Erstes Android-Smartphone von BlackBerry

BlackBerry Priv im Test: BlackBerry verschmilzt Android mit eigenem Smartphone

Zeitenwende bei BlackBerry: Erstmals setzt der Mobiltelefon-Pionier bei einem BlackBerry-Smartphone auf Googles Android statt auf das eigene Betriebssystem. Kann der angeschlagene Konzern damit wieder mehr Käufer gewinnen? Wie sich das BlackBerry Priv in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.

BlackBerry Priv© BlackBerry

BlackBerrys erfreuten sich einst eines großen Fankreises. In den letzten Jahren wechselten jedoch immer mehr wegen der höheren App-Auswahl zu Android-Smartphones oder zum iPhone. Mit dem BlackBerry Priv kommt das erste BlackBerry mit Android auf den Markt, plus die beliebten BlackBerry-Funktionen wie der Hub, der Messenger BBM und, nicht zu vergessen, die mechanische Tastatur. Das Ergebnis misst 77 x 147 x 9,1 Millimeter und wiegt 187 Gramm. Die Verarbeitung ist erstklassig und solide.

BlackBerry Priv: Tadelloses Display, CPU nur leicht überm Schnitt

Ohne Tadel ist auch der 5,43 Zoll große Super-AMOLED-Bildschirm, welcher hohe Kontraste und eine gute Blickwinkelstabilität bietet. Mit 541 ppi kann die Schärfe des Displays sich sehen lassen und die 459 Candela pro Quadratmeter stellen für ein AMOLED-Panel einen enorm hohen Wert dar. Der Bedienkomfort erhöht sich durch die Lage des Displays: Dieses geht leicht links und rechts über die Ecken des BlackBerry Priv hinweg.

Im Inneren des BlackBerry Priv verbirgt sich ein sechskerniger Prozessor, welcher zwei Hochleistungskerne und vier Energiesparkerne beinhaltet. In den Benchmarks führt das zu einem Gesamtergebnis von 10 Prozent über dem Durchschnitt. Damit laufen zwar die meisten Anwendungen flüssig, andere Smartphones liefern im Test jedoch deutlich mehr Leistung.

BlackBerry Priv

BlackBerry Priv

  • Betriebssystem Android 5.1. Lollipop
  • 18 Megapixel-Kamera mit Autofokus, Bildstabilisator und Fotolicht
  • 5,4 Zoll Display
  • 32 GB Speicher
  • ab 0,00 € mit Vertrag
BlackBerry PrivBlackBerry PrivBlackBerry Priv

Viel Speicherplatz und moderne Funktechniken

Was die Funktechniken betrifft, so ist man mit LTE, WLAN ac, Bluetooth 4.1 und NFC voll ausgestattet. Vermissen könnte der ein oder andere beim BlackBerry Priv einen Staub- und Wasserschutz, einen Fingerabdrucksensor oder ein UKW-Radio. Ebenso funktioniert USB-on-the-Go nicht. Was jedoch in Anbetracht von internen 32 Gigabyte, von welchen netto 22 Gigabyte übrig bleiben, und einem MicroSD-Kartensteckplatz nicht weiter tragisch ist.

Der Akku des BlackBerry Priv fasst 3410 Milliamperestunden und bringt es im Test auf 476 Minuten, ein leicht überdurchschnittlicher Wert. Normalnutzer kommen damit über den Tag, die meisten Vielnutzer werden jedoch wohl auf das Ladekabel auch tagsüber nicht verzichten können. Ein vollständiger Ladevorgang des BlackBerry Priv dauert im Text 156 Minuten und dürfte sich durch ein 2- oder 3-Ampere-Ladegerät beschleunigen lassen.

18 Megapixel mit Schwächen

Die Kamera des BlackBerry Priv schießt scharfe Bilder mit 17,98 Megapixeln und bietet einen optischen Bildstabilisator. Beim genaueren Betrachten fällt im Test auf, dass die Schärfe zu den Ecken hin deutlich nachlässt. Auch schnellt das Bildrauschen bei schlechteren Lichtbedingungen in die Höhe, obwohl sich dank des optischen Bildstabilisators recht lange scharfe Bilder schießen lassen. Grundsätzlich könnten jedoch die Farben, Kontraste und auch die Belichtung ein wenig besser ausfallen.

Videos zeichnet das BlackBerry Priv in Full HD oder 4K auf. Auch hier gilt, dass die Schärfe grundsätzlich sehr gut ist, das ein oder andere Detail jedoch verwäscht. Alles bestens ist wiederum beim Musikplayer – dieser liefert im Test einen natürlichen und kräftigen Sound, welcher mit der derzeitigen Referenz mithalten kann.

BlackBerry Priv: Das Beste aus beiden Welten

Schauen wir uns nun noch die Oberfläche des BlackBerry Priv an: Diese basiert auf Android 5.1.1, sodass sich jeder Androidnutzer schnell zurechtfindet. Aber auch alteingesessene BlackBerry-Nutzer werden erfreut feststellen, dass alle BlackBerry-typischen Funktionen erhalten geblieben sind. Darunter fällt unter anderem der Hub, welcher Nachrichten aus allen Quellen (wie SMS und E-Mail) bündelt. Wichtige Termine werden im Productivity Tab, einer Leiste rechts oder links des Bildschirms, angezeigt. Auch Verlinkungen, welche häufig benötigte Funktionen zusammenstellen und den Zugriff darauf erleichtern, findet man zwischen gängigen Android-Apps. Ebenfalls nett sind die temporären Pop-Up-Fenster, welche sich über einen einfachen Wisch kurzzeitig öffnen und wieder schließen lassen.

Fazit zum BlackBerry Priv: Gelungene Mischung

Wie unser Test zeigt, ist es BlackBerry gelungen, das eigene Betriebssystem mit Android zu verschmelzen. Das Beste aus beiden Welten kommt zusammen und ermöglicht so eine einfache Trennung von Beruf und Privatem. Die mechanische Tastatur ist gewohnt erstklassig.

Was die restliche Ausstattung betrifft, so ist alles im grünen Rahmen, wobei man an der ein oder anderen Stelle durchaus mehr erwarten dürfte. Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man sich den stolzen Preis von 770 Euro ohne Vertrag zu Marktstart ansieht. Da fallen zum Beispiel der recht durchschnittliche Prozessor oder die abfallende Bildqualität der Kamera ein. Trotz des hohen Preises für das BlackBerry Priv dürfte sich aufgrund der einmaligen Verschränkung von Android und BlackBerry der ein oder andere Kaufinteressent finden.

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