Smartphone mit Android 6.0

Google Nexus 6P im Test: Lohnt sich der Kauf des Riesen-Smartphones?

Googles neues Smartphone Nexus 6P wartet mit großem 5,66-Zoll-Display, Aluminium-Gehäuse, LTE-Unterstützung und 12-Megapixel-Kamera auf. Als eines der ersten Mobiltelefone bietet das Nexus-Gerät zudem Android 6.0. Kann das Nexus 6P im Test überzeugen?

Google Nexus 6PGoogle Nexus 6P: Kann man sich anschaffen, muss man aber nicht.© Huawei Technologies

Beginnen wir beim Offensichtlichen: Aus der Verpackung schaut dem neuen stolzen Besitzer des Google Nexus 6P ein 5,66 Zoll großer Bildschirm entgegen. Dieser ist mit 519 ppi knackig scharf und weist dankt Super-AMOLED ebensolche Kontraste auf. Mit 356 Candela pro Quadratmeter ist das Display außerdem auch bei Sonnenlicht gut ablesbar. Eingefasst ist alles in einem Aluminium-Gehäuse, welches aus einem einzigen Stück gefertigt wird. Das sorgt für Stabilität – alle Verwindungsversuche sind vergebens.

Mit 78 x 159 x 74 Millimetern und 179 Gramm ist das Nexus 6P zwar etwas kleiner und leichter als sein Vorgänger, aber immer noch eine ordentliche Größe.

Akku des Google Nexus 6P ist schnell geladen

Acht Kerne sind unter dem Aluminium eingesetzt: Vier zu 2,0 und vier zu 1,5 Gigahertz. In Kombination mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher führt das zu Benchmarkergebnissen von 28 Prozent über dem aktuellen Schnitt. Das genügt für den Durchschnittsnutzer, aktuelle Spitzenreiter liegen jedoch bei 50 bis 60 Prozent (das iPhone 6S sogar 145 Prozent) über dem Mittel.

Der Akku ist fest verbaut und fasst 3.450 Milliamperestunden. Im Flugmodus bei heruntergeregelter Bildschirmhelligkeit hält das Nexus 6P damit 452 Minuten Videowiedergabe durch. Vielnutzer dürften damit in Schwierigkeiten kommen. Dafür ist der Akku innerhalb von 93 Minuten recht schnell von Null auf Hundert geladen.

Google Nexus 6P

Google Nexus 6P

  • Betriebssystem Android 6.0 Marshmallow
  • 12,3 Megapixel-Kamera mit Autofokus und Fotolicht
  • 5,7 Zoll AMOLED Touchscreen, 1440 x 2560 Pixel
  • bis zu 64 GB Speicher
Google Nexus 6PGoogle Nexus 6PGoogle Nexus 6PGoogle Nexus 6P

Nexus 6P bietet umfangreiche Ausstattung

Was die Funktechniken anbelangt, fehlt bis auf ein UKW-Radio nichts: LTE, DC-HSPA, WLAN ac, Bluetooth 4.2 und NFC. Das Nexus 6P kommt außerdem mit der neuen USB-Schnittstelle Typ C, bei welcher es egal ist, wie herum der Stecker eingesteckt wird. Das bedeutet allerdings auch, dass man sich nicht mal schnell ein Ladekabel leihen kann und alte USB-Technik nicht weiternutzen kann. Außerdem mit verbaut ist rückseitig ein Fingerabdrucksensor zum Entsperren des Smartphones, welcher schnell und präzise arbeitet.

Keine Speicherplatzerweiterung

Leider fehlt auch dem Nexus 6P, wie anderen Nexus-Modellen, ein Slot für MicroSD-Karten zur Speichererweiterung. So muss man sich schon beim Kauf gut überlegen, welche der drei Varianten es sein soll: Man hat die Wahl zwischen 32, 64 und 128 Gigabyte brutto. Netto sind es etwa zehn Gigabyte weniger. Preislich liegt man je nach Modell bei 649, 699 oder 799 Euro.

Was bietet das Nexus 6P in Sachen Multimedia?

War die Kamera bei älteren Nexus-Modellen nicht sonderlich überzeugend, so hat Google hier ordentlich nachgerüstet: Die 12,2-Megapixel-Kamera liefert scharfe Bilder mit natürlichen Farben. Auch in düsteren Räumen sind Aufnahmen kein Problem. Wird es jedoch richtig dunkel, kann das Nexus P6 aufgrund eines fehlenden optischen Bildstabilisators mit anderen Top-Smartphone-Kameras nicht mehr mithalten. Die Kamera-App ist leicht und intuitiv zu bedienen.

Möchte man in den Video-Modus wechseln, genügt ein seitlicher Wisch. Hier kann man zwischen Full-HD- und 4K-Aufnahmen wählen. Die Schärfe und Detailtreue sind hoch und entsprechen den Erwartungen. Bei schnelleren Bewegungen oder Schwenks zeigen sich jedoch Komprimierungsartefakte und der Autofokus pumpt hin und wieder. Der Klang des Musikplayers ist ohne jeglichen Tadel.

Schnelle Updates mit nativem Android

Mit dem Google Nexus 6P kommt außerdem erstmals das neue Android 6.0 auf den Markt. Hierbei wird auf jegliche alternative Nutzeroberfläche durch Smartphonehersteller verzichtet, Android kommt also nativ aufs Smartphone. So bekommt man Updates direkt und ohne Zeitverzögerung von Google – da warten andere Smartphone-Nutzer oft noch mehrere Monate. Im Gegenzug muss man auf zahlreiche Komfortfunktionen wie Tap2Wake oder editierbare Schnellzugriffe verzichten. Intuitiv zu bedienen ist das Nexus 6P trotz allem.

Vor- und Nachteile des neuen Android 6.0

Natürlich kommen mit der neuen Android-Version auch einige Neuerungen und noch nicht alles läuft so richtig rund: So gibt es beispielsweise keine Galerie-App mehr. Ersetzt wird diese durch die Foto-App, welche eng mit der Google-Cloud zusammenarbeitet. Besonders umständlich wird es hier, wenn man Bilder ansehen möchte, die man nicht mit dem Smartphone geschossen hat. Diese darf man nämlich umständlich aus den entsprechenden Ordnern suchen.

Auch ist das neue Betriebssystem noch ein wenig vergesslich: Eine USB-Verbindung wird grundsätzlich zum Laden genutzt. Möchte man Daten austauschen, muss man dies einstellen – jedes Mal aufs Neue. Praktisch ist es, dass sich die App-Berechtigungen einzeln festlegen lassen. Außerdem fällt das Smartphone beim Stillliegen automatisch in einen stromsparenden Schlummer, wobei nur wichtigste Benachrichtigungen angezeigt werden. Wer mag, kann einzelne Apps aus dem Schlummer ausnehmen.

Google Nexus 6P: Gutes Smartphone zu stolzem Preis

Unterm Strich steht mit dem Google Nexus 6P also ein attraktives Smartphone mit hochauflösendem 5,7-Zoll-Bildschirm, recht schnellem Prozessor, einem präzisen Fingerabdrucksensor, scharfen Fotos, tollem Musikplayer und modernster Funktechnik. Schade ist es um den fehlenden Speicherkarten-Slot, weswegen man mit den internen 32, 64 oder 128 Gigabyte auskommen muss. Android 6.0 läuft auf dem Nexus 6P in nativer Form, was auf schnelle Updates hoffen lässt. Der Preis dafür sind Komfortfunktionen, wie man sie von Nutzeroberflächen bekannter Hersteller gewohnt ist. Außerdem sollte man daran denken, sein Ladekabel mit dem USB-Typ C immer dabei zu haben – ältere UBS-Kabel passen nicht.

Mit dem Google Nexus 6P erwirbt man ein hochwertiges Smartphone, für Preise von 649, 699 und 799 Euro zum Marktstart finden sich aber noch andere starke Smartphones, die auf dem einen oder anderen Gebiet mehr zu bieten haben.

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