Testbericht

Handy im Test: Das LG C3320

Klappe auf: Die Koreaner haben das Klapphandy C3320 gut verarbeitet. Einen großen Funktionsumfang sollte man aber nicht erwarten.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Der koreanische Handyhersteller LG hat bereits zahlreiche Klapphandys auf den deutschen Markt gebracht. Und das, obwohl Klapphandys in Deutschland eher unbeliebt sind. Das C3320 reiht sich nahtlos in die Klappserie ein und ist als Einsteiger-Handy in Verbindung mit Prepaid-Angeboten von o2 zu haben.

Gute Verarbeitung

Von außen gibt sich das C3320 solide: Mit einer Höhe von 2,2 Zentimetern ist es zwar nicht gerade flach, dafür aber mit einem Gewicht von 83 Gramm erfreulich leicht. Den niedrigen Preis sieht man dem Telefon nicht unbedingt an. Auf dem schwarzen Deckel machen lediglich die VGA-Linse der Kamera und das nur zweifarbige LCD-Display darauf aufmerksam, dass LG nicht allzu dick aufgetragen hat. Für die 64 mal 96 Pixel große Mini-Anzeige reichen aber auch zwei Farben. um Uhrzeit, Empfang und Ladestatus anzuzeigen.

Klappe auf: Das Innendisplay kann 65 000 Farben darstellen und ist mit einer Größe von drei mal 3,6 Zenitmetern auch nicht zu klein. Die Auflösung beträgt aber leider nur 128 mal 160 Pixel, wodurch das Bild etwas verwaschen wirkt. Die Tastatur ist durchwachsen: Zwar liegen die Tasten auch für breite Finger weit genug auseinander und sind stabil, allerdings sind sie etwas zu tief im Gehäuse versenkt. Daher drückt der schnelle Simser oft auf dem Gehäuse herum, anstatt die richtige Taste zu treffen.

Schlappschuss-Cam

Die VGA-Cam hat leider nicht einmal Schnappschuss-Qualität. Die Bilder sind farbarm und bieten einen geringen Kontrast. So lassen sie sich höchstens als Hintergrundbild oder MMS-Anhang verwenden. Für mehr reicht es aber schon deswegen nicht, weil LG dem C3320 weder Infrarotschnittstelle noch Bluetooth spendiert hat. Wer die Bilder auf den PC übertragen möchte, benötigt ein USB-Kabel, das nicht im Lieferumfang enthalten ist.

Insbesondere das Fehlen der Bluetooth-Schnittstelle ist ein großes Manko, und disqualifiziert den Klappmann als Business-Handy. Drahtloses Austauschen von Kontaktdaten ist nicht möglich. Das Dualband-Gerät taugt zudem nur für den Einsatz in Europa. Immerhin ist aber ein Kalender vorhanden. Vergessliche können hier bis zu 19 Termine eintragen. Das Telefonbuch speichert bis zu 250 Kontakte. Unterhalten nein...

Auch Multimedia-Freunde werden mit dem Handy kaum Freude haben. Die Klingeltöne erklingen polyphon, MP3s können hingegen nicht abgespielt werden. Das wäre auch aufgrund des internen Speichers fast unmöglich. Er beträgt nur minimale vier Megabyte und kann nicht per Speicherkarte erweitert werden. Immerhin unterstützt das C3320 Java. Vorinstalliert ist jedoch nur ein Java-Programm in Form des einschläfernden Spiels "Action In Life". Online kann der Spiele-Fan immerhin weitere Java-Spiele herunterladen. Wer gerne Wapt, kann mit dem Telefon per GPRS Klasse 10 ins Netz. Der installierte Browser unterstützt Wap 2.0.

Vorteil der wenigen Funktionen des Handys: das sehr übersichtlich gestaltete Menü. Insgesamt sind neun Menüpunkte vorhanden, in denen sich durch die Navigationstasten oberhalb der Zifferntasten alle Funktionen zügig finden lassen.

...Sprechen ja

Beim Telefonieren erklingen die Stimmen der Gesprächspartner etwas unnatürlich, sind aber bestens zu verstehen. Bei Bedarf kann auch auf das mitgelieferte Headset zurückgegriffen werden. Für Gesundheitsbewusste: Das Gerät ist mit einem SAR-Wert von 0,59 W/kg besonders strahlungsarm. Die Sprechzeit von über drei Stunden ist erfreulich lange; im Standby soll das Gerät laut LG sogar bis zu 200 Stunden durchhalten.

Ohne Provider-Kopplung ist das C3320 nur in wenigen Shops erhältlich. Es wird hauptsächlich über O2 in Verbindung mit der Prepaid-Karte Loop vertrieben. Ohne Vertrag ist das Handy ab 180 Euro zu haben. Unter der Bezeichnung C3300 ist es einige Euro billiger, bietet jedoch einen noch kleineren Speicher von 1,5 Megabyte.

Fazit

Das LG C3320 bietet wenige Funktionen, kaum Schnittstellen und eine magere VGA-Cam. Warum sollte man es dennoch kaufen? Weil es beim Telefonieren alles richtig macht. Dabei ist es klein, leicht und liegt richtig gut in der Hand. Wer auf günstige Klapphandys steht, der wird auch das C3320 mögen. Freunde von guter Ausstattung sollten dagegen die Finger von LGs Klapphandy lassen: Für unter 200 Euro sind bereits Auslaufmodelle wie das Siemens S 65 oder das Sony Ericsson K700i erhältlich, die wesentlich mehr Multimedia-Funktionen bieten.

(Klaus Wiesen)

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