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Dell XPS 13 Test: Ultrabook aus Alu, Carbon & Glas

Das XPS 13 ist eines der ersten Ultrabooks mit Intel Smart Connect: Im Schlaf wacht es regelmäßig auf, um keine E-Mails und Netzwerk-News zu verpassen. Wie das massive 13,3-Zoll-Notebook in der Praxis abschneidet, zeigt unser Test.

Das XPS 13 ist eines der ersten Ultrabooks mit Intel Smart Connect: Im Schlaf wacht es regelmäßig auf, um keine E-Mails und Netzwerk-News zu verpassen. Wie das massive 13,3-Zoll-Notebook in der Praxis abschneidet, zeigt unser Test.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Im Herbst vergangenen Jahres, als sich der Marktstart der ersten Ultrabooks abzeichnete, berichtete das "Wall Street Journal", dass Dell nicht vorhabe, "Apples Beispiel zu folgen oder gedrängt durch Intel ein Ultrabook zu entwickeln". Doch die Zeiten haben sich geändert: Ein Hersteller nach dem anderen gab zwischen Jahreswechsel und CES im Januar seinen Einstand im Ultrabook-Geschäft – auch Dell. In der XPS-Reihe der Texaner waren mit dem XPS 14z und XPS 15z ohnehin bereits zwei schlanke und leistungsstarke Laptops vertreten und der Sprung zu einem kleineren Modell, das Intels Ultrabook-Kriterien erfüllt, nicht mehr weit. Das Gerät nennt sich XPS 13 und ist seit der vergangenen Woche auch in Deutschland erhältlich. Worin unterscheidet sich Dells Ultrabook von seinen Mitstreitern? Wir haben das neue Metall-Notebook getestet.

Dell XPS 13 Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Schnittstellen und Display
  • Seite 2: Eingabegeräte, technische Daten und Leistung
  • Seite 3: Akkulaufzeit, Fazit und Test-Tabelle

Überzeugt mit hochwertigem Alu-Gehäuse

Dass das Dell Ultrabook mit den zwei größeren XPS-Modellen verwandt ist, zeigt sich bereits bei der Verpackung: Das XPS 13 wird in einem ebenso hübschen, schwarzen Karton angeliefert. Offenbar wollen die OEMs den Käufern ihrer Ultrabooks direkt das Gefühl vermitteln, ein Premiumprodukt erworben zu haben, denn auch Asus packt seine Ultrabooks standesgemäß ein. Das XPS 13 ist mit einem Gewicht von 1,36 Kilogramm so leicht wie Apples großes MacBook Air und andere Ultrabooks aus der 13-Zoll-Klasse. Dennoch hat der Hersteller nur für die gummierte und somit rutschfeste Unterseite zur leichten Carbonfaser gegriffen. Deckel und Rahmen des Bodys bestehen aus Aluminium, das aus einem Stück gefräst wurde. Damit sieht das Gehäuse sehr hochwertig aus und ist außerdem stabil: Wer den Laptop schließt und auf den Deckel drückt, wird feststellen, dass er so gut wie nicht nachgibt. Auch an den abgerundeten Ecken leistet sich die Verarbeitung keine Patzer, zu spitze Stellen oder Grate sind nicht zu befürchten. Zudem haben Fingerabdrücke so gut wie keine Chance.

Viele Extras, kaum Schnittstellen

Bezüglich der Schnittstellen hat sich Dell für eine Aufteilung auf die Seiten entschlossen. Links befinden sich neben dem Anschluss für das kleine und leichte Netzteil ein USB-2.0-Port und ein Kopfhöreranschluss, während die rechte Seite USB 3.0 und einen Mini-DisplayPort hinzufügt. Weitere Grafikausgänge gibt es nicht. Soll ein Flachbildfernseher per HDMI- oder ein Monitor per DVI-Kabel verbunden werden, ist ein Adapter erforderlich. Diese gibt es bei Dell zu Preisen zwischen 20 und 40 Euro pro Stück zu kaufen. Auch Bildschirme mit DisplayPort herkömmlicher Größe benötigen einen Adapter. Eine andere Möglichkeit ist es, auf Intel Wireless Display zurückzugreifen, falls der anzuschließende Bildschirm entsprechend ausgerüstet ist. Ebenfalls nicht von außen sichtbar: Das XPS 13 ist eines der ersten Ultrabooks mit Intel Smart Connect. Wird es in den Schlafmodus versetzt, wacht es regelmäßig kurz auf, um den Eingang neuer E-Mails und Status-Updates aus sozialen Netzwerken abzufragen. Hierzu muss natürlich der WLAN-Empfang eingeschaltet werden. Des Weiteren befindet sich Bluetooth an Bord, ein LAN-Kabel lässt sich wiederum nur via Adapter verbinden. Die fünf kleinen LEDs und der schwarze Knopf neben dem USB-3.0-Port dienen zur Anzeige des Akkufüllstands. Auch wenn das Notebook ausgeschaltet ist, gibt die Taste Auskunft über die verbleibende Energie, so wie es die Serienkollegen 14z und 15z vorgemacht haben.

Display mit "Gorilla"-Glas

Obwohl Dells Ultrabook mit einem 13,3-Zoll-Bildschirm ausgestattet ist, hat es mit 316x205x6 bis 18 Millimetern nur etwa DIN-A4-Ausmaße und ist fast genauso kompakt wie ein 11,6-Zoll-Subnotebook. Der Grund: Den Platz für einen breiten Rahmen rund um das Display hat sich Dell gespart. Da die schmale Umrandung komplett mit unter der kratzfesten Glasabdeckung – Typ Gorilla von Corning – verschwindet, wirkt der Bildschirm auf den ersten Blick fast rahmenlos. Den optisch überdurchschnittlich guten Eindruck kann das Display in Aktion allerdings nicht aufrecht erhalten. Mit einer HD-Auflösung von 1.366x768 Pixeln und schmalem horizontalem Blickwinkel, der nur wenig Spielraum beim Neigen des Bildschirms zulässt, überragt es die Ultrabook-Mitstreiter nicht. Asus großes Zenbook spendiert beispielsweise 1.600x900 Bildpunkte und auch die kommenden Geräte locken mit einer höheren Pixeldichte. Zudem müssen aufgrund der Glasscheibe beim XPS 13 Spiegelungen in Kauf genommen werden, die sich mit zunehmender Displayhelligkeit abschwächen.

Beleuchtet ist im Übrigen außerdem die Tastatur. Das laut Dell spritzwassergeschützte Chiclet-Exemplar erlaubt per Knopfdruck auch im Dunkeln komfortables Schreiben. Zwar hat die Tastatur unseres Testgeräts ein amerikanisches Layout, dass generell keine Multimediatasten vorhanden sind, lässt sich aber trotzdem ablesen. In die gummierte Handballenauflage ist ein etwa 6x10 Zentimeter großes Touchpad mit integrierten Klicktasten eingelassen. Auch wenn es sich zunächst nicht so anfühlt: Es besteht aus Glas. Zwar ist die Oberfläche recht glatt, wurde aber von Dell mattiert, sodass Fingerabdrücke weitestgehend ausbleiben.

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  • Seite 2: Eingabegeräte, technische Daten und Leistung
  • Seite 3: Akkulaufzeit, Fazit und Test-Tabelle

Das Dell XPS 13 wird derzeit in drei Konfigurationen angeboten. Für 1.149 Euro gibt es einen Intel Core  i5-2467M Prozessor mit 1,6 Gigahertz (GHz) und Intel HD 3000 Grafik, 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und eine SSD mit 128 GB. Mit der doppelten Speicherkapazität schlagt das Ultrabook mit 1.299 Euro zu Buche, während sich die Spitzenkonfiguration für 1.499 Euro aus einem Intel Core i7-2637M mit 1,7 GHz, ebenfalls 4 GB RAM und einer 256-GB-SSD von Samsung zusammengesetzt. Unser Testgerät entspricht der Bestückung mit einem Intel Core i7. Ein Laufwerk bringt keines der Modelle mit.

Prozessor und Grafik

Wie der Core i5 verfügt auch der i7 Ultrabook-Prozessor über zwei Kerne mit vier Threads und ist auf eine geringe Abwärme und somit eine niedrige Energieaufnahme optimiert. Die Thermal Design Power (TDP) liegt bei beiden CPUs mit integrierter Grafik bei lediglich 17 Watt. Im Videobetrieb zeigte unser Messgerät beispielsweise knapp 12 Watt an. Die Leistung ist also nicht 1:1 mit der der herkömmlichen Core-i-Klasse für Notebooks vergleichbar. Den nächstschwächeren Ultrabook-Prozessor Core i5-2467M konnten wir im Asus Zenbook UX21E Test zusammen mit 4 GB RAM ausprobieren: Der Core i7-2637M im Dell XPS 13 packt Bilddateien etwa 20 Prozent schneller zu einem ZIP-Päckchen zusammen und schneidet auch in Benchmark-Tests besser ab. Dabei reicht er fast an einen Core i5-2430M mit 2,4 GHz heran (siehe Dell XPS 14z Test). Um die Leistung in der Praxis zu prüfen, haben wir etwa zwei Dutzend Tabs im Chrome-Browser gleichzeitig geöffnet und währenddessen ein Full-HD-Video im VLC-Player abgespielt. Sowohl das Browsing als auch die Wiedergabe der 1080p-Datei verliefen flüssig, wobei der Prozessor zu knapp 20 Prozent und der Arbeitsspeicher zu 60 Prozent ausgelastet waren. Für anspruchsvolles Spielvergnügen ist ein Ultrabook natürlich nicht die erste Wahl; dafür ist der integrierte Chip ohne eigenen Speicher zu schwach.

Schnelle SSD für kurze Boot-Phasen

Günstig wirkt sich die flotte SSD aus. Windows bewertet die Festplatte mit 7,9 Punkten – ebenso gut wie der schnelle Speicher im Asus Zenbook. Das Betriebssystem startete im Test binnen 15 Sekunden, wir hatten bereits diverse Programme installiert. Erfreulich: Das Ultrabook läuft insgesamt sehr leise. Im Energiesparmodus ist es erst zu hören, wenn das Ohr in Richtung Tastatur geneigt wird. Lauter wird es nur unter Anstrengung.

Neben maximaler Bauhöhe sowie Gewicht und kurzen Aufwachzeiten aus dem Standby-Zustand fällt die Akkulaufzeit unter die Ultrabook-Kriterien von Intel. Mindestens fünf Stunden müssen es sein. Dell verspricht beim XPS 13 rund neun Stunden, die sich in der Praxis lediglich bei entsprechend sparsamer Nutzung erreichen lassen. Beim Lesen von Word-Dokumenten in Energiesparmodus konnten wir bei permanent eingeschaltetem Display etwa 9,5 Stunden messen. Unter Volllast leerte sich der Akku allerdings bereits nach knapp 90 Minuten. Da auch diese Situation im alltäglichen Gebrauch eher selten anzutreffen ist, haben wir außerdem gemessen, wie sich das Abspielen von Videos auswirkt. Mit 375 Minuten maximaler Laufzeit lassen sich demnach mindestens drei Filme hintereinander anschauen, ohne zum Netzteil greifen zu müssen. In diesem Zusammenhang ist noch erwähnenswert, dass die Lautstärke der Lautsprecher Filmfans gefallen dürfte. Wer sie nicht bis zum Anschlag aufdreht, erhält einen guten, klaren und ausreichend lauten Klang. Bei der Musikwiedergabe darf man angesichts des flachen Gehäuses keine Wunder erwarten.

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  • Seite 3: Akkulaufzeit, Fazit und Test-Tabelle

Fazit: Stark bei der Leistung, schwach bei den Schnittstellen

Optisch kann das Dell XPS 13 durchweg überzeugen. Mit seinem aus einem Stück Aluminium gefertigten Gehäuse steht es in Bezug auf Design und Verarbeitungsqualität auf einer Stufe mit den Zenbooks von Asus. Gut gefällt auch die schnelle SSD, die kurze Bootzeiten und einen leisen Betrieb ermöglicht. Zwar keine schlagenden Argumente, aber durchaus nice to have sind zudem die kleinen Extras: Tastaturbeleuchtung, Glas-Abdeckung für das Display und Smart Connect, um nach dem Starten nicht zu lange auf neue E-Mails und Meldungen aus den Netzwerken warten zu müssen.

Schade ist, dass Dell doch arg mit Schnittstellen knausert. Zwar ist es in der Ultrabook-Klasse keine Seltenheit, dass ein LAN-Port, Grafikausgänge in Standardgröße oder ein Kartenleser fehlen, beim XPS 13 wurden aber gleich alle drei wegrationalisiert. Adapter sind nur separat bei Dell erhältlich und befinden nicht im Lieferumfang, was wiederum die Anschaffungskosten nach oben treibt. Mit rund 1.150 Euro ist Dells Ultrabook ohnehin kein Schnäppchen: Asus veranschlagt für sein UX31E im 13,3-Zoll-Format mit einem Intel Core i5 und 128 GB Speicherplatz "nur" knapp 1.000 Euro. Auch die Spitzenversionen mit Intel Core i7 und SSD mit 256 GB liegen bei Dell und Asus fast 200 Euro auseinander – und die benötigten Adapter sind bei Asus im Preis enthalten. Ob es trotzdem lieber das XPS 13 sein soll, ist eine Frage des Geschmacks und des Bedarfs an Extras.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Ultrabooks im Überblick gibt es auf unserer Ultrabook-Seite.

Name: XPS 13
Hersteller: Dell
Internet: www.dell.de
Preis: UVP: ab 1.149 Euro (Testkonfiguration: 1.499 Euro)
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i7-2637M mit 1,7 GHz 
Grafikkarte: Intel HD 3000 (integriert)
Bildschirm: 13,3 Zoll (1.366x768 Pixel), glänzend
Batterie: fest eingebauter 6-Zellen-Akku, Laufzeit: 90 Minuten unter Vollast / 576 Minuten Lesetest (WLAN aus) /
ca. 375 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%, WLAN aus) /
Standby ca. 11 Tage
Speicher: 4 GB DDR3
Festplatte: 256 GB SSD von Samsung
Laufwerk: -
Kommunikation: WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth, LAN nur via USB-Adapter
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 316 x 205 x 6 - 18 mm Millimeter; 1,36 Kilogramm
Anschlüsse: Mini-DisplayPort, USB 3.0, USB 2.0, Kopfhörer
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam, Tastaturbeleuchtung, Glas-Touchpad, Corning Gorilla Glas-Abdeckung, Intel Smart Connect, Intel Wireless Display
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Handbuch, Wiederherstellungs-DVD kostet 5 Euro
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex:
CPU: 6,9 / RAM: 5,9 / 2D: 5,6 / 3D: 6,2 / HDD: 7,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format:
13 Sek.

CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: 2.27
PCMark 7: 3.819

Grafikchip:
Grafik-Benchmark FurMark; bei nativer Auflösung: 154 Punkte; 720p: 161
OpenGL: Cinebench 11.5: 10,22 BpS

HDD-Benchmark von CrystalDiskMark: Sequentielles Lesen/Schreiben: 435,5 / 267,3 MB/s;
zufälliges Lesen/Schreiben 512K: 294,1 / 252 MB/s
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,3 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 7,1 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 11,6 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN + Bluetooth ein): ca. 33,6 Watt
Garantie: 1 Jahr Abhol- und Reparaturservice, weitere Leistungen und längerer Support gegen Aufpreis (siehe Dell Service)
Pro & Contra
stabiles Alu-Gehäuse
hübsches Design
leicht und kompakt
schnelle CPU
flotter SSD-Speicher
USB 3.0
beleuchtete Tastatur
Display spiegelt, kleiner Blickwinkel
HDMI/DVI und LAN nur via Adapter (nicht im Lieferumfang)
kein Kartenleser
hoher Preis
Bewertung:
Geschwindigkeit: 14/15
Ausstattung: 9/15
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 6/10
Maße/Gewicht: 15/15
Akkulaufzeit: 15/20
Verarbeitung: 10/10
Gesamt: 82/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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