Testbericht

Das Dot im Test: Netbook mit extralangem Atem

So schön das Notebook, so aktuell die Hardware – so schlecht fällt teilweise die Akkulaufzeit aus. Nicht beim Dot: Der neue Mini-Laptop zum Mini-Preis von Packard Bell hielt im Test mehr als 7,5 Stunden durch.

So schön das Notebook, so aktuell die Hardware – so schlecht fällt teilweise die Akkulaufzeit aus. Nicht beim Dot: Der neue Mini-Laptop zum Mini-Preis von Packard Bell hielt im Test mehr als 7,5 Stunden durch.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Streng genommen hat Packard Bell schon ewig ein Mini-Notebook im Angebot, und zwar das EasyNote XS, das wir bereits testen durften. Zu diesen Zeitpunkt hieß das Ganze aber noch nicht "Mini-Notebook" oder "Netbook", sondern UMPC (Ultra Mobile PC). UMPCs hatten – im Gegensatz zum EasyNote XS – meistens eine Handheld-Form und konnten nicht zugeklappt werden. Auch aufgrund der hohen Preise erreichten die Kleinstrechner bei weitem nicht die Verkaufszahlen, die die Netbooks heutzutage vorweisen können. Ein waschechtes Netbook war von Packard Bell bislang nicht erhältlich, dies ändert sich jetzt mit dem "Dot", zu deutsch "Punkt", das der Redaktion von onlinekosten.de einem Besuch abstattete.

Inhalt:

1. Design und Akkulauzeit
2. Technische Daten und Display
3. Leistung und Fazit

"Punkt" im hübschen Outfit

Mit den rot abgesetzten Scharnieren erinnert es auf den ersten Blick an das Aspire One von Acer, das ebenfalls bereits auf Herz und Nieren geprüft wurde. Verwunderlich ist die äußerliche Ähnlichkeit nicht, schließlich gehört Packard Bell seit diesem Jahr zu dem taiwanischen Unternehmen. Auch die Maße sind mit rund 25x17x3 Zentimetern fast identisch. Das Gehäuse glänzt in schickem Schwarz, innen hat der Hersteller aber auf das Hochglanz-Design verzichtet. Damit sich nicht zu viele Fingerabdrücke ansammeln, wurde nur der schmale Bereich oberhalb der Tastatur glänzend lackiert, das Tastenfeld und die Handballenauflage schützen sich mit einer matten Oberfläche. Alles in allem sieht das 1,16 Kilogramm leichte Gerät wirklich schick aus.

Der Sportler unter den Netbooks

In dem kleinen Verpackungskarton findet der Käufer noch eine Tragetasche im Kunstleder-Look sowie Netzteil und Akku. Dieser ist stärker als das Exemplar im Aspire One: Anstelle des 3-Zellen-Akkus wird ein 6-Zeller mit 5.200 Milliamperestunden auf der Unterseite eingesteckt, der bis zu fünf Stunden Mobilität gewährleisten soll. Hier hat Packard Bell keineswegs übertrieben: Im Test brachte es das Dot bei voller Auslastung im Klassik-Test mit der Software Battery Eater auf fünf Stunden und zehn Minuten. Einen noch besseren Wert lieferte der Versuch mit dem Lesetest, der als einzige Aktion das Lesen von Dokumenten simuliert. Ganze sieben Stunden und 40 Minuten kann der Rechner als digitales Buch genutzt werden. Das Display war bei beiden Tests die ganze Zeit über eingeschaltet und die Helligkeit in etwa auf der mittleren Stufe eingestellt. Auch der WLAN-Empfang war aktiviert. Nutzt man das Dot zum Schreiben, Surfen und für die Videowiedergabe (etwa 80 Minuten), hält es mehr als sechs Stunden durch.

Mit Photoshop Elements und Works

Wie beim letzten Packard Bell Notebook sind außerdem noch Wiederherstellungs-DVDs und ein gedrucktes, bebildertes Handbuch dabei – keine Standard-Beigabe bei aktuellen Notebooks. Das Softwarepaket umfasst neben Windows XP als Betriebssystem noch Adobe Photoshop Elements 6 sowie Works 9 SE. Zusätzlich werden dem Nutzer die Google Toolbar und die Desktop Suche aufgezwungen. Das Innenleben setzt sich aus den Hardware-Komponenten zusammen, die man von den aktuellen Netbooks bereits gewohnt ist. Angeführt vom sparsamen Intel Atom Prozessor mit 1,6 Gigahertz, gehören ein Gigabyte (GB) DDR2-Arbeitsspeicher sowie eine herkömmliche Festplatte dazu. Das SATA-Modell speichert 160 GB und bietet so auf geringem Raum genügend Platz für die wichtigsten Daten. Was nicht hinein gepasst hat, ist ein DVD-Laufwerk oder -Brenner, dies ist jedoch – mit Ausnahme des mySN MS1 bei keinem Netbook der Fall.

Kartenleser im Doppelpack

Das 8,9-Zoll-Display mit 1.024x600 Bildpunkten wird von Intels Onboardgrafik GMA 950 angesteuert und ist nicht entspiegelt. Dies ermöglicht zwar eine knackige Farbwiedergabe, kann aber beim Einsatz im Freien oder in Fensternähe aufgrund von Spiegelungen stören. Bezüglich der Blickwinkel zeigt sich das übliche Bild: Der horizontale fällt wieder einmal deutlich größer aus als der vertikale. Die Lautsprecher klingen erwartungsgemäß nicht gerade nach Highend, reichen aber aus, um YouTube-Clips anzuschauen oder Webradio zu hören. Für Filme empfiehlt sich der Griff zu Kopfhörern. Weitere Gemeinsamkeiten mit dem "Halbbruder" Aspire One sind die Webcam mit VGA-Auflösung und der Kartenleser im Doppelpack: Während der erste nur SD-Karten akzeptiert, unterstützt der zweite auch MMC, Memory Stick, Memory Stick Pro und xD-Karten.

Familiäre Ähnlichkeiten

Die Anschlüsse verteilen sich wie üblich nur auf die linke und die rechte Seite und umfassen drei USB-Ports sowie D-Sub (VGA), um einen Monitor oder einen Beamer zu verbinden. Was dem Dot fehlt, ist Bluetooth. Auch ein UMTS-Modul ist nicht vorhanden. Ins Internet klinkt sich der Mini-Rechner stattdessen per LAN oder WLAN ein, der schnelle n-Standard wird allerdings noch nicht unterstützt. Der Empfang lässt sich wie beim Aspire One per Schalter ein- und ausstellen.

Die Tastatur wurde so groß wie möglich gestaltet, bezogen auf die kompakten Maße ist daher angenehmes Tippen möglich. Das Touchpad entspricht ebenfalls dem des Aspire One, sprich: Die Klicktasten sind nicht darunter zu finden, sondern sitzen jeweils links und rechts an der Seite, woran man sich kurz gewöhnen muss. Auch könnte der Mausersatz etwas präziser sein. Wie sich die Atom-CPU im Vergleich mit einem AMD Athlon X2 5000+ mit 2,6 GHz schlägt, konnte die Redaktion bereits beim Acer Netbook feststellen. Der Benchmark-Test PCMark05 ließ sich nicht durchführen, da die Auflösung des Displays nicht ausreicht. Im 3DMark03 erreichte der Hochglanz-Winzling 750 Punkte. Dies löst natürlich keine Begeisterungsstürme aus, war angesichts des Onboardchips aber natürlich zu erwarten. Dieser soll schließlich auch keine Spieler ansprechen, sondern weniger anspruchsvolle Aufgaben erfüllen, wie zum Beispiel Videos abspielen. Aufgrund der kompakten Bauweise wird die Hardware permanent gekühlt, was sich anhand des surrenden Lüfters bemerkbar macht. Nutzt man den Mini-Rechner unterwegs, wird er aufgrund der Umgebungsgeräusche nicht stören, in einem ruhigen Zimmer ist er jedoch zu hören.

Fazit: Viel Netbook fürs Geld

Das Dot ist quasi der Halbbruder vom Aspire One und bietet im direkten Vergleich mehr Speicherplatz und mehr Software. Welches Netbook nun schöner aussieht, ist sicherlich Geschmackssache. Nichts zu rütteln gibt es aber an der Tatsache, dass das Dot mit einer erfreulich langen Akkulaufzeit lockt und daher auch ohne ständigen Netzteil-Stress unterwegs genutzt werden kann – ein perfekter Begleiter. Im Preis schlägt sich dies glücklicherweise nicht nieder: Die Preisempfehlung vom Hersteller liegt bei 399 Euro, beim Kauf in Onlineshops lassen sich je nach Anbieter etwa 30 bis 70 Euro sparen. Aufgrund der großen Tastatur hält man trotz des kleinen Bildschirms einen Arbeitstag mit dem Dot durch, für den Dauereinsatz ist es natürlich – wie auch alle anderen Netbooks – zu klein.

Name: Dot
Hersteller: Packard Bell
Internet: www.packardbell.de
Preis: UVP 399 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom N270 mit 1,6 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 950
Bildschirm: 8,9 Zoll WXGA (1.024x600 Pixel)
Batterie: 6-Zellen-Akku (Lithium-Ionen): Laufzeit: 310 Minuten unter Vollast / 460 Minuten maximal (WLAN an)
Speicher: 1 GB DDR2
Festplatte: 1x 160 GB
Laufwerk: -
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11b/g)
Betriebssystem: Windows XP Home
Abmessungen: BxTxH: 25x16,8x3,1 cm; 1,16 Kilogramm
Anschlüsse: 3x USB, D-Sub, Mikrofon, Kopfhörer, Multi-Kartenleser, SD-Kartenleser
Benchmarks: PCMark05: nicht verfügbar
3DMark03: 750
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
klein, leicht, kompakt
schönes Design
gute Verarbeitung
gutes Display
viel Speicherplatz
Webcam und zweiter Kartenleser
besonders lange Akkulaufzeit
kein Bluetooth
spiegelndes Display
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): sehr gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (1,8)
Preis-Leistung: sehr gut

(Saskia Brintrup)

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