Testbericht

Creative Zen im Test: kompakter Multimedia-Zwerg

So kompakt und doch voller Funktionen: Der Zen von Creative kann nicht nur Musikdateien, sondern auch Videos und Fotos abspielen. Besonders praktisch ist der Slot für SD-Karten, mit dem sich der Speicher schnell erweitern lässt. Wir haben den schicken MP3-Player getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Der neue Zen von Creative ist zwar kaum größer als eine Scheckkarte, spielt jedoch trotzdem nicht nur Musikdateien, sondern auch Videos und Fotos ab. Auch ein FM-Radio und eine Aufnahmefunktion haben in dem kleinen MP3-Player noch Platz gefunden. Das Highlight ist der SD-Kartenschacht: So kann man den zwei, vier, acht, 16 oder 32 Gigabyte (GB) großen Flashspeicher nachträglich weiter aufstocken. Kann das Multitalent überzeugen? Die Redaktion von onlinekosten.de hat den Zen in der 4-GB-Variante getestet.

Handlich und schick

Der Zen versteht sich mit Windows Vista und XP und misst gerade einmal 8,3x5,5x1,2 Zentimeter – perfekte Maße für den Transport in der Hosen- oder Jackentasche. Mit einem Gewicht von 64 Gramm liegt er außerdem gut in der Hand. Trotz der kleinen Bauweise wirkt der Player weder auf den ersten noch auf dem zweiten Blick billig verarbeitet: Das schwarz glänzende Gehäuse ist stabil und sieht edel aus, zieht allerdings Fingerabdrücke magisch an. Dem könnte eine Schutzhülle vorbeugen, die leider nicht im Lieferumfang enthalten ist. Stattdessen packt Creative schwarz-silberne Ohrhörer, eine Software-CD und eine Kurzanleitung dazu. Außerdem ist ein USB-Kabel dabei, worüber auch der integrierte Akku aufgeladen wird. Das Kabel ist allerdings nur etwa fünf Zentimeter kurz und eignet sich daher nur zum Anschluss über die vorderen USB-Ports.

Software-Installation

Vor dem ersten Kontakt mit dem PC empfiehlt das Handbuch, die beiliegende Software zu installieren. Einfaches Befüllen mit Musikdateien und Fotos ist zwar auch per Plug&Play möglich, die weiteren Funktionen lassen sich jedoch nur mit der Software nutzen. Diese bietet unter anderem ein Tool zum Rippen von Audio-CDs und den Zen Media Explorer, mit dem man die Dateien zum Beispiel zu Playlisten zusammenstellen kann. Unter Windows XP nahm die Installation einige Minuten in Anspruch. Nach dem Neustart muss zunächst der integrierte Akku aufgeladen werden, was im Test rund zwei Stunden dauerte. Anschließend ist der Player bereit, Musik, Videos und Fotos wiederzugeben. Er unterstützt den Kopierschutz DRM 10 und die Audioformate AAC, MP3, WAVE sowie WMA. Im Videobereich versteht er sich mit MPEG-4, DivX, XviD, AVI und WMV. Die Clips müssen allerdings der Auflösung des 2,5 Zoll großen TFT-Displays entsprechen: 320x240 Pixel. Andere Auflösungen erfordern leider zunächst eine Konvertierung mit der Software. Ansonsten lassen sich die Videos nicht abspielen: Bei inkompatiblen Clips kam es teilweise zu Abstürzen.

Brillantes Bild

Ein Mittelklasse-PC benötigte im Test etwa vier Stunden, um einen einstündigen AVI-Clip mit einer Dateigröße von rund 530 Megabyte (MB) ins WMV-Format (rund 350 MB) umzuwandeln. Wem dies zu lange dauert, der kann jedoch noch an der Qualität schrauben – diese war im Test auf der höchsten Stufe eingestellt. Die Mühe macht sich allerdings bezahlt: Das brillante Display kann bis zu 16,7 Millionen Farben anzeigen und liefert ein scharfes, kontrastreiches Bild mit satten Farbtönen. Die Größe von 2,5 Zoll ist für kürzere Serien oder den Filmgenuss in Bus und Bahn definitiv ausreichend. Immerhin hat der Bildschirm die gleichen Maße wie der des Zen Vision: M, der jedoch insgesamt größer und schwerer ist.

Überzeugende Soundqualität

Doch nicht nur die Bildwiedergabe kann überzeugen. Auch die Soundqualität ist durchweg gut, ebenso bei höherer Lautstärke. Die Töne kommen klar und deutlich aus dem kleinen Gerät, der Bass-Effekt kann über den Bass-Boost nach Belieben verstärkt werden. Um den Klang noch weiter zu verbessern, gibt es außerdem einen verstellbaren 5-Band-Equalizer und acht vorab gespeicherte Klangfarben. Bei den Audiodateien kann der Nutzer zudem den Repeat- oder Shuffle-Modus einstellen, Playlisten basteln und die Titel bewerten. Die Qualität der Ohrhörer lässt sich als recht gut bezeichnen. Wie jedoch auch bei anderen MP3-Playern lohnen sich bessere Modelle, um einen satteren Klang zu erhalten.

Rund 14 Stunden Spielzeit

Bei der Akkulaufzeit gibt sich der kleine Zen keine Blöße, auch wenn diese im Test nicht an die Angaben des Herstellers heran reichten: Laut Creative spielt der flache MP3-Player bis zu 25 Stunden lang Musik und hält rund fünf Stunden im Videobetrieb durch. Tatsächlich lieferte der Player bei mittlerer Lautstärke und ohne weitere Effekte etwa 14 Stunden Musik und spielte über 3,5 Stunden Videos ab. Die Display-Helligkeit lag bei 50 Prozent.

Die Steuerung erfolgt mit insgesamt vier Tasten, die rechts neben dem Display angeordnet sind. Die Lautstärke und die verschiedenen Titel und Dateien werden jeweils über den großen 4-Wege-Knopf ausgewählt. Insgesamt lässt sich der Zen leicht und problemlos bedienen, auch in der Tasche. Ebenso unkompliziert ist die Menüführung, die sich in verschiedenen Sprachen einstellen lässt. Damit die Oberfläche des Players auch gut zum Besitzer passt, sind sechs verschiedene Hintergrund-Motive dabei.

Wecker, Radio oder Diktiergerät

Wahlweise kann man auch ein eigenes Foto als Wallpaper einrichten. Hier unterstützt der Zen das JPG-Format, wobei andere Formate auf Wunsch während des Kopiervorgangs automatisch umgewandelt werden. Die Bilder kann man drehen, vergrößern und auch in Form einer Slideshow ansehen. Außerdem ist ein FM-Radio mit 32 programmierbaren Speicherplätzen an Bord. Mit der Aufnahmefunktionen kann man zwar kein Radioprogramm, dafür jedoch Sprachdateien per Mikrofon aufnehmen. Eine Uhr samt Weckfunktion und Organizer runden die Ausstattung ab. Letzterer lässt sich leider nur über den PC nutzen. Hier können Termine, Aufgaben und Kontakte eingetragen werden, die man dann unterwegs jederzeit einsehen kann. Praktisch ist, dass sich die Daten mit Outlook synchronisieren lassen.

Fazit: Dank der geringen Größe erweist sich der Zen als unauffälliger Begleiter, der trotz der Kompaktheit einen satten Sound auf die Ohren liefert. Auch die brillanten Farben und der Kontrast des Displays können überzeugen. Ein großer Pluspunkt ist der Schacht für SD- und SDHC-Karten, mit denen der interne Speicher um bis zu 16 GB vergrößert werden kann. Was den Glanz des Multimediaplayers trübt, ist der Lieferumfang: Für den vom Hersteller empfohlenen Preis von 159,90 Euro könnte man durchaus eine Tasche erwarten, die das empfindliche Display schützt. Diese bietet Creative in diversen Ausführungen an, ebenso ein passendes Netzteil, was den Preis jedoch weiter in die Höhe treibt. In einigen Onlineshops ist der Player jedoch rund 40 Euro günstiger zu bekommen.

Name: ZEN
Hersteller: Creative
Internet: de.europe.creative.com
Preis: 2 GB: 100 Euro, 4 GB: 159,90 Euro,
8 GB: 199,90 Euro, 16 GB: 299,90 Euro,
32 GB: 399,90 Euro
Technische Daten:
Schnittstelle: USB 2.0, USB 1.1
Speicher: 2, 4, 8, 16 oder 32 GB Flashspeicher
Abmessungen: 5,5 x 8,3 x 1,2 Zentimeter
Gewicht: ca. 64 Gramm
Dateiformate: MP3, WMA, WAVE, AAC, MPEG4, WMV, DivX, XviD, AVI, JPG
Lieferumfang: Player, Ohrhörer, USB-Kabel, Software-CD, Kurzanleitung
Besonderheiten: Slot für SD-Karten
Pro & Contra:
klein und handlich
viele Funktionen
guter Sound, gutes Display
unkomplizierte Menüführung
erweiterbarer Speicher
langwierige Software-Installation
Konvertieren von Videos
Netzteil und Tasche kosten extra
keine Aufnahme vom Radio möglich
Bewertung:
Klang (30%): gut
Laufzeit (20%): gut
Funktionsumfang (15%): gut
Bedienung (15%): gut
Formatunterstützung (10%): befriedigend
Gewicht/Maße (10%): sehr gut
Gesamtnote: gut (2,0)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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