Testbericht

HD to go: Acer Blu-ray-Notebook im Test

Acer hat eine neue Notebook-Serie mit Multimedia-Geräten herausgebracht. Das Haupt-Einsatzgebiet? High Definition. Klar, dass da weder ein hochauflösendes Display noch ein Blu-ray-Laufwerk fehlen dürfen. Wir haben das 16-Zoll-Gerät im Breitbild-Format für rund 1.000 Euro getestet.

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Im Frühjahr hat Acer eine neue Notebook-Linie mit dem Namen Gemstone Blue angekündigt. Das Hauptaugenmerk der beiden Geräte liegt auf High Definition. Klar, dass da weder ein hochauflösendes Display noch ein Blu-ray-Laufwerk fehlen dürfen. Wir haben das rund 1.000 Euro teure 16-Zoll-Exemplar, auch Aspire 6920 genannt, getestet.

HD zum Mitnehmen

Das Testgerät kommt in der Konfiguration 6920G-814G32BN mit Windows Vista Home Premium. Beim Auspacken des Notebooks fällt zunächst das recht hohe Gewicht auf. 3,5 Kilogramm bringt der etwa 39x28x4 Zentimeter große und ausgesprochen hübsche Rechner auf die Waage. Zweifelsohne lässt er sich damit als "Brocken" bezeichnen. Aber: Das Gerät soll ja auch nicht als ständig präsenter Begleiter im Berufsalltag dienen, sondern vor allem Multimedia- und Film-Enthusiasten ansprechen. So vereint das neue Gemstone Blue eine Multimedia-Zentrale mit Blu-ray-Laufwerk mit den Vorzügen eines Notebooks und bietet so die Möglichkeit, das System zum Abspielen von High Definition Inhalten auch mal in den Urlaub oder in den Garten mitzunehmen.

Das 6920G hat Stil

Generell ist die Farbe Blau Programm – neidische Blicke vom Nachbarn sind garantiert. Das Gehäuse präsentiert sich im kleinen Schwarzen mit dunkelblauen Glitzerpartikeln. Der Deckel lässt sich nur recht schwergängig aufklappen, sitzt dafür jedoch sehr stabil am Gerät. Nach dem Einschalten kommt der schöne Look besonders gut zur Geltung. Dann gesellen sich noch blau-leuchtende LEDs hinzu, auch das Acer Logo wird beleuchtet und so garantiert nicht übersehen.

Unter der Haube werkelt ein Intel Core 2 Duo Prozessor Typ T8100 mit 2,1 Gigahertz – das schwächste Modell aus der neuen Penryn-Generation mit einer Strukturbreite von 45 Nanometern. Darüber hinaus hat Acer noch satte vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher im Dual-Channel-Betrieb verbaut: Leider lassen sich diese nur unter einem 64-bit-Betriebssystem ausreizen, das 32-bit-Vista zeigt lediglich 3.070 Megabyte (MB) an. Daten können auf der 320-GB-Festplatte gespeichert werden, die sich bei unserem Testgerät in zwei Partitionen aufteilte. In der Verpackung befindet sich neben einem Handbuch noch eine Blu-ray Disc mit verschiedenen Film-Trailern.

Für die Grafikleistung sorgt eine Nvidia GeForce 9500M GS, die über 512 MB eigenen Speicher verfügt und bei Bedarf noch bis zu 768 MB des Arbeitsspeichers mit nutzt. Die Karte zählt zur Mittelklasse und ist daher spieletauglich, jedoch nichts für Hardcore-Gamer. Als Anhaltspunkt: Im Benchmark-Programm von Call of Juarez erreichte sie bei einer Bildschirmauflösung von 1.024x768 Pixel, niedrigen Details und ohne Antialiasing durchschnittlich 26,4 Frames pro Sekunde (fps). Ein Test mit Devil May Cry 4 unter DirectX 9.0 mit 1.280x720 Pixel und Details auf mittlerer Stufe zwang die Karte stärker in die Knie – mehr als 23 fps waren nicht drin, bei einigen Szenen konnten auch nur zwölf bis 13 fps erreicht werden. Wer sich mit weniger grafikhungrigen Games zufrieden gibt, wird mit der Leistung aber zufrieden sein. Das 16 Zoll große Display mit 1.366x768 Pixel erreicht eine kurze Reaktionszeit von acht Millisekunden und kommt – zugeschnitten auf die Zielgruppe – im 16:9 Format. Wer eine Full HD-Auflösung wünscht, muss zum nächst-teureren Modell greifen. Zum Anschauen der Lieblingsfilme steht ein Blu-ray Disc Laufwerk bereit, das natürlich auch DVDs brennen kann. Eine passende Abspiel-Software (Acer Arcade Deluxe), die auch vor Musik, Fotos und Dateien aus einem Netzwerk nicht Halt macht, ist im Lieferumfang enthalten. Bezüglich der Qualität muss der Nutzer keine Kompromisse eingehen: Das Bild ist scharf und auch die Farbsättigung und die Helligkeit passen zum gelungenen Auftritt. Die horizontalen Blickwinkel sind dabei groß genug, um bequem zu zweit vor dem Gerät zu sitzen, die vertikalen Winkel sind weniger stark überschreitbar. Beim Surfen und vor allem bei der Arbeit mit Office-Programmen muss man sich allerdings erst an den breiten, aber flachen Bildschirm gewöhnen. Die Oberfläche ist erwartungsgemäß spiegelnd, was je nach Lichteinfall stören kann. Im Rahmen hat Acer außerdem eine VGA-Webcam sowie zwei Stereo-Mikrofone für VoIP-Telefonate untergebracht.

Tastatur und Steuerkonsole

Um den Sound kümmern sich Dolby zertifizierte Lautsprecher und ein von Acer als Tuba CineBass betitelter Subwoofer, der als Röhre zwischen Tastenfeld und Display sitzt. Das System liefert einen überzeugenden Klang auf die Ohren und kann außerdem virtuellen 5.1-Surround-Sound ausgeben. Die Multimedia-Anwendungen sowie die Lautstärke lassen sich dabei auch über die sogenannte CineDash Media Konsole steuern – eine futuristisch aussehende, berührungsempfindliche Fläche links neben der Tastatur, die natürlich ebenfalls blau leuchtet. Das schwarze Tastenfeld ist daher nicht mittig angeordnet und hat in etwa die Größe einer Standard-Tastatur. Zwar geben die Tasten sehr leicht nach, dennoch ist das Tippen angenehm. Nicht ganz so gelungen sind die sehr glatte Oberfläche und das Tippgeräusch.

Der Mausersatz und die umliegende Fläche heben sich grau ab und wurden mit einer besonders griffigem Struktur versehen. Für den Rechts- und Linksklick ist eine gemeinsame Maustaste vorhanden, in deren Mitte ein Fingerabdruck-Leser sitzt. Die Sondertasten oben rechts ermöglicht einen Schnellzugriff auf verschiedene Dinge, wie Energiemodi oder Sound-Einstellungen.

Kommunikations-Schnittstellen

Ins Internet geht der Nutzer entweder kabelgebunden per Gigabit LAN und 56K-Modem oder drahtlos per WLAN nach den Funkstandards 802.11a/b/g/n. Eine Bluetooth-Schnittstelle ist ebenfalls vorhanden. An der linken Seite sitzen die Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer, ein digitaler Audio-Ausgang für eine Stereo-Anlage, ein USB- und ein HDMI-Port, über den sich beispielsweise ein Fernseher anschließen lässt. Ein analoger D-Sub-Ausgang (VGA) für einen Monitor oder Beamer und ein ExpressCard-Steckplatz fehlen ebenso wenig. Gegenüberliegend findet der Anwender noch drei USB-Eingänge, vorne links hat Acer einen Kartenleser versteckt. Auf der Rückseite ist aufgrund des besonderen Klapp-Mechanismus kein Platz für weitere Ports, FireWire gibt es nicht. Die Laufzeit des 4.400-Milliamperestunden-Akkus fällt erwartungsgemäß eher durchschnittlich aus. Bezogen auf die leistungsstarken Komponenten und die Tatsache, dass der Rechner ohnehin nicht als permanente Begleitung entwickelt wurde, ist das Ergebnis allerdings in Ordnung. Im Test erreichte das Gerät bei der Blu-ray-Wiedergabe mit Kopfhörern etwa 80 Minuten, wobei sowohl die Bildschirmhelligkeit als auch die Lautstärke auf der mittleren Stufe eingestellt waren – ein ganzer Kinofilm ist somit leider nicht unbedingt drin. Außer er liegt auf DVD vor. Hier schaffte das Notebook knapp 100 Minuten. Die Software Battery Eater ermittelte beim Lesen von Textdokumenten mit aktivem WLAN eine Laufzeit von zwei Stunden und 40 Minuten, was der längsten Laufzeit nahe kommt. Insgesamt lässt sich beobachten, dass der Lüfter fast ununterbrochen rotiert. Bei der DVD-Wiedergabe wird er zwar lauter, wirklich störend ist dies dennoch nicht.

Fazit: Gelungener Augenschmaus für Videofans

Das neue Acer Gemstone Blue lässt sich als leistungsstarkes Notebook mit aktuellen-Hardware-Komponenten bezeichnen. Mit dem modernen, dunklen Design rund um die Farbe Blau fügt sich das Gerät außerdem nahtlos in das moderne Zuhause mit schwarzem Flachbild-Fernseher ein. Wer sich für das 6920G entscheidet, erhält eine mobile High Definition- und Multimedia-Zentrale, die sogar ein Blu-ray-Laufwerk spendiert und zudem einen eindrucksvollen Klang abliefert. Somit ist das Notebook ein optimales Gerät für Filmfans, als Arbeitstier im Heimbüro ist es mit dem 16:9 Display weniger gut aufgehoben.

Name: Aspire 6920G-814G32BN
Hersteller: Acer
Internet: www.acer.de
Preis: UVP 1.199 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo T8100 mit 2,1 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce 9500M GS mit 512 MB
Bildschirm: 16 Zoll WXGA (1.366x768 Pixel)
Batterie: Lithium-Ion-Akku: Laufzeit: 80 Minuten Blu-ray-Wiedergabe / 100 Minuten DVD-Betrieb / unter Vollast / 160 Minuten maximal (WLAN aus)
Speicher: 4 GB (2 x 2 GB DDR2)
Festplatte: 1x 320 GB
Laufwerk: Blu-ray Disc mit DVD-SuperMulti
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN (802.11a/b/g/n), Bluetooth
Betriebssystem: Windows Vista Home Premium
Abmessungen: 38,5x27,5x 4,4 (vorne) / 3,9 (hinten) cm, ca. 3,5 Kilogramm
Anschlüsse: 4x USB, VGA-Out, HDMI, Mikrofon, Kopfhörer, Kartenleser, ExpressCard
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 5,1 / RAM: 4,9 / 2D: 4,6 / 3D: 5,3 / HDD: 5,4
3DMark06: 3.588
PCMark05: 5.202
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
sehr gutes Display, große Blickwinkel
Leistung und Sound
Blu-ray-Laufwerk
HDMI-Anschluss
ansprechendes Design
sperrig und schwer
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,2)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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