Testbericht

Firefox 3 im Test: Flotter Dreier setzt auf Sicherheit

Es ist geschafft: Der neue, schnellere Firefox in Version 3 ist da. Rund 15.000 Änderungen erleichtern das Surfen und bieten erheblich mehr Sicherheit. Der Downloadmanager erlaubt die Wiederaufnahme von abgebrochenen Downloads.

Firefox Logo© Mozilla Foundation

Mozilla hat die Veröffentlichung der neuen Dreier-Version des Firefox-Browsers mit einem öffentlichkeitswirksamen Weltrekordversuch, dem Download Day, verknüpft. Seit dem 17. Juni, 19 Uhr, steht Firefox 3 weltweit in 45 Sprachen zum Download zur Verfügung. Mozilla möchte mit den meisten Downloads einer Software innerhalb von 24 Stunden in das Guinness-Buch der Rekorde einziehen. Bisher zählte Mozilla bereits über sieben Millionen Downloads: Allein in Deutschland waren rund eine halbe Million Nutzer neugierig auf die neue Version. Der Rekordversuch endet am 18. Juni um 19 Uhr. Doch wie schlägt sich der neue Browser im Alltagstest? Onlinekosten.de hat den neuen Feuerfuchs auf eine erste Probe gestellt.

Schnelle Installation

Die Setup-Datei von Firefox 3 ist schnell heruntergeladen. Die Windows-Installationsdatei ist nur sieben Megabyte (MB) groß, die Linux-Version benötigt acht MB, das Apple System Mac OS X bringt es auf 17 MB. Die Installation ist auf dem Windows-Rechner in weniger als 30 Sekunden erledigt. Der neu aufgelegte Browser soll laut Mozilla neben einer Verbesserung der Performance vor allem auch mehr Komfort und mehr Sicherheit bieten.

Firefox 3 bietet eine Überprüfung von Add-Ons und Plugins auf Updates. Ältere und unsichere Versionen werden deaktiviert. Derzeit gibt es rund 5.000 Add-ons für Firefox. Nicht alle sind jedoch bereits mit der neuen Firefox-Version kompatibel.

Überarbeitete Adressleiste

Das Aussehen der Buttons wurde ein wenig überarbeitet, Nutzer der Vorversionen finden sich aber direkt zurecht. Firefox 3 passt sich dem jeweiligen Betriebssystem im Look und Feel an. Die Funktionalität der Adressleiste wurde erheblich überarbeitet. Ein Klick in das Favicon links neben der URL gibt dem Internetsurfer Informationen zur aufgerufenen Seite. Dieses Icon färbt sich grün, wenn eine Webseite ein verifiziertes SSL-Zertifikat zur Verfügung stellt.

Bei der Eingabe von URL-Adressen werden bereits früher aufgerufene Internetadressen für die Autovervollständigung angezeigt. Auch für Lesezeichen vergebene Schlagwörter können über die Adressleiste eingegeben werden und die zugehörigen Suchergebnisse werden in der Lesezeichenleiste angezeigt.

In der Adressliste fällt ein weißes Stern-Symbol ins Auge. Ein Klick darauf speichert die gerade aufgerufene Internetseite als Lesezeichen in dem Ordner Unsortierte Lesezeichen ab.

Optimierte Lesezeichenverwaltung

Bei einem weiteren Klick auf den nun gelb gefärbten Stern, öffnet sich ein neues Fenster zur Bearbeitung des aktuellen Lesezeichens. Für dieses können beliebig viele Schlagwörter vergeben werden, die mit Komma getrennt werden müssen. Später können die Lesezeichen in der Lesezeichen-Bibliothek verwaltet werden und in eigene Ordner verschoben werden. Lesezeichen können schnell über die Adressleiste aufgerufen werden, indem das Schlagwort, der Namen der Seite oder des Lesezeichens eingeben werden. Alte Lesezeichen aus früheren Firefox-Versionen wurden bei der Installation von Firefox 3 automatisch übernommen.

Firefox ganz groß

Was Nutzer des Browsers Opera schon länger kennen, ist nun auch mit Firefox möglich. Ganze Internetseiten oder wahlweise auch nur der Text können durch Halten der Steuerungstaste und Drücken der Tasten '+' oder '-' gezoomt werden. Dies ist sicherlich eine Hilfe für Internetsurfer, die Probleme mit zu kleinen Schriften und Bildern auf Webseiten haben.

Ein wenig versteckt ist eine Vereinfachung der Suche auf Webseiten. Nach Aktivierung der Funktion Suche bereits beim Eintippen starten in den erweiterten Einstellungen des Browsers, kann ein Suchbegriff eingegeben werden, wenn einfach auf irgendeine Stelle der Internetseite geklickt wird. Das gesuchte Wort wird direkt farbig markiert. Doch nicht nur an der schnelleren Bedienung und der Optik hat Mozilla gebastelt. Auch auf mehr Sicherheit beim Surfen haben die Entwickler Wert gelegt.

Warnung vor Malware-Webseiten

Eindringlich weist Firefox 3 mit einer großflächigen Warnmeldung vor dem Besuch von Webseiten, die dafür bekannt sind, Malware zu verbreiten. Mozilla hat Firefox mit Schutzfunktionen vor Viren, Würmern, trojanischen Pferden und Spyware ausgestattet. Stets aktuell gehaltene Listen verzeichnen gefährliche Webseiten und sperren diese für den Zugang.

Die von vielen Firefox-Nutzern als nervig empfundenen Pop-ups bei Passwortabfragen, können auf Wunsch abgestellt werden. Dezent taucht der Hinweis auf den Passwort-Manager nun am oberen Rand der Webseite auf.

Abgebrochene Downloads wieder starten

Der überarbeitete Download-Manager erlaubt nun auch die Wiederaufnahme von abgebrochenen Downloads. Dies ist auch nach Beenden der Firefox-Sitzung und erneutem Start des Browsers möglich. Zugleich liefert der Download-Manager detailliertere Angaben zu den heruntergeladenen Dateien. Bei selbstausführenden Dateien steht die Option "Zur Downloadseite gehen" zur Wahl, wenn nicht mehr klar war, von welcher Internetseite die Datei heruntergeladen wurde. Auch das Download-Datum und die Größe der heruntergeladenen Datei ist, falls bekannt, angegeben.

15.000 Verbesserungen in Firefox 3

Laut Angaben von Mozilla haben die Entwickler in 34 Monaten etwa 15.000 Verbesserungen in die neue Browser-Version eingebaut. Vieles läuft dabei auch im Hintergrund ab. Merklich schneller ist aber das Surf-Erlebnis, der Seitenaufbau verläuft auch dank der überarbeiteten Gecko-Rendering Engine flotter. Ein Blick in den Taskmanager zeigt auch nach mehrstündiger Benutzung, Öffnung von mehreren Browser-Fenstern und -Tabs, eine geringere Speicherbelastung als noch bei der Vorgängerversion an. Firefox 2 wurde nach einer gewissen Benutzungszeit recht schwerfällig: In der Dreier-Version ist selbst bei vielen geöffneten Tabs ein Wechsel zwischen den einzelnen Seiten ohne Zeitverzögerung möglich.

Insgesamt gesehen lohnt sich ein Update auf Firefox 3. Mozilla verschweigt jedoch in den Release Notes nicht, dass es auch noch einige Bugs gibt, die noch behoben werden müssen. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Die Veröffentlichung des Internet Explorers 8 lässt zwar noch auf sich warten, doch die zweite Beta wurde Anfang Juni zum Download freigegeben. Onlinekosten.de hatte die erste Beta bereits einem Test unterzogen.

(Jörg Schamberg)

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