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Dell Mini 10 im Test: HD-Netbook für 299 Euro

Auch Dell hat Intels Pinetrail-Atom in einem Netbook versenkt: Das aktualisierte Mini 10 im Adamo-Look bringt außerdem ein HD-Display, einen Broadcom Crystal HD-Beschleuniger für hochauflösende Videos und einen starken Akku mit.

Auch Dell hat Intels Pinetrail-Atom in einem Netbook versenkt: Das aktualisierte Mini 10 im Adamo-Look bringt außerdem ein HD-Display, einen Broadcom Crystal HD-Beschleuniger für hochauflösende Videos und einen starken Akku mit.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Bildschirme mit einer ausreichend großen Pixelfülle für die Wiedergabe von High Definition-Videos setzen sich nach und nach durch, in der Regel stehen sie aber im Wohnzimmer und sind größer als 32 Zoll – oder zumindest größer als 20 Zoll, wenn sie als Arbeits- oder Gaming-Hardware auf dem Schreibtisch thronen. Auch im Notebook-Bereich finden sich immer mehr Modelle mit entsprechender Pixelanzahl. Dell schaufelt ein Mindestmaß für HD im 16:9-Format, sprich 1.366x768 Bildpunkte, sogar auf ein 10-Zoll-Display: Das runderneuerte Netbook Inspiron Mini 10 mit neuem Intel Atom Prozessor integriert zur Wiedergabe der Videos auch einen HD-Beschleuniger. Ist eine HD-Auflösung bei einem so kleinen Gerät überhaupt praktisch? Wir haben es ausprobiert.

Überblick – Dell Mini 10 im Test

  1. Design, Farbwahl und Tastatur
  2. Display, HD-Grafik und technische Daten
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Infotabelle

Ungewöhnliche Form

In der Standardausführung verfügt das Mini 10, hier mit der Modellnummer 1012, über einen schwarzen Hochglanzdeckel, Farbe kommt ab 49 Euro extra ins Spiel. Neben Rot, Pink, Purple, Blau und Grün steht im Dell Onlineshop auch Weiß zur Auswahl. Unser Testgerät hat sich in eine rote Schale geworfen, die nach einigem Hin- und Hertragen durch Fingerabdrücke etwas Schönheit einbüßt. Die Unterseite wurde weiß lackiert und dient als Trageschale für die Innenausstattung. Das Display sitzt obenauf, sodass an der Rückseite ein Stück übersteht – ähnlich wie beim Dell Adamo oder Vostro V13. Optisch ist diese von der üblichen Klappform abweichende Anordnung definitiv auffällig, als Nachteil könnte sich der Zwischenraum (siehe Bild) erweisen: Nach einiger Zeit sammeln sich dort eventuell Staub und Krümel. Durch die abgerundete Fläche ist aber eine Reinigung möglich. Die Innenausstattung ist bei allen Farbvarianten identisch: schwarz und matt – mit dieser Wahl kann man sicher nie etwas falsch machen. Die Glanzoptik greift Dell lediglich für den sehr breiten Rahmen rund um das Display noch einmal auf.

Im Lieferumfang sind neben einem 6-Zellen-Akku noch ein Handbuch sowie eine Recovery des Betriebssystems, Works 9.0 auf DVD und eine Kopie der installierten Treiber und Tools vorhanden. Zwar hat das Netbook kein Laufwerk, trotzdem sind solche Sicherheitskopien nicht mehr bei allen Herstellern zu finden und daher ein Pluspunkt.

Sehr gute Tastatur, aber merkwürdiges Touchpad

Durch die matte Oberfläche sieht die Tastatur auch nach etlichen Schreibarbeiten noch vorzeigbar aus, Komfort und eine angenehme Haptik gibt es obendrauf. Ein sehr zufriedenes Nicken erntet Dell zudem für die großen Tasten. Nicht nur die Buchstaben haben eine gute Größe, wie bei einer herkömmlichen Desktop-Tastatur, auch bei den Umschalt- und Pfeiltasten sowie den spitzen Klammern hat der PC-Hersteller keine Millimeter zusammengestrichen. An der "Netbook-Krankheit", dass die Finger durch Platzmangel aus Versehen auf falschen Tasten landen, leidet das Mini 10 somit nicht.

Dafür hat Dell aber an anderer Stelle Platz eingespart, und zwar bei der Höhe des Touchpads. Anstatt zwei Klicktasten oder aber einer durchgehenden Leiste integriert Dell den Rechts- und Linksklick direkt in das Touchpad, das sich am unteren Rand eindrücken lässt. Wer zum Klicken für gewöhnlich das Touchpad antippt, wird keine Probleme haben, die Tasten sind aber gewöhnungsbedürftig und für unseren Geschmack zu schwergängig. Multitouch sucht man beim Mini 10 übrigens ebenso vergeblich wie Chiclet-Tasten.

Überblick – Dell Mini 10 im Test

  1. Design, Farbwahl und Tastatur
  2. Display, HD-Grafik und technische Daten
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Infotabelle

In der kleinsten Ausführung mit neuem Intel Innenleben ist das Netbook ab 249 Euro zu haben, die Version mit HD-Display kostet 299 Euro aufwärts. Normalerweise müssen HD-Displays schon eine gewisse Größe haben und auch ein bestimmter Mindestabstand zwischen Auge und Bildschirm bestehen, um hochauflösende Videos in vollen Zügen zu genießen. Im direkten Vergleich mit einem 19 Zoll großen TFT-Monitor mit einer nativen Auflösung von 1.280x1.024 Bildpunkten - und somit einer Standardbestückung - wirkte die Bildqualität beim Mini 10 aber trotz der geringen Größe besser und schärfer. Besonders auffällig ist der Effekt bei Bildbereichen mit feinen Details wie Haaren oder Glanzpunkten, zum Beispiel im Gesicht oder auf dem Wasser. Ein Zusatznutzen ergibt sich auch durch die Möglichkeit, mit Windows 7 bequem zwei Fenster nebeneinander anzuordnen. So behält der Anwender trotz minimaler Bildgröße einen guten Überblick. Die Schrift mag der eine oder andere aufgrund der höheren Auflösung aber zu klein finden. Die Oberfläche beschreibt Dell mit "reflexionsarm", sie ist jedoch glatt, wenn auch nicht das Exemplar mit den schlimmsten Spiegelungen, das wir bislang getestet haben.

Intel Atom und HD-Chip, aber kein HDMI

Innerlich ist das Inspiron Mini 10 bereits in einer neuen Generation angelangt, der alte Intel Atom Prozessor und Windows XP wurden durch einen neuen Intel Atom N450 mit 1,66 Gigahertz (Pinetrail) und dem dazugehörigen Onboardgrafikchip Intel GMA 3150 sowie Windows 7 Starter ersetzt. Für die ruckelfreie Wiedergabe von HD-Videos findet sich außerdem ein Broadcom Crystal HD Videobeschleuniger im Datenblatt. Den HD-Trailer in der Auflösung 1080p im WMV-Format, den wir in Notebook-Tests nutzen, könnte der GMA auch alleine abspielen, dies haben vergangene Netbook-Tests gezeigt. Der zusätzliche Broadcom-Chip soll aber sicherstellen, dass auch hochauflösende Clips abgespielt werden können, die anderen GMA-Netbooks vielleicht Probleme bereiten. Je nach Codec, Format und Player kann es nämlich doch stocken, da nicht jedes HD-Video grafisch die gleichen Anforderungen stellt. Als HD-Laufwerk für das Wohnzimmer lässt sich der Kleine aber nicht verwenden: was fehlt, ist ein HDMI-Anschluss. Lediglich der typische analoge D-Sub-Ausgang ist vorhanden.

Zudem wurden ein Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und eine 250-GB-Festplatte verbaut, wobei Dells Onlineshop bei diesen beiden Optionen zurzeit auch keinen Spielraum bietet. Immer mit dabei sind eine 1,3-Megapixel-Webcam, ein Kartenleser, drei USB-Ports sowie Schnittstellen für Mikrofon und Kopfhörer und ein LAN-Anschluss. Das WLAN-Modul unterstützt noch nicht den Funkstandard 802.11n, lediglich 802.11b/g. Für 140 Euro lässt sich das Inspiron Mini 10 auch mit einem Modul für mobiles Internet ausrüsten. Ein wenig auffällig ist die Wärmeentwicklung. Wer das Netbook auf den Schoß setzt, kann sich nach einiger Zeit an einer kleinen Wärmflasche erfreuen. Wirklich heiß läuft es aber auch nach Stunden nicht - und die lassen sich dank leistungsstarkem Akku durchaus erreichen: Je nach Messung lief das Dell Mini 10 rund fünf bis mehr als elf Stunden am Stück.

Überblick – Dell Mini 10 im Test

  1. Design, Farbwahl und Tastatur
  2. Display, HD-Grafik und technische Daten
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Infotabelle

Fazit: Zwischen "Normalo"- und Ion-Netbook

Das Dell Mini 10 löst gemischte Gefühle aus. Keineswegs bei der stabilen und guten Verarbeitung oder der beachtlichen Akkulaufzeit und auch nicht bei der Tastatur. Vielschreiber werden Gefallen an den großen und hochwertigen Tasten finden, die bezüglich des Komforts viele Netbook-Mitstreiter abhängen. Das Touchpad mit den integrierten Klicktasten ist aber nicht Jedermanns Sache. Das dürfte auch für das Design gelten. Durch die Adamo-ähnliche Gestaltung - wenn auch pfundiger - fällt das Netbook aber im überfüllten Markt auf, versteckt den großen Akku und verbannt als eines der wenigen Geräte den Netzteilanschluss endlich mal wieder auf die Rückseite.

Die Unentschlossenheit betrifft nur den HD-Aspekt. Videofans müssen mit dem Mini 10 auch unterwegs nicht auf hochauflösende Unterhaltung verzichten, nachteilig ist aber der fehlende HDMI-Anschluss, was die HD-Version zum Kompromiss macht. Als Alternative käme ein Netbook mit Nvidia Ion samt HDMI in Frage, was jedoch ein paar Zehner teurer wäre. Darüber hinaus könnte auf ein Subnotebook ab 11 Zoll ausgewichen werden. Dass in der gleichen Preislage dann aber nicht unbedingt eine so lange Laufzeit erreicht wird, sollte berücksichtigt werden. Ebenso aber die Frage, ob man unterwegs wirklich unbedingt ein HD-Display benötigt.

Weitere Testberichte, Netbooks im Vergleich, einen Ratgeber zur Frage Notebook oder Netbook und weitere Tipps sowie Hinweise zum Notebook-Kauf liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Inspiron Mini 10 Modell 1012
Hersteller: Dell
Internet: www.dell.de
Preis: ab 299 Euro mit HD-Bildschirm, ab 249 Euro ohne HD-Bildschirm, Farbaufpreis: 49 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Intel NM10 und Intel Atom N450 mit 1,66 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 3150 ohne eigenen Speicher + Broadcom Crystal HD Beschleuniger
Bildschirm: 10,1 Zoll (1.366x768 Pixel), LED-Hintergrundbeleuchtung, reflexionsarm
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen und 56 Wh: Laufzeit: 300 Minuten unter Vollast / 690 Minuten Lesetest (WLAN und Bluetooth aus) / 390 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 1 GB DDR2 mit 800 MHz
Festplatte: 250 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Starter
Abmessungen: BxTxH: 268x197x25,5-32,8 Millimeter; 1,37 Kilogramm
Anschlüsse: D-Sub (VGA), 3x USB, Kartenleser (SD/SDHC, MMC, MS/MS Pro), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 2,3 / RAM: 4,5 / 2D: 3,1 / 3D: 3,0 / HDD: 5,8

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 100 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: 7.012
CPU-Benchmark Cinebench: 527
OpenGL-Benchmark Cinebench: 295
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 66/76 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 109/168 MB/s; zufälliges Lesen: 29 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,8 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 9 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus: ca. 13 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 14 Watt
Garantie: ein Jahr Standard-Service, zwei Jahre gegen einen Aufpreis von 29 Euro, drei Jahre kosten 39 Euro
Pro & Contra
sehr gutes Display
HD-Auflösung
große und gute Tastatur
250 GB Speicherplatz
Bluetooth
sehr gute Akkuwerte
etwas klobig und schwer
ungewöhnliches Touchpad
kein HDMI
Farbwahl nur gegen Aufpreis
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): sehr gut
Ergonomie (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): sehr gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (1,7)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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