Testbericht

HTC One SV im Test: Mit viel Stil in die LTE-Mittelklasse

Mit dem One SV bietet HTC ein Mittelklasse-Smartphone, das eine ordentliche Ausstattung zu einem sehr fairen Preis bietet. Außerdem liefert das Telefon ein hübsches Design. Wir haben es getestet.

HTC One SV© HTC

In der Marketing-Abteilung von HTC dürften schon seit Monaten die Köpfe rauchen. Die Fragestellung lautet: Wie kann es gelingen, mehr Menschen für die Smartphones des taiwanischen Konzerns zu begeistern. Ein Ergebnis dieser Überlegungen ist zum Beispiel bei Spielen in der UEFA Champions League sichtbar. In Form von digitaler Bandenwerbung wird prominent das neue Flaggschiff HTC One beworben. Aber auch in der Mittelklasse hat HTC durchaus attraktive Telefone im Angebot. Sie glänzen zwar nicht mit einer Top-Ausstattung, kommen aber in aller Regel in einem hübschen Design daher. Aktuelles Beispiel: das HTC One SV. Wir haben es getestet.

Ein Smartphone für den Massenmarkt

Wer nicht bereit ist, gleich mehrere grüne Scheinchen auf den Ladentisch zu legen, bekommt mit dem One SV eine interessante Alternative präsentiert. Das 122 Gramm leichte Gerät überzeugt durch eine wohltuende Schlichtheit mit abgerundeten Kanten. Kein überdimensioniertes Display, gummierte Rückseite für eine angenehme Haptik, beleuchtete Sensortasten. Einfach ein rundum solide aufgestelltes Telefon für den Massenmarkt.

Der LCD-Bildschirm bietet mit einer Größe von 4,3 Zoll das perfekte Format, um im Hochformat mit nur einer Hand komfortabel bedient werden zu können. Das Display-Panel wird durch robustes Glas vor Staub und Schäden geschützt. Allerdings ist die Glas-Oberfläche recht anfällig für Fingerabdrücke und kann bei starker Sonneneinstrahlung recht stark spiegeln. Zudem ist dei Auflösung für heutige Verhältnisse eher unterdurchschnittlich. Sie liegt bei nur 800 x 480 Pixeln, aber auch hier gilt: Für Otto-Normal-Nutzer ist das vollkommen ausreichend. Nur wer auf seinem Smartphone häufiger Full-HD-Videos schauen möchte, sollte sein Glück besser in der Smartphone-Oberklasse versuchen und ein bisschen mehr Geld für seinen mobilen Begleiter im Alltag investieren.

Ausgeliefert wurde das uns zur Verfügung gestellte Testgerät auf Basis von Android 4.1.2. Allerdings kommt nicht die Originalversion von Googles mobilem Betriebssystem zum Einsatz. Denn HTC hat über das Hauptmenü seine Sense-Oberfläche in der Version 4+ gelegt. Wirklich störend ist das nicht, denn die Menüstruktur vermittelt einen aufgeräumten und durchdachten Eindruck.

Viel Übersicht durch HTC Sense

So können zum Beispiel direkt vom Sperrbildschirm aus Kamera und Telefon-Funktion gestartet werden. Heruntergeladene Apps werden im Hauptmenü je nach Wunsch alphabetisch oder gemessen an der Häufigkeit der Nutzung angezeigt. Auf mehreren Startbildschirmen werden App-Verknüpfungen ebenso angelegt wie größere Widgets. In einer übersichtlichen Nachrichtenzentrale werden verpasste Nachrichten und Anrufe ebenso angezeigt wie wichtige Interaktionen in Sozialen Netzwerken. Ergänzend dazu blinkt oberhalb des Displays eine Status-LED sobald neue Informationen in der Nachrichtenzentrale eingelaufen sind. Praktisch, um nichts zu verpassen, was von Relevanz sein könnte.

Die Performance des HTC One SV ist für die Zielgruppe, die das Telefon ansprechen soll, absolut zufriedenstellend. Ein Qualcomm S4-Prozessor mit zwei Kernen und einer Taktrate von 1,2 Gigahertz sorgt für eine weitgehend flüssige Bedienung. Einzig bei grafisch anspruchsvollen Games kann es schon mal zu kleineren Rucklern im Spielfluss kommen. Geschuldet ist das auch der Tatsache, dass nur 1 Gigabyte Arbeitsspeicher verbaut wurde.

Zu wenig Speicher

Schon deutlich weniger erfreulich ist die Tatsache, dass HTC dem Telefon nur 8 Gigabyte Speicherplatz gegönnt hat. Denn weil allein Android schon knapp die Hälfte des Speichers für sich beansprucht, bleiben nur rund 4 Gigabyte für eigene Apps, Fotos, Videos und andere persönliche Dateien übrig. Ein Telefon, das wirklich überzeugen möchte, sollte heutzutage mindestens 16 Gigabyte Flash-Speicher vorweisen. Immerhin: Über eine MicroSD-Karte ist eine Speichererweiterung jederzeit möglich. Darauf können dann zumindest Fotos und Videos ausgelagert werden, um den Telefonspeicher zu entlasten.

Deutlich überzeugender präsentiert sich das One SV in Bezug auf die verbaute Antennentechnik. Denn unter der Plastik-Haube haben die HTC-Designer nicht nur Bluetooth 4.0 verbaut, sondern auch eine WLAN-Schnittstelle. Wer über das genutzte Mobilfunknetz im Internet surfen möchte, kann das nicht nur über UMTS und HSDPA mit maximal 42 Megabit pro Sekunde im Downstream tun, sondern auch noch etwas schneller über LTE. In Europa werden zum Beispiel die LTE-Frequenzbereiche um 800, 1.800 und 2.600 Megahertz unterstützt. Auch an eine NFC-Schnittstelle wurde gedacht, um dem aufkommenden Trend des kontaktlosen Bezahlens gerecht werden zu können.

Als angenehm erweist sich auch die Haptik des Telefons. Die abnehmbare Akkuabdeckung fühlt sich ein wenig wie Gummi an und sorgt so für eine ordentliche Griffigkeit. Unter der Abdeckung lassen sich MicroSD- und Micro-SIM-Karte in die dafür vorgesehenen Slots einlegen. Außerdem ist jederzeit und komplikationslos der mitgelieferte Akku (1.800 mAh) austauschbar.

Sehr gute Verarbeitung

Keine Blöße leistet sich HTC bei der Verarbeitung. Die abnehmbare Rückseite ist fest mit dem eigentlichen Smartphone-Körper verbunden. Ein Knarzen ist auch dann nicht zu vernehmen, wenn Druck auf die Akkuabdeckung ausgeübt wird. Einzig der recht breite und so vergleichsweise große Ohr-Lautsprecher auf der Vorderseite erweist sich in der Praxis als Staubfänger. Schön gelöst ist die Tatsache, dass die Kameralinse auf der Rückseite nicht aus dem Gehäuse herausragt.

Apropos Kamera: davon hat das HTC One SV wie nahezu alle neuen Smartphones gleich zwei zu bieten. Auf der Rückseite wurde ein Sensor mit 5 Megapixeln, Auto- und Touchfokus sowie LED-Blitz integriert. Videos können in Full HD mit bis zu 1.080p aufgenommen werden. Auf der Vorderseite wurde eine 1,6-Megapixel-Kamera mit 720p-Videofunktion integriert.

Fotos häufig zu dunkel

Qualitativ sind die mit der Hauptkamera aufgenommen Fotos für Schnappschüsse und zum Festhalten von Erinnerungen völlig ausreichend. Die Farbtreue ist für ein Smartphone recht ordentlich, allerdings wirken Fotos häufig ein wenig zu dunkel belichtet. Hinzu kommt, dass Bilder an Schärfe verlieren, wenn der Digitalzoom verwendet wird. Außerdem gilt auch bei diesem Smartphone: Je weniger Tageslicht die Linse verarbeiten kann, desto heftiger fällt das Bildrauschen aus. Wer ein Video dreht, kann praktischerweise auch gleichzeitig Fotos aufnehmen.

Musik-Freunde, sollten auf jeden Fall die mitgelieferten (recht einfachen) Stereo-Ohrstöpsel verwenden, um über die Beats Audio-Funktion zumindest einen halbwegs brauchbaren Klang zu erleben. Denn der Lautsprecher auf der Rückseite tönt ziemlich blechern und zudem ohne Bass. Freude an Musik sieht wahrlich anders aus. Wer wahren Klanggenuss erleben möchte, muss aber ohnehin mit eigenen, hochwertigeren Kopfhörern nachhelfen.

Fazit: Ein solides Smartphone zu einem guten Preis

Die beste Nachricht vorweg: Für rund 285 Euro liefert das HTC One SV eine rundum zufriedenstellende Ausstattung, eine ordentliche Performance und vor allem ein ansprechendes Design. Toll ist auch, dass LTE und NFC nutzbar sind.

Es gibt aber auch Schattenseiten wie das eher unterdurchschnittliche Display und die vergleichsweise schwachen Audio-Eigenschaften. Ohne eigene Audio-Hardware macht der Musikgenuss mit dem HTC One SV nur eingeschränkt Sinn. Dafür ist die Gesprächsqualität durchweg als gut einzustufen. Echos oder Hall-Effekte konnten wir bei unseren Testanrufen im E-Plus-Netz nicht vernehmen. Zu klein fällt der interne Speicher aus.

Erfreulich ist auch, dass das HTC One SV mit einer in seiner Klasse überdurchschnittlichen Akkulaufzeit um die Ecke kommt. Der mitgelieferte Energiespeicher kommt bei einer normalen Nutzung des Telefons mit eingeschalteter WLAN- und Daten-Schnittstelle locker einen Tag über die Runden. Je häufiger abseits der eigenen vier Wände auf das Internet zugegriffen wird, desto schneller neigt sich die Akkukapazität aber dem Ende entgegen. Wer Strom sparen möchte, kann über die Nachrichtenzentrale nicht nur den Helligkeits-Sensor des Displays ein- und ausschalten, sondern auch einen Energiesparmodus.

Name:
One SV
Hersteller:
HTC
Internet:
www.htc.de
Preis:
ab ca. 285 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem:
Android (Version 4.1.2 Jelly Bean)
Prozessor:
1,2 GHz Dual Core (Qualcomm S4)
Arbeitsspeicher:
1 Gigabyte
SIM:
Micro-SIM
Antenne:
GSM (850, 900, 1.800, 1.900 Megahertz)
UMTS (850, 900, 1.900, 2.100 Megahertz)
LTE (700, 800, 1.800, 1.900, 2.600 Megahertz)
Abmessungen:
128 x 67 x 9 Millimeter
Gewicht:
122 Gramm
Display:
4,3 Zoll, 800 x 480 Pixel, 16 Mio. Farben
Speicher:
8 GB intern; per microSD erweiterbar
Schnittstellen:
Bluetooth 4.0, WLAN, NFC
Digitalkamera:
5 Megapixel, Digitalzoom, Autofokus, LED-Licht
HD-Videofunktion (1.080p), 1,6-Mpx.-Frontkamera
Lieferumfang:
Ladegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel
SAR-Wert:
0,85 W/kg (moderat)
Extras:
MP3- und Videoplayer, Bluetooth, Radio, GPS, WLAN, HD-Unterstützung, NFC
Akkulaufzeit im Test:
8-10 Stunden Sprechzeit
24-36 Stunden Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
sehr gute Verarbeitung
volle LTE-Unterstützung
leicht und griffig
gute Akku-Ausdauer
Status-LED nutzbar

zu kleiner Speicher
Geringe Display-Auflösung
Kamera bei schwachem Licht nicht überzeugend
Bewertung:
Bedienung (30%):
sehr gut
Ausstattung (20%):
befriedigend
Verarbeitung (20%):
sehr gut
Akkulaufzeit (20%):
gut
Telefonfunktion (10%):
gut
Gesamtnote
gut (1,7)
Preis-Leistung:
gut

(Hayo Lücke)

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