Testbericht

Flexibler 22-Zoll-TFT im Test: Acer P223WBdh

Das brandneue Widescreen-Modell von Acer macht so einiges mit: Es lässt sich neigen, in der Höhe verstellen und sogar hochkant aufstellen. Wir haben den flexiblen Hochglanz-Bildschirm getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Die meisten Nutzer haben schon längst vom klobigen Röhrenmonitor zum flimmerfreien und platzsparenden TFT gewechselt. Dabei setzt sich vor allem das Widescreen-Format immer stärker durch. Auch die Bildfläche wächst: Große Displays sollen die Augen schonen und so die Arbeit erleichtern. Für Anwender, die mehrere Stunden täglich am PC verbringen, kommt es jedoch auch auf einen ergonomischen Arbeitsplatz an. Vielen Geräten – vor allem aus der günstigen Preisklasse und größeren Modellen – fehlt es leider an Höhenverstellbarkeit und Co. Der neue Acer P223WBdh hingegen ist besonders flexibel. Die Redaktion von onlinekosten.de hat den Flachbildschirm mit Bewegungsdrang getestet.

Blickfang auf dem Schreibtisch

Hübsch anzuschauen ist er in jeden Fall: Schlank, stylisch, mit schmalem Rahmen und im hochglänzenden, schwarzen Lackanzug dürfte er den meisten Multimedia-Nutzern gefallen. An der Unterseite sitzen vier Tasten, wobei der Einschaltknopf von einer blauen Leuchte angestrahlt wird. Alle Eingänge befinden sich rückwärtig: DVI mit HDCP-Unterstützung, HDMI und D-Sub (VGA). Wer sich für den P223WBdh entscheidet, sollte daher am besten eine Grafikkarte mit DVI- oder HDMI-Ausgang besitzen, damit das digitale Signal nicht in ein analoges Signal umgewandelt werden muss, was zu Qualitätseinbußen führt.

In der Verpackung liegen Netz-, DVI- und D-Sub-Kabel sowie eine Kurzanleitung, ein HDMI-Kabel fehlt leider. Das Handbuch ist nur im PDF-Format auf einer CD-Rom vertreten. Das Flash-Menü konnte die Anleitung unter Windows Vista leider nicht öffnen, das Dokument kann jedoch auch direkt über den Ordner im Arbeitsplatz angewählt werden. Zusätzlich enthält die CD noch einmal die Kurzanleitung, den Acrobat Reader sowie die Software Acer eDisplay Management – dazu später mehr. Beim Aufstellen muss der Nutzer die Reihenfolge beachten: Zuerst wird der Monitor eingeschaltet, dann der PC. Im umgekehrten Fall kann es beim erstmaligen Installieren Probleme bei der Synchronisation zwischen Grafikkarte und Monitor geben, was zu Bildaussetzern führt. Anschließend ist das Gerät sofort startklar und bereitete mit keiner der drei Anschlussarten Probleme.

Flexibler Standfuß

Die Besonderheit des Monitors liegt im silberfarbenen Standfuß: Der V-förmige Ständer hat zwei Gelenke, die es dem Nutzer ermöglichen, den Bildschirm in sämtliche Richtungen zu bewegen. Er lässt sich bis zu einem Winkel von 90 Grad neigen und um knapp 15 Zentimeter in der Höhe verstellen. So kann man sich zweckentfremdete Bücher oder Kartons als Podest sparen. Dank Pivot-Funktion kann er außerdem um 90 Grad gedreht werden, sodass sich auch Dokumente im Hochformat betrachten lassen. Die Auflösung wird dabei jedoch nicht automatisch verstellt, das Bild muss über die Software angepasst werden – lästig, falls der Bildschirm oft gedreht werden soll. In der Mitte befindet sich außerdem eine Aussparung, durch die sich die Kabel hindurchführen lassen, was Chaos auf dem Schreibtisch verhindert. Wahlweise kann der Monitor auch per Vesa-Halterung an die Wand montiert werden. Der Nachteil des flexiblem Fußes ist seine Größe. Er wirkt etwas überdimensioniert und nimmt deutlich mehr Platz auf dem Schreibtisch in Anspruch als herkömmliche Exemplare. Wer keinen Tastaturauszug hat, wird daher seinen Arbeitsplatz etwas zusammenrücken müssen. Die Größe begründet sich dabei natürlich in den Ausmaßen des Displays. Wäre der Fuß kleiner, würde der Monitor nicht stabil stehen können. Ein Umkippen scheint zwar unmöglich, dennoch wackelt er recht stark, wenn der Nutzer an den Tisch stößt. Dies liegt auch daran, dass der Standfuß nicht ganz plan auf dem Tisch aufliegt. Das Verstellen soll laut Acer mit nur einer Hand möglich sein – mit beiden Händen funktioniert es allerdings wesentlich besser und auch sicherer.

Alles im Blick

Mit der Auflösung von 1.680x1.050 Bildpunkten zeigt das Display die Desktop-Symbole und Texte zwar recht klein, aber dank der guten Schärfe dennoch deutlich erkennbar an. Das Kontrastverhältnis liegt bei 2.500:1, die Helligkeit bei 300 Candela pro Quadratmeter – absolut ausreichende Werte. Wer unterschiedliche Informationen auf einen Blick parat haben möchte, kann auch zwei Websites oder zum Beispiel Excel-Tabellen nebeneinander anzeigen und so bequem die Werte vergleichen. Für Einsteiger, die nur gelegentlich surfen oder ab und an eine E-Mail schreiben ist ein 22 Zoll großes Widescreen-Gerät sicherlich nicht nötig.

Glänzendes Spiegel-Display

Das Display ist nicht entspiegelt. Dies gehört zwar bei Notebooks und Monitoren, die mit dem Schlagwort "Multimedia" betitelt werden, fast zum guten Ton, birgt jedoch störende Effekte als Nachteil. Vor allem dunkle Flächen werden so schnell zum Kosmetikspiegel, insbesondere in Fensternähe oder bei ungünstigem Lichteinfall. Sehr positiv hingegen sind die leuchtenden, kräftigen Farben sowie der hohe Kontrast. Ebenso erfreulich ist die gleichmäßige Ausleuchtung des P223WBdh, lediglich oben und unten ist ein sehr schmaler, hellerer Streifen zu sehen – allerdings nur in verdunkelten Räumen und bei der täglichen Anwendung nicht bemerkbar. Als Werte für die Blickwinkel nennt Acer 170 Grad bei horizontaler Sicht und 160 Grad bei vertikalem Blick. Schaut der Anwender seitlich auf den Bildschirm, bleibt die Darstellung stabil, allerdings sind dann die Spiegelungen stärker wahrnehmbar. Bei einem Blick von oben oder unten verschlechtert sich das Bild etwas eher, wodurch sich jedoch keine Probleme ergeben.

Einfache Bedienung

Mit dem beiliegenden Hilfsprogramm kann der Nutzer mit einem Assistenten Schritt für Schritt verschiedene Einstellungen – wie Helligkeit, Kontrast und Farbkalibrierung – vornehmen und als Eigenschaften für unterschiedliche Zwecke abspeichern. Zusätzlich kann per On-Screen-Display darauf zugegriffen werden, um zum Beispiel zwischendurch schnell den Kontrast zu erhöhen. Dort lässt sich auch per Knopfdruck bestimmen, welches Signal der Monitor anzeigen soll, falls mehrere Quellen angeschlossen sind. Mit einem Klick auf die e-Taste öffnet sich zudem eine Auswahl voreingestellter Betriebsmodi, darunter Text, Standard, Graphics, Movie sowie eine benutzerdefinierte Einstellung. Die Bedienung ist selbsterklärend und daher problemlos möglich. Viele TN-Panel bieten eine kurze Reaktionszeit von acht oder fünf Millisekunden (ms). Beim P223WBdh liegt diese darunter, schließlich soll das Gerät auch Gamer ansprechen. Acer gibt sie mit zwei ms an, wozu allerdings auch gesagt werden sollte, dass die Hersteller in der Regel die Zeit für einen Farbwechsel von Grau zu Grau messen. Dieser Zeitraum ist kürzer als die Schaltzeit von Schwarz zu Weiß und wieder zurück. Mit einem Schlierentest-Programm wurde eine durchschnittliche Zeit von etwa 20 ms ermittelt – allerdings bei Farbwerten. Auch bei Spielen mit 50 Frames pro Sekunde (fps) machen sich daher noch keine nachglühenden Bildpunkte bemerkbar, lediglich Besitzer von Highend-Grafikkarten, die noch mehr fps erreichen, könnten davon etwas mitbekommen. Wie die meisten Monitore bringt auch dieser keinen Netzschalter mit und befindet sich daher immer im Standby-Betrieb, insofern der Stecker nicht gezogen wird. Der Stromverbrauch liegt laut Acer bei 49 Watt im Betrieb und bei maximal zwei Watt im Standby-Zustand.

Fazit: Ein Monitor, der kaum Wünsche offen lässt

Der P223WBdh kann mit einer guten Bildqualität und einem ansprechenden Look punkten, auch die Verarbeitung wirkt rundherum wertig. Wer häufiger Videos anschaut, wird sich über die satten Farben freuen, während Büro-Anwender problemlos zwei Websites oder Tabellen nebeneinander betrachten können. Auch Spieler kommen aufgrund der flotten Reaktionszeit nicht zu kurz. Besonders sticht allerdings der Standfuß hervor, mit dem das Gerät nach Belieben angepasst werden kann – sogar in der Höhe. Etwas verwunderlich für ein Multimedia-Modell: Es sind weder Lautsprecher noch USB-Anschlüsse vorhanden. Zwar gibt es auch 22-Zöller für unter 299 Euro, diese können jedoch meistens nicht mit diesem Maß an Ergonomie dienen.

Name: P223WBdh
Hersteller: Acer
Internet: www.acer.de
Preis: 299 Euro (UVP)
Technische Daten
Bildschirmdiagonale: 22 Zoll Breitbild; TN-Panel + CrystalBrite
Auflösung: 1.680 x 1.050 Bildpunkte bei 16,7 Mio. Farben
Eingänge: D-Sub, DVI mit HDCP, HDMI
Helligkeit: 300 cd/m² (Herstellerangabe)
maximaler Kontrast: dynamisch 2.500:1 (Herstellerangabe)
Schaltzeiten: 2 ms von Grau nach Grau (Herstellerangabe)
Blickwinkel: 170° horizontal/160° vertikal (Herstellerangabe)
Strombedarf: Betrieb: 45 W; Standby: < 2 W
Abmessungen: H x B x T: 40,0 x 51,8 x 17,7 cm
Gewicht: 7,0 kg
Garantie: 2 Jahre mit Pick-Up Service
Pro & Contra
extrem anpassungsfähig
Pivotfunktion
HDMI-Anschluss
Bildqualität
Hübsches Design
Gute Verarbeitung
Keine Lautsprecher
Kein USB-Anschluss
Spiegeleffekte können stören
Bewertung:
Helligkeit:(25%): gut
Blickwinkel (25%): befriedigend
Kontrast (20%): gut
Ergonomie (20%): sehr gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,05)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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