Testbericht

Handy im Test: Sony Ericsson K600i

Das UMTS-Telefon um Alu-Design überzeugt insbesondere durch seine außergewöhnliche Kamera-Funktion.

Sony Ericsson K600i
UMTS-Handys sprießen in den letzten Monaten förmlich wie Pilze aus dem Boden. Kein Wunder, soll der UMTS-Standard langfristig die bisherige GSM-Technologie ablösen. Auch Sony Ericsson nimmt immer mehr Telefone für die dritte Mobilfunkgeneration ins Programm. Mit dem K600i ist dem japanisch-schwedischen Konzern ein großer Wurf gelungen. onlinekosten.de hatte die Möglichkeit das K600i einem umfangreichen Check zu unterziehen. Und eines können wir schon jetzt verraten: es hat überzeugt.

Die Lieferung

Kunden, die sich für das K600i entscheiden, dürfen es in einem in Sony Ericsson-Farben gehaltenen Karton entgegen nehmen. Wird die grün-weiße Pappschachtel geöffnet, steht Zettelwirtschaft auf dem Programm. Neben einem 113 Seiten starken Handbuch liegen Informationen zum Thema SAR-Wert (Strahlungswerte), der integrierten PlayNow-Technologie und zu wählbaren Hotline-Nummern bei. Außerdem eine Kurzanleitung und eine CD ROM mit einer Software über die das Handy mit einem PC kommunizieren kann. Unterhalb einer Trennpappe kommt dann das Endgerät selber nebst Akku, USB-Datenkabel und Stereo-Headset zum Vorschein.

Wer das K600i schließlich in den Händen halten darf, könnte sich schnell in seinen mobilen Begleiter verlieben. Im Aluminium-Look wirkt es äußerst edel und ist einfach schick anzuschauen. Nach Einlegen der SIM-Karte und des Akkus, was schnell und unkompliziert von der Hand geht, kann das Telefon eingeschaltet werden.

Wir legen los

Nach Betätigung der Power-Taste auf der Oberseite des Handys und Eingabe der PIN-Nummer gibt es eine positive Überraschung: der Nutzer wird in neun Schritten durch einen so genannten "Setup-Assistenten" geleitet, bei dem es nicht nur darum geht die notwendigen Einstellungen wie Uhrzeit und Datum vorzunehmen, sondern die wichtigsten Tastenfunktionen des Handys gleich kennen zu lernen. Die Menüführung

Fein anzuschauen ist nicht nur das Äußere des Handys, auch unter der Haube hat es einiges zu bieten. Die ersten Schritte führen den Nutzer zwangsläufig in das Menü, das über verschiedene java-animierte Symbole intuitiv bedient werden kann. Der Zugriff auf das Menü erfolgt über eine rechts unterhalb des Displays angeordnete Menütaste.

Im Hauptmenü selber stehen dann gleich zwölf Rubriken zur Verfügung. Neben der Änderung der Einstellungen kann hier zum Beispiel auf eingegangene SMS und SMS, das integrierte Radio, Unterhaltungsmedien wie den integrierten Media-Player oder Spiele sowie auf den Organizer zugegriffen werden. Besonders spannend für ein UMTS-Handy: auch für Videoanrufe, bei denen man seinen Gesprächspartner nicht nur hören, sondern auch sehen kann, steht ein eigener Menüpunkt zur Verfügung.

Videotelefonie überzeugt noch nicht

Wer die Videotelefonie nutzen möchte, muss in Sachen Qualität noch einige Einbußen in Kauf nehmen. Ruckelnde Bilder und eine eher schlechte, blecherne Gesprächsqualität über die eingebauten Lautsprecher sind heutzutage leider normal – und treten auch beim K600i auf. Trotzdem ist es lustig, bei einem Telefonat seinen Gesprächspartner auch sehen zu können.

Zu beachten ist: Videotelefonie ist nur dann möglich, wenn beide Gesprächspartner ein UMTS-Handy nutzen. Auf dem eigenen Handy erscheint der Gesprächspartner dann in einem großen Fenster auf dem Bildschirm. Sollte im eigenen UMTS-Handy auf der Vorderseite eine zusätzliche Kamera installiert sein – und das ist beim K600i der Fall – wird links unten ein zweites Fensterchen sichtbar, in dem das Bild zu sehen ist, das der Gesprächspartner auf seinem Display sieht.

Negativ fällt auf: eingehende Videoanrufe werden auf K600i nicht als solche signalisiert. Nutzer sollten sich daher zum Beispiel an einem Samstagmorgen nach einer schwungvollen Party am Vorabend genau überlegen ob sie den eingehenden Anruf entgegennehmen oder dem Klingeln lieber doch keine Beachtung schenken. Außerdem etwas nervig: wird ein Videoanruf entgegen genommen, dauert es zwischen fünf und sieben Sekunden, bis sich das Bild auf dem Display aufgebaut hat. Hauptkamera überzeugend

Während die Videoanrufe also noch nicht wirklich begeistern, kann eine Funktion des K600i umso mehr überzeugen: die auf der Rückseite integrierte 1,3-Megapixel-Kamera. Nicht nur die Kamera an sich kann überzeugen, auch die Art und Weise, wie sie genutzt werden kann, macht einfach Spaß.

Um die Kamera zu nutzen, muss das Handy wie eine Digitalkamera horizontal gehalten werden. Das 262.000 Farben darstellende und 176 mal 220 Pixel große Display dient dann als Sucher und die normalerweise seitlich für die Lautstärke-Regulierung angeordneten Tasten dienen für den integrierten Digitalzoom. Besonders praktisch ist die große Auslöser-Taste. Im normalen Telefonie-Gebrauch ist er auf der rechten unteren Seite angeordnet. Wird das Handy aber in den Kameramodus gedreht, liegt er wie bei einer normalen Kamera rechts oben und kann wunderbar mit dem Zeigefinger betätigt werden.

Neben dem vierfachen Digitalzoom und einer erfreulich hellen Fotoleuchte stehen für die Aufnahme von Fotos zahlreiche weitere Optionen zur Verfügung. So kann der Nutzer zum Beispiel zwischen drei Bildgrößen (1.280 mal 1.024, 640 mal 480 sowie 160 mal 120 Pixel) oder verschiedenen Aufnahmemodi wählen. Außerdem können Fotos auf Wunsch zum Beispiel in schwarz-weiss oder in Form eines Negativ aufgenommen werden oder ein Nachtmodus oder Selbstauslöser genutzt werden. Alternativ können mit der Cam auch Videoclips aufgenommen werden.

Speicher nicht erweiterbar

Einziges Manko beim Foto- und Videospaß: leider hat es Sony Ericsson versäumt, seinem schicken UMTS-Handy einen Slot zur Speichererweiterung zu spendieren. Wer den internen Speicher von 33 Megabyte belegt hat und weitere Fotos aufnehmen möchte, ist gezwungen, alte Aufnahmen erst zu löschen, bevor es weitergehen kann.

Die Übertragung von Bilddateien auf einen PC kann entweder über das beiliegende USB-Kabel und die PC-Software erfolgen oder über die integrierte Bluetooth-Software. Allerdings muss bei Bluetooth-Nutzung natürlich auch der PC mit einer entsprechenden Schnittstelle ausgestattet sein. Abzüge für Zifferntasten

So viel Spaß die übersichtliche Menüführung macht, so sehr die Digitalkamera überzeugt, so deutlich muss auch die eher unbefriedigende Anordnung der Zifferntasten angesprochen werden. Zwar liegen die Tasten nicht zu nah beieinander, aber sie liegen auf einer Höhe mit der Oberschale, sodass ein optimaler Druckpunkt nur sehr schwer zu finden ist. Beim Wählen einer Rufnummer und insbesondere beim Tippen von SMS oder MMS kann das schon mal recht nervig sein. Auch an den Umgang mit dem 5-Wege-Navigations-Key, der mittig unter dem Display zu finden ist, ist gewöhnungsbedürftig.

Das Schreiben von SMS geht übrigens auch für Nutzer, die bisher auf die Menüführung von Nokia-Handys vertraut haben, leicht von der Hand. Es gibt kaum nennenswerte Unterschiede, lediglich die Leerstellen-Taste befindet sind nicht auf der 0-, sondern auf der Raute-Taste. Die T9-Worterkennung arbeitet ebenso zuverlässig wie bei anderen Herstellern.

Fazit: Ein Handy, das Spaß macht

Kleine Schwächen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sony Ericsson mit dem 600i ein Handy auf den Markt gebracht hat, das ein echtes Erlebnis ist. Mit Maßen von 109 mal 45 mal 19 Millimetern liegt es wunderbar in der Hand. Auch eine Antenne stört nicht, da diese in das Gehäuse integriert wurde. Für nur wenige Nutzer von Bedeutung, aber zumindest eine Erwähnung wert ist der komplizierte Wechsel der SIM-Karte. Lässt sich der Akku noch relativ leicht entnehmen, fällt dies bei der Handykarte schon deutlich schwerer.

Trotzdem dürften Nutzer des K600i lange Freude an ihrem Handy haben. Dabei gilt aber zu beachten, dass das Handy nur etwas für Leute ist, die mehr als nur telefonieren möchten. Wer nur erreichbar sein möchte, sollte sich nach einem entsprechenden Einsteigerhandy umschauen, da er im umfangreichen Menü mit all seinen Unterpunkten höchstwahrscheinlich auf verlorenem Posten sein dürfte.

Bleibt abschließend die Frage, zu welchem Preis das UMTS-Handy zu haben ist!? Ohne Vertrag kostet es etwa 300 Euro. Die reine Sprechzeit liegt bei maximal acht Stunden, die maximale Bereitschaftszeit bei maximal 15 Tagen. Wird das Handy in UMTS-Netzen genutzt, fallen diese Zeitangaben allerdings deutlich geringer aus.

(Hayo Lücke)

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