Testbericht

Für Beruf und Freizeit: Satellite Pro P300 im Test

Die Notebooks aus der Toshiba Satellite Pro P300-Serie sollen vor allem zum Arbeiten geeignet sein. Dank der guten Ausstattung muss der Rechner aber nach Feierabend noch nicht zugeklappt werden.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Toshiba erweitert seine Notebook-Serien regelmäßig um neue Modelle in unterschiedlichen Konfigurationen. Auch die Satellite Pro-Reihe P300 für Nutzer, die ihren Laptop geschäftlich benötigen, hat Ende Januar mit dem P300-1F1 ein neues Familienmitglied erhalten. Die Redaktion hat einen Tag mit dem Fingerabdruck-resistenten 17-Zöller gearbeitet.

Seriöser Desktop-Ersatz

Mit Maßen von rund 40x29x3,5 bis 3,9 Zentimetern und einem recht stolzen Gewicht von etwa 3,4 Kilogramm fühlt sich das Satellite Pro P300-1F1 auf dem Schreibtisch am wohlsten. Zur Not kann es für einen Außer-Haus-Termin natürlich auch mal transportiert werden, für den täglichen Außeneinsatz wäre es aber zu wuchtig. Da der Anwender mit dem Notebook vor allem eins tun soll – und zwar arbeiten – hat Toshiba den Look kühl und unaufdringlich gehalten. Die abgerundeten Kanten nehmen dem Design aber einen zu trockenen Eindruck. Das einzige, was glänzt, ist das Display – ansonsten ist das P300D durch und durch matt. Das silbergraue Gehäuse gibt Fingerabdrücken keine Chance, auch die gleichfarbige Innenausstattung und die matte Tastatur dürften für Putzmuffel ein Grund zur Freude sein.

Kein Vista? Dann eben XP

Die Oberfläche ist griffig und wirkt robust, sodass Staub und kleine Kratzer nicht sofort ins Auge stechen würden. Auch die Verarbeitung wirkt insgesamt hochwertig und stabil. Der Lieferumfang ist bei den Toshiba Notebooks fast immer gleich: Netzteil, Tipps für ergonomisches Arbeiten, eine Kurzanleitung und ein Handbuch. Bei diesem Gerät ist als Zugabe noch Windows XP Professional auf einer CD dabei, falls der Besitzer sich – wie die Mehrheit der Nutzer – noch nicht mit Windows Vista anfreunden kann. Dieses ist hier in der Vista Business-Variante vorinstalliert.

Intel Centrino 2

Leider hat es Toshiba mit den kostenlosen Zugaben wieder ziemlich gut gemeint und Links zu eBay und Amazon auf den Desktop gepackt sowie Picasa, die Google Toolbar und den Google Desktop geladen. Die Installation kann aber auch abgebrochen werden.

Wer sich mit dem Namensschema der Japaner auskennt, wird wissen, dass die Produkte mit einem "D" in der Bezeichnung mit Prozessoren von AMD arbeiten und die übrigen auf Intel Hardware setzen. So auch diese 1F1-Variante, in der sich ein Intel Core 2 Duo P8600 mit 2,4 Gigahertz eingenistet hat. Die CPU aus der Centrino 2-Generation mit einer Leistungsaufnahme von 25 Watt packte im Test mit dem Programm 7-Zip 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) innerhalb von etwa 18 Sekunden. Einen ähnlichen Wert erreichte zum Beispiel ein Desktop-PC mit einem Athlon X2 5000+ von AMD mit 2,6 GHz. Unter der silbergrauen Schale verbergen sich eine 250-GB-Festplatte und zwei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, wobei das System bis zu acht GB verträgt. Die Grafikaufgaben nimmt bei Business-Rechnern zwar für gewöhnlich ein Onboardchip wahr, im neuen P300 steckt aber eine Grafikkarte, die das Gerät multimedia-tauglich macht: Die ATI Mobility Radeon HD 3470 liefert 256 Megabyte Speicher und zählt zur unteren Mittelklasse. Für Framejäger ist sie daher nichts, wie auch schon der Test des Toshiba Satellite A300D-167 zeigte. Der Devil May Cry 4 Benchmark lieferte bei 1.280x720 Bildpunkten und niedrigen Details im Schnitt 24 Frames pro Sekunde.

Display spiegelt

Wie bereits erwähnt, ist die Oberfläche des mit 1.440x900 Bildpunkten auflösenden Displays spiegelglatt. Dies passt zwar zur dedizierten Grafikkarte, insgesamt aber nicht ins Bild – schließlich soll das Notebook ja vor allem ein Arbeitstier sein. Je nach Lichteinfall oder, wenn der Arbeitsplatz in der Nähe eines Fensters ist, muss man sich daher mit störenden Spiegeleffekten anfreunden, die die Orientierung in Excel und Co. erschweren. Nutzt man die Grafikkarte für einen High Definition-Film oder ein Spielchen nach Feierabend, kann man sich jedoch über eine schöne Farbwiedergabe freuen. Die Blickwinkel sind allerdings nicht besonders groß, blickt man seitlich auf den Bildschirm, spiegelt sich zudem die Umgebung. Die Helligkeit gibt Toshiba mit 200 Candela pro Quadratmeter an, der Test konnte eine gute Leuchtkraft bestätigen.

Überraschend guter Sund

Was ebenfalls eher in Richtung Multimedia als Office geht, sind die Lautsprecher. Für Notebook-Sound ist der Klang sehr gut und satt – so macht die Filmwiedergabe auch ohne Kopfhörer Spaß. Oberhalb hat der Hersteller noch eine 1,3-Megapixel-Webcam angebracht, die für Videokonferenzen oder Chats mit den Freunden dient. Ein weiterer Nutzen ist das Log-in per Gesichtserkennung. Dies konnten wir bereits beim Satellite A300D-167 und dem Qosmio G50 ausprobieren. Einen Fingerabdruck-Leser bietet das P300 nicht.

Top-Eingabegeräte

Da das Gerät ja als Desktop-Ersatz dient, ist auch die Tastatur auf die Zielgruppe zugeschnitten, sprich: groß und komfortabel. Für ein eigenes Nummernfeld ist ebenfalls noch Platz vorhanden, daher tippt es sich fast wie am Arbeitsplatz mit PC und Tastatur. Auch die Lautstärke ist angenehm. Über dem Tastenfeld befinden sich Sondertasten, die zum Beispiel den Windows Media Player aufrufen oder zum nächsten Titel springen. Das Touchpad ist griffig und navigiert präzise, die Klicktasten sind groß genug, um immer sicher getroffen zu werden. Zur Kommunikation hält das Notebook alles bereit, was der Anwender benötigt – von einer Gigabit-Ethernet-Netzwerkkarte über ein 56K-Modem bis hin zu Bluetooth und einem WLAN-Modul, das sämtliche Standards unterstützt. Auf der rechten Seite befinden sich der DVD-Brenner, zwei USB-Ports und die Modembuchse, links wurden FireWire, LAN, und ein TV-Ausgang angebracht. Daneben liegen ein ExpressCard-Steckplatz, D-Sub für einen externen Monitor und zwei weitere USB-Schnittstellen, von denen eine gleichzeitig als eSATA für externe Festplatten dient. Den WLAN-Schalter, den Kartenleser, ein Lautstärke-Rad sowie die Mikrofon- und Kopfhörerbuchse beziehungsweise SPDIF hat Toshiba auf die Vorderseite verbannt.

Großer Bildschirm = wenig mobil

An sich läuft das Notebook sehr leise, zwischendurch dreht jedoch regelmäßig der Lüfter auf, um die Hardware zu kühlen. Dies ist dann deutlich zu hören. Was besser sein könnte, ist die Akkulaufzeit. Zwar muss ein Desktop-Ersatz nicht mit herausragenden Werten auftrumpfen, dennoch sind rund eine Stunde bei höchster Auslastung und maximal zwei Stunden im Stromsparmodus nicht wirklich zeitgemäß. Die Laufzeiten wurden mit dem Programm Battery Eater ermittelt, wobei das Display permanent eingeschaltet war – sicherlich mit ein Grund für die bescheidenen Ergebnisse. Erlaubt man dem Bildschirm, sich bei Nicht-Gebrauch abzuschalten, lässt sich die Mobilität steigern.

Fazit: Für die Arbeit und nach Feierabend

Das Satellite Pro P300-1F1 ist ein leistungsstarker Arbeitsrechner, der mit einer dedizierten Grafikkarte und einer robusten Verarbeitung Pluspunkte sammelt. Etwas unpassend ist aber das Hochglanz-Display: Ein entspiegelter Bildschirm hätte dem ansonsten matten Notebook besser zu Gesicht gestanden – zumindest für die berufliche Nutzung. Auch mit den Sondertasten und dem vollen Sound strebt Toshiba in Richtung Multimedia, leider fehlt aber ein HDMI-Anschluss. Das magere Durchhaltevermögen fernab der Steckdose muss ebenso auf der Contra-Seite verbucht werden. Wiederum positiv sind die große Tastatur, die gute Bildqualität und – für die Vista-Gegner – das beiliegende Windows XP. Insgesamt bekommt man das Gefühl, dass der Laptop selbst nicht genau weiß, ob er lieber Arbeitstier oder Multimedia-Zentrale sein möchte, er eignet sich jedenfalls für beides. Einen 17-Zöller mit Dual-Core-CPU und Mittelklasse-Grafik bekommt man zwar auch günstiger, Modelle mit dem Intel Core 2 Duo P8600 sind aber erst in dieser Preisklasse zu finden.

Name: Satellite Pro P300-1F1
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: UVP 899 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo P8600 mit 2,4 GHz
Grafikkarte: ATI Mobility Radeon HD 3470 mit 256 MB
Bildschirm: 17 Zoll WXGA (1.440x900 Pixel)
Batterie: Lithium-Ion-Akku: Laufzeit: 62 Minuten unter Vollast / 124 Minuten maximal (WLAN aus)
Speicher: 2 GB DDR2 mit 800 MHz
Festplatte: 1x 250 GB
Laufwerk: DVD-SuperMulti
Soundkarte: Conexant High Definition SmartAudio 221
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11a/b/g/n), 56K-Modem, Bluetooth
Betriebssystem: Windows Vista Business + XP Professional
Abmessungen: BxTxH in mm: 398 x 288 x 34,6 (Vorderseite) / 38,9 (Rückseite)
ab 3,35 Kilogramm
Sonstiges: Webcam mit Gesichtserkennung
Anschlüsse: 3x USB + 1x eSATA/USB, FireWire, D-Sub, SPDIF, S-Video, Kartenleser (SDCards, Memory Stick, Memory Stick Pro, MultiMedia Card, xD-Picture Card), Mikrofon, Kopfhörer, ExpressCard
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 5,3 / RAM: 5,3 / 2D: 4,0 / 3D: 4,1 / HDD: 5,3
3DMark06: 1.829
PCMark05: 3.052
Garantie: ein Jahr
Pro & Contra
robuste Verarbeitung
matte Oberfläche
helles Display
große Tastatur
viele Anschlüsse
guter Sound
Webcam und Gesichtserkennung
kurze Akkulaufzeit
Spiegel-Display
kein HDMI
nerviger Lüfter
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,4)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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