Testbericht

Bookeen HD FrontLight im Test: Thalias neue Lese-Leuchte

Seit einigen Monaten drängt eine neue Generation von E-Book-Readern auf den Markt, die sich vor allem durch ihre integrierte Display-Beleuchtung auszeichnet. Auch der französische Hersteller Bookeen ist mit von der Partie. Dessen Modell HD FrontLight ist in Deutschland bei Thalia zu haben. Lohnt sich der Kauf? Unser Test hilft.

eBook© Markus Bormann / Fotolia.com

Es werde Licht: Seit einigen Monaten drängt eine neue Generation von E-Book-Readern auf den Markt, die sich vor allem durch ihre integrierte Display-Beleuchtung auszeichnet. Erstmals von der US-Buchhandelskette Barnes&Noble mit ihrem Modell Nook Glow realisiert, hat mittlerweile nahezu jeder einschlägige Hersteller einen illuminierten E-Book-Reader zu bieten – neben Branchengrößen wie Amazon und Kobo etwa auch das französische Unternehmen Bookeen. Dessen neuer 6-Zoll-Reader Cybook Odyssey HD FrontLight ist in Deutschland seit wenigen Tagen exklusiv bei Thalia zu haben. Doch lohnt sich angesichts der starken Konkurrenz von Kindle Paperwhite und Kobo Glo der Griff zum Underdog? Wir haben uns den schimmernden Franzosen einmal näher angesehen.

Gute Verarbeitung, aber nicht makellos

Der HD FrontLight kommt in einer schmalen Pappschachtel, die sich nach oben aufklappen lässt. Darin befinden sich neben dem E-Reader selbst lediglich eine dünne Schnellstartanleitung sowie ein USB-Kabel. Letzteres dient der alternativen Zufuhr von Lesestoff über einen Computer und wird zum Aufladen des integrierten Lithium-Polymer-Akkus (1.600 mAh) benötigt. Nicht im Lieferumfang enthalten ist hingegen ein Netzteil für die normale Steckdose. Dieses lässt sich aber entweder separat erwerben oder von vorhandenen Geräten – etwa einem Navigationssystem – entlehnen. Die Verarbeitung des HD FrontLight kann auf den ersten Blick überzeugen. Die in schwarz-grau gehaltene Oberfläche des Gehäuses ist mattiert und fühlt sich wertig an. Dank eines griffigen Materialmix' liegt der E-Reader insgesamt sicher in der Hand. Obwohl sich die metallische Rückseite vergleichsweise glatt anfühlt, kommt auch dort zu keiner Zeit ein rutschiges Gefühl auf - wenn die Fläche Fingerabdrücke auch fast magisch anzuziehen scheint.

Wermutstropfen der Konstruktion waren bei unserem Testgerät allerdings die seitlich angebrachten physischen Blättertasten, die den Gesamteindruck trotz einwandfreier Funktionalität leicht trübten. Vor allem der linke Knopf erschien nachlässig eingesetzt, wackelte im Vergleich zum rechten Pendant auffällig in seiner Halterung und stand ein wenig aus dem Rahmen heraus. Auch die Spaltmaße beider Tasten wiesen kleinere Abweichungen auf. Ebenfalls etwas klapprig wirkte die auf der unteren Frontseite eingelassene Hauptmenütaste. Wirklich stören dürften sich daran jedoch die Wenigsten. Die vierte Taste, der Ein- und Ausschalter, sitzt fest in seiner Verankerung und befindet sich an der unteren Kante auf der rechten Seite. Links davon hat Bookeen einen Einschub für Micro-SD-Karten mit einem Speicherplatz von bis zu 32 Gigabyte (GB), die Micro-USB-Buchse zum Anschluss des Lade- und Übertragungskabels sowie ein Ladekontrolllämpchen angeordnet. Dieses zeigt an, ob der Energiespeicher bereits ausreichend befüllt wurde: Während des Ladevorgangs leuchtet die LED orange, nach dem Abschluss wechselt sie zu grün. Auf eine animierte Display-Anzeige nach Smartphone-Manier wurde hingegen verzichtet.

Erste Inbetriebnahme - in 20 Sekunden von 0 auf 100

Die erste Inbetriebnahme des HD FrontLight geht mit einigen wenigen Konfigurationsschritten einher. Nach einem Startvorgang von rund 20 Sekunden erscheint zunächst eine Sprachauswahl mit 23 Varianten. Anschließend wechselt das Gerät zur dreigliedrigen Startansicht. Auf dieser sind neben einem Einstellungsmenü, in dem sich unter anderem Optionen für WLAN-Netzwerk, automatischen Ruhezustand und Seiten-Auffrischungsrate befinden, eine Übersicht der zuletzt gelesenen E-Books, die Bibliothek sowie zunächst noch das Logo des Bookeen E-Book-Store zu sehen. Nach dem ersten Antippen wird für den direkten E-Book-Abruf per WLAN aber der deutsche E-Book-Shop von Thalia dauerhaft voreingestellt. Neben dem Shop-Zugriff verbirgt sich im unteren Drittel der Hauptseite zudem der Browser, über den – soweit vorhanden - auch Firmware-Updates automatisch heruntergeladen werden. Mit einem Fingerwisch nach links erscheinen darüber hinaus die als Favoriten gespeicherten Websites.

Standardmäßig sind hier bereits Google, die französische Zeitung "Le Monde", Wikipedia sowie die Homepage des "Projekt Gutenberg" vermerkt, eigene Seiten lassen sich im Browser hinzufügen. Abgesehen von den technologischen Eigenheiten der E-Ink-Anzeige und einigen wenigen Anzeigefehlern funktioniert das Surfen dabei erstaunlich gut. Für den gelegentlichen Abruf von Nachrichten oder E-Mails ist der Browser allemal ausreichend. Gleichzeitig ermöglicht er es, ohne PC bei weiteren Händlern nach E-Books zu stöbern oder Ausleih-Dienste zu nutzen – eine Zwangsbindung an den Shop von Thalia existiert nicht. Gleichwohl genießt dieser als einziger das Startseiten-Monopol.

Entsprechend bequemer ist der Download neuer Digital-Literatur über den deutschen Bookeen-Partner. Thalia bietet nach eigenen Angaben eine Auswahl von mehr als 300.000 zumeist deutschsprachigen E-Books, darunter auch viele kostenfreie Exemplare. Bevor es mit dem ersten Download losgehen kann, sind aber auch hier noch ein paar Einrichtungshürden zu nehmen.

E-Book-Kauf bei Thalia - nur mit Passwort

Wer nicht bereits über ein Shop-Konto verfügt, ist daher zunächst angehalten, Kontaktdaten einzugeben, Benutzername und Passwort auszuwählen sowie die AGB zu bestätigen. Im Anschluss ist es notwendig, eine sogenannte Adobe ID anzugeben beziehungsweise erstmals zu erstellen. Dieses Benutzerkonto ermöglicht es, E-Books im EPUB-Format mit dem verbreiteten Adobe-DRM-Kopierschutz zu nutzen sowie vom PC über die zugehörige Software Adobe Digital Editions auf den Reader zu übertragen. Einer Adobe ID lassen sich dabei bis zu sechs Geräte zuordnen. In einem weiteren Schritt verlangt Thalia die Auswahl der Zahlungsart. Nutzen lassen sich entweder Kreditkarte oder Bankeinzug. Darüber hinaus ist es generell möglich, Gutscheincodes beziehungsweise Geschenkkarten einzulösen.

Für sicheres Einkaufen soll ein Passwortzwang sorgen, der jedoch nur halbherzig umgesetzt wurde. So ist das jeweilige Codewort während der Eingabe über die virtuelle Tastatur im Klartext zu sehen – genug Zeit, damit es in Bus und Bahn aus günstiger Position erspäht werden kann. Auch verführt die Passwortsperre prinzipiell dazu, eine möglichst einfache Kombination zu wählen, um das auf die Dauer lästige Eintippen zu erleichtern. Im Test fiel der Shop ansonsten durch kleine Bedienungsschwächen und gelegentliche Ausfallerscheinungen auf. So bleibt etwa unverständlich, warum sich die physischen Seitentasten hier nicht auch zum Blättern im Shop-Angebot nutzen lassen. Die dafür vorgesehene Wischgeste macht das Stöbern recht mühsam, werden beim Ausführen doch immer wieder unbeabsichtigt Bücher aufgerufen. Hinzu kamen kleinere Verbindungsprobleme, wobei etwa bereits der Erstkontakt zum Shop nach Eingabe der verlangten Daten nach wenigen Minuten mit der Fehlermeldung zu einer angeblichen Zeitüberschreitung abbrach und sämtliche Registrierungsvorgänge wiederholt werden mussten. Weitere Fehlermeldungen gab es sporadisch bei einzelnen Buch-Downloads sowie beim Zugriff auf das Benutzerkonto.

Wörterbuch ja, Übersetzungsfunktion nein

Zurück zur Startseite gelangt man generell über eine Schnellzugriffleiste, die nach kurzem Drücken der Hauptmenütaste am unteren Bildschirmrand erscheint. Dort finden sich zudem Verknüpfungen zu Bibliothek, Shop, Display-Beleuchtung und dem jeweiligen Seitenmenü, das sich alternativ durch zweimaliges Drücken der Hauptmenütaste direkt öffnen lässt. Im Lese- und Betrachtungsmodus beinhaltet das Menü zusätzliche Optionen zum aufgerufenen E-Book oder Bild. Bei EPUB-Titeln besteht dann etwa die Möglichkeit, eine von 20 Schriftgrößen und sieben Schriftarten auszuwählen, über Silbentrennung, Fettdruck oder Blocksatz die Darstellung des Textes anzupassen sowie Lesezeichen oder eigene Anmerkungen zu setzen – entweder in Form von Notizen oder Markierungen ("Highlights").

Da beide Funktionen allerdings recht tief im Menü vergraben sind, ist eine häufigere Nutzung mit einiger Tipparbeit verbunden und wird schnell zur Nervenprobe. Wie es besser geht, macht Amazon vor: Beim Kindle Paperwhite genügt beispielsweise ein Antippen des Wortes und eine Markierungsoption wird eingeblendet. Wer hingegen beim HD FrontLight kurzzeitig mit dem Finger auf einem Wort verweilt, öffnet lediglich das sogenannte Wiktionary – ein integriertes Wörterbuch, das in Deutsch, Französisch und Italienisch vorgehalten wird; Englisch leider Fehlanzeige. Generell nicht integriert ist zudem eine Übersetzungsfunktion. Klar im Vorteil ist das Bookeen-Modell derweil bei der Verarbeitung von PDF-Dateien. Während andere Reader hier nur Mini-Schrift und Scroll-Orgien zu bieten haben, brilliert der HD FrontLight mit einer reflow-Funktion auf Basis von Adobe Reader Mobile 9.2. Eingeschaltet sorgt diese dafür, dass ein aufgerufenes Dokument je nach gewählter Vergrößerungsstufe automatisch passend für das Display formatiert wird.

Neben EPUB und PDF versteht sich der E-Reader ebenfalls mit HTML-, TXT- und FB2-Dateien. Bilder werden unterstützt, sofern sie die Endungen JPG, GIF, PNG, ICO, TIF oder PSD mitbringen. Das Blättern im Lesemodus kann auf verschiedene Art erfolgen: mit den physischen Tasten (die sich für Linkshänder auch umkehren lassen), durch Antippen der rechten oder linken Display-Seite sowie über Wischgesten.

Einhand-Bedienung mit Wischgesten

Letztere sind nahezu unausweichlich, soll das Gerät mit nur einer Hand bedient werden und orientieren sich augenscheinlich an der Haptik von Papierbüchern – ein Wischen nach links bewirkt dementsprechend das Blättern nach vorn, beim Wischen nach rechts springt der Reader eine Seite zurück. Das funktioniert meist gut, aber nicht immer. Mitunter sind mehrere Versuche notwendig, bevor der kapazitive Touchscreen die Eingabe annimmt, hin und wieder wird zudem eine Seite überblättert. Noch auffälliger werden solche Aussetzer bei Multi-Touch-Gesten. Während Pinch-to-Zoom – also das Zusammenführen oder Auseinanderziehen von Daumen und Zeigefinger – im Test noch relativ zuverlässig für eine Größenänderung des Bildausschnittes sorgte, gelang der Wechsel der Anzeige ins Querformat per Zwei-Finger-Geste selten beim ersten Anlauf. Das ist umso bemerkenswerter, da sich zumindest für E-Books im EPUB-Format keine andere Möglichkeit bietet; PDF-Dokumente lassen sich hingegen auch über das Menü um 90 oder 180 Grad drehen.

Als noch unausgereift erweist sich zudem das schnelle Weiterblättern über die seitlichen Gehäusetasten. Hier stößt das Gerät offenbar an seine Leistungsgrenzen. Dies mündete in unserem Fall regelmäßig darin, dass der Blättervorgang noch Sekunden weiterlief, obwohl die Taste schon nicht mehr betätigt wurde. Ein präziser Vor- oder Rücklauf ist daher faktisch unmöglich. Um schnell in die Mitte oder zum Ende eines E-Books zu gelangen, empfiehlt sich die direkte Eingabe einer Seitenzahl – entweder über das Menü oder durch Antippen der Seitennummer auf dem Bildschirm. Eine Suche nach der zuletzt betrachteten Passage ist jedoch nicht notwendig. So öffnet der Reader digitale Bücher generell an der ursprünglich gelesenen Stelle.

Hochauflösendes Display, gleichmäßige Ausleuchtung

In Sachen Textdarstellung erlaubt sich das Gerät keine Blöße. Die hohe Auflösung von 1024 x 758 Pixeln und das beleuchtete Display sorgen unter nahezu allen Lichtverhältnissen für augenschonendes wie komfortables Lesen bei guten Kontrasten. Einschalten lässt sich das leicht bläulich schimmernde "FrontLight" wahlweise über das Schnellstartmenü oder durch längeres Drücken der Hauptmenütaste. Anschließend besteht generell die Möglichkeit, die Helligkeit nach Wunsch zu regulieren. Bei unserem Testgerät fiel die Ausleuchtung der Anzeigefläche in jedem Stadium äußerst gleichmäßig aus. Lediglich am unteren Rand oberhalb der zur Beleuchtung genutzten LEDs war eine leichte Schattenbildung erkennbar. Als störend empfanden wir diese aber nicht. Wird der HD FrontLight ausgeschaltet oder in den Ruhezustand versetzt, erlischt das Licht automatisch - und bleibt auch dann deaktiviert, wenn der Reader wieder eingeschaltet wird. Wer diesen aufgrund der besseren Kontrastwerte ausschließlich beleuchtet nutzen will, dürfte daher schnell die fehlende Auto-Start-Funktion vermissen.

Im Detail noch ausbaufähig präsentiert sich auch die integrierte E-Book-Bibliothek. Zwar bietet diese mit ein- und zweispaltigen Listen sowie Miniatur- und Ordneransicht eine große Auswahl an Anzeigevarianten und kann ebenfalls mit verschiedenen Sortieroptionen aufwarten, allerdings macht sich schnell die fehlende Suche bemerkbar. Darüber hinaus irritiert Bookeen mit einer unnötig komplizierten Löschfunktion. So ist es weder möglich, mehrere E-Books auf einen Schlag zu entfernen, noch lässt sich der Vorgang generell zügig durchführen. Grund: Sobald ein Buch zum Löschen markiert wird, öffnet es sich zunächst und muss wieder geschlossen werden. Erst dann kann der Löschbefehl im Menü ausgewählt werden. Kommt ein weiterer Titel hinzu, wird er automatisch in die Liste aufgenommen und mit dem Vermerk "Neu" gekennzeichnet. Das Anlegen von Ordnern oder ein Verschieben von Büchern auf dem Gerät selbst ist hingegen nicht vorgesehen. Für eine effiziente Dateiverwaltung bleibt ein Computer daher unabdingbar. Der HD FrontLight wird vom Betriebssystem anstandslos als Wechseldatenträger erkannt. Dabei fiel im Test allerdings eine deutliche Diskrepanz zwischen angegebenem und tatsächlich verfügbarem Speicherplatz auf. Während Bookeen von 2 GB spricht, lassen sich real lediglich rund 1,5 GB nutzen, wobei circa 100 Megabyte bereits durch Linux-Betriebssystem und rund 100 vorinstallierte E-Books belegt sind, darunter allerdings nur acht deutschsprachige Werke - allesamt Klassiker wie "Alice’s Abenteuer im Wunderland" von Lewis Carroll, "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Nietzsche oder "Der Weihnachtsabend" von Charles Dickens.

Cloud-Anbindung bisher mangelhaft

Bisher nur rudimentär behandelt wird von Bookeen-Partner Thalia das Thema Cloud-Anbindung. Hier hat die Douglas-Tochter gegenüber Amazon oder auch Kobo noch Nachholbedarf. Eine automatische Sicherung erworbener E-Books existiert beispielsweise noch nicht. Lediglich in den ersten 100 Tagen nach dem Kauf lassen sich die Titel erneut über das Thalia-Kundenkonto herunterladen. Aussicht auf Besserung ist aber zumindest in Sicht: Auch der Buchhändler will in absehbarer Zeit eine eigene Cloud-Lösung vorstellen. Ebenfalls mangelhaft ist die Verknüpfung des E-Book-Shops mit anderen mobilen Endgeräten. Eine Lese-App bietet Thalia etwa bisher nur für Android an.

Keine Auffälligkeiten gibt es beim HD FrontLight derweil in Sachen Akkulaufzeit. Bookeen nennt hier einen Maximalwert von zwei Monaten, wird aber wenig konkret, was die Nutzung von Licht und WLAN betrifft. Während unseres rund einwöchigen Testzeitraums mit einer täglichen Nutzung von circa 30 Minuten bei aktiviertem FrontLight und WLAN verlor die Balkenanzeige lediglich einen ihrer Striche. Auch wenn sich daraus kaum belastbare Aussagen über die tatsächliche Leistung des Energiespeichers ableiten lassen, scheint eine Verwendung ohne Nachladen über mehrere Wochen durchaus realistisch. Vollständig aufgeladen werden kann ein entleerter Akku Bookeen zufolge innerhalb von fünf Stunden.



Der Bookeen Cybook Odyssey HD FrontLight im ausführlichen hands on.

Fazit: Soll erfüllt, Kür verpatzt

Unter dem Strich schlägt sich der HD FrontLight keinesfalls schlecht, muss dann aber in Detailfragen einige Federn lassen. Gefallen können die insgesamt gute Verarbeitung, die gleichmäßige Ausleuchtung des hochauflösenden Displays und die allgemeine Performance. Auch die exzellente PDF-Unterstützung, bislang eher seltene Features wie eine integrierte Silbentrennungsfunktion und der recht brauchbare Browser sind positiv zu erwähnen. Geschludert hat Bookeen hingegen vor allem bei Menü und Bedienung. So fällt die Software immer wieder durch kleine Unzulänglichkeiten auf. Macken wie die fehlende Auto-Start-Funktion für das Display-Licht, die umständliche Markier- und Löschfunktion sowie das Fehlen einer Bibliothekssuche und Übersetzungsfunktion sind nur einige Beispiele. Da hilft es auch wenig, dass das System einen stabilen und ausgereiften Eindruck macht: Abstürze traten während des gesamten Tests kein einziges Mal auf.

Zusätzlich ärgert der HD FrontLight seine Nutzer mit teilweise trägen Reaktionen auf Touch-Gesten oder geradezu fahrlässige Schnitzer wie der Klartextanzeige von via Bildschirmtastatur eingetippten Passwörtern. Vieles sollte sich über Software-Updates beheben lassen – wenn man denn nur will. Bis dahin bleibt ein etwas zwiespältiger Eindruck. Ein wenig mehr Liebe zu vermeintlichen Kleinigkeiten und Amazon hätte sich warm anziehen müssen, so geht dem HD FrontLight beim Angriff auf das Kindle-Monopol angesichts der vielen Nachlässigkeiten aber dann doch vorher ein wenig die Puste aus.


Name: Bookeen Cybook Odyssey HD Frontlight (Thalia-Edition)
Hersteller: Bookeen
Internet: www.bookeen.com; www.thalia.de
Preis (UVP): 129 Euro
Technische Daten:
Firmware-Version: 5.0 (build 1650)
Abmessungen: 166 x 120 x 9,4 mm
Gewicht: 180 Gramm
Display (Diagonale): 6 Zoll (12,7 cm)
* Typ: E-Ink Pearl
* Auflösung: 1024 x 758 Pixel (213 dpi)
* Spektrum: 16 Graustufen
* Beleuchtung: ja (in 20 Stufen regelbar)
* Touchscreen: ja (kapazitiv, Multi-Touch, HSIS)
Speicherplatz: 2 GB interner Flash-Speicher (verfügbar ca. 1,4 GB)
Konnektivität / Schnittstellen: microSD (bis 32 GB), USB 2.0, WLAN (802.11 b/g/n)
E-Book-Shop: Thalia
* Shop-Bindung: nein
* Zahlungsarten: Kreditkarte, Bankeinzug
E-Book-Formate: EPUB, PDF, TXT, HTML, FB2
* DRM-Schutz: Adobe DRM
Bild-Formate: JPEG, PNG, GIF, BMP, ICO, TIF, PSD
Audio-Formate: -
Blättern: Touchscreen (Antippen, Wischgesten), physische Seitentasten
Textfunktionen: Markieren, Notizen, Lesezeichen, Silbentrennung, Blocksatz, Ligaturen, Fettdruck, Nachtmodus (invertiert)
Schriftarten: 7
Schriftgrößen 20
Wörterbuch: ja (Deutsch, Französisch, Italienisch)
Übersetzungsfunktion: nein
PDF reflow: ja
Browser: ja
Synchronisation von Inhalten: Bookeen-Reader, Thalia Lese-App (bisher nur Android)
Cloud-Anbindung: Thalia (Cloud-Lösung für E-Books in Vorbereitung, Stand Dezember 2012)
Lieferumfang: Kurzanleitung (digitales Handbuch auf dem Gerät), USB-Kabel (Netzteil muss extra erworben werden)
Akku: Lithium-Polymer (1.600 mAh)
* Laufzeit (laut Hersteller): bis 2 Monate; mit Licht und WLAN mehrere Wochen
Pro & Contra:
Gleichmäßige Ausleuchtung
Hohe Display-Auflösung
Griffige Oberfläche
Keine Shop-Bindung
Physische Blättertasten
PDF reflow
Brauchbarer Browser
teils umständliche Bedienung
kein Auto-Start für FrontLight
Suche in der Bibliothek fehlt
keine Übersetzungsfunktion
Touch-Gesten funktionieren nicht immer zuverlässig
Seitentasten nachlässig verarbeitet
Passwörter beim Eintippen im Klartext zu sehen
Bewertung (Teilnoten) [Anteil]:
Ausstattung (Features/Funktion) [20%]: 2,0 (2,0/2,0)
Bedienung (Handling/Software) [25%]: 2,5 (2,0/3,0)
Display (Anzeige/Touchscreen) [35%]: 1,5 (1,0/2,0)
Verarbeitung (Gehäuse/Haptik) [20%]: 2,0 (2,0/2,0)
Gesamt: gut (2,0)
Preis-Leistung: gut

(Christian Wolf)

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