Testbericht

Dell Inspiron M101z im Test: AMD-Subnotebook

Das neue Inspiron M101z ist schon ab 429 Euro zu haben. Was den 11,6-Zöller mit HD-Display am deutlichsten von der Konkurrenz abhebt, ist die Entscheidung für AMD-Zutaten. Wie schlägt sich das Subnotebook im Vergleich zu Intel-Modellen?

Das neue Inspiron M101z ist schon ab 429 Euro zu haben. Was den 11,6-Zöller mit HD-Display am deutlichsten von der Konkurrenz abhebt, ist die Entscheidung für AMD-Zutaten. Wie schlägt sich das Subnotebook im Vergleich zu Intel-Modellen?

Dell Inspiron M101zDell bietet das Inspiron M101z in vier Farben an. Mit Ausnahme der schwarzen Variante werden aber 29 Euro Aufpreis fällig.© onlinekosten.de

Zwischen den ganzen Notebooks mit Intel Core i-Prozessor und Netbooks auf Atom-Basis weht das neue Dell Inspiron M101z frischen AMD-Wind in die Hardware-Bude. In dem 11,6-Zoll-Subnotebook steckt AMDs Nile Plattform für schlanke und mobile Laptops. Garniert mit einem ATI Onboardchip und einer HD-Bildschirmauflösung will der nagelneue Dell Rechner die Netbooks abhängen – und zwar zu einem Preis ab 429 Euro. Wir haben das Inspiron M101z durchgecheckt.

Dell Inspiron M101z im Test

Wie wir bereits berichteten, möchte der US-amerikanische PC-Hersteller vor allem die junge Kundschaft zum Kauf bewegen. Neben dem Preis muss daher auch die Optik stimmen. Dell bietet zum günstigsten Preis klassisches Schwarz an, wer lieber ein bisschen mehr Aufmerksamkeit möchte, kann für einen Aufpreis von 29 Euro Peacock Blue (ein Türkiston), Tomato Red oder Lotus Pink wählen. Die pinkfarbene Tönung wurde auch unserem Testgerät verpasst; als einzige Farbvariante bietet sie eine Musterung. Ein Blumenmotiv breitet sich über den Gehäusedeckel bis hin zur rechten Seite der Innenverkleidung aus - zwar mädchenhaft, aber dennoch sehr schön.

Hervorragende Tastatur

So superschlank wie manch andere Geräte erscheint das Inspiron M101z trotz passablen Maßen von 292x205x24 bis 35 Millimetern (mm) nicht. Es ist zwar nur 2 mm dicker als der Asus Eee PC 1201PN (Test), durch die abgerundeten Kanten und den ungewöhnlichen Klappmechanismus sieht es aber etwas stämmiger aus: Wie beim Dell Mini 10 ist der Deckel samt Display ein Stück nach vorne gerutscht. Als Resultat lässt sich der Bildschirm nicht sonderlich weit nach hinten klappen. Die guten Gene der Inspiron-Familie haben jedenfalls für ein ziemlich robust wirkendes Gehäuse gesorgt, das mit 1,56 Kilogramm nicht unbedingt ein Leicht-, aber auch kein Schwergewicht darstellt.

Die Handballenauflage ist bei allen Versionen silbergrau und hochglänzend, wobei sich auch Touchpad und Maustasten an diesen Look angeglichen haben. Als etwas nachteilig erweist sich diese Entscheidung nicht nur bezüglich der Fingerabdrücke, die sich relativ schnell breit machen, sondern auch bei der Haptik. Der Eee PC 1201PN bietet einen ähnlich glatten Mausersatz, was sich einfach weniger gut bedienen lässt als eine etwas gröbere Oberfläche. Zudem wirken die beiden Tasten des Inspiron M101z ein bisschen schwammig, sind dafür aber besonders leise. Von ihrer besten Seite zeigt sich die Tastatur: Die matten Tasten "schwimmen" mit ihrem rundlichen Design in einem schwarzen Hochglanz-Tastenbrett. Das freut nicht nur das Auge, auch größere Hände können problemlos Schreibarbeiten erledigen. Die Tasten haben alle dieselbe Größe, von Quetschungen durch Platzeinsparungen à la Netbook ist hier nichts zu sehen. Die rechte Umschalttaste ist angenehm groß und Multimedia-Nutzer stellt der Hersteller mit einer Sonderbelegung der F-Tasten zufrieden. Praktisch: In der Standardeinstellung lassen sich unter anderem die Lautstärke oder Helligkeit regeln, ohne extra Fn drücken zu müssen.

Wenn sich der Nutzer das Subnotebook von allen Seiten anschaut, findet er rechts Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer, zwei USB-Ports und den Anschluss für das Netzteil. Auf der Rückseite gibt es einen analogen D-Sub-Ausgang, um zum Beispiel einen Beamer zu verbinden. Für einen modernen Monitor oder Fernseher steht auf der linken Seite HDMI bereit, daneben liegen USB-Port Nummer 3, ein 3-in-1 Kartenleser und der LAN-Anschluss. Ein kabelloser Internetzugang lässt sich via WLAN 802.11 b/g/n herstellen, zur Kommunikation mit einem Handy oder Peripherie steht außerdem eine Bluetooth-3.0-Schnittstelle bereit. Ein Laufwerk ist nicht vorhanden, Sicherungskopien auf DVD hat Dell daher nicht beigelegt.

Prozessorleistung: Vergleich mit Intel

Im Innern werkelt – wie anfangs erwähnt - AMD Hardware. Dell hält auf der Website drei Konfigurationen bereit, die bei 429, 479 und 549 Euro beginnen. Die günstigste Variante arbeitet mit einem Athlon II Neo K125 Single-Core-Prozessor, die beiden übrigen beanspruchen einen Dual-Core K325 mit 2x1,3 Gigahertz (GHz), der auch in unserem Testgerät steckt. Die CPU benötigt nur 12 Watt. Ein idealer Vergleichskandidat ist der Intel Pentium SU4100 mit 1,4 GHz Taktfrequenz und einem Verbrauch von 10 Watt, der zum Beispiel das Acer Aspire 1825PTZ antreibt. Beide CPUs werden im 45-Nanometer-Verfahren gefertigt. In den Benchmark-Tests (siehe Seite 3) brachte Intels Stromspar-Prozessor mit "Cinebench 10" eine fast identische Leistung. In der Praxis ist die Rechenkraft der beiden Prozessoren ähnlich, was sich auch beim Zippen von Bildern zeigte. Zudem können der Netbook-Liebling Intel Atom N450 mit einem Kern und ein Single-Core-Pentium SU2700 (Toshiba Satellite T110) als Vergleichsmodelle herhalten. Der Athlon II Neo im Inspiron M101z war dreimal beziehungsweise zweimal so schnell.

Grafikleistung: HD - ja, Spiele - nein

Darüber hinaus beherbergt das Inspiron M101z zwei oder vier Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher und 250 bis 320 GB Festplattenspeicher, wobei sich unser Testgerät aus beiden Quellen die höchstmögliche Menge einverleibt hat. Statt Windows 7 Starter lächelt daher die 64-bit-Variante der Home Premium Edition von der Systemanzeige. Die Onboardgrafik stammt aus der ATI Radeon HD 4200 Serie und ist auf die Wiedergabe von High Definition Filmen ausgelegt. Diese Disziplin meistert der Chip tadellos, selbst 1080p-Videos zeigt das Subnotebook ruckelfrei an. Von Spielen kann man das nicht behaupten. Für aktuelle 3D-Games ist die Grafikleistung zu schwach, Nvidias Ion 2 schnitt in diesem Bereich besser ab.

Das Display löst mit 1.366x768 Bildpunkten auf und lässt sprichwörtlich und tatsächlich Licht und Schatten erkennen. Positiv sind die gute Helligkeit und die scharfe Darstellung, weniger schön die mittelmäßigen Blickwinkel und die spiegelnde Oberfläche. Wie bei allen technischen Gerätschaften mit Hochglanz-Vorliebe gilt aber auch bei diesem: Einigen Kunden gefallen glatte Displays, anderen nicht. Die Soundqualität über die Lautsprecher ist okay, bemerkenswert ist deren maximale Lautstärke. So laut lassen sich sicherlich nur wenige Notebooks dieser Größe einstellen. Die obligatorische Webcam ist auch beim neuen Dell Inspiron vorhanden - mit einer Auflösung von maximal 1,3 Megapixeln.

Im Bereich der Akkulaufzeit outet sich das Dell Inspiron M101z als waschechtes Notebook und unterliegt daher in der Gegenüberstellung mit Netbooks oder kleineren Laptops auf Intel Atom-Basis. Der bereits zitierte Asus Eee PC 1201PN hielt im Test unter Vollast und bei der Videowiedergabe länger durch. Aber bei der längsten Messung im Energiesparmodus beim Lesen eines Dokumentes stößt das Inspiron den Eee überraschend vom Thron. Vermutlich liegt das Plus von etwa einer Stunde an der schwächeren Grafikleistung und/oder guter Energiespar-Features des Prozessors. Wirklich laut ist das Inspiron M101z nicht, dennoch ist der Lüfter immer zu hören.

Fazit: Gut, aber keine Glanzleistung

Das Inspiron M101z ist eine gute Alternative zum Netbook, wenn es ein kompaktes Gerät sein soll und die Atom-Modelle einfach zu schwach auf der Brust und zu klein sind. Das neue AMD Vision Gespann aus Athlon II Neo Dual-Core-Prozessor und Radeon 4200er Onboardgrafik nimmt es mit allen Anwendungen auf, die die Zielgruppe interessieren könnten. Auch die HD-Wiedergabe ist kein Problem. Mit den neuen Intel Core i-Prozessoren der UM-Reihe (Alienware m11x) und Nvidias zweiter Ion-Generation können die Komponenten aber nicht mithalten. Sehr gut gefallen die Tastatur, die Displayqualität und die solide Verarbeitung des Inspiron M101z. Die Akkuleistung liegt im Mittelfeld.

Unsere Testkonfiguration für rund 550 Euro ohne Farbzuschlag bekommt preisliche Konkurrenz von Acers Timeline-Serie mit Intel Innenleben und längerer Akkulaufzeit. Reicht ein Single-Core-Prozessor aus, geht es bei Dell bei 429 Euro los. In diesen Preisgefilden stößt das neue Subnotebook des US-Herstellers auf das Toshiba Satellite T110 und jede Menge Netbooks mit Extras. Beim Preis-/Leistungsverhältnis reicht es daher nur für ein befriedigend.

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(Saskia Brintrup)

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