Testbericht

Falk F10: Das "schlaue" Navi im Test

Das Falk-Navigationsgerät ist lernfähig: Schnellere "Geheimrouten" werden gepspeichert und können anderen Nutzern online zur Verfügung gestellt werden. Onlinekosten.de testete das F10 in der Praxis.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Navigationsgeräte waren einer der Trends im vergangenen Jahr. Als mobile Navigationshilfen sind sie mittlerweile überall anzutreffen. Längst sind die elektronischen Routenplaner mehr als nur einfache Wegweiser. Falk hat sein aktuelles Topmodell Falk F10 als "lernendes" Navi präsentiert. Die Redaktion von onlinekosten.de konnte das F10 ausführlich in der Alltagspraxis testen.

Übersicht

1. Display und Halterung
2. TMC und SplitScreen
3. Schlaue Routenführung
4. Sprachsteuerung
5. Updates und Fazit

4,3-Zoll Display

Das Falk Navigationsgerät F10 präsentiert sich in schwarzem Klavierlack-Gehäuse und bringt es mit Abmessungen von 118x83x17 Millimeter auf ein Gewicht von 190 Gramm. Es liegt leicht in der Hand und kann auch von Fußgängern zur Navigation im Großstadtdschungel genutzt werden. Das 4,3-Zoll große Touchscreen-Farbdisplay zeigt ein gutes, klares Bild und ist mit den Fingern bedienbar. An der Unterseite des Navis finden sich ein Mini-USB-Anschluss sowie der Anschluss für die zusätzliche Wurfantenne zur Verstärkung des TMC/TMCPro-Signals für Verkehrsmeldungen. Die Wurfantenne wird aber eher selten benötigt, auch ohne ist der TMC-Empfang möglich.

Praktische Halterung per Magnet

Auch der Steckplatz für bis zu zwei Gigabyte große Speicherkarten hat seinen Platz an der Unterseite des Gehäuses. Zudem hat Falk dort den Ein/-Ausschalter als Schiebeknopf platziert.

Die Rückseite des F10 zeigt sich schmucklos und verfügt über einen Magneten, mit dem das Navi schnell und effektiv an der Gerätehalterung befestigt werden kann. Dies hat sich im Test als sehr praktisch erwiesen. Auf der Oberseite des Gerätes kann das F10 per Knopfdruck in den Standby-Betrieb versetzt werden.

Das Navi aus dem Hause Falk fährt nach dem Einschalten relativ zügig hoch. Wurde das F10 aus dem Standby-Betrieb gestartet, so zeigt sich dem Nutzer zunächst eine Bildschirmsperre in Form eines Schlosses, das ein wenig frickelig mit dem Finger nach unten gezogen werden muss.

Bei der Menügestaltung auf dem Widescreen-Display wurden alle Ecken ausgenutzt. Rechts unten steht per Knopfdruck ein Schnellmenü mit verschiedenen Einstellungen zur Verfügung.

TMC und SplitScreen-Option

Der Aufruf dieses Menüs ist aber eher ein wenig träge und hält nicht ganz das, was der Name verspricht. Zudem lassen sich die Sprachsteuerung, das Bluetooth-Portal, die Ansichtsart, der FM-Transmitter oder die Lautstärke nur über relativ kleine Touchscreen-Symbole einstellen.

Auch das TMC kann hier aktiviert werden. Ein farbiger Balken gibt Auskunft über die aktuelle Verkehrslage und eventuelle Stauungen auf der ausgewählten Route. In einem solchen Fall poppt ein Fenster mit weiteren Details auf, eine Stauumfahrung kann gewählt werden. Zudem erlaubt ein Splitten der Bildschirmanzeige mit einem zusätzlichen kleinen Fenster auf der rechten Seite eine größere Übersicht über die derzeitige Position auf der Karte.

Detaillierte Kartenanzeige

Oben rechts werden die für die Routenplanung wichtigen Daten wie Fahrtdauer, voraussichtliche Ankunft am Ziel oder Geschwindigkeit eingeblendet. Auch Informationen zum Ladestatus des Lithium-Ionen-Akkus und der Stärke des GPS-Signals sind hier zu finden.

Die farbige Kartenanzeige selbst ist sehr detailliert. Die eingestellte Standard-Zoomstufe ermöglicht einen ausreichend weiten Blick auch auf die an der Fahrroute liegenden Straßen oder Städte (bei Autobahnfahrten). Zur Wahl stehen eine 2D- oder 3D-Ansicht.

Falk nutzt das aktuelle Kartenmaterial 2009-1 von Navteq. Im Test zeigten sich jedoch teilweise Lücken in den Kartensätzen. Routen zu bestimmten Adressen konnten nicht bis zum Fahrtziel berechnet werden, sondern stoppten wenige hundert Meter vor dem Ziel. Ansonsten war die Zielführung aber sehr genau. Mittels Text-to-Speech werden auch Straßennamen angesagt, was die Navigation zusätzlich erleichtern kann. Bis zu 30 Tage nach dem Kauf des Falk F10 kann ein Gutschein für aktuelle Karten-Updates über zwei Jahre eingelöst werden. Danach wird der reguläre Preis von 99,95 Euro fällig.

Vierseitiges Hauptmenü

Das Hauptmenü des F10 besteht aus vier Bildschirmseiten. Die wichtigste Funktion hier ist natürlich die Adresseingabe. Diese erfolgt wahlweise per virtueller Touchscreen-Tastatur oder per Sprache. Das gewünschte Ziel kann durch Eingabe des Ortsnamen oder der Postleitzahl ermittelt werden. Routen können für die Fahrt per PKW, per Motorrad, per Fahrrad oder für Fußgänger berechnet werden.

Umständlich ist allerdings die Ermittlung von Routenalternativen: hier muss die Eingabeprozedur noch einmal durchgeführt werden.

Schlaue Streckenführung als Besonderheit

Vier Routenoptionen für eine optimale Streckenberechnung stehen zur Verfügung: Schlau, schnell, kurz und ökonomisch. Die Wahl der Einstellung "schlau" ist es, die die Vorteile des F10 erst ausspielt. Der Navi-Nutzer wird hierbei aufgefordert, Wochentag und Uhrzeit für die Berechnung anzugeben. Das wahrscheinliche Verkehrsaufkommen wird dann in Abhängigkeit von diesen Angaben bei der optimalen Routenberechnung mit einbezogen. Dazu greift das F10 auf bereits für Deutschland erhobene Daten zurück. Diese können von Falk-Kunden ständig aktualisiert werden, denn die Geschwindigkeit auf Fahrstrecken von bis zu 1.000 Fahrkilometern werden automatisch protokolliert.

Fährt der Fahrer dabei "Geheimstrecken", die sich entgegen der zunächst von Falk empfohlenen Route als schneller erweisen, werden diese Strecken von Falk gespeichert. Im Test riet das Falk-Navi zu einer zwölf Kilometer längeren Strecke, die wirklich gefahrene Alternative war nicht nur kürzer, sondern auch zeitlich nahezu gleich schnell. Der Fahrer muss dann hin und wieder selbst abwägen, ob er bereit ist, für eine Zeitersparnis von etwa zwei Minuten einen Umweg von mehr als zehn Kilometern zu machen.

Die so erhobenen Daten können in anonymisierter Form an Falk übermittelt werden, wo eine entsprechende Auswertung erfolgt. Dadurch profitieren auch alle anderen Falk-Kunden von den aktualisierten und optimierten Routenberechnungen, die Falk nach eigenen Angaben monatlich kostenlos zur Verfügung stellt.

Nach erfolgter Routenberechnung wird die Fahrstrecke zunächst auf einer kleinen Übersichtskarte komplett angezeigt. Über den Button Navigation startet dann die Routenführung mit klar gesprochenen Anweisungen. Wahlweise steht "Sandra" als weibliche oder "Peter" als männliche Stimme zur Verfügung. Häufig verwendete Fahrstrecken können zudem als Favoriten festgelegt werden.

Integrierter Fahrspurassistent

Ein Feature des F10 ist ein Fahrspurassistent, der mit Pfeilen am unteren Bildschirmrand das richtige Abbiegen an Autobahnkreuzungen erleichtert. Rechtzeitig vor einer Ausfahrt gibt das Navi zudem einen entsprechenden Hinweis per Sprachausgabe.

Integriert ist auch der individuell erweiterbare Falk Travel Guide 2.0. Darin finden sich Marco Polo Insider-Tipps für Hunderte von Städten sowie Angaben zu über einer Million Points of Interest (POIs). Zum Multimedia-Paket des F10 gehören auch die Nutzung als MP3- und Video-Player sowie als Währungsrechner oder Übersetzer. Integrierte Spiele sorgen zudem für kurzweilige Unterhaltung auf langen Routen.

Sprachsteuerung noch verbesserungswürdig

Die Sprachsteuerung für die Zieleingabe und für die Eingabe von Telefonnummern kann über das Schnellmenü aktiviert werden. Die nutzbaren Steuerbefehle werden unten am Display angezeigt. Erfreulicherweise gab es im Test nicht bei jeder Spracheingabe eine Rückfrage. Die Trefferquote der Sprachsteuerung zeigte sich damit zwar besser als bei Geräten von manch anderem Hersteller, erwies sich aber dennoch nicht als wirklich zufriedenstellend. Im Test war eine "manuelle" Bedienung schneller als per Sprachsteuerung.

Via Bluetooth Freisprechfunktion hilft das F10 beim stressfreien Telefonieren. Auch einen FM-Transmitter hat Falk dem F10 spendiert.

Im Lieferumfang des F10 findet sich neben der Halterung mit breitem Saugnapf und Unterdruck-Klickschalter zur Befestigung an der Windschutzscheibe auch ein 12-Volt Autoladekabel, ein Netzteil, ein USB-Ladestecker, eine TMC-Wurfantenne, eine DVD mit Kartenmaterial und dem Falk Navi-Manager sowie ein Gutschein für ein zweijähriges Falk Karten-Abo mit bis zu vier kostenlosen Kartenupdates.

Software-Update mit neuen Features

Im Mai hat Falk zum optionalen kostenlosen Download weitere Features für die Navigationsgeräte der F-Serie bereitgestellt, die allerdings nicht mehr im Test berücksichtigt wurden. Die nun erhältliche neueste Navigationssoftware Falk Navigator 9 bietet unter anderem auch mit dem Echt-Sicht Modus eine realitätsnahe Darstellung von Autobahnkreuzen und Ausfahrten.

Neu ist auch ein Diebstahlschutz mit PIN-Eingabe. Inzwischen ist das F10 in der Silver-Edition auch mit silbernem Gehäuse verfügbar.

Fazit: Schlaues Navi mit sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis

Das Falk F10 ist ein komfortabel ausgestattetes Navigationsgerät, das insbesondere mit der innovativen Lernfunktion punkten kann. Trotz leichter Abstriche bei der Navigation, der Sprachsteuerung und dem etwas trägen Schnellmenü ist das Navigationsgerät von Falk dennoch ein gut gelungener Routenplaner mit zahlreichen Zusatzfeatures wie einem Reiseführer und der Nutzung als MP3-Player.

Mit einem Preis von unter 300 Euro inklusive zweijährigem Kartenupdate verfügt das Falk F10 über ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis und kann sehr gut mit den Navigationsgeräten der Konkurrenz in dieser Preisklasse mithalten.
Name: Falk F10
Hersteller: Falk
Internet: www.falk.de
Preis: ab knapp 260 Euro in Online-Shops, 299,95 Euro direkt im Falk-Shop
Technische Daten
Abmessungen: 118x83x17mm
Gewicht: ca. 190 Gramm
Display: 4,3-Zoll Touchscreen-Farbdisplay (Antireflex)
Steckplatz Schacht für SD/MMC-Karte (max. 2 GB)
Speicher: 3 Gigabyte
Betriebssystem: Software für Windows XP und Vista
Navigationssoftware: Falk Navigator 8
Lieferumfang: F10, Gerätehalterung, Autoladekabel (12/24V), TMC-Wurfantenne, USB-Sync-Kabel, Netzteil (100 – 240V), Kurzanleitung, Falk Navi-Manager inkl. ActiveSync + ausführliche Handbücher, Content-DVD mit Kartenmaterial (44 Länder in West- und Osteuropa) und POIs
Anschlüsse: Mini-USB (USB 2.0)
Pro & Contra
lernfähig
Gutschein für zweijähriges Kartenupdate
Gute graphische Darstellung
Umfangreicher Reiseführer
Praktische Haltevorrichtung mit Magneten
Teils ungenaues Kartenmaterial
Sprachsteuerung nicht ganz ausgereift
Aufruf des Schnellmenüs mit Verzögerung
Bewertung:
Navigation (30%): gut
Ausstattung (30%): sehr gut
Bedienung (20%): gut
Display (20%): sehr gut
Preis-Leistung: sehr gut
Gesamtnote gut (1,5)

(Jörg Schamberg)

Weiterführende Infos zum Thema:

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