Testbericht

Fonic Surf Stick im Test

Für 2,50 Euro pro Tag unbegrenzt im Internet surfen: Fonic macht es mit seinem Surf Stick möglich. onlinekosten.de hat die erste deutsche Prepaid-Tagesflatrate getestet.

Fonic Surfstick© Fonic

Kaum stehen die Ferien vor der Tür, machen sich viele Bundesbürger auf den Weg in den Urlaub. Seien es nun die Küstengebiete im Norden oder die Alpen im Süden, Erholung steht auf dem Programm. Doch immer häufiger möchten Urlauber auch abseits der heimischen vier Wände nicht auf eingehende E-Mails verzichten und unterwegs mobiles Internet nutzen. Bisher war dieses Online-Vergnügen entweder vergleichsweise teuer oder an eine lange Vertragslaufzeit gekoppelt. O2 bietet jedoch nicht nur eigene Prepaid-Datenpauschalen und einen eigenen Surf Stick an, sondern über die eigene Discountmarke Fonic auch eine mobile Tages-Flatrate: Surfen ohne Limit für 2,50 Euro am Tag. Onlinekosten.de hat den so genannten Surf Stick genauer unter die Lupe genommen.

Anmeldung ohne Probleme

Die Bestellung des SIM-Lock-freien Surf-Sticks erfolgt unter www.fonic.de und kostet einmalig 69,95 Euro. Geliefert wird ein kleiner, weißer USB-Stick der Firma Huawei (Modell: E160), ein USB-Verlängerungskabel und die notwendige SIM-Karte. Bevor die SIM-Karte in den Stick eingeschoben und das Endgerät mit einem Notebook oder PC verbunden wird, muss sie über die Fonic-Homepage oder über die kostenlose Rufnummer 0800/4636642 freigeschaltet werden.

Für unseren Test haben wir uns für eine Online-Registrierung entschieden, die in drei Schritten durchführbar ist. Zunächst ist auf der Webseite der Discountmarke von o2, das selbst auch einen Surf Stick anbietet, die Eingabe einiger persönlicher Daten notwendig. In einem zweiten Schritt muss festgelegt werden, ob das Prepaid-Guthaben künftig manuell oder automatisch aufgeladen werden soll. Bei einer automatischen Aufladung ist die Eingabe der eigenen Bankverbindung Pflicht. Nach einer abschließenden Überprüfung der eingegebenen Daten erscheint der Hinweis, dass in zwei bis drei Stunden bereits losgesurft werden kann. Unsere Test-SIM-Karte war aber bereits nach wenigen Minuten betriebsbereit.

Installation des Surf Sticks

Doch bevor es losgehen kann, muss zunächst die Verbindungs-Software installiert werden: der so genannte Mobile Partner. Die Installation startet automatisch, sobald der Surf Stick erstmals mit dem PC oder Notebook verbunden wird. Eine Installation ist auf gängigen Windows-Rechnern möglich. Aber auch Mac-User können ab Version OS 10.4 auf den Surf Stick zugreifen. Ebenso Linux-Nutzer.

Die Software macht es nicht nur möglich, dass eine Verbindung zum Internet hergestellt werden kann. Vielmehr liefert sie auch die Möglichkeit, eingehende SMS zu lesen und Kurznachrichten zu verschicken. Außerdem stehen ein Telefonbuch und eine übersichtlich gestaltete Statistik zur Verfügung. Sie protokolliert den ein- und ausgehenden Datenverkehr. Angezeigt wird der tagesaktuelle Datenverbrauch, sowie das monatlich und jährlich verbrauchte Datenvolumen über den Surf Stick.

Wichtig ist bei der Protokollierung insbesondere der Wert für den aktuellen Tag. Grund: wer mehr als einen Gigabyte Traffic verursacht, muss damit leben, nur noch mit GPRS-Geschwindigkeit im Internet surfen zu können. Im Klartext: die maximal mögliche HSDPA-Downloadrate sinkt von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) auf etwa 60 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) in den Keller. Otto-Normal-Nutzer wird das wenig interessieren, wer aber intensiv Video-Dienste oder Webradio-Streams nutzt, könnte von der Drosselung schneller betroffen sein als gedacht.

Schnelle Datenübertragung

Überzeugen konnte der neue Fonic-Datentarifinsbesondere in Sachen Geschwindigkeit. Hier macht sich der millionenschwere Ausbau des Netzes der Konzernmutter deutlich bemerkbar. Während an unserem Redaktionssitz in Hürth bis zu 2,5 Megabit pro Sekunde im Downstream erreicht wurden, lag die maximal mögliche Download-Rate innerhalb Kölns bei bis zu 3,2 Mbit/s. Der Upstream erreichte in Hürth bis zu 350 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s), in Köln erstaunlicherweise nicht mehr als 210 Kbit/s.

Bei der Interneteinwahl erkennt die Software automatisch, ob eine UMTS- oder sogar HSDPA-Verbindung nutzbar ist. Alternativ wird auf GPRS oder - sofern verfügbar - auch auf EDGE umgeschaltet. Allerdings ist es nicht möglich, manuell auszuwählen, ob eine Einwahl über GPRS oder sogar UMTS erfolgen soll. Wie schnell gerade im Internet gesurft wird, ist einerseits über eine Anzeige in der Verbindungssoftware möglich. Hier wird beispielsweise "UMTS - de" oder "HSDPA - o2 de" angezeigt. Aber auch der Stick selber erlaubt entsprechende Rückschlüsse. Leuchtet die Status-LED grün, wird über GPRS bzw. EDGE im Internet gesurft. Bei blauer Anzeige, ist UMTS-Surfen möglich und bei einem blaugrünen Aufleuchten eine HSDPA-Verbindung verfügbar.

Administration unter fonic.de

Über die Fonic-Homepageist es im persönlichen Bereich "Mein Fonic" jederzeit möglich, einen Einzelverbindungsnachweis einzusehen. Dieser wird im PDF-Format angezeigt - allerdings mit einigen Stunden Verzögerung. Eine Echtzeitabfrage des Guthabens ist über die Verbindungssoftware möglich. Auch Guthaben-Aufladungen sind unter fonic.de möglich. Dabei kann zwischen zehn, 20 und 30 Euro gewählt werden. Der maximal mögliche Aufladebetrag liegt bei 30 Euro pro Tag beziehungsweise 200 Euro im Monat.

Aufpassen sollten alle Nutzer bei der Nutzung im Ausland oder in grenznahen Regionen. Bucht sich der Surf Stick im Roaming-Verfahren in ein ausländisches Mobilfunknetz ein und es wird eine Verbindung hergestellt, wird es teuer. Die Tages-Flatrate gilt hier nämlich nicht. Vielmehr werden dann pro 100 Kilobyte zwischen 70 Cent und 1,90 Euro fällig.

Jederzeit ist es darüber hinaus möglich, die SIM-Karte aus dem Stick zu nehmen und in ein Handy einzulegen. Dann kann innerhalb Deutschlands für neun Cent pro Minute in alle nationalen Mobilfunknetze und in das deutsche Festnetz telefoniert werden. Das Abrufen der eigenen Mailbox ist kostenlos möglich. Ebenfalls für neun Cent ist der Versand einer SMS möglich - auch direkt über die Verbindungssoftware wenn die SIM-Karte im Surf Stick liegt.

Kein Guthabenverfall

Positiv ist: das Guthaben verfällt nach Angaben von Fonic nie. Auch eine Administrationsgebühr wird nicht erhoben, wenn der Stick mal über mehrere Monate nicht angefasst wird. Es ist sogar möglich, nicht verbrauchtes Guthaben zum Quartalsende kostenlos auszahlen zu lassen. Vertragslaufzeiten oder Mindestumsätze gibt es nicht. Allerdings: sollte es mal Probleme geben, sind Anrufe bei der Hotline nur von Montag bis Samstag zwischen 8 und 20 Uhr möglich und werden mit 49 Cent pro Minute abgerechnet.

Fazit: Für Wenignutzer eine interessante Alternative

Zwar ist eine Tagesflatrate für die mobile Datennutzung in Deutschland nicht neu, da beispielsweise Vodafone mit seinen WebSessions ein ähnliches Angebot präsentieren kann. Aber: Fonic setzt mit dem Tagesnutzungspreis in Höhe von 2,50 Euro ein großes Ausrufezeichen. Zweifelsohne wird das Angebot Vielnutzer nicht vom Hocker hauen. Wenignutzer finden aber eine interessante Alternative zum Internet-Café um die Ecke oder zu den teilweise teuren Hotspot-Tarifen.

In Ballungsgebieten kann der Stick darüber hinaus vom inzwischen ordentlich ausgebauten UMTS-Netz der Konzernmutter o2 profitieren. In ländlichen Gebieten müssen sich Nutzer noch sehr häufig mit GPRS oder zumindest EDGE-Verbindungen zufrieden geben.

Schnell einsteigen und Bonus-Guthaben kassieren

Wer bereit ist 69,95 Euro für den Fonic Surf Stick zu zahlen, kann sich auf ein zuverlässiges Produkt freuen, das insbesondere durch seine einfache Installation und transparente Abrechnung überzeugt. Bei einer Bestellung gibt es für Schnellentschlossene ein Startguthaben in Höhe von 12,50 Euro, das zum Beispiel für fünf kostenlose Surf-Tage nutzbar ist.

(Hayo Lücke)

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