Testbericht

D-Link DIR-505 im Test: Router, Repeater und mehr

D-Link selbst bezeichnet den DIR-505 als "Mobile Cloud Companion": Der kleine Steckeradapter ist als Router, Access Point, Repeater und Hotspot einsetzbar und streamt außerdem Daten von USB-Geräten.

Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Wer kennt es nicht: Die WLAN-Signalstärke innerhalb der eigenen vier Wände schwankt von Zimmer zu Zimmer. Während in einem Raum Smartphone, Tablet PC und Notebook mit einem flotten Seitenaufbau und flüssigem Streaming glänzen, geht es einige Meter weiter nur noch schleppend voran. Um das Ergebnis zu optimieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel einen WLAN-Repeater. D-Link hat im Sommer ein neues Modell herausgebracht, das weitere Funktionen integriert: Der DIR-505 ist WLAN-Router, Access Point, Repeater und Hotspot in einem. Wir haben das platzsparende Gerät in einem anspruchsvollen Terrain ausprobiert.

Handlich und unauffällig

Das Multifunktionsgerät in Steckerform bringt 113 Gramm auf die Waage und misst gerade einmal etwa 68x42x51 Millimeter. Durch das weiße Gehäuse lässt es sich unauffällig an einer Steckdose in der Wohnung unterbringen. Zwar ist keine zusätzliche Steckdose integriert, um trotzdem Geräte anzuschließen, über den USB-2.0-Port können aber MP3-Player oder Handys aufgeladen werden. Lediglich Apples iPad zeigte sich im Test zickig und wurde nicht mit Energie befüllt. Zudem dient der Anschluss dazu, externe Festplatten oder Sticks aufzunehmen, um Daten innerhalb des Netzwerks zu verteilen. Dazu später mehr.

Keine 5-GHz-Unterstützung

Ein Display ist nicht vorhanden, zwischen den verschiedenen Betriebsmodi kann über einen kleinen Schiebeschalter an der Oberseite gewechselt werden: Router/AP, Repeater oder Wi-Fi Hotspot. Über eine 10/100-Mbit/s-Ethernet-Schnittstelle lässt sich im Repeater- oder Hotspot-Betrieb ein kabelgebundenes internetfähiges Gerät wie ein Smart-TV ins drahtlose Netzwerk einbinden, andernfalls wird das Kabel- oder DSL-Modem verbunden. Der DIR-505 ist zum aktuellen Standard 802.11n kompatibel und lässt sich dementsprechend auch mit 802.11b/g-Geräten nutzen, wobei dann keine maximal 150 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreicht werden können. Im weniger stark genutzten 5-Gigahertz-Frequenzband (GHz) kann er nicht funken, sondern beschränkt sich auf 2,4 GHz. Die Verbindung kann per WEP, WPA oder WPA2 verschlüsselt werden. Die einzige Taste dient zum Wi-Fi Protected Setup (WPS), hinzu kommt ein Reset-Knopf.

Unser Testgelände

Wir haben den DIR-505 mit einer Fritz!Box Fon WLAN 7170 gekoppelt – weder WPS-fähig noch mit 802.11n-Unterstützung – und in einem Einfamilienhaus ausprobiert. Der DSL-Anschluss samt Modem-Router befindet sich im Erdgeschoss, im Stockwerk darüber ist der WLAN-Empfang nur noch durchwachsen. Direkt über der Anlage, im Arbeitszimmer, lässt sich ein starkes Signal empfangen, im danebenliegenden Zimmer wird dieses mit wachsender Entfernung immer schwächer. Einen Raum weiter ist es nur noch in ausgewählten Bereichen möglich, drahtlos auf das Internet zuzugreifen. Für flüssige Internetstreams reicht der geringe Datendurchsatz dabei kaum aus.

Zunächst der Repeater-Modus: Die mitgelieferte Kurzanleitung gibt nur spärliche Informationen zur Inbetriebnahme preis, das vollständige Handbuch kann der beigefügten CD oder der D-Link-Website entnommen werden. Bei der Wahl des Standortes ist Ausprobieren angesagt. Je nach Grundriss und Beschaffenheit der Wände beziehungsweise Decken können die Ergebnisse variieren. Wer sich nicht auf WLAN-Suchspiele in der Wohnung verlassen möchte, kann Tools wie den Wifi Analyzer für Android-Geräte oder das Freeware-Programm Xirrus Wi-Fi Inspector für Windows-Systeme zu Hilfe nehmen. Nach einem Rundgang mit dem Laptop oder Handy ist dann schnell ermittelt, wo die Defizite bei der WLAN-Versorgung am größten sind.

Setup im Browser

Als erstes muss der DIR-505 in die Steckdose gesteckt werden. Dass er bereit ist, zeigt er anhand einer durchgehend grün aufleuchtenden Status-LED an. Als Repeater eingesetzt, ist das Gerät am einfachsten anzuschließen, wenn der heimische WLAN-Router WPS unterstützt. Dann lassen sich beide per Knopfdruck verbinden. Die Konfiguration lässt sich über einen Assistenten im Browser am Windows- oder Linux-Computer oder am Mac vornehmen. Ohne WPS muss das Setup mit wenigen zusätzlichen Schritten erfolgen – so auch bei uns. Das Scannen verfügbarer WLAN-Netze muss unter Umständen mehrmals wiederholt werden, da nicht immer wird das eigene Netzwerk beim ersten Durchlauf gefunden wird. Die Verschlüsselungsmethode wird automatisch vom Router übernommen, kann aber auch verändert werden.

Repeater-Modus für Vergrößerung der Reichweite

Die Signalstärke haben wir ebenfalls mit dem Xirrus-Tool gemessen, aber auch anhand der Empfangsbalken verschiedener mobiler Endgeräte beobachtet. Mit dem WLAN-Repeater konnten wir in zuvor schlecht versorgten Räumen problemlos im Internet surfen. An einigen Orten wurde das Signal nahezu doppelt so stark, an besonders schwer erreichbaren Stellen ließ sich immer noch eine Steigerung von rund 20 bis 30 Prozent ausmachen, sodass kein Funkloch mehr übrig blieb. Zu beachten ist, dass sich Laptop & Co nach dem Einstecken des DIR-505 erneut ins Netzwerk einklinken müssen, sonst profitieren sie nicht von der neugewonnener Reichweite.

Leider bemerkten wir im Laufe der Zeit gelegentliche Verbindungsabbrüche: Unser Test-iPad klinkte sich nach einigen Stunden hin und wieder aus dem Netzwerk aus und ließ sich erst nach manuellem Aus- und wieder Einschalten der WiFi-Funktion zurück ins Netz holen. Ohne Repeater blieb die Verbindung stabil.

Um der auf 802.11b/g/n beschränkten Fritz!Box zu 802.11n-Verbindungen zu verhelfen und uns das Teilen von Daten anzuschauen, probierten wir darüber hinaus den Router-Modus aus – leider ohne Erfolg. Doch zunächst zum Setup: Für die grobe Router-Konfiguration kann auch zum iPhone, iPad oder Android-Gerät gegriffen werden, die entsprechende App nennt sich QRS (Quick Router Setup) Mobile. Die Feinjustierung muss aber wie gehabt im Web-Menü vorgenommen werden. Nachdem der Schalter auf "Router" umgestellt und der DIR-505 in die Steckdose eingesetzt wurde, konnten wir die Installation per Browser oder App starten. Dabei fiel uns auf, dass die von der Web-Oberfläche eingeblendeten Schritte nicht mit der Beschreibung im Handbuch übereinstimmen. So fragte uns der Assistent weder nach Einstellungen wie DHCP oder PPPoE noch nach Verschlüsselungsmethoden, was laut Anleitung geschehen sollte. Beides lässt sich später manuell aufrufen und ändern. Schlussendlich konnten wir den DIR-505 dennoch nicht in Betrieb nehmen. Obwohl wir den Router-Modus der Fritz!Box von AVM deaktivierten und das D-Link-Gerät gemäß Anleitung konfigurierten (mit aktueller Firmware-Version), ließ sich lediglich eine Verbindung zur Vermittlungsstelle herstellen, allerdings versäumte der DHCP-Server den einzelnen Geräten eine IP-Adresse zuzuweisen.

D-Link DIR-505 Test – Inhalt

Auf eine Kostprobe der USB-Streaming-Funktion mussten wir hingegen nicht verzichten. Hierzu reicht es aus, den DIR-505 im Router/Access-Point-Modus in die Steckdose zu stecken und die WLAN-Geräte mit diesem zu verbinden. Rechner können über eine Web-Oberfläche direkt auf angeschlossene Datenträger zugreifen, für Smartphones und Tablet-PCs stellt D-Link eine App bereit: SharePort Mobile für Android ab Version 2.2 und iOS 4.3 oder höher. Darüber können auch Daten vom Gerät aus auf den Speicher hochgeladen werden, zum Beispiel unterwegs aufgenommene Fotos. Im Test konnten wir selbst Full-HD-Videos (1080p) flüssig von einem USB-Stick aus streamen, stießen aber auch auf Formate, die nicht unterstützt werden.

Fazit

Als Repeater eingesetzt macht der D-Link DIR-505 eine gute Figur. Die Einrichtung geht zügig vonstatten und zuvor vom WLAN abgeschirmte Stellen werden anschließend zum möglichen Zugangspunkt. Schlechter schneidet das Setup ab. Theorie und Praxis weichen voneinander ab, mal lässt sich das Einstellungsmenü über die angegebene Adresse im Browser sofort aufrufen, mal erst nach mehreren Anläufen und manchmal überhaupt nicht. Die Gründe dafür erschlossen sich uns nicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der DIR-505 für einen UVP von 69 Euro (Straßenpreis derzeit etwa 50 Euro) schlichtweg zu teuer ist, falls er allein als Repeater genutzt werden soll. Der Preis relativiert sich erst, wenn mehrere der gebotenen Funktionen benötigt werden oder speziell nach einem tragbaren Gerät gesucht wird.

Name: DIR-505
Hersteller: D-Link
Internet: www.dlink.de
Preis: UVP: 69 Euro
Technische Daten:
unterstützte WLAN-Standards: 802.11 b / g / n
unterstützte Frequenzbänder: 2,4 Gigahertz 
Abmessungen: 68x42x51 Millimeter
Gewicht: 113,4 Gramm
Modi: Router / Access Point, Repeater, Wi-Fi Hotspot
Verschlüsselung: WPA2, WPA, WEP-128, WEP-64
Extras WPS, USB-2.0-Port, rudimentäres Router-Setup via App für iOS und Android möglich, SharePort-Zugriff, DLNA-Medienserver
Pro & Contra:
Platzsparendes All-in-One-Gerät
Ladefunktion
Grundkonfiguration per Windows, Mac, Linux oder mobil möglich
gute Repeater-Leistung
USB-Streaming
keine 5-GHz-Unterstützung
teils komplizierte Einrichtung
kein gedrucktes Handbuch


Bewertung:
Installation (50%): ausreichend
Bedienung (30%): gut
Verarbeitung (20%): gut
Gesamtnote befriedigend (3,0)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup und Marcel Petritz)

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