierten NFC-Chip muss verzichtet werden.

Menütasten nicht beleuchtet

Mobile Internetverbindungen sind entweder per EDGE, UMTS oder HSDPA möglich. Alternativ steht eine WLAN-Schnittstelle bereit, von der die Standards 802.11b, g und n unterstützt werden. Die Navigation über die Internetseiten erfolgt in weiten Teilen über das Display, unterstützend stehen drei Sensortasten für grundlegende Menüfunktionen zur Verfügung - leider ohne Hintergrundbeleuchtung. Hinzu kommt an der rechten Seite eine Wipp-Taste zur Regulierung der Lautstärke und am Kopfende eine Taste zum Ein- und Ausschalten des Telefons. Außerdem ist auf der Kopfseite ein Audioausgang für eine 3,5 Millimeter-Klinke zu finden. Der Micro-USB-Anschluss, der auch als Ladebuchse verwendet wird, ist an der linken Flanke integriert worden.

Positiv ist anzumerken, dass HTC auch in der Mittelklasse nicht darauf verzichtet, eine Status-LED in das Gehäuse zu integrieren. Sie informiert grün blinkend über verpasste Anrufe und SMS. Etwas schade ist, dass sie nicht in die Front, sondern neben dem Kopfhörereingang verbaut worden ist. Dadurch kann es schnell passieren, dass das Blinken überhaupt nicht richtig wahrgenommen wird.

Digitalkamera mit 5 Megapixeln

Dass das One V nicht in der Oberklasse mitspielen möchte, wird auch deutlich, wenn man einen Blick auf die integrierte Kamera wirft. Zwar stehen Autofokus und ein eher schwaches LED-Licht zur Verfügung, die maximal mögliche Auflösung liegt aber "nur" bei 5 Megapixeln. Insgesamt macht die Bildqualität einen eher durchschnittlichen Eindruck, weil es häufig an jener Schärfe fehlt, die man von den beiden Schwestermodellen One X und One S gewohnt ist. Hinzu kommt, dass ein Bildrauschen immer deutlicher wird, je dunkler es in der Umgebung des Aufnahmeortes wird.

Im Videomodus unterstützt die Kamera auch HD-Aufnahmen mit bis zu 720p, auf Full HD-Qualität mit 1.080p muss der geneigte High-Definition-Freund aber verzichten. Der integrierte Autofokus stellt das Bild nicht nur vor Beginn einer Aufnahme scharf, sondern auch während des Filmens. Trotzdem ist auch die Videoqualität eher als mäßig einzustufen, weil auch hier ein Bildrauschen und leicht verfälschte Farben unübersehbar sind. Trotzdem: für Schnappschüsse und Erinnerungen im Videoformat reicht die Kamera allemal aus.

Hervorzuheben ist, dass die recht kleine Kameralinse im Gegensatz zum One X und One S nicht aus dem Gehäuse herausragt und dadurch weit weniger anfällig für Kratzer ist. Eine separate Kamerataste gibt es nicht, als Auslöser dient grundsätzlich das Display.

Das Schreiben von SMS und Messenger-Nachrichten funktioniert auch bei diesem Smartphone sowohl im Hoch- als auch im Querformat gut. Grundsätzlich kann auf eine digitale QWERTZ-Tastatur zugegriffen werden, bei der die Tasten im Hochformat allerdings recht nah nebeneinander liegen. Trotzdem ist mit ein bisschen Konzentration ein fehlerfreies Eintippen von Texten möglich.

Fazit: Ein Lichtblick in der Mittelklasse

Unterm Strich hat HTC mit dem One V ein Smartphone geformt, das vor allem Smartphone-Einsteiger ansprechen soll. Schon allein aufgrund der hochwertigen Haptik und dem installierten Android 4.0.3 ist das Telefon vielen vergleichbaren Modellen der Konkurrenz einen Schritt voraus. Auffällig ist auch die rundum gute Akustik, erfreulich die Beats Audio-Unterstützung, mit der Musik-Dateien einen satten Bass in die Gehörgänge befördern. Abzüge gibt es für die eher mäßige Kamera und auch die Akkuleistung ist nicht gerade berauschend.

Zu haben ist das One V in Grau und Schwarz und ist im Online-Fachhandel ab 259 Euro erhältlich. Bei Amazon wird es ab 274 Euro ohne zusätzliche Versandkosten gelistet. Ein aufgrund des guten, wenn auch etwas kleinen, Bildschirms durchaus fairer Kurs. Für den Betrieb in Mobilfunknetzen wird eine Standard-SIM benötigt.

Name: One V
Hersteller: HTC
Internet: www.htc.de
Preis: ab ca. 259 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Android (Version 4.0.3 Ice Cream Sandwich)
Prozessor: 1 GHz Single Core
Arbeitsspeicher: 512 Megabyte
SIM: Standard-SIM
Antenne: GSM Quadband (850, 900, 1.800, 1.900 Megahertz)
UMTS (850, 900, 2.100 Megahertz)
Abmessungen: 120 x 60 x 9 Millimeter
Gewicht: 115 Gramm
Display: 3,7 Zoll, 800 x 480 Pixel, 16 Mio. Farben
Speicher: 4 GB intern;
per microSD erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth 4.0, WLAN
Digitalkamera: 5 Megapixel, Digitalzoom, Autofokus, LED-Licht
HD-Videofunktion (720p)
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel
SAR-Wert: 0,66 W/kg (gering)
Extras: MP3- und Videoplayer, Bluetooth, Radio, GPS, WLAN, HD-Unterstützung
Akkulaufzeit im Test: 4-6 Stunden Sprechzeit
12-18 Stunden Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
werthaltige Haptik
Status-LED nutzbar
sehr gute Telefonakustik
helles Display
keine Frontkamera
fest integrierter Akku
mäßige Kamera
mäßige Akkulaufzeit

Bewertung:
Bedienung (30%): sehr gut
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Telefonfunktion (10%): sehr gut
Gesamtnote gut (2,0)
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

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