Testbericht

Commodore XX: Highend-Spielemonster im Test

25 Jahre nach dem C64 kommt der XX: Commodore hat sich in diesem Jahr mit vier Spiele-PCs zurückgemeldet. Die Redaktion hat sich den leistungsstärksten Rechner für knapp 4000 Euro genauer angeschaut.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Vor 25 Jahren brachte Commodore den C64 auf den Markt, der später mit insgesamt rund 17 Millionen verkauften Exemplaren zum erfolgreichsten Heimcomputer aller Zeiten wurde. 1994 meldete das Unternehmen Insolvenz an und ist nun mit vier Spiele-PCs wieder da: G, GS, GX und XX heißen die Gaming-Rechner. Das Flaggschiff der Reihe ist der XX für stolze 3999 Euro. Die Redaktion von onlinekosten.de hat den Extrem-Rechner getestet.

Grafik im SLI-Verbund

Wer sich den Commodore XX in der leistungsstärksten Konfiguration für 3999 Euro bestellt, bekommt den Rechner mit dem Vier-Kern-Prozessor Core 2 Extreme QX6800 von Intel mit einer Taktfrequenz von 2,93 Gigahertz (GHz) und acht Megabyte (MB) L2-Cache. Um die Grafikleistung kümmern sich gleich zwei Paar des derzeitigen Spitzenmodells von Nvidia: Die GeForce 8800 ULTRA mit 768 MB eigenem Speicher. Die DirectX-10-fähigen Karten laufen dabei im SLI-Verbund, um die Performance zu verbessern. Mit einem entsprechend hochauflösenden Monitor ermöglichen sie die Bildwiedergabe im Extreme High Definition Format (XHD) mit bis zu 2560 x 1600 Pixel im 16:10 Widescreen-Format. Die Karten verfügen jeweils über zwei digitale Dual-Link-DVI-Schnittstellen. Ältere Monitore mit analogem D-Sub-Anschluss lassen sich jedoch mit dem beiliegenden Adapter anschließen.

Zur weiteren Ausrüstung zählen zwei S-ATA-Festplatten im RAID 0-Verbund mit jeweils 500 Gigabyte (GB) Speicherplatz, die genügend Spiele, Filme und Daten beherbergen können. Darüber hinaus hat der Hersteller zwei GB Arbeitsspeicher von Corsair eingebaut. Wem das zu wenig ist, der kann die vier Speicherbänke des Asus Mainboards P5N32-E SLI nachträglich mit bis zu acht GB bestücken.

Mehr als 120 Gehäuse-Motive

Der Kunde kann nicht nur über die inneren Werte, sondern auch über das Design entscheiden. Statt im kleinen Schwarzen präsentiert sich der Rechner dann mit einer von über 120 aufwendigen Lackierungen, den so genannten C-kins.
Damit neben der Grafikleistung auch der Klang stimmt, hat Commodore dem XX die SoundBlaster X-Fi Xtreme Gamer-Soundkarte von Creative spendiert. Mit der Karte lässt sich zum Beispiel über Kopfhörer ein Raumklang erzeugen, der Spieler kann jedoch auch ein vorhandenes 5.1- oder 7.1-Lautsprechersystem anschließen. Mit an Bord sind außerdem ein DVD-Brenner, ein 7-in-1 Kartenleser und ein 850-Watt-Netzteil von CWT. Für 700 Euro Aufpreis lässt sich ein zusätzlicher Blu-ray-Brenner von Philips ordern. Die Ausstattung des Testrechners für 3699 Euro liegt eine Stufe unter der Maximalkonfiguration. Im Innern werkeln in der preiswerteren Version ein Intel Core 2 Extreme QX6700 mit 2,66 GHz Taktfrequenz und zwei Nvidia GeForce 8800 GTX im SLI-Verbund mit je 768 MB Speicher. Darüber hinaus sind drei Festplatten eingebaut: Zwei Western Digital Modelle mit 150 GB Speicherplatz mit einer Geschwindigkeit von 10.000 Umdrehungen pro Minute (U/Min) und eine 500-GB-Platte von Samsung mit 7.200 U/Min. Die übrigen Komponenten sind identisch mit der 3999 Euro teuren Version.

Satte Leistung

Aufgrund der aktuellen und leistungsstarken Hardware sorgt der XX für ungetrübtes und ruckelfreies Spielvergnügen bei höchster Auflösung, was entsprechende Benchmarks bestätigen. So erreichte der Testrechner im 3DMark06 ganze 12.406 Punkte und liegt damit eindeutig an der obersten Leistungsgrenze. Auch bei den Spielen konnten Spitzenwerte erreicht werden, trotz 16-fachem Antialiasing. Bei einer Auflösung von 1280 x 1024 Pixel, aktiviertem VSync und maximalen Detail-Einstellungen lief die Beta-Demo von Unreal Tournament 3 mit 60 Frames per Second (fps), ebenso die Demo von Call of Duty 4. In der Demo zu BioShock konnte eine durchschnittliche Bildrate von 50 fps erreicht werden. Auch das Testprogramm PCMark05, das die Gesamtleistung des Systems misst, ordnet den XX in der obersten Liga ein. Hier bringt es das Rechenmonster auf 9.083 Punkte.

Kühl, aber laut

Damit der Rechner beim Spielen nicht zu heiß läuft, hat Commodore ein Heatpipe-System eingebaut, das zusammen mit einem Lüfter das 850-Watt-Netzteil kühlt. Zusätzlich befinden sich drei weitere Lüfter im Gehäuse, von denen zwei von außen durch mit Lochblech hinterlegte Öffnungen zu sehen sind. Dies hat nicht nur den Sinn, die warme Luft nach außen zu befördern, sondern erfüllt auch einen optischen Zweck: Die Lüfter werden mit LED-Leuchten in acht verschiedenen Farben angestrahlt. Um den Lärmpegel niedrig zu halten, wurden an den Seitenwänden des Gehäuses Dämmmatten angebracht. An der Ober- und Unterseite sowie vorne und hinten jedoch nicht. Allerdings ist der Rechner trotz der Dämmung unüberhörbar, vor allem unter Volllast. Den ganzen Tag an diesem PC zu arbeiten ist daher nicht gerade angenehm. Büroarbeiten sind jedoch auch nicht der Einsatzzweck und den ins Computerspiel vertieften Gamer mit Headset wird die Geräuschkulisse sicher nicht stören.
Das Gehäuse lässt sich vorne aufklappen. Dahinter verbirgt sich eine Plastikklappe mit zwei USB-Ports, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss sowie Firewire. Die Tür kann dabei auch bei eingesteckten Geräten geöffnet werden, da an der Seite Aussparungen für die Kabel vorhanden sind. Auf der Rückseite stehen vier USB-Eingänge, Firewire und zwei LAN-Steckplätze bereit.

Mit C64-Emulator

Der Commodore XX kommt mit vorinstalliertem Windows Vista Ultimate, einem Emulator mit über 50 klassischen C64 Spielen und einem Mousepad. Außerdem liegen die Spiele Tomb Raider Anniversary, Rayman Raving Rabbids, Supreme Commander, Heroes of Might and Magic V und Heroes of Might and Magic V - Hammers of Fate bei. Mit dem C-kin Gutschein kann sich der Käufer außerdem über die Website eine kostenlose Gehäuselackierung aussuchen. Commodore gewährt eine zweijährige Garantie inklusive Geräte-Service. Angaben zum technischen Support oder zur Vorgehensweise bei Mängeln sucht man auf der Website allerdings vergebens.

Fazit: Der Commodore XX dürfte jeden Gamer restlos begeistern. Die aktuelle und leistungsstarke Hardware nimmt es mit jedem grafikhungrigen Spiel auf und wird auch für kommende Anforderungen gerüstet sein. Ein Pluspunkt ist das aufwendige Design, das sich der Käufer selbst aussuchen kann. Hoch ist nicht nur der Lärmpegel, sondern auch der Preis. Diese Kosten wecken entsprechende Erwartungen: So wären beispielsweise ein Bluetooth-Modul oder WLAN schön gewesen. Außerdem wirken die zwei GB Arbeitsspeicher im Vergleich zum schnellen Quad-Core-Prozessor, für den es an entsprechenden Anwendungen noch mangelt, fast klein. Zum Preis-Leistungsverhältnis lässt sich sagen, dass der XX seinen Preis wert ist. Bestellt man exakt die gleichen Komponenten einzeln, ist die Brieftasche ebenso leer wie beim Kauf des Komplettsystems.

Name: Commodore XX
Hersteller: Commodore Gaming
Internet: www.commodoregaming.de
Preis: 3699 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Extreme QX6700 mit 2,66 GHz und 8 MB L2-Cache
Grafikkarte: 2 x Nvidia GeForce 8800 GTX mit 768 MB Speicher im SLI-Verbund
Speicher: 2 GB Corsair DDR2, 1066MHz (max. 8 GB)
Festplatte: 2 x 150 GB S-ATA (10.000 U/Min),
1 x 500 GB S-ATA (7.200 U/Min)
Laufwerk: DVD-Brenner (Blu-ray-Brenner optional)
Soundkarte: Creative Sound Blaster X-Fi Xtreme Gamer
Netzteil: 850 Watt (Channel Well Technology)
Betriebssystem: Windows Vista Ultimate
Anschlüsse: 6 x USB, 2 x LAN, 4 x DVI, 2 x Firewire, Kopfhörer, Mikrofon
Benchmarks: 3DMark06: 12.406
PCMark05: 9.083
Abmessungen: 19,5 x 44 x 50 cm
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
Zukunftssicherheit/aktuellste Hardware
leistungsstarke Grafik im SLI-Verbund
guter Sound
individuelles Design
hoher Preis
Geräuschentwicklung
wenige Extras
Bewertung:
Geschwindigkeit (40%): sehr gut
Ausstattung (30%): sehr gut
Handhabung/Service (15%): ausreichend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (1,5)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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