Testbericht

EasyNote XS: Eee PC-Konkurrent im Test

Nicht nur Asus hat ein Mini-Notebook im Programm: Auch Packard Bell bietet mit dem EasyNote XS einen besonders kleinen Rechner an. Die Redaktion von onlinekosten.de hat das Fliegengewicht mit VIA-Prozessor getestet.

Nicht nur Asus hat ein Mini-Notebook im Programm: Auch Packard Bell bietet mit dem EasyNote XS einen besonders kleinen Rechner an. Die Redaktion von onlinekosten.de hat das Fliegengewicht mit VIA-Prozessor getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Während Asus mit dem Eee PC weltweit Erfolge feiert, drängen auch andere Hersteller mit Ultra Mobile PCs (UMPCs) oder ähnlichen Mini-Notebooks auf den Markt, um die Kundschaft für sich zu gewinnen. Einer von ihnen ist Packard Bell, der mit dem EasyNote XS einen Rechner mit Windows XP herausgebracht hat, der ebenso klein und leicht ist wie der Asus-Winzling. Die Redaktion von onlinekosten.de hat einen Blick auf den Laptop mit 7-Zoll-Display geworfen.

Taschenrechner mit Windows XP

Kompakt ist das Stichwort beim EasyNote XS. So ist zum Beispiel der Verpackungskarton schon kleiner als ein herkömmliches 15,4-Zoll-Notebook. Im Lieferumfang sind ein sehr ausführliches Handbuch, der Akku, ein Netzteil und eine schwarze Tasche aus Veloursleder enthalten, die das Gerät beim Transport schützt. An Software liefert Packard Bell Symantec Norton Internet Security und Photo Impact 10SE mit, als Betriebssystem kommt Windows XP zum Einsatz, das etwas über eine Minute zum Booten benötigt. Mit den Maßen von 23x17,1x2,94 Zentimetern und dem geringen Gewicht von 925 Gramm ist das XS ähnlich klein und leicht wie der Eee PC von Asus und passt daher bequem in die Hand- oder Aktentasche.

Prozessor von VIA

Größer ist im Vergleich zur Konkurrenz jedoch die technische Ausstattung. Das Gerät basiert auf dem Nanobook-Referenzdesign von VIA. So werkelt in dem mattschwarzen, etwas klobigen, aber stabilen Gehäuse ein VIA C7-Prozessor mit 1,2 Gigahertz (GHz). Dazu gibt es ein Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und eine 1,8-Zoll-Festplatte mit einer Kapazität von 30 GB. Dies liegt zwar weit unter dem Notebook-Durchschnitt, reicht aber im Gegensatz zum Eee PC, der mit vier GB auskommen muss, aus, um einige Videos, Programme, Musiktitel und sonstige Daten zu sichern. Die Grafiklösung stammt ebenfalls von VIA und greift auf bis zu 64 Megabyte (MB) des Hauptspeichers zu. Für Computerspieler ist diese Lösung logischerweise nichts, im Test reichte die Grafik aber für eine Partie Warcraft 3 aus.

Klappt man das EasyNote XS zum ersten Mal auf, beginnt die Suche nach dem Touchpad: Statt unter der Tastatur hat Packard Bell die berührungsempfindliche Fläche nach oben rechts verbannt, die Tasten für den Rechts- und Linksklick befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite. So ist es für Rechtshänder etwas ungewohnt, mit der linken Hand zu klicken, vor allem, wenn der Rechner auf dem Tisch steht. Nutzt man den kleinen PC unterwegs und hält ihn in der Hand, ergibt diese ungewohnte Anordnung jedoch durchaus einen Sinn. Das Touchpad ist dabei ebenso "XS" wie die Modellbezeichnung – kleiner als ein Euro-Stück. Aufgrund des kleinen Displays stellt dies jedoch kein Problem dar. Ähnlich ungewöhnlich wie die Anordnung von Touchpad und Maustasten ist die Tastatur, der leider die rechte Umschalttaste fehlt. So ist es umständlicher, einen Text unter Beachtung der Groß- und Kleinschreibung zu tippen – wirklich schade für alle, die das 10-Finger-Schreiben beherrschen und den Laptop zum mobilen Arbeiten nutzen möchten. Ansonsten ist die Tastatur gut verarbeitet und leichtgängig, allerdings vor allem für größere Hände etwas klein geraten.

Gutes Display inklusive Webcam

Genau wie der Eee PC bietet auch das XS ein 7-Zoll-Display mit einer Auflösung von 800x480 Pixel. Sollten bei bestimmten Anwendungen nicht alle Buttons sichtbar sein oder Websites unvollständig angezeigt werden, kann man mit einer Tastenkombination die Auflösung temporär erhöhen. Je nachdem sind dann allerdings Texte schlechter lesbar. Insgesamt liefert das Display ein kontrastreiches, scharfes Bild mit kräftigen Farben und ist aufgrund der matten Oberfläche auch draußen sowie bei Sonnenschein gut zu lesen. Darüber hinaus ist am rechten Bildschirmrand eine Webcam mit einer Auflösung von 1,3 Megapixel integriert, die Schnappschüsse vor dem Rechner und zusammen mit dem Mikrofon auch Videochats ermöglicht.

Mit DVI-Anschluss und Bluetooth

Ein Laufwerk ist aufgrund mangelnden Platzes nicht mit an Bord. Wer mag, kann jedoch ein externes Gerät über einen der beiden USB-Ports anschließen. Diese liegen recht eng beieinander – ein breiterer USB-Stick beansprucht daher gleich den Platz für zwei Geräte. Außerdem befinden sich ein 4-in-1 Speicherkartenleser und ein DVI-Anschluss an der Seite, sodass sich auch ein Monitor verbinden lässt. Zu den Kommunikationsschnittstellen zählen Bluetooth, ein LAN-Anschluss und WLAN nach den Funkstandards 802.11 a/b/g. Außerdem ist das XS mit zwei Lautsprechern ausgestattet, zwischen denen der Akku sitzt. Diese liefern einen ausreichend lauten Klang, jedoch erwartungsgemäß ohne Bass. Das Mini-Notebook arbeitet im Office-Betrieb anfangs sehr leise. Nach längerem Einsatz, im Videobetrieb sowie bei voller Auslastung surrt der Lüfter lauter und gibt einen eher unangenehmen, hohen Ton von sich. Die Akkulaufzeit liegt laut Hersteller bei bis zu vier Stunden. Mit der Software Battery Eater wurden folgende Zeiten ermittelt: Im Classic Test, der in etwa der kürzesten Laufzeit entspricht, erreichte das XS ohne Energiesparoptionen eine Stunde und 58 Minuten. Der Readers Test – die maximale Betriebsdauer – lieferte mit Stromspareinstellungen, aber eingeschaltetem Display, drei Stunden und 20 Minuten. Wenn sich der Bildschirm bei Inaktivität automatisch abschaltet, lässt sich die Laufzeit weiter verlängern. Während sich das Notebook im Office-Betrieb kaum erwärmte, heizte sich unter Vollast vor allem die Unterseite deutlich auf.

Fazit: Kleiner, leichter, günstiger

Mit dem EasyNote XS hat Packard Bell einen Rechner entwickelt, der nicht nur kleiner und leichter, sondern mit einer unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) von 599 Euro auch günstiger ist als ein herkömmliches Subnotebook. Zwar kostet der stabile Mini-Computer mit dem hochwertigen Display doppelt soviel wie der Eee PC, ist dafür jedoch auch besser ausgestattet. Für Spieler ist das XS nicht zu gebrauchen, bringt aber alles mit, was man für Büroarbeiten und zum Surfen benötigt. Leider stört im Office-Betrieb die fehlende rechte Umschalttaste. Über die kleine Tastatur kann man sich nicht beschweren, schließlich soll das Notebook vor allem kompakt sein.

Name: EasyNote XS
Hersteller: Packard Bell
Internet: www.packardbell.de
Preis: UVP 599 Euro
Technische Daten
Prozessor: VIA C7-M mit 1,2 GHz
Grafikkarte: S3G UniChrome Pro II GP mit bis zu 64 MB
Bildschirm: 7 Zoll WXGA (800 x 480 Pixel)
Batterie: Li-Ion Akku 2200 mAh, Laufzeit: 118 Minuten unter Vollast, 200 Minuten maximal (Display eingeschaltet)
Speicher: 1 x 1,0 GB DDR-2
Festplatte: 30 GB
Laufwerk: keins
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: 100 Mbit-LAN, WLAN (802.11 a/b/g), Bluetooth
Betriebssystem: Windows XP
Abmessungen: 23 cm x 17,1 cm x 2,94 cm, 925 Gramm
Anschlüsse: 2 x USB, DVI, Kopfhörer, Mikrofon, Kartenleser
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
klein und leicht
stabiles Gehäuse
gutes Display
integrierte Webcam
DVI-Ausgang
nur zwei USB-Ports
keine Standard-Tastatur
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): befriedigend
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): gut
Verarbeitung (10%): sehr gut
Gesamt: gut (2,35)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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