Testbericht

Congstar Prepaid Internet-Surfstick im Test

Congstar ist nun auch mit einer mobilen UMTS-Tagesflat am Markt vertreten. Das Starterpaket ab 39,99 Euro enthält einen Prepaid Internet-Surfstick und eine SIM-Karte. Onlinekosten.de hat das Angebot in der Praxis getestet.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Die flexible Nutzung des mobilen Internet ist nun auch bei congstar, der Discountmarke der Deutschen Telekom, mit einer UMTS-Tagesflatrate für 2,49 Euro pro genutztem Kalendertag möglich. Im Rahmen einer Einführungsaktion bis zum 30. Juni dieses Jahres ist das congstar Starterpaket für 39,99 Euro inklusive vier Gratistagen erhältlich. Danach soll das Paket dann für 59,99 Euro und mit lediglich zwei Gratistagen verfügbar sein. Grund genug, das neue congstar Angebot schon jetzt in der Praxis zu testen.

Starterpaket ab 39,99 Euro

Das Starterpaket ist sowohl über www.congstar.de als auch ab dem 10. April im Handel verfügbar. Der 24 Gramm leichte congstar Internet-Surfstick präsentiert sich im kompakten, schwarzen Kunststoffgehäuse und wird vom chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE Corporation hergestellt (Modell MF100). Neben der üblichen USB-Schnittstelle bietet das Gerät auch einen MicroSD-Speicherkartensteckplatz, unterstützt werden Speicherkarten bis zu 32 Gigabyte. Im Lieferumfang findet sich neben dem Stick ein USB-Verlängerungskabel, die Prepaid-SIM-Karte sowie eine detaillierte Bedienungsanleitung.

Der Start in das mobile Surfvergnügen erfolgt in wenigen Schritten. Zunächst ist die Freischaltung der congstar SIM-Karte erforderlich. Diese erfolgt unter www.congstar.de/freischalten oder telefonisch unter 01805/232527 für 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz unter Angabe der Mobilfunkrufnummer der SIM-Karte sowie der PUK.

Für die Freischaltung wird bei erstmaliger Anmeldung bei congstar zudem ein meincongstar-Benutzerkonto benötigt. Nach Angabe einiger persönlicher Daten, der Auswahl von Benutzernamen und Passwort sowie Bestätigung der Geschäftsbedingungen ist der Registrierungsprozess beendet. Die Freischaltung der SIM-Karte selbst kann bis zu 24 Stunden dauern. In unserem Test war die SIM-Karte nach rund einer Stunde aktiv. Vorher ist kein Verbindungsaufbau möglich. Der Stick selbst funktioniert zudem nur mit der congstar-SIM-Karte.

Automatische Installation per Plug & Play

Die mitgelieferte SIM-Karte wird nun in den Internet-Stick eingelegt und der Surfstick in einen freien USB-Steckplatz des Computers oder Notebooks eingesteckt. Verwendbar ist das kompakte UMTS-Modem sowohl mit Windows-Rechnern von Windows 2000 bis hin zum aktuellen Windows 7 als auch mit Mac OS X ab Version 10.4. Die auf dem Stick befindliche Verbindungs-Software installiert sich automatisch per Plug & Play. Auf einem Windows-Rechner benötigte die Installation weniger als eine Minute. Der Internet-Stick wird direkt vom System erkannt. Der Start des congstar Internet-Manager erfolgt über das entsprechende auf dem Desktop platzierte congstar-Icon.

Die frisch installierte Verbindungs-Software präsentiert sich aufgeräumt mit großen, leicht verständlichen Schaltflächen. Unter anderem lässt sich über das Programm neben der Herstellung einer Internetverbindung auch der Versand und Empfang von SMS realisieren. Congstar berechnet je versendeter Kurznachricht 9 Cent innerhalb Deutschlands. Auf dem PC lassen sich mit der Software bis zu 1.500 Kurznachrichten speichern, auf der SIM-Karte selbst ist Platz für 20 SMS. Eine über die Software testweise versendete Kurznachricht erreichte innerhalb weniger Sekunden das Handy des Empfängers. Die SIM-Karte lässt sich alternativ auch direkt in einem Handy zum Telefonieren verwenden. Je Gesprächsminute fallen 9 Cent in alle deutschen Netze an. Ausgeschlossen hat congstar in den AGB jedoch die Nutzung von VoIP oder Instant Messaging.

Telefonbuch, Guthabenverwaltung & Co.

Darüber hinaus bringt der congstar Internet-Manager ein Telefonbuch zum Speichern und Anzeigen von Kontakten mit. Auf dem Computer können bis zu 2.000 Kontakte verwaltet werden, die SIM-Karte bietet Speicherplatz für 230 Telefonbucheinträge. Bereits voreingestellt sind 15 Kontakte wie Pannenhilfe, Auskunft oder die Mobilbox. Zudem gibt eine Verbindungsstatistik tagesaktuelle Auskünfte über die Dauer der Internetsession und die Größe der dabei empfangenen und gesendeten Datenmengen. Die Download- und Upload-Geschwindigkeit ist auch als Diagramm darstellbar. Ein weiteres Feature der congstar-Software ist noch eine schlicht gestaltete Guthabenverwaltung. Über die Guthabenabfrage erhält der Nutzer nach wenigen Sekunden Auskunft über den aktuellen Stand.

Bei Bedarf lässt sich das Prepaid-Konto dort auch mit Hilfe eines CashCodes aufladen. Die dafür benötigten regulären congstar-Guthabenkarten mit 15, 30 oder 50 Euro sind im Handel erhältlich. Im Rahmen der Einführungsaktion spendiert congstar 10 Euro, das entspricht dem Gegenwert von vier kostenlosen Surftagen.

Die Verbindung ins Internet erfolgt über die Schaltfläche Verbinden. Die Einstellungen der Software lassen eine automatische oder manuelle Netzsuche zu. Außerdem kann der Nutzer entscheiden, ob das Surfen bevorzugt mit UMTS oder GPRS/EDGE erfolgen soll. Ein grünes Blinken der LED des Surfsticks signalisiert eine aktive Internetverbindung. Das zurzeit genutzte Netz zeigt die Software ebenfalls an. Der Anwender erhält auch Auskunft über die Bandbreite im Down- und Upload sowie die Signalstärke. Vorsicht ist jedoch bei der Auswahl der Option Roaming geboten. Ist dieses zugelassen, können im Ausland nicht unerhebliche, zusätzliche Gebühren für die mobile Datennutzung anfallen. Die congstar Tagesflat selbst gilt nur innerhalb Deutschlands.

Wie schnell ist der congstar-Stick? - Fazit

Interessenten sollte klar sein, dass sie das mobile Internet mit dem congstar-Prepaid-Angebot nur mit UMTS-Bandbreiten von maximal bis zu 384 Kilobit pro Sekunde im Downstream nutzen können. Bei den verschiedenen von der Redaktion durchgeführten Speed-Tests wurde dieser Wert nur einmal erreicht. Größtenteils pendelte sich die Downloadrate bei 360 bis 364 Kbit/s ein.

Downloads nur mit UMTS-Speed

Eine 10 Megabyte große Testdatei ließ sich in 3 Minuten und 34 Sekunden herunterladen. Kurze YouTube-Videos stellten kein Problem dar: Die Clips starteten bereits nach wenigen Sekunden ruckelfrei. Auch Standard-Websites wie spiegel.de ließen sich mit dem Surfstick relativ schnell aufrufen. In den Einstellungen der Verbindungs-Software ist bei Bedarf aber für bilderlastige, komplexere Internetseiten auch die Darstellungsqualität von Bildern reduzierbar, damit sich die Datenmenge entsprechend verringert.

Beim Upload sah es dagegen eher schlecht aus. Hier konnte die Redaktion im Test am Standort Hürth bei Köln nicht mehr als 29 Kbit/s verzeichnen. Ein congstar-Sprecher erläuterte auf Anfrage von onlinekosten.de, dass der Standard-Upload bei diesem Angebot auch nur bei maximal 32 Kbit/s liege. Die Zielgruppe des Prepaid-Angebotes seien eher Wenigsurfer, das Angebot daher weniger auf große Uploads ausgerichtet. Wer dennoch an einem Kalendertag mehr als 500 Megabyte Datenvolumen verbraucht, muss an diesem Tag mit einer Datendrosselung auf GPRS-Niveau rechnen. Downloads erfolgen dann mit maximal 64 Kbit/s, für Uploads stehen nur 16 Kbit/s bereit.

Fazit: Wenig Speed für Wenigsurfer - der Markt ist schon weiter

Congstar präsentiert die mobile Datenflat auf Tagesbasis recht spät. Andere Anbieter sind schon länger mit ähnlichen Angeboten am Markt vertreten. Daher sticht congstar mit seiner mobilen Internet-Offensive nicht sonderlich heraus. Insgesamt betrachtet, offenbarten sich Licht- und Schattenseiten. Erfreulich ist die schnelle automatische Installation der Verbindungssoftware und deren einfache, intuitive Bedienung. Das UMTS-Netz von T-Mobile ist zudem bundesweit sehr gut ausgebaut. Der Internet-Stick selbst ist im Rahmen der Einführungsaktion vergleichsweise günstig erhältlich. Andere Provider wie blau.de verlangen dagegen etwa knapp 80 Euro für die Hardware.

Negativ fällt dagegen die Bindung des Surfsticks an das congstar-Angebot ins Gewicht. Bestandskunden können ihre vorhandenen SIM-Karten nicht nutzen, sondern müssen ein neues Starterpaket erwerben. Wer mit dem Surfstick flott im Internet unterwegs sein möchte, für den ist das congstar-Angebot weniger geeignet. Diese Kunden sollte eher auf andere Tagesflatrates, etwa von Fonic mit HSDPA-Nutzung für 2,50 Euro pro Tag, zurückgreifen. Klar ersichtlich ist, dass congstar die Tagesflat vor allem auf Wenignutzer ausgerichtet hat, die kurz ihre E-Mails checken oder den Status in ihrem sozialen Netzwerk aktualisieren möchten.

Name: congstar Prepaid Internet-Stick
Hersteller: ZTE (Modell MF100)
Internet: www.congstar.de
Preis: Einführungsangebot bis 30.6.2010: 39,99 Euro inklusive 4 gratis Surftage, danach 59,99 Euro inklusive 2 gratis Surftagen. Pro genutztem Kalendertag 2,49 Euro.
Technische Daten
Abmessungen: 69,7x26x11,5 Millimeter
Gewicht: 24 Gramm
Gehäuse: schwarzes Kunststoffgehäuse
Anschlüsse: USB-Schnittstelle, SIM-Kartensteckplatz, MicroSD-Kartensteckplatz (bis zu 32 GB)
Genutztes Netz: T-Mobile
Mobiles Internet: UMTS, EDGE, GPRS
Lieferumfang: Internet-Stick, SIM-Karte, USB-Kabel, Bedienungsanleitung
Pro & Contra
gute Netzabdeckung
intuitive Bedienung
automatische Installation per Plug & Play
SIM-Karte auch zum Telefonieren nutzbar
Kostenkontrolle, da Prepaid
maximal nur UMTS-Bandbreite von bis zu 384 Kbit/s im Download
nur für Wenigsurfer geeignet
Drosselung ab 500 MB pro Kalendertag
Net-Lock (funktioniert nur mit SIM-Karte von congstar)
Bewertung:
Geschwindigkeit(50%): ausreichend
Netzabdeckung (25%): sehr gut
Software (15%): gut
Installation (10%): gut
Preis-Leistung: gut
Gesamtnote befriedigend (2,8)

(Jörg Schamberg)

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang