Testbericht

Genius DX-ECO: Kondensator-Funkmaus im Test

Mit der schnurlosen Genius DX-ECO geht der taiwanesische Hersteller KYE Systems neue Wege in Sachen Stromversorgung. Statt Batterien oder Akkus treibt ein Kondensator die Desktop-Maus an. Wenige Minuten Ladezeit sollen Energie für mehrere Stunden Arbeitszeit liefern. Wir haben es ausprobiert.

Mit der schnurlosen Genius DX-ECO geht der taiwanesische Hersteller KYE Systems neue Wege in Sachen Stromversorgung. Statt Batterien oder Akkus treibt ein Kondensator die Desktop-Maus an. Wenige Minuten Ladezeit sollen Energie für mehrere Stunden Arbeitszeit liefern. Wir haben es ausprobiert.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Schnurlose Mäuse gehören längst zu den Standardkomponenten der PC-Peripherie. Trotz vieler Vorzüge hat der Verzicht aufs Kabel aber auch einen Haken: für die Stromversorgung werden entweder Batterien oder Wechselakkus benötigt. Sind diese leer und liegt kein Ersatz griffbereit, steht zunächst eine Zwangspause an. Einen dritten Weg geht nun der taiwanesische Hersteller KYE Systems. Unter seiner Marke Genius offeriert das Unternehmen seit kurzem die Funk-Maus "DX-ECO", die einfach an PC oder Notebook aufgeladen werden kann. Die Gleichung scheint beeindruckend: Fünf Minuten Energietransfer sollen für mehr als vier Stunden Dauereinsatz ausreichen. Ob die Rechnung allerdings wirklich aufgeht, zeigt unser Test.

Nur für Rechtshänder geeignet

Der Lieferumfang des Genius-Neulings macht jedenfalls unmissverständlich klar, dass reguläre Energiespeicher hier fehl am Platze sind. Neben einem USB-Ladekabel und MicroDongle-Empfänger beherbergt die Verpackung lediglich eine Treiber-CD sowie die mehrsprachige Bedienungsanleitung. Ebenfalls auffällig: Durch ihre geschwungene Form ist die gut verarbeitete Funk-Maus ausschließlich für Rechtshänder geeignet, dürfte für die meisten Handgrößen dafür aber auch eine nahezu perfekte Ergonomie für ermüdungsfreies Arbeiten bieten.

Der eigentliche Korpus ist in glänzendem Silber gehalten, die übrigen Elemente sind schwarz lackiert. Auf der mattierten Oberseite finden sich neben linker und rechter Maustaste sowie Vier-Wege-Scrollrad ebenfalls eine rote Kontroll-LED zur Statusanzeige sowie zwei Funktionstasten zur direkten Anwahl von Bildlauf (Flying Scroll) beziehungsweise Abtastrate.

Letztere ist zwischen 800 und 1.600 dots per inch (dpi) umschaltbar, wobei der präzisere Wert standardmäßig voreingestellt ist. Seitlich, oberhalb des mit einer strukturierten, rutschfesten Gummibeschichtung versehenen Daumenbereiches, sind zwei weitere Tasten zur Browser-Navigation angebracht, mit denen schnelle Wechsel zwischen einzelnen Internetseiten möglich sind.

Innerhalb weniger Minuten per USB aufgeladen

Frontseitig fällt zudem ein microUSB-Anschluss ins Auge, der als Ladebuchse fungiert. Dieser versorgt einen Kondensator, das zentrale Energiezentrum der "DX-ECO". Im Test genügten dabei tatsächlich wenige Minuten Ladezeit, um genügend Strom für mehr als sechs Stunden Aktivität mit gelegentlichen Unterbrechungen aufzunehmen - mehr als von KYE Systems angegeben. Erst danach signalisierte die blinkende LED-Anzeige, dass neuer Nachschub dringend gefordert ist. Anders als bei Schnurlos-Mäusen mit Ladestation fallen dabei keinerlei Wartezeiten an: Die Genius-Variante kann während des gesamten Ladevorgangs ohne Unterbrechung weiter verwendet werden – als Quasi-Kabelmaus.

Neben weniger Gesamtgewicht - die "DX-ECO" bringt nur 95 Gramm auf die Waage - bietet der Akkuverzicht dem Hersteller auch zusätzlichen Gestaltungsraum. Wo sich ansonsten etwa das Batteriefach erstreckt, verfügt die Kondensator-Maus über einen Schiebeschalter, mit dem sie sich bei Nichtgebrauch deaktivieren lässt. Unmittelbar daneben leuchtet der optische "BlueEye"-Sensor. Abgesehen von durchsichtigem Glas oder Spiegelflächen konnte dieser im Test auf nahezu jeder halbwegs glatten Oberfläche problemlos eingesetzt werden. Vier jeweils in den Ecken der Unterseite positionierte Gleit-Pads sorgten zudem stets für reibungslose Bewegungsabläufe. Aufgrund der verwendeten 2,4-Gigahertz-Technologie beträgt der für einen störungsfreien Betrieb höchstmögliche Abstand zwischen Maus und Pico-Empfänger dabei 10 Meter.

Aufgrund fehlender Symbole zunächst rätselhaft erschien uns derweil die Funktion eines in den hinteren Gehäuseteil eingepassten Knopfes, dessen Betätigung im Test zudem scheinbar nichts bewirkte. Erst ein Blick in die recht knapp gehaltene Anleitung verriet schließlich, dass die Oberschale inklusive beider Maustasten auf diese Weise einfach abgenommen werden kann. Wer den Schreibtischnager allerdings – wie in unserem Fall geschehen - etwas zu fest umfasst, blockiert unbewusst den Entriegelungsmechanismus, über den die Abdeckung ansonsten einige Millimeter angehoben wird.

Transportfach für USB-Empfänger integriert

Ist diese entfernt, offenbart sich eine Kammer, in die das mitgelieferte Pico-USB-Modul zu Transportzwecken eingesetzt werden kann. Leider erhält auch Schmutz eine breite Angriffsfläche und gelangt über die übrigen Öffnungen schnell in das Innere der Maus. Dennoch ist die "DX-ECO" so optimal für Reisen vorbereitet. Gleiches gilt in Sachen Energie: Selbst bei Verlust des beigelegten Ladekabels droht kein Totalausfall - jedes herkömmliche Modell mit microUSB-Stecker lässt sich verwenden. Zur Not tut es auch ein einfaches Handy-Ladegerät.

Allerdings sind damit zwei freie USB-Ports vonnöten – gerade bei Note- und Netbooks aber auch zahlreichen Desktop-PCs oft Mangelware. Kommen noch UMTS-Stick, Flash-Speicher oder andere USB-Geräte zum Einsatz, empfiehlt sich mitunter ein externer USB-Hub. Andernfalls kann das regelmäßige Hantieren mit dem Ladekabel schnell zur Geduldsprobe avancieren. Keine Schwierigkeiten sind hingegen zu erwarten, wenn die USB-Ports des Rechners auf der Rückseite angebracht sind: Die USB-Ladekabel bietet mit einer Länge von rund 1,50 Meter genug Spielraum bei ungünstigen Gehäusekonstruktionen.

Ob mit oder ohne Umstecken - nutzbar ist die "DX-ECO" allerdings nur unter Windows XP, Vista und 7 sowie Mac OS X 10.4 oder höher. Die Installation der beiliegenden Autostart-Steuerungssoftware IoCentre ist hingegen nicht zwingend notwendig. Sämtliche Features der Maus lassen sich auch ohne das Hersteller-Tool verwenden. Dieses ist in mehreren Sprachen verfügbar und bietet verschiedene Konfigurationseinstellungen, etwa die Neubelegung von Tastenfunktionen. Auch der aktuelle Ladestand der Maus ist nach der Installation direkt über die Taskleiste abrufbar. Insgesamt wirkt die Genius-Suite allerdings recht schwerfällig und unübersichtlich - hier besteht noch Luft nach oben.

Fazit: Exzellentes Arbeitstier mit Schnelllader

Wer sich bei seiner Schnurlos-Maus schon immer über Batterien und Akkus geärgert hat, die bevorzugt zum ungünstigsten Zeitpunkt ihre Dienste versagen, findet in der "DX-ECO" womöglich die perfekte Alternative. Mit einer Laufzeit von durchschnittlich über sechs Stunden pro Kondensator-Füllung lässt sich mit einer Ladezeit von drei bis fünf Minuten fast ein ganzer Arbeitstag bestreiten.

Für hohe Flexibilität sorgt der Verzicht auf proprietäre Lade-Standards. Sowohl Verarbeitung als auch versprochene Leistung lassen zudem kaum Wünsche offen. Die ergonomische Form bewahrt vor Ermüdungserscheinungen, lässt Linkshänder allerdings außen vor. Alles in allem ist die "DX-ECO" ein exzellentes Arbeitstier, das mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 44,99 Euro im Rahmen bleibt. Im Handel ist das Desktop-Modell zudem bereits für unter 35 Euro zu haben (Stand: Dezember 2011).

Name: Genius DX-ECO
Hersteller: Genius
Internet: www.genius-europe.com
Preis: UVP 44,99 Euro; aktueller Marktpreis ca. 35 Euro (Stand: Dezember 2011)
Technische Daten
Abmessungen: 110 x 73 x 35 Millimeter
Gewicht: 95 Gramm
Auflösung: 800 / 1.600 dpi (optischer "BlueEye"-Sensor)
Tasten: sieben; teilweise belegbar
Schnittstellen: USB; 2,4-Ghz-Funkverbindung (max. Reichweite 10 Meter)
Betriebssysteme: Windows XP, Vista, 7 / Mac OS X 10.4 oder höher
Besonderheiten: keine Batterien oder Akkus; mehr als sechs Stunden Laufzeit mit per USB aufladbarem Kondensator (Ladezeit drei bis fünf Minuten)
Lieferumfang: DX-ECO, Mini-USB-Empfänger, Treiber-Software, Anleitung, USB-Ladekabel
Pro & Contra
kurze Ladezeiten / lange Laufzeit
während des Ladens weiter nutzbar
Energienachschub über normales USB-Kabel
Ein- / Ausschalter
integriertes Transportfach für Funk-Empfänger
hohe Auflösung
auf fast allen Untergründen verwendbar
ergonomische Form
schwerfällige / unübersichtliche Software
knappe Anleitung
nur für Rechtshänder geeignet
Bewertung:
Ergonomie (30%): sehr gut
Ausstattung (30%): gut
Software (20%): befriedigend
Verarbeitung (20%): gut
Gesamt: gut (1,9)
Preis-Leistung: gut

(Christian Wolf)

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