Testbericht

Duracell MyGrid im Test: Nichts für breite Finger

Schickes Design und Schluss mit Kabelknäueln: Auf den ersten Blick hört sich das gut an. Ob das Handy-Ladepad von Duracell hält, was es verspricht, zeigt der Redaktionstest.

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Es nervt und scheint doch unerlässlich: Seit sich in Büro und Haushalt Handys und mp3-Player stapeln, tummeln sich an Steckdosen und in Schubladen die schwarzen Kabelknäuel. Sie münden in unscheinbare Würfel, die man auf den ersten Blick kaum zuordnen kann. Die Rede ist von Ladegeräten. Und wo ein Bedarf besteht, lässt die Industrie sich rasch ein Angebot einfallen.

Drei schwarze Mäntel und ein Clip

Der Batterie-Hersteller Duracell geht mit dem Sammel-Lader MyGrid auf den Markt. Die Idee: Eine Silberplatte statt drei Akkus. Bis zu vier Handys oder Player drauflegen - und schon kann der Strom fließen. Onlinekosten hat die "Platte geputzt", nämlich ausgepackt und durchleuchtet.

Die Packung von der Größe einer Aktentasche verheißt nichts Gutes: Bei knappem Wohnraum wird es wohl eng für solch ein ausladendes Gerät. Die Sorge ist jedoch unbegründet, denn den Platz im Kartonbauch teilt sich das Gerät mit vier Extra-Päckchen für Adapter in Form von Clips und Gummi-Mänteln, jeder mit eigener Gebrauchsanleitung.

Blackberry-Modelle sind gut versorgt: Für sie sind gleich zwei Gummihüllen ("Power-Sleeves") für Pearl und Curve enthalten. Eine weitere ist fürs iPhone reserviert. Der Power-Clip soll alle übrigen Modelle bedienen, die über einen Mini-USB-Anschluss verfügen.

Zunächst ist alles ganz einfach: Die 152 Gramm schwere und etwa 17 x 15 Zentimeter große Platte wird an der Steckdose geparkt. Nun gilt es, den Produkten ihre Hüllen zuzuordnen – das ist schon etwas aufwändiger. Das iPhone steckt jedoch rasch in seinem Gummi-Kleid und liegt mit den vier Kontaktpunkten rücklings auf der silber glänzenden Fläche.

Der Strom fließt und voilá – die geschickt verteilten Kontaktpunkte sorgen für einen geschlossenen Stromkreis und wenig Energieverschwendung. Das Berühren der Oberfläche ist dabei trotzdem ungefährlich. Und die Handys können laut Duracell auch nicht überladen werden.

Beim Nokia N95 wird's kompliziert: Der Powerclip muss erst montiert werden – und das ist nichts für große Hände. Auf der Ladeplatte tut sich anschließend trotzdem nichts – Ladevorgang Fehlanzeige.

Auch das HTC Wildfire und das HTC Desire gehen leer aus. Grund: Der Powerclip passt nicht. Das ist schade, denn das Grid soll doch laut Beschreibung mit allen Mini-USB-Port-Handys fertig werden.

Aber noch geben wir nicht auf: Im iPhone-Sleeve lässt sich doch sicher auch ein iPod laden. Auch wenn das zierliche Gerät im dicken Gummi-Hemd geradezu schwimmt: Es klappt. Allerdings nicht auf Anhieb. Sorgfältig schieben wir das Gerät über die Platte, bis der ersehnte grüne Ladebalken erscheint.

Unser Fazit: Kein Allheilmittel

Eine Wunderwaffe gegen Kabelknäuel ist das MyGrid nicht. Das Gerät nutzt Strom effizient, kann aber dennoch nicht überzeugen. Das Laden per "Power Sleeve" funktionierte zwar im Test der Clip sorgte aber eher für Enttäuschungen. Außerdem erspart das Hantieren mit den Hüllen im Aschenputtel-Look kaum Zeit im Vergleich zum herkömmlichen Einzel-Akku.

Zu beachten ist auch, dass es nicht möglich ist, wie auf der Verpackung versprochen, vier Geräte auf die Platte zu legen, wenn zwei davon größer als ein iPod oder iPhone sind. Trotz des schlanken Designs: Die 80 Euro sind woanders sicher ebenso gut investiert. Zumal wir laut Medienberichten im nächsten Jahr sowieso vom Kabelsalat erlöst werden sollen. Und dass sich die Produkt-Webseite http://www.mygridproduction.com nicht öffnet, trägt auch nicht zum guten Gesamteindruck bei.

Name: Duracell myGrid Ladegerät
Hersteller: Duracell
Internet: http://www.mygridproduction.com
Preis: ca. 80 Euro
pro Zusatzhülle 30 Euro
Zusatzclip 30 Euro
Geeignet für: iPhone, iPod Touch, Blackberry Pearl/Curve, div. Nokia-, HTC-,Motorola- und Sony Ericsson-Modelle, sowie Mini-USB, Mikro-USB
Lieferumfang: Ladehüllen für iPhone, Blackberry Curve, Blackberry Pearl, ein Mini-USB Ladeclip
Garantie: 2 Jahre
Energieleistung: 15 Watt maximal
Stromspannung: 15 Volt
Erhältlich: ab sofort
Alternativen: idapt-i4 von Inoitulos
PowerPad von Gear4
V-Man Home Station von Varta
Pro & Contra:
Strom sparend
Schutz vor Überladung
Automatisches Abschalten bei Berühren und Flüssoígkeit-Kontakt
Wenig Wärme-Entwicklung
Schlankes Design
PowerClip funktionierte im Test nicht
Umständliches Hantieren mit Hüllen und Clip
Angaben in Beschreibung nicht korrekt
Zu klein für vier Geräte
Kein Kippschalter
Keine Anzeige für beendeten Ladevorgang
Unterstützt keine Kompakt-Kameras
Bewertung:
Bedienung (50%): ausreichend
Ausstattung (30%): befriedigend
Verarbeitung (20%): gut
Gesamtnote befriedigend (3,3)
Preis-Leistung: ausreichend

(Dorothee Monreal)

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