Testbericht

Fritz!Box 6360 im Test: AVM Router mit Kabelmodem

Der Berliner Netzwerk-Spezialist bietet den WLAN-Router Fritz!Box 6360 Cable mit integriertem Kabelmodem und vielen Features an. Der Router ist bereits bei Unitymedia im Einsatz. Onlinekosten.de konnte die Fritz!Box exklusiv testen und zeigt die Stärken und Schwächen auf.

AVM FRITZBox 6360 Cable© AVM

Im März dieses Jahres hatte der Berliner Netzwerk-Spezialist AVM mit der Fritz!Box 6360 Cable einen WLAN-Router für die ausschließliche Nutzung an einem Kabelanschluss vorgestellt. Erstmals ist bereits ein Kabelmodem in einer Fritz!Box integriert, das den Standard EuroDOCSIS 3.0 unterstützt. Onlinekosten.de konnte die neue Fritz!Box 6360 als erste Redaktion an einem Unitymedia-Kabelanschluss unter die Lupe nehmen und die Konfigurationsmöglichkeiten testen. Der in Nordrhein-Westfalen und Hessen aktive Kabelnetzbeteiber stattete im Rahmen seiner im August neu gestarteten Geschäftskundentarife erste Kunden mit der 6360 aus.

Test an Unitymedia 2play 128.000 Kabelanschluss

Für unseren Test wurde die Fritz!Box 6360 Cable durch einen Unitymedia-Techniker an einem Kabelanschluss mit der Doppel-Flat 2play 128.000 eingerichtet. Der Tarif ermöglicht eine Downstream-Bandbreite von bis zu 131.072 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s), der Upload des Anschlusses liegt bei bis zu 5.120 Kbit/s. Sowohl in Empfangs- als auch in Senderichtung stellt der Router bis zu vier bündelbare Kanäle bereit. Die Fritz!Box eignet sich damit für Übertragungsraten von bis zu 220 Mbit/s auf der Empfangsseite und bis zu 120 Mbit/s beim Senden von Daten. Bei unserem Anschluss standen vier Kanäle für den Download sowie ein Kanal für den Upload bereit.

Die komplette Erstinstallation des Gerätes durch den Unitymedia-Fachmann benötigte weniger als 30 Minuten. Der Kunde kann seinen Computer per LAN oder WLAN mit dem Router verbinden und direkt lossurfen. Der Router selbst stellt eine Verbindung mit dem Internet über einen Kabelanschluss her, eine Verwendung an einem DSL-Anschluss ist nicht möglich. Durch den Techniker wurde neben dem Internetzugang auch bereits drei VoIP-Rufnummern für die Internettelefonie freigeschaltet. Doch was bringt die Fritz!Box 6360 Cable nun in der Praxis, welche Vorteile hat sie?

Anschlussfreudiger Router: Gigabit-LAN, USB sowie Analog- und ISDN-Telefonie

Das eigens in Unitymedia-blau und silber gehaltene flache Gehäuse des neuen AVM-Routers mit Abmessungen von 212x145x30 Millimetern beherbergt auf seiner Oberseite fünf LED-Leuchten. Sie geben Auskunft über den Status von Kabelanschluss, Telefonanschluss, DECT, WLAN sowie zu Systeminfos. Weiter findet sich hier auch eine Taste zum Ein- und Ausschalten der WLAN-Funkverbindung. Eine weitere Taste dient der Anmeldung von bis zu sechs DECT-Schnurlostelefonen an der auch als DECT-Basisstation dienenden 6360. Seitlich lassen sich zwei analoge Telefone mit TAE-Stecker anschließen, auf der Rückseite hat AVM alternativ auch zwei Anschlüsse für analoge Telefone oder Faxe mit RJ11-Stecker platziert. FON1 und FON2 können aber nur mit jeweils einem Gerät belegt werden. Bis zu acht ISDN-Telefone oder eine ISDN-Telefonananlage lassen sich über FON (So) anschließen. Eine USB 2.0-Schnittstelle erlaubt zudem die Verbindung der Fritz!Box mit einem Drucker oder externen Speichermedien. Neben einem Druckerserver ist auch ein Mediaserver integriert, über den sich per UpnP AV Bilder, Musik und Videos im lokalen Netzwerk bereitstellen lassen.

Darüber hinaus hält der Router auch vier Gigabit LAN-Schnittstellen zum Anschluss von Computern oder Spielekonsolen bereit. Beachtet werden sollte hier, dass standardmäßig nur für LAN 1 automatisch Gigabit-LAN aktiviert ist, die anderen drei LANs liefern im Ecomodus ansonsten laut Unitymedia nur eine Bandbreite von maximal 90 Mbit/s. Über die Energie-Einstellungen im Energiemonitor innerhalb des System-Menüs, lassen sich LAN2 bis LAN4 auf den Gigabit-Powermodus umschalten. Zur WLAN-Nutzung verfügt die 6360 zudem über zwei MIMO-Antennen. Im Lieferumfang der Fritz!Box findet sich ein externes Netzteil, ein 1,5 Meter langes LAN-Kabel, eine gedruckte Kurzanleitung sowie eine CD mit Software und ausführlichem Handbuch.

Die über einen Webbrowser unter der Adresse http://fritz.box aufrufbare Bedienoberfläche der Fritz!Box 6360 Cable präsentiert sich Nutzern anderer AVM-Router schnell vertraut und wie gewohnt aufgeräumt. Allerdings hat AVM seiner neuen Hardware noch nicht die neue verbesserte Fritz!Box Benutzeroberfläche spendiert, die der Hersteller Mitte September seinen anderen Modellen per Firmware-Update zur Verfügung gestellt hat. Die Benutzeroberfläche der Fritz!Box lässt sich mit einem Kennwort vor unberechtigten Zugriffen schützen. Neben einer integrierten Firewall sorgt auch WLAN-Verschlüsselung nach WPA2, WPA, WEP-64 und WEP-128 für Sicherheit. Ab Werk ist die Box bereits WPA/WPA2 verschlüsselt. Die Startseite gibt auf einen Blick unter anderem Auskunft über die verwendete Firmware-Version (85.04.86) sowie Anschlussinformationen zu Kabel, DECT, WLAN, LAN und angeschlossenen USB-Geräten. Zusätzlich werden Informationen zur Internetverbindung und registrierten Internettelefonnummern angezeigt.

6360 liefert Infos zum Kabelanschluss

Im Gegensatz zu anderen Fritz!Boxen liefert die 6360 im Menü Internet/Kabel-Informationen außerdem Angaben speziell für den eigenen Kabelanschluss. Das integrierte Kabelmodem nutzt die Software-Version 2.0.2.34. Maximal stellt Unitymedia uns für den Downstream 142.000 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) bereit, der Upload ist auf 5.500 Kbit/s begrenzt. Als Kopfstelle bei dem Kabelnetzbetreiber dient bei unserem Anschluss Hardware von Cisco Systems. Generell ist die maximal verfügbare Bandbreite des Kabelanschlusses etwas höher eingestellt, als der gewählte Tarif es eigentlich vorsieht. Unitymedia verschafft sich damit eine gewisse Reserve, um den Kunden möglichst immer die bestellte maximale Surfgeschwindigkeit bieten zu können. Bei unseren Geschwindigkeitstests erreichten wir daher per LAN sogar einen Spitzenwert von fast 135 Mbit/s.

Assistenten erleichtern die Konfiguration von Telefon & Co.

Telefongeräte ließen sich über einen Assistenten problemlos einrichten. Verwendet wurden sowohl zwei DECT-Schnurlostelefone als auch ein klassisches analoges Schnurlostelefon. Allen drei Geräten ließen sich die von Unitymedia bereits konfigurierten VoIP-Telefonnummern nach Bedarf zuordnen. Darüber hinaus gab es bei der Einrichtung zusätzlicher Internettelefonnummern von anderen VoIP-Providern wie beispielsweise Sipgate keine Schwierigkeiten. Unterstützt werden SIP und RFC 3261. Gespräche lassen sich außerdem in HD-Qualität über den G,722-Standard führen. Weitere Assistenten hält die Fritz!Box 6360 für die Verwaltung eigener Rufnummern, für die Sicherung der Einstellungen und für die Aktualisierung der Firmware bereit.

Neben den Assistenten bieten vor allem die Erweiterten Einstellungen vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten. Der Zugriff auf die Internetverbindung lässt sich etwa mit einer Kindersicherung versehen, zudem können bei Bedarf einzelne Ports freigegeben, Dynamische DNS genutzt und IP-Adressen geändert werden. Bei Bedarf erlaubt die 6360 die Priorisierung von Diensten mit hohem Bandbreitenbedarf wie beispielsweise HD-Video-Streaming. Für die Telefonie lassen sich recht einfach Komfortfeatures wie eine Rufumleitung oder eine Rufsperre sowie ein integrierter digitaler Anrufbeantworter individuell für bis zu fünf Rufnummern einrichten. Die 6360 bietet außerdem NAS-Funktionalität (Network Attached Storage). Damit lassen sich externe Datenspeicher im Netzwerk einbinden.

Testweise haben wir einen USB-Stick an die USB-Schnittstelle der 6360 angeschlossen und dessen Inhalt im Netzwerk bereitgestellt. Im Menü "USB-Geräte" lassen sich Zugriffsrechte und ein Kennwort vergeben. Über einen mit dem Netzwerk verbundenen Computer konnten wir dann über einen Internetbrowser per FTP-Protokoll (ftp://fritz.box) auf die Ordner und Inhalte des USB-Sticks zugreifen. Über einen eigenen internen NAS-Speicher, wie ihn etwa die Fritz!Box 7390 bietet, verfügt die 6360 nicht. Der Netzwerkspeicher lässt sich aber neben der Einbindung von externen Speichermedien auch durch Zugriff auf Online-Speicher (WebDAV) erweitern. Bei Aktivierung der "Expertenansicht" im Menü System/Ansicht stehen weitere Konfigurationsmöglichkeiten der 6360 zur Verfügung, dessen Nutzung der Hersteller aber bewusst nur erfahrenen Anwendern empfiehlt. Einsehbar werden dann etwa Hinweise zum Dienste-Anbieter oder ein Menü zur IP-Konfiguration.

Integrierte DECT-Basisstation

Die integrierte DECT-Basisstation der Fritz!Box 6360 bringt Unterstützung für die Standards DECT-GAP und CAT-iq mit. Sie bietet in Verbindung mit entsprechend dafür optimierten DECT-Telefonen wie dem AVM Fritz!Fon MT-D oder dem MT-F zudem Features wie Internetradio, E-Mailnutzung sowie Abruf von Podcasts und RSS-Feeds über das Schnurlostelefon. Die Konfiguration der Dienste erfolgt über das DECT-Menü der Fritz!Box. Im Test funktionierten alle DECT-Funktionen reibungslos. Allerdings stehen für die AVM-DECT Telefone aufgrund der noch nicht auf dem neuesten Stand befindlichen Benutzeroberfläche nicht alle Features zur Verfügung, die sich mit anderen AVM-Routern bereits nutzen lassen. Die Einstellung für das Verfassen und Senden von E-Mails über ein Schnurlostelefon beispielsweise ermöglicht die 6360 offenbar erst nach einem künftigen Firmware-Update.

Neben all den komfortablen Möglichkeiten, die der gut ausgestattete Router bietet, stellten wir bei der 6360 allerdings auch Schwächen bei Verwendung des WLAN-Moduls fest. Generell ermöglicht die Fritz!Box eine kabellose Verbindung per Funknetz nach dem bis zu 300 Mbit/s schnellen n-Standard und ist abwärtskompatibel zu den WLAN-Standards 802.11 g, b und a. Die Box bringt WLAN-Unterstützung für Funknetze wahlweise mit 2,4 Gigahertz (GHz) oder 5 GHz mit. Im Eco-Mode lässt sich die Funkleistung verringern, um Strom zu sparen. WLAN lässt sich zudem zu frei wählbaren Zeiträumen, beispielsweise nachts, automatisch abschalten.

WLAN mit Schwächen

Bei Verwendung der WLAN-Einstellung n/b/g kam es mit unseren Testrechnern, zwei Notebooks mit Windows XP beziehungsweise Windows 7, die über integrierte Ralink / Atheros WLAN-n-Karten mit aktuellen Treibern verfügen, zu häufigen Verbindungsabbrüchen. Das Problem schildern auch frühe Nutzer der 6360 in diversen Internetforen. Eine stabile Internetnutzung war erst möglich, als im WLAN-Menü der Box die Funkkanal-Einstellung manuell angepasst und auf 802.11 b/g gesetzt wurde. Im WLAN-Menü stellt AVM als Hilfestellung für eine optimale Konfiguration der Funkverbindung eine automatisch aktualisierte, grafische Übersicht mit Angaben über die WLAN-Umgebung bereit. Hier werden der gerade genutzte Funkkanal und eventuelle Störquellen durch WLAN-Geräte in der Nachbarschaft angezeigt. Ist ein Kanal stark frequentiert, lässt sich beispielsweise bei Verwendung von 2,4 GHz ein anderer, freier Funkkanal zwischen Kanal 1 und 13 wählen.

Die nutzbare WLAN-Bandbreite kam jedoch auch durch ein solches Feintuning anfangs kaum über 20 bis 23 Mbit/s hinaus. Ein wenig bessere WLAN-Werte lieferte die alternative Verwendung eines Fritz! WLAN N USB-Sticks, Aktualisierung von dessen Treibern und Nutzen des 5 GHz-Funknetzes. Die Verwendung eines aktuellen Treibers für den WLAN-Adapter ist ohnehin immer anzuraten. Hier ließ sich nun auch n-WLAN in der Einstellung n/a nutzen. Die Datenübertragungsrate erreichte teils die maximal möglichen 300 Mbit/s, schwankte aber stark. Durch die Optimierungsmaßnahmen ergaben sich schließlich WLAN-Bandbreiten von konstant 25 bis 27 Mbit/s - angesichts der hohen verfügbaren Bandbreite des Kabelanschlusses aber eindeutig zu wenig. Nach Angaben des Berliner Herstellers seien unter Idealbedingungen aktuell bereits 50 bis 60 Mbit/s machbar. AVM stellt weitere WLAN-Optimierungen in Aussicht. Mit Hochdruck arbeiten AVM und Unitymedia nach eigenen Angaben an der Bereitstellung eines Updates zur Verbesserung der WLAN-Funktionalität. Noch nicht mit an Bord ist auch der WLAN-Gastzugang. Das Feature, das andere Fritz!Box-Router des Herstellers Mitte September per Update erhalten haben, ermöglicht die zeitlich befristete Bereitstellung eines WLAN-Zugangs für Gäste. Nach Angaben von AVM soll der Gastzugang in Kürze auch für die 6360 erhältlich sein.

Firmware-Update spendiert Fritz!Box 6360 mehr Stabilität

Bereits am 22. September hatte der Berliner Hersteller seiner Box ein Firmware-Update auf Version 85.04.86-18266 spendieren müssen, da bei zu starker Belastung durch zu viele geöffnete Tabs im Browser oder beim Aufruf bestimmter Internetseiten automatisch ein Reset der 6360 erfolgte. AVM ist bemüht, gefundene Schwachstellen so schnell wie möglich durch Firmware-Updates zu schließen. Der Hersteller schickt die fertige Firmware jedoch jeweils zunächst an den Kabelnetzbetreiber. Dieser unterzieht das Update selbst einer technischen Prüfung und gibt es erst dann über sein Netz für die Endkunden frei. Auf der AVM-Webseite werden aus diesem Grund auch keine Firmware-Updates für die Fritz!Box 6360 Cable zum Download angeboten. Eine Aktualisierung der Box erfolgt automatisch durch den Kabelnetzbetreiber, Kunden können alternativ auch über die System-Menüeinstellung "Firmware-Update" manuell nach einem aktuellen Update suchen lassen. Die Einspielung fremder Software ist jedoch ausgeschlossen.

Hohe Bandbreiten erfordern Gigabit-Netzwerkkarte

Am Gigabit LAN-Anschluss erreichten wir die volle mögliche Bandbreite von teils über 130 Mbit/s. Von den durch Unitymedia zur Verfügung gestellten hohen Downloadraten können Nutzer der 6360 allerdings nur profitieren, wenn sie über eine gigabit-fähige 10/100/1000-Netzwerkkarte in ihrem Rechner verfügen. Mit einem Testrechner, in dem nur eine der noch stark verbreiteten 100 Mbit-Netzwerkkarten verbaut war, kamen wir mit dem auf der Unitymedia-Homepage angebotenen Geschwindigkeitstest auf ebenfalls gute 95 bis knapp 100 Mbit/s im Downstream, der nutzbare Wert von 5 Mbit/s für Uploads wurde nahezu immer erreicht.

Der neue AVM-Router mit Kabelmodem ist nicht im Handel, sondern nur bei ausgewählten Kabelnetzbetreibern erhältlich. Als erster Anbieter bietet Unitymedia die Fritz!Box 6360 Cable seinen Kunden an. Die Box ist im Rahmen der Geschäftskundentarife, wie zum Beispiel der Doppel-Flat 2play 32000 business für 40 Euro monatlich, während der Vertragslaufzeit kostenlos inklusive. Unitymedia machte gegenüber onlinekosten.de keine Angaben dazu, ob die Box in Kürze auch für Privatkunden erhältlich sein wird.

Fritz!Box 6360 nur über Kabelnetzbetreiber

Auf Anfrage unserer Redaktion zeigte sich auch der in Baden-Württemberg beheimatete Kabelnetzbetreiber Kabel BW bestrebt, das Hardware-Angebot auszubauen und Produkte anzubieten, die von Kunden nachgefragt werden. Konkret wollte sich der Anbieter aber nicht zu einer möglichen Einführung der 6360 für seine Kunden äußern. Kabel Deutschland gab gegenüber onlinekosten.de bekannt, ein weiter entwickeltes Gerät im Laufe des ersten Quartals 2011 zur Verfügung zu stellen. Die neue Version der HomeBox werde dann auch ein integriertes Kabelmodem sowie die neueste WLAN-Router-Funktionalität mit Gigabit-Ethernet-Schnittstelle bieten. Aktuell verbirgt sich hinter der Homebox eine Fritz!Box 7270, ob auch das Nachfolgemodell von AVM geliefert wird, ist derzeit noch unklar. Der Router-Hersteller selbst stellt auf seiner Webseite ein Service-Portal zur Fritz!Box 6360 mit zahlreichen Informationen und Praxistipps zur Verfügung.

Fazit: Vielfältig ausgestatteter Router mit (noch) kleinen Schwächen

Unsere Redaktion hat den neuen Router Fritz!Box 6360 Cable aus Berlin in einer frühen Einführungsphase testen können. Bislang ist das Gerät nur bei Unitymedia im Einsatz und im Rahmen der Geschäftskundentarife ohne Aufpreis erhältlich. Die von AVM gelieferte Fritz!Box 6360 mit integriertem Kabelmodem ist ein gut ausgestatteter WLAN N Router, der vieles bietet, was man bei Routern anderer Hersteller vergeblich sucht. Praktische Komfortfunktionen finden sich gebündelt in nur einem Gerät. Assistenten helfen beim Einrichten der Telefonie, Features wie DECT & Co. lassen sich über entsprechende Konfigurationsmenüs einfach verwalten. Am Gigabit LAN-Anschluss zeigte die 6360 keine Schwächen.

Das gute Bild wird etwas getrübt durch noch vorhandene Schwächen bei der WLAN-Funktionalität. AVM räumte ein, dass hier noch Nachbesserungsbedarf bestehe. Da die Fritz!Box bereits seit August für erste Kunden verfügbar ist und wir nur den Ist-Zustand der Box bewerten können, hat die eingeschränkte WLAN-Leistung bei der Testwertung zu einer Abwertung geführt.

Weitere Firmware-Updates, die AVM regelmäßig für seine Fritz!Box-Router bereitstellt, werden sicherlich auch die Fritz!Box 6360 in relativ naher Zukunft zu einem in allen Einsatzbereichen sehr guten und ausgereiften AVM-Produkt werden lassen. Derzeit bereits auf anderen Fritz!Boxen wie der 7390 nutzbare Features wie der WLAN-Gastzugang oder die neue Benutzeroberfläche werden erst dann ihren Weg auf die Fritz!Box 6360 finden.

Produkt: Fritz!Box 6360 Cable
Hersteller: AVM
URL: www.avm.de
Vertrieb: nur über ausgewählte Kabelnetzbetreiber (derzeit für Businesskunden bei Unitymedia kostenlos inklusive)
Abmessungen: 212x145x30 Millimeter
Maximale Leistungsaufnahme: 22 Watt
Firmware: automatisches Update vom Kabelnetzbetreiber oder manuelle Updatesuche
Routerfunktion Router, DHCP-Server, Firewall mit IP-Masquerading/NAT, Unterstützung von IPv6
WLAN: IEEE 802.11 n/g/b/a; Unterstützung von 2,4 GHz und 5 GHz, Verschlüsselung: WPA2, WPA, WEP-64 und WEP-128; WPS (Wi-Fi Protected Setup)
Kabelanschluss: Kabelmodem gemäß EuroDOCSIS 3.0, abwärtskompatibel zu EuroDOCSIS 1.0, 1.1 und 2.0; jeweils bis zu vier Kanäle in Sende- und Empfangsrichtung
Telefonanschlüsse: Anschluss von zwei analogen Telefonen/Fax über TAE- oder RJ11-Buchsen
Anschluss von bis zu acht ISDN-Telefonen oder eine ISDN-Telefonanalge über ISDN So-Anschluss
Internettelefonie: Unterstützung von SIP und RFC 3261
DECT: integrierte Basisstation mit Unterstützung von GAP und CAT-iq
Netzwerk: vier 10//100/1000 BaseT Anschlüsse (Gigabit)
USB: ein USB 2.0 Host-Controller
Unser Testfazit zur Fritz!Box 6360
Pro Contra
  • einfache Einrichtung
  • integriertes Kabelmodem mit Unterstützung von EuroDOCSIS 3.0
  • integrierte DECT-Basisstation
  • komfortable Telefonfunktionen
  • Gigabit-LAN unterstützt Internet mit über 100 Mbit/s
  • eingeschränkte WLAN-Funktionalität
  • Firmware-Updates nur über Kabelnetzbetreiber
  • Benutzeroberfläche nicht auf neuestem Stand
  • WLAN-Gastzugang kommt später
Bewertung
  • Funktionsumfang (25%):gut
  • Leistung (25%):befriedigend
  • Bedienung (20%):sehr gut
  • Anschlussmöglichkeiten (15%):sehr gut
  • Sicherheit (15%):sehr gut
Gesamtnote der Redaktion:
1,8gut

(Jörg Schamberg)

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