WLAN-Verstärker

AVM Fritz!WLAN Repeater 1750E im Test: WLAN-Reichweite mit schnellem WLAN AC erweitern

Der Fritz!WLAN Repeater 1750E von AVM will mit Dual Band WLAN punkten und funkt gleichzeitig per WLAN AC mit bis zu 1.300 Mbit/s sowie per WLAN N mit bis zu 450 Mbit/s. Mit an Bord ist ein integrierter Gigabit-LAN-Anschluss. Der Repeater hat allerdings seinen Preis. Was der 1750E leistet und welche Features der WLAN-Verstärker bietet, zeigt unser Testbericht.

AVM Fritz!WLAN Repeater 1750E© AVM Computersysteme Vertriebs GmbH

Der heimische Internetanschluss wird immer schneller, der Zugriff per Notebook, Tablet und Smartphone erfolgt jedoch meist per WLAN. Nicht immer kann der WLAN-Router alle Ecken der Wohnung oder des Hauses abdecken. Hier bietet der Einsatz eines WLAN-Repeaters Abhilfe, der die WLAN-Reichweite auf einfache Weise vergrößert. Das verspricht auch der Fritz!WLAN Repeater 1750E des Berliner Netzwerkspezialisten AVM, den wir in einem Test näher unter die Lupe genommen haben.

Modernes Design, aber recht großes Gehäuse

Der Fritz!WLAN Repeater 1750E, ein Gerät der gehobenen Preisklasse, ist bereits seit Ende 2014 verfügbar, wurde aber durch regelmäßige Updates der Firmware immer wieder verbessert und in der Stabilität optimiert. Der WLAN-Verstärker kam bei uns nach einer Aktualisierung der Firmware mit Fritz!OS 06.32 zum Einsatz. Der 151 Gramm wiegende Repeater bringt es auf Abmessungen von 125 x 76,5 x 62,6 Millimetern und präsentiert sich damit nicht gerade kompakt. Das cremefarben-rote-Design der hochglänzenden Vorderfront zeigt sich in modernem Look. Neben einem WPS-Schalter, über den sich eine schnelle, sichere Verbindung zum Router aufbauen lässt, hat AVM auf der Vorderseite drei LEDs zum Status von Power, WLAN und LAN platziert. Fünf weitere LEDs zeigen die Stärke des WLAN-Signals an und helfen bei der optimalen Platzierung des Repeaters in der Wohnung.

Integrierter Gigabit-LAN-Anschluss

Fritz!WLAN Repeater 1750EDer Fritz!WLAN Repeater 1750E funkt gleichzeitig per WLAN AC und WLAN N.© i12 GmbH

Auf der grau gehaltenen Rückseite findet sich lediglich ein Stecker zum Anschluss an eine herkömmliche 230-Volt-Steckdose. Hier macht sich die recht große Gehäusegröße je nach Anordnung der Steckdose nachteilig bemerkbar. Bei senkrecht angebrachten Doppelsteckdosen verdeckt der Repeater beispielsweise auch die zweite Steckdose oder einen über der Steckdose befindlichen Lichtschalter.

An der Unterseite verfügt der WLAN-Repeater über einen Gigabit-LAN-Anschluss, über den sich ein netzwerkfähiges Gerät per LAN-Kabel in das Heimnetz einbinden lässt. Dieses Feature ist eindeutig ein Pluspunkt und gehört nicht zur Standardausstattung eines Repeaters. Der Lieferumfang ist recht übersichtlich. Neben dem WLAN-Verstärker wird lediglich ein LAN-Kabel sowie eine 15-seitige, deutschsprachige Installationsanleitung mit Tipps zum Schnelleinstieg mitgeliefert. Ein detailliertes Handbuch lässt sich online auf der AVM-Webseite im PDF-Format abrufen.

Bis zu 1.300 Mbit/s per WLAN AC

Werfen wir einen Blick auf die technischen Spezifikationen. Geboten wird Dual Band WLAN nach den Standards 802.11ac und n. Per schnellem WLAN AC sind Bruttoübertragungsraten von bis zu 1.300 Mbit/s über das 5-GHz-Frequenzband realisierbar, per WLAN N lassen sich über das 2,4-GHz-Band gleichzeitig bis zu 450 Mbit/s erreichen. Damit geht es einerseits schnell drahtlos ins Internet, anderseits lassen sich Daten im Heimnetzwerk flott per WLAN übertragen. Der Repeater unterstützt dynamisches Cross Band Repeating: Laut AVM werde dadurch automatisch immer der effizienteste Weg zwischen WLAN-Router und WLAN-Gerät gewählt. Der WLAN-Repeater soll zu allen gängigen WLAN-Routern kompatibel sein, wir haben das Gerät in Kombination mit einer Fritz!Box 6360 sowie alternativ mit der Connect Box von Unitymedia jeweils an einem bis zu 120 Mbit/s schnellen Kabelanschluss getestet.

Einsatz als WLAN-Brücke oder LAN-Brücke

Standardmäßig hat AVM für den Fritz!WLAN Repeater eine Verwendung als WLAN-Brücke vorgesehen. Dabei wird der Fritz!WLAN Repeater 1750E drahtlos per WLAN mit dem WLAN-Router verbunden. Computer oder andere Netzwerkgeräte lassen sich mit dem Repeater entweder per WLAN oder kabelgebunden über den LAN-Anschluss kuppeln. Alternativ erlaubt der Hersteller auch die Nutzung als zusätzlichen Access Point (LAN-Brücke). Diese Verwendung empfiehlt sich beispielsweise bei einem Router ohne WLAN-Funktion. Hierzu wird der Repeater per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden. Der Repeater stellt dann ein WLAN-Netz für andere Geräte bereit. Die gewünschte Zugangsart lässt sich per Mausklick in der Browser-Benutzeroberfläche des Repeaters auswählen.

Inbetriebnahme in wenigen Schritten

Zur Inbetriebnahme des Fritz!WLAN Repeaters 1750E muss das Gerät zunächst in eine Steckdose in der Nähe des Computers und des WLAN-Routers eingesteckt werden. Eine WLAN-Verbindung lässt sich auf drei verschiedenen Wegen einrichten. Unterstützt der Router WPS (Wi-Fi Proteced Setup), so kann der Repeater schnell und einfach drahtlos mit dem Router verbunden werden. Dazu muss jeweils die WPS-Taste am Repeater sowie am Router gedrückt werden. Der Funknetzname (SSID) sowie der WLAN-Schlüssel des Routers werden automatisch vom Repeater übernommen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis klappte die Verbindung per WPS mit der Connect Box nicht.

Als weitere Methode bietet AVM den Verbindungsaufbau mit Hilfe eines Online-Assistenten an. Für die Betriebssysteme Windows 7, Windows 8 und 8.1 sowie Windows Vista lässt sich eine Installationsdatei für den Einrichtungsassistenten auf der AVM-Webseite unter www.avm.de/repeater herunterladen und auf dem Rechner starten. Nun muss lediglich den Anweisungen des grafisch gestalteten Assistenten gefolgt werden. Neben WPS, LAN (Anschluss des Repeaters per Ethernet-Kabel) wird auch die direkte Verbindung per WLAN angegeben. Nach Eingabe des ab Werk vergebenen Standard-Netzwerkschlüssels "00000000" lässt sich die Benutzeroberfläche im Browser unter "fritz.repeater" aufrufen. Auf der Startseite kann zunächst ein Kennwort zum Schutz der Benutzeroberfläche vergeben werden. Danach lässt sich das WLAN-Funknetz auswählen, das durch den Repeater verstärkt werden soll.

An jeder Steckdose einsatzbereit

Ist der Repeater fertig eingerichtet, kann der WLAN-Verstärker an jeder Steckdose im Haus betrieben werden, innerhalb von knapp einer Minute ist das Gerät einsatzbereit. Es empfiehlt sich eine Positionierung auf halber Strecke zwischen dem Router und dem mit WLAN zu versorgenden Bereich in der Wohnung bzw. dem Haus. Dabei sollte der Repeater möglichst die beste Signalstärke erreichen, die durch die fünf LEDs signalisiert wird.

Komfortable Benutzeroberfläche

Fritz!WLAN Repeater 1750E StartseiteDie Startseite der komfortablen Benutzeroberfläche des AVM-Repeaters.© i12 GmbH

Neben dem Einrichtungsassistenten findet sich in der im Browser unter "fritz.repeater" erreichbaren Benutzeroberfläche des Repeaters auch ein Assistent für die Aktualisierung von Fritz!OS. Nach dem Update von Fritz!OS 06.12 auf 06.32 präsentiert sich die Startseite in überarbeitetem Look. Auf einen Blick sind die gewählte Zugangsart (WLAN- oder LAN-Brücke) sowie genutzte Anschlüsse und das Heimnetzwerk ersichtlich.

Funknetzkennungen lassen sich umbenennen

Die WLAN-Einstellungen lassen sich automatisch von der Fritz!Box übernehmen. Hier wird sowohl die Funknetzbezeichnung (SSID) als auch das WLAN-Passwort übernommen. Vorteil: Die WLAN-Geräte sind ohne WLAN-Unterbrechung je nach Standort entweder mit dem FRITZ!WLAN Repeater oder mit der FRITZ!Box verbunden. Wir haben im Test den Funknetzen des Repeaters allerdings eigene Bezeichnungen vergeben, dies ist über die Benutzeroberfläche im Menüpunkt "WLAN" => "Funknetz" möglich. Somit lassen sich beispielsweise Namen wählen wie "Repeater-N" und "Repeater-AC". Auf einen Blick wird ersichtlich, ob man sich mit dem eigenen Computer oder Smartphone über den WLAN-Router, den Repeater sowie über WLAN AC oder WLAN N verbindet. Nach der Umbenennung ließ sich die Benutzeroberfläche allerdings nicht mehr unter "fritz.repeater" aufrufen. Stattdessen mussten wir dazu die dem Repeater per DHCP zugewiesene IP-Adresse in der Adressleiste des Browsers eingeben.

Detaillierte Übersicht über die WLAN-Umgebung - niedriger Energieverbrauch und Gastzugang

Fritz!WLAN Repeater 1750E FunkkanalDetaillierte Informationen zu Funkkanälen und WLAN-Umgebung findet der Nutzer des Fritz!WLAN Repeater 1750E in der Benutzeroberfläche.© i12 GmbH

Sehr schön gelöst ist die von Fritz!Box-Routern bekannte Funkkanal-Übersicht. Auf einen Blick erhält der Nutzer Informationen über den vom Repeater genutzten Kanal sowie über Störsignale in der Umgebung – beispielsweise durch andere WLAN-Funknetze. Für die Sicherheit der WLAN-Verbindung sorgt eine Verschlüsselung per WPA und WPA2. Wer Strom sparen möchte, kann eine WLAN-Zeitschaltung etwa für die Nachtstunden aktivieren. Generell zeigte sich der Fritz!WLAN Repeater 1750 E im Test ohnehin recht sparsam und kam maximal auf einen Energieverbrauch von 3,7 Watt. Bei Bedarf bietet sich die Aktivierung eines WLAN-Gastzugangs über die Benutzeroberfläche des Repeaters an, wenn ein solcher Gastzugang zuvor über die Fritz!Box eingerichtet wurde.

Leichte Speed-Verbesserung per WLAN N, spürbarer Vorteil dank WLAN AC

Wie schlägt sich der Repeater nun in der Praxis? Zunächst haben wir Speed-Tests auf einer Etage durchgeführt. Unser Testrouter Fritz!Box 6360 stellt nur WLAN N (bis zu 300 Mbit/s) bereit. Durch zwei Wände hinweg kamen wir ohne Repeater per WLAN N bei Messungen über speedtest.net auf Download-Bandbreiten von rund 73 Mbit/s. Bei Einsatz des Repeaters konnten wir jedoch auf das WLAN AC Funknetz des 1750E zugreifen - zumindest für die Strecke vom Repeater zu unserem Computer. Das machte sich spürbar bemerkbar: Wir kamen in den Genuss der vollen Leistung unseres bis zu 120 Mbit/s schnellen Internetanschlusses. Auch über WLAN N konnten wir einige Mbit/s mehr an Surfgeschwindigkeit herausholen, hier kam der Vorteil des Repeaters aber im Vergleich zu WLAN AC nicht so stark zum Tragen. Auf dem Balkon, vom WLAN-Router durch drei Wände getrennt, erreichten wir per WLAN N mit Repeater maximal Surfgeschwindigkeiten von 52 Mbit/s, ohne Repeater maximal 42 Mbit/s. Mittels WLAN AC bot der Repeater an dieser Position noch bis zu 110 Mbit/s. Durch Einsatz des Repeaters wurde auch ein Teil des Gartens mit einem WLAN-Funknetz versorgt, das zuvor vom WLAN-Router nicht abgedeckt wurde.

Ein anderes Test-Szenario war die WLAN-Abdeckung über mehrere Etagen hinweg. Der WLAN-Router war in der ersten Etage des Hauses platziert. Im Erdgeschoss positionierten wir den Fritz!WLAN Repeater 1750E. Im Keller, über zwei Etagen hinweg, führten wir dann Bandbreitenmessungen durch. Rund 39 Mbit/s ließen sich per WLAN N ohne Repeater erreichen, mit Repeater kamen wir auf maximal 42 Mbit/s. Mit Hilfe von WLAN AC surften wir in der Spitze mit bis zu 92 Mbit/s.

Fazit: Leistungsfähiger WLAN-Repeater für gehobene Ansprüche

Fritz!WLAN Repeater 1750E Testlabel

Der Fritz!WLAN Repeater 1750E erweitert auf einfache Weise die Reichweite des heimischen WLAN-Netzes und ist einer der besten WLAN-Verstärker auf dem Markt. Die Inbetriebnahme ist in der Regel schnell erledigt und auch von Anfängern durchführbar. Die Browser-Benutzeroberfläche ist komfortabel und bietet neben einer detaillierten Übersicht über das Funknetz diverse Einstellmöglichkeiten. Seine Stärke spielt der Repeater von AVM vor allem dank leistungsfähigem WLAN AC aus. Dennoch zeigt sich der WLAN-Verstärker sehr energiesparend. AVM spendiert der Fritz!OS Firmware des WLAN-Repeaters regelmäßige Updates. Im Test lief der Fritz!WLAN Repeater 1750E stabil, Verbindungsabbrüche gab es nicht.

Das Gehäuse des Repeaters hätte allerdings ein weniger kompakter sein können. Der Nutzer erfährt abseits von der Benutzeroberfläche zudem nicht, über welchen WLAN-Standard er sich gerade mit dem Repeater verbunden hat. Ein großer Pluspunkt ist dagegen der integrierte Gigabit-LAN-Anschluss. Dafür hat das Gerät aber auch nach über einem Jahr auf dem Markt seinen Preis. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 89 Euro, online ist der Repeater aber günstiger erhältlich. Bei Amazon wird der Repeater aktuell für 79 Euro angeboten. Alternativ hält AVM mit dem Fritz!WLAN Repeater 1160 auch eine abgespeckte Variante ebenfalls mit WLAN AC, aber ohne LAN-Anschluss und mit geringerer Bandbreite, bereit. Online ist dieser WLAN-Verstärker beispielsweise bei Amazon für 69 Euro verfügbar.

Produkt: Fritz!WLAN Repeater 1750E
Hersteller: AVM
URL www.avm.de
Vertrieb: über Handel
z.B.: 79 Euro bei Amazon
Lieferumfang: Fritz!WLAN Repeater 1750E, Installationsanleitung, LAN-Kabel
Online-Handbuch: www.avm.de/service (PDF)
Abmessungen: 76,5 x 155 x 62,6 Millimeter (B x H x T)
Stromverbrauch: maximal 3,7 Watt
Firmware: aktuelle Version: Fritz!OS 06.32
Update-Assistent vorhanden
Einsatz-Modus WLAN-Brücke oder LAN-Brücke
WLAN: IEEE 802.11 ac/n/g/b/a;
Unterstützung von 2,4 GHz und 5 GHz parallel (Dual Band);
WLAN AC: Brutto-Datenrate bis 1.300 Mbit/s (5 GHz)
WLAN N: Brutto-Datenrate bis 450 Mbit/s (2,4 GHz )
WPS (Wi-Fi Protected Setup),
Verschlüsselung: WPA2, WPA
Netzwerk: Gigabit LAN-Anschluss
Weitere Anschlüsse: Stecker zur Platzierung an einer 230-Volt-Steckdose
Unser Testfazit zum AVM Fritz!WLAN Repeater 1750E
Pro Contra
  • Einfache Inbetriebnahme
  • Dual Band WLAN 2,4 und 5 GHz
  • schnelles WLAN AC
  • Gigabit-LAN-Anschluss
  • komfortable Benutzeroberfläche
  • regelmäßige Updates
  • niedriger Energieverbrauch
  • Gehäuse nicht sonderlich kompakt
  • keine Anzeige von genutztem Frequenzband
  • immer noch relativ hoher Preis

Jörg Schamberg

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