Testbericht

Farbwahl: Creative Zen Nano Plus im Test

Creatives Kleinster gibt sich modisch und ist in zehn Farben erhältlich. Der MP3-Zwerg sieht aber nicht nur gut aus.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Wer die Wahl hat, hat die Qual: Creative bietet den Flash-Player Zen Nano Plus gleich in zehn verschiedenen Farben an. Da waren wir richtig froh, dass uns diese Entscheidung abgenommen wurde, die Farbe des Testgerätes konnten wir uns nicht aussuchen. Die Farbvarianz ist übrigens der einzige Unterschied zum Vorgänger Muvo N200. Unser Testmodell kommt im Festtags-Dress daher: ein schwarzer Player mit weißen Kopfhörern. Ziemlich schick. Schwarzmalen wollen wir bei unserem Test aber nicht.

Nanozwerg

Mit Maßen von 3,3 mal 6,5 Zentimeter bei einer Höhe von 1,3 Zentimetern ist der Zen angenehm klein. Dabei ist er einem Feuerzeug zum Verwechseln ähnlich. Zusammen mit einer AAA-Batterie als Energiespender bringt es der Zen auf 34 Gramm, das kann lediglich Apples funktionsarmer Shuffle toppen. Eine handelsübliche AAA-Batterie ermöglichte im Test eine Laufzeit von knapp zehn Stunden; laut dem Hersteller Creative soll es der Kleine auf bis zu 18 Stunden Spielzeit bringen.

Creative zeigt sich bei der Ausstattung spendabel: Der Zen kann nicht nur Musik spielen, sondern auch aufnehmen. Der Miniatur-Rekorder zeichnet per Mikrofon, Line-In oder aus dem Radio auf. Das Radio ist brauchbar, die Sender lassen sich automatisch suchen und abspeichern. Schade ist, dass der Zen Songs lediglich im WAV-Format aufnimmt, das kostet viel Speicherplatz.

Dreh Dich!

Das Display ist etwas klein geraten, reicht aber aus, um durch das gut strukturierte Menü zu navigieren. Bei der Bedienung ist ein kleines Plastikrädchen hilfreich, mit dem die Steuerung auch in der Hosentasche gut gelingt. Löblich ist auch, dass der Zen-Nutzer die wichtigsten Funktionen wie Play und Volume über separate Tasten steuern kann. Wer wenig Zeit hat, der dürfte beim Beladen des Zen seine Freude haben: Der Player benötigt weder Treiber noch Software und kann per Drag and Drop mit Musik befüllt werden. Dabei schaufelt er die Songs mit knapp drei Megabyte pro Sekunde auf den internen Speicher, ein Spitzenwert. Per Speicherkarte kann der MP3-Fan den Player zwar nicht erweitern, immerhin ist der Zen aber in drei unterschiedlichen Speichergrößen verfügbar: Mit 256, 512 oder 1024 Megabyte. Zumindest die Gigabyte-Version sollte auch eingefleischten MP3-Sammlern ausreichen.

Rechte managen

Abgesehen von Apples AAC-Format spielt das Modell alle wichtigen Formate wie MP3, WMA, WAV anstandslos ab. Auch mit Digital Rights Management (DRM) geschützte WMA-Dateien kommt das vielseitige Kerlchen klar. Dafür ist jedoch die Installation der mitgelieferten Media Source Software erforderlich. Erst nachdem das Programm aufgespielt ist, funktioniert das Beladen mit DRM-Songs problemlos.

Die Audiokonvertierungs-Software verwandelt Songs bei Bedarf in WMA oder MP3 mit beliebigen Bitraten und versieht sie auf Wunsch auch mit DRM-Schutz. Löblich sind auch die unterschiedlichen Abspielmodi: Auf Wunsch kann der Player ganze Ordner überspringen.

Spaßbremse

Der Klang des Nanozwerges ist nur mittelmaß. Durch die mitgelieferten Kopfhörer wird aufgrund des blechernden Klangbildes selbst der Lieblingssong unausstehlich. Die Kopfhörer haben keine Fernbedienung und sind wohl für die Ohren eines Riesen konzipiert; Musikfreunde mit normalen Lauschern dürften die Ohrstecker schon beim Kopfnicken aus den Ohren rutschen. Der Kauf von höherwertigen Kopfhörern ist daher angeraten.

Schlecht ist auch der Equalizer: die individuelle Einstellung ist aufwendig und hat nur geringe Auswirkungen auf den Klang. Die voreingestellten Klangfarben wie Jazz oder Classic wollen nicht richtig zur entsprechenden Musikrichtung passen. Eine zusätzliche Bassanhebung gibt es nicht. Unterwegs gibt der Player ein gutes Bild ab. Mit dem mitgeliefertem Tragegurt geben sich auch Jogger zufrieden, und wissen insbesondere das geringe Gewicht zu schätzen. Das Miniatur-Display ist beim Laufen allerdings keine Hilfe.

Günstig & portabel

Der Zen Nano Plus ist sehr günstig: Mit 512 Megabyte kostet er rund 100 Euro, die Variante mit einem Gigabyte ist für 140 Euro zu haben. Billigheimer greifen zur 256 Megabyte-Version für etwa 75 Euro. Wer den Zen auch als USB-Stick nutzen möchte, sollte beachten, dass der Player ein USB-Kabel für die Verbindung zum PC benötigt.

Fazit: Grundsolide

Klein, leicht, einfach. Der Zen Nano Plus macht seine Sache gut, ist dabei jedoch kein Klangwunder. Großer Schwachpunk sind die schlechten Kopfhörer; erfreulich die vielen Funktionen und das geringe Gewicht.



Wertung
leicht und klein
einfache Bedienung
viele Funktionen
schlechte Kopfhörer
Gewicht/Maße: gut
Laufzeit: befriedigend
Funktionen: gut
Bedienung: gut
Klang: befriedigend
Kopfhörer: mangelhaft
Formatunterstützung: gut
Gesamturteil: "befriedigend"

Preis/Leistung: "gut"




Creative Zen Nano Plus
Lieferumfang: Player, Kopfhörer, Tragegurt, USB-Kabel, MediaSource-Software
Gewicht: 22 Gramm (ohne Akku), ca. 34 Gram (mit Akku)
Maße: 33.5 x 65.5 x 13.0 mm
Display: zweifarbiges LCD-Display (96 x 32 Pixel)
Formate / DRM: MP3,WMA - bis 320 KBit/s / ja
Energieversorgung: AAA-Batterie
Laufzeit: knapp 10 Stunden
Speicher/Erweiterung: 256 MB, 512 MB, 1 GB, 2 GB (intern)/ nein
Preis: 256 MB: 75 Euro, 512 MB: 100 Euro, 2 Gigabyte: rund 140Euro
Zubehör: -
Ausstattung: Radio, Mikrophon, Line-in-Aufnahme

(Klaus Wiesen)

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