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AVM: Fritz!Powerline 530E im Test

AVM bietet mit dem Fritz!Powerline 530E einen Powerline-Adapter der 500 Mbits-Klasse mit integrierter Steckdose an. Wir testeten die AVM-Lösung an mehreren Standorten in der Praxis.

AVM bietet mit dem Fritz!Powerline 530E einen Powerline-Adapter der 500 Mbits-Klasse mit integrierter Steckdose an. Wir testeten die AVM-Lösung an mehreren Standorten in der Praxis.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Internetfähige Smart-TVs setzen sich immer mehr durch, auch Spielkonsolen oder Set-Top-Boxen lassen sich mit dem Internet verbinden. Nicht alle Geräte verfügen aber über ein integriertes WLAN-Modul für einen kabellosen Internetzugang, zudem ist der WLAN-Empfang je nach den baulichen Gegebenheiten nicht immer oder nur unzureichend verfügbar. Als Alternative zum direkten Anschluss per LAN-Kabel oder zu WLAN bietet sich die Powerline-Technologie an: der Internetanschluss wird direkt über das heimische Stromnetz realisiert. Inzwischen tummeln sich zahlreiche Anbieter mit entsprechenden Powerline-Adaptern auf dem Markt, der Berliner Router-Hersteller AVM hatte auf der IFA im vergangenen August gleich zwei neue Powerline-Modelle präsentiert, die theoretisch jeweils einen Datentransfer von bis zu 500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bieten sollen. Die kleinere Variante Fritz! Powerline 510E kommt ohne integrierte Steckdose daher. Wir testeten den größeren Bruder Fritz!Powerline 530E, der gleich eine Steckdose mit an Bord hat, so dass kein Stromanschluss im Haushalt verloren geht. Zum Vergleich stellte uns AVM auch ein Testset des 510E zur Verfügung, das aber bis auf die fehlende Steckdose technisch mit dem 530E identisch ist.

Stabiler Powerline-Adapter in schlichtem Design

Die Adapter Fritz!Powerline 510E und 530E kommen jeweils im Doppelpack daher, im Lieferumfang sind zwei identische Powerline-Adapter enthalten. Beim ersten Anblick des 530E überrascht, dass das stabile, gut verarbeitete Kunststoffgehäuse mit Abmessungen von 61 x 114 x 48 Millimetern und einem Gewicht von 186 Gramm im Vergleich zum kleineren Modell Fritz!Powerline 510E ein wenig 'klobig' wirkt. Durch Verzicht auf die integrierte Steckdose misst der 510E-Adapter lediglich 58 x 68 x 31 Millimeter und bringt nur 75 Gramm auf die Waage.

Die äußere Gestaltung ist jeweils recht schlicht komplett in creme-weiß gehalten, nur auf der Vorderseite finden sich zwei kleine rote 'Farbtupfer'. AVM hat auf der Vorderfront bei beiden Modellen drei LEDs platziert, die über den Betriebsstatus (Power) sowie die Belegung des LAN-Anschlusses und über das aktive Powerline-Netzwerk informieren.

Einbindung in Powerline-Netzwerk auf Knopfdruck

An der Unterseite befindet sich ein LAN-Anschluss zur Verbindung des Adapters per Ethernet-Kabel mit einem Router beziehungsweise einem netzwerkfähigen Gerät. Daneben hat der Hersteller einen kleinen runden Tastschalter ("Security-Taster") verbaut, mit dem sich der Adapter auf Knopfdruck in ein bestehendes Powerline-Netzwerk einbinden lässt.

Auf der Rückseite findet sich ein integrierter Stecker zum Einstecken des Adapters in eine klassische 230 Volt-Steckdose. Ein unterhalb platzierter Aufkleber enthält unter anderem Angaben wie das individuelle Geräte-Kennwort und die Seriennummer. Soweit zur rein äußerlichen Erscheinung des Adapters Fritz!Powerline 530E. Doch wie sieht es mit den "inneren" Werten aus? Wie schlägt sich die Powerline-Lösung von AVM im Alltag?

Powerline-Tool und Messwerte in verschiedenen Testumgebungen

Wir haben das Adapter-Set in drei verschiedenen Testumgebungen auf die Probe gestellt. Powerline-Verbindungen sollten sowohl in einem Einfamilien- als auch in einem Mehrfamilienhaus sowie in unseren Redaktionsräumen in Köln realisiert werden. Die Einrichtung erfolgte jeweils mühelos, da keinerlei Installation erforderlich war. Auspacken, einstecken und lossurfen: Auf diesen kurzen Nenner lässt sich die kinderleichte Inbetriebnahme des Fritz!Powerline 530E Sets per Plug and Play bringen. Die AVM-Produkte können in beliebige Steckdosen im Haushalt eingesteckt werden. Einer der Adapter wird mit einem der mitgelieferten weißen, flachen LAN-Kabel mit dem WLAN-Router, der andere mit einem Computer oder anderem internetfähigen Gerät verbunden. Das Powerline-Netzwerk wird nun automatisch innerhalb von wenigen Sekunden hergestellt, bei erfolgreicher Powerline-Verbindung leuchten alle drei LEDs. Die Verbindung ist bereits ab Werk mit AES 128 Bit verschlüsselt. AVM weist darauf hin, dass die Adapter mit einem individuellen Kennwort gesichert sind. Das ist ein Vorteil gegenüber Lösungen anderer Hersteller, die teils lediglich ein Standardpasswort nutzen. Bei Bedarf lassen sich weitere Adapter auf Knopfdruck in das Powerline-Netzwerk einbinden. Mit einem 510E als drittem Adapter gelang dies problemlos, aber auch zu Powerline-Lösungen anderer Hersteller soll der 530E kompatibel sein.

Powerline-Tool zur Verwaltung des Netzwerks

AVM stellt Nutzern zur Verwaltung des Powerline-Netzwerks das kleine Software-Tool "AVM Fritz!Powerline" zur Verfügung, das sich online unter www.avm.de/powerline herunterladen lässt. Leider ist das Programm derzeit nur für die Betriebssysteme Windows XP, Vista, Windows 7 und Windows 8 erhältlich, an einer Version für Mac OS X werde aber nach Unternehmensangaben gearbeitet.

Nach dem Start des recht übersichtlich gestalteten Tools werden alle im Powerline-Netzwerk eingebundenen Adapter grafisch angezeigt. AVM informiert die Anwender unter anderem auch über die theoretische Brutto-Sende- und Empfangsleistung an der jeweiligen Steckdose. Zudem lässt sich über die Software ein Firmware-Update für die Fritz!Powerline-Adapter durchführen. Bei Bedarf können auch die Leuchtdioden der Adapter ein- und ausgeschaltet oder das Kennwort geändert werden.

Messungen an drei Standorten

Bei unseren Tests in einem Einfamilienhaus sowie einem Mehrfamilienhaus stehen uns jeweils Internetzugänge mit einer maximalen Bandbreite von jeweils 16 Mbit/s zur Verfügung. Geschwindigkeiten von weit mehr als 100 Mbit/s schafft dagegen das Netzwerk in unserer Redaktion. Mit dem Geschwindigkeitstest von speedtest.net messen wir jeweils die Bandbreite, die für die Internetnutzung zur Verfügung steht. Die Datenrate zwischen zwei Adaptern zeigt die Software jperf an. Zudem haben wir jeweils die Angaben des AVM Powerline-Tools zur Sende- und Empfangsleistung an der jeweiligen Steckdose aufgelistet. AVM empfiehlt, die Powerline-Hardware direkt an eine Wandsteckdose anzuschließen. Die Verwendung in einer Mehrfachsteckdose oder mit einem Verlängerungskabel sollte vermieden werden. Als häufige Störquellen führt der Berliner Hersteller zudem Schaltnetzteile, Dimmer und Halogensysteme an.




Fazit und Testergebnis

Die Messungen zeigen deutlich, dass die Bandbreite mit zunehmender Entfernung vom Routerstandort abnimmt. Eine maximale Reichweite für die Adapter gibt AVM nicht an, in unserem Test überbrückten wir Strecken von bis zu rund 20 Metern. In unserer Redaktion konnten wir fast 95 Mbit/s erreichen, auch über mehrere Räume hinweg ist die Geschwindigkeit zum Surfen im Internet noch völlig ausreichend. Da der 530E ebenso wie der 510E lediglich Fast-Ethernet bietet, sind über den LAN-Internetzugang ohnehin maximal nur 100 Mbit/s verfügbar.

Niedriger Energieverbrauch durch Fast-Ethernet

Laut AVM sei die Beschränkung auf Fast-Ethernet jedoch kein Flaschenhals, sondern reiche für den Großteil der Nutzer vollkommen aus. Im Gegenzug profitieren die Anwender von einem besonders energieeffizienten Adapter. Im Betrieb liegt der Stromverbrauch nach Unternehmensangaben bei unter 2 Watt sowie unter 0,5 Watt im Stand-by-Modus, wenn keine Daten fließen.

Der zwischen den Adaptern tatsächlich verfügbare Datendurchsatz lag mit maximal gemessenen 28,5 Mbit/s ausreichend hoch, um beispielsweise mehrere HD-Streams parallel ruckelfrei abspielen zu können. Die über die 530E-Adapter bereitgestellten Internetverbindungen sind stabil, Unterbrechungen konnten wir nicht feststellen. Beachtet werden sollte, dass sich die von uns ermittelten Messwerte je nach den räumlichen Gegebenheiten sowie bedingt durch diverse Störeinflüsse wie elektrische Geräte von Messwerten an anderen Einsatzorten unterscheiden können. Bei Zuschaltung einer Halogenlampe als "Störer" sank der mit jperf gemessene Datendurchsatz zum Beispiel um rund 2 Mbit/s ab.

Fazit: Fritz!Powerline 530E gelungene Alternative zu WLAN

Einstecken und sicher lossurfen: AVM ermöglicht mit dem Adapter-Set Fritz!Powerline 530E eine einfache und schnelle Vernetzung von internetfähigen Geräten über das heimische Stromnetz. Im Test war der Powerline-Adapter von AVM innerhalb von wenigen Sekunden einsatzbereit. Trotz Beschränkung auf einen Fast-Ethernet-LAN-Anschluss sollte die nutzbare Bandbreite für die Mehrheit der Nutzer ausreichen. Mehrere HD-Streams liefen ruckelfrei. Mit einem Stromverbrauch von weniger als 2 Watt im Betrieb zeigt sich der 530E zudem sehr energieeffizient. Dank integrierter Steckdose geht kein Netzanschluss verloren. Wer über ausreichend Steckdosen im Haushalt verfügt, kann alternativ zum Fritz!Powerline 530E zur kompakteren, aber technisch identischen Variante Fritz!Powerline 510E greifen, die beispielsweise derzeit bei Amazon für rund 76 Euro erhältlich ist.

(Jörg Schamberg)

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