Testbericht

AVM Fritz!WLAN Repeater im Test

Wer sich schon immer über ein schwaches WLAN-Signal geärgert hat, findet im Fritz!WLAN Repeater von AVM eine Möglichkeit, daran etwas zu ändern. Wir haben getestet, was die kleine, schwarze Box wirklich kann.

AVM FRITZ!WLAN Repeater 310© AVM GmbH

Der Neubau ist fertig, der DSL-Anschluss wurde freigeschaltet, das Arbeitszimmer im Obergeschoss eingerichtet, doch dann der Schreck: die Stärke des WLAN-Signals vom DSL-Routers reicht nicht aus, um die gewohnten Internetdienste tatsächlich nutzen zu können. Was tun? Eine Lösung, doch über eine Breitband-Internetverbindung online zu gehen, können Powerline-Adapter sein. Mit deren Hilfe werden die Internetdaten über die hauseigene Stromverkabelung transportiert. Abhilfe schaffen aber auch so genannte WLAN-Repeater. Sie erweitern die Reichweite des Funksignals, das von einem WLAN-Router ausgeht, und sorgen so dafür, dass das Internet im Optimalfall auch in die hintersten Ecken eines Hauses oder im Garten ohne lästiges Kabel nutzbar ist. Tatsächlich? Wir haben es mit dem Fritz!WLAN Repeater von AVM in Kombination mit einer Fritz!Box in einer Doppelhaushälfte in Münster untersucht.

Testumgebung in einer Doppelhaushälfte

Bewusst haben wir uns für eine Testumgebung entschieden, die den WLAN-Repeater in gleich mehrfacher Hinsicht auf die Probe stellen kann. Standardmäßig wird in dem von uns ausgewählten Einfamilienhaus über verschiedene Netzwerkkabel eine DSL-Leitung genutzt. Zwar ist auch ein WLAN-Router im Einsatz, doch dessen Signal kann maximal Teile vom Erdgeschoss mit Breitband-Signalen versorgen. Grund: der eigentliche DSL-Anschluss ist im Keller zu finden; Betondecken und Stahlträger hindern das Funksignal an einer flächendeckenden Ausbreitung im gesamten Haus. Die Folge: im Wohnzimmer ist es ohne entsprechende Erweiterungen der WLAN-Infrastruktur nur eingeschränkt möglich, drahtlos im Internet zu surfen, Garten und Obergeschoss werden überhaupt nicht mit Funksignalen versorgt. Zeit, den Fritz!Repeater von AVM auf die Probe zu stellen.

Doch was liefert die kleine, schwarze Box überhaupt, die einfach in eine Steckdose gesteckt wird, das Signal des WLAN-Routers auffängt und anschließend die Reichweite des WLAN-Netzes erhöht? Das Wichtigste vorweg: der Fritz!Repeater ist zwar auf die Nutzung mit Fritz!Boxen optimiert, lässt sich aber auch mit allen anderen WLAN-Routern verwenden; selbst dann, wenn sie auf Basis des schnellen N-Standards funken. Bedienung und Konfiguration erfolgen einerseits über ein berührungsempfindliches LED-Display am Gerät selbst, aber auch über eine Weboberfläche, die über jeden gängigen Internet-Browser abrufbar ist.

Die Installation - Manuell, per WPS oder per Software-Assistent

Theoretisch soll die Installation einfach von der Hand gehen. Möglich macht es die WPS-Funktion (Wi-Fi Protected Setup), die von einigen Fritz!Boxen unterstützt wird. Zum Beispiel die Fritz!Box Fon WLAN 7390 oder die Fritz!Box WLAN 3270 synchronisieren sich dadurch per Knopfdruck automatisch mit dem Repeater. Weil im Rahmen unseres Tests allerdings eine Fritz!Box Fon WLAN 7170 zum Einsatz kam, die WPS nicht unterstützt, mussten für die Inbetriebnahme andere Wege beschritten werden. Möglich wäre einerseits eine manuelle Konfiguration gewesen, deutlich einfacher ist aber die Nutzung eines von AVM bereitgestellten softwarebasierten Einrichtungsassistenten. Er macht die Einrichtung auch für Laien zu einem Kinderspiel. Viel mehr als die Eingabe der SSID des WLAN-Routers, damit dieser mit dem Repeater kommunizieren kann, ist nicht notwendig. Allerdings: der Assistent steht nur für die gängigen Windows-Versionen zur Verfügung.

An dieser Stelle ein wichtiger Tipp: wer den Fritz!Repeater eingerichtet hat, sollte als erstes die werksseitig installierte Firmware durch die überarbeitete Version 68.04.84 ersetzen. Sie sorgt für verschiedene Erweiterungen, stabilisiert aber nach Angaben von AVM auch die WLAN-Stabilität. Ein Update ist wahlweise per Internet-Browser über die Multimedia-Oberfläche des Repeaters möglich oder direkt über das Leuchtdioden-Display am Gerät selbst.

Sind WLAN-Router und Repeater nach der abgeschlossenen Installation aufeinander eingestellt, kann es überall in der Wohnung oder im Haus losgehen: Repeater in eine 230-Volt-Steckdose stecken, kurz auf die automatisch erfolgende Synchronisation mit dem Router warten, fertig. Fertig? Ist nun tatsächlich ein erweitertes WLAN-Netz nutzbar? Um es kurz zu machen: absolut! In unserer Testumgebung haben wir den Repeater der Einfachheit halber nicht in einem speziellen Raum des Hauses, sondern im Flur im Erdgeschoss platziert. Im Anschluss war drahtloses Internetsurfen bis auf die Terrasse im Garten und auch im Obergeschoss möglich. Selbst Internetstreams, die normalerweise ruckelten und hakten, liefen unter Einsatz des Repeaters wieder flüssig und ohne Aussetzer.

Fritz!WLAN Repeater kann mehr

Das allein qualifiziert den WLAN-Repeater von AVM schon, in der Liga innovativ-wertvoller Geräte mitzuspielen. Doch AVM wäre nicht AVM, wenn es der eigens entwickelten Technik nicht noch ein paar Extras spendieren würde. So lässt sich über eine Browser-Oberfläche zum Beispiel nicht nur eine Nachtschaltung aktivieren und die WLAN-Leistung des Repeaters auf die eigenen Bedürfnisse anpassen, um den Stromverbrauch zu minimieren, sondern es stehen auch verschiedene Audio-Funktionen zur Verfügung.

Wer mag, kann den Repeater per Audiokabel mit einer Stereoanlage verbinden und auf diese Weise Musikdateien vom Notebook oder dem PC direkt auf die Anlage senden. Dazu muss aber eine so genannte Audio-Brücke installiert sein, die auf der AVM-Homepage zum Download bereitsteht. Die Software dient sozusagen als virtuelle Soundkarte. Mehr noch: auch ein FM Transmitter ist auf dem Repeater vorinstalliert. Der sorgt dafür, dass Audioinhalte des Rechners über eine freie UKW-Frequenz auf jedem zur Verfügung stehenden UKW-Radio abgespielt werden können - ganz ohne Kabel. Allerdings sollte der Repeater für die Audiofunktionen per UKW in unmittelbarer Nähe zum genutzten Radio platziert werden. Ansonsten rauscht es ordentlich in den Boxen und ein ungetrübter Musikgenuss ist nicht möglich.

Neu: Internetradio auf die Stereo-Anlage übertragen

Ein echter Mehrwert ist die neue Webradio-Funktion, die über die aktualisierte Firmware-Version 68.04.84 nutzbar ist. Sie macht es möglich, dass Webradio-Streams nicht nur über den angeschlossenen Rechner, sondern auch über UKW-Radio oder eine Stereo-Anlage konsumiert werden können. Einige wenige ausgewählte Radiostationen sind bereits vorinstalliert, weitere Sender lassen sich jederzeit einfügen. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung: Voraussetzung ist, dass die tatsächliche Stream-Adresse des gewünschten Webradios bekannt ist. Weil nicht jedes Streamformat vom Repeater unterstützt wird, ist unter Umständen ein bisschen Handarbeit von Nöten, bis die Musikinhalte auch tatsächlich aus den Boxen des Radios ertönen. Schade ist, dass die Streaming-Inhalte nur Windows-Nutzern zur Verfügung stehen.

Wer sich schon immer über ein schwaches WLAN-Signal geärgert hat, findet mit dem Fritz!WLAN Repeater insbesondere dann eine sinnvolle Ergänzung, wenn am heimischen DSL-Anschluss ein WLAN-Router der Fritz!Box-Familie genutzt wird. Einfache Installation, (weitestgehend) intuitive Menüführung und eine tatsächlich ordentliche Verbesserung der Reichweite des WLAN-Netzes sorgen schon bei den Basisfunktionen zu einem echten Mehrwert. Zwar verspricht AVM auch eine Kompatibilität zu WLAN-Routern anderer Hersteller, im Internet sind aber viele Nutzerkommentare zu finden, die in einem solchen Fall von Problemen berichten.

Fazit: Perfekte Ergänzung für Fritz!Boxen

Die integrierten Audio-Extras sind sicher eine interessante Erweiterung, aber nur für Musik-Freunde von echtem Nutzen. Insbesondere dann, wenn sie gerne Webradios hören. Wer qualitative Einbußen der Audio-Qualität vermeiden möchte, sollte den Repeater auf jeden Fall per Kabel mit der Stereoanlage verbinden und nicht auf für Störungen anfällige UKW-Frequenzen vertrauen.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung des Repeaters über den berührungsempfindlichen LED-Touchscreen. Grund: Die eingeblendeten Symbole sind häufig nicht wirklich intuitiv. Hier wäre es vielleicht sinnvoller gewesen auf Buchstaben in Form eines Schrift-Laufbandes zu setzen, statt auf mühevoll designte Bilderchen. Umso aufgeräumter und übersichtlicher präsentiert sich hingegen die Browser-Oberfläche, über die der Repeater individuell eingestellt werden kann.

Angeboten wird der Fritz!Repeater zu einem Preis von rund 70 Euro. Bei Amazon kostet er momentan (Stand: November 2010) 78,39 Euro - bei kostenloser Lieferung. AVM gewährt auf seinen WLAN-Repeater eine Garantie von fünf Jahren.

Name: Fritz!WLAN Repeater
Hersteller: AVM
Internet: www.avm.de
Preis: ca.75 Euro
unterstützte WLAN-Standards: 802.11 a / b / g / n
unterstützte Frequenzbänder 2,4 / 5 Gigahertz
Abmessungen: 101x76x76 Millimeter
Gewicht: 150 Gramm
Display: siebenzeiliges LED-Touch-Display
Verschlüsselung: WPA2, WPA, WEP-128, WEP-64
Extras Audioausgang(analog/digital), integrierter FM-Transmitter, Setup-Assistent für Windows-Rechner
Unser Testfazit zum AVM Fritz!WLAN Repeater
Pro Contra
  • einfache Installation an Fritz!Boxen
  • integrierter FM-Transmitter
  • intuitive Browser-Menüoberfläche
  • ermöglicht Nutzung von Webradio-Streams auf der Stereo-Anlage
  • Einrichtungs-Assistent unterstützt nur Windows
  • Bedienung des Touch-Displays nicht intuitiv
  • Musikstreamings nur unter Windows-Rechnern
Bewertung
  • Installation (50%):sehr gut
  • Bedienung (30%):befriedigend
  • Verarbeitung (20%):gut
Gesamtnote der Redaktion: Preis-Leistung:
1,8gut gut

(Hayo Lücke)

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang