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AVM Fritz! WLAN Repeater 310 im Test: Kompakter WLAN-Verstärker

Schnell und einfach das WLAN-Netz erweitern: AVM bietet mit dem neuen Fritz!WLAN Repeater 310 eine kompakte und flexible Lösung, die sich nach der Einrichtung einfach in eine Steckdose platzieren lässt. Wir haben den WLAN-Verstärker in der Praxis getestet.

AVM FRITZ!WLAN Repeater 310© AVM GmbH

Kabellos ins Internet: Wer seinen Internetzugang möglichst flexibel und ohne lästige Kabelverbindungen nutzen möchte, greift zu einem WLAN-Router. Idealerweise versorgt das Gerät die komplette Wohnung oder das Haus mit einem starken WLAN-Signal. Doch die Realität sieht nicht selten anders aus. Je nach Bauweise des Gebäudes stören beispielsweise Betondecken und Stahlträger das Funksignal. Dieses Problem lässt sich in der Regel mit Hilfe eines WLAN-Repeaters lösen, der als Brücke fungiert und die Reichweite des Funknetzes vergrößert. Damit lassen sich auch Teile der Wohnung oder des Gartens abdecken, in denen zuvor kein Drahtlosempfang verfügbar war. Seit Anfang November ist mit dem Fritz!WLAN Repeater 310 eine kompakte, aktuelle Lösung des Berliner Router-Herstellers AVM erhältlich. "Erhöht schnell und einfach die Reichweite des WLAN-Netzes" behauptet das Unternehmen. Doch wie präsentiert sich das Produkt in der Praxis? Unsere Redaktion hat den Fritz!WLAN Repeater 310 unter die Lupe genommen.

WLAN Repeater 310: Kompaktes Design

'Small is beautiful': Während beispielsweise Smartphones mit immer größeren Displays aufwarten, setzt AVM auf den umgekehrten Trend. Die aktuelle Hardware der Berliner zeigt sich in immer kompakterem Gewand. Genannt sei hier zum Beispiel der LTE-Router Fritz!Box 6810 LTE, den unsere Redaktion kürzlich getestet hat. Trotz seiner geringen Abmessungen konnte das Gerät überzeugen.

Mit seinem neuen Repeater 310 geht AVM noch einmal einen Schritt weiter: Beim Öffnen der Verpackung finden wir einen 51,5 x 66,5 x 81 Millimeter messenden und 63 Gramm leichten Winzling vor, der in rot-weißem Design daherkommt. Neben dem Repeater selbst befindet sich nur eine knappe Kurzanleitung in der Box. Bei Bedarf lässt sich ein umfangreicheres Handbuch im PDF-Format online auf der AVM-Homepage herunterladen.

AVM FRITZ!WLAN Repeater 310Der WLAN-Repeater wird einfach in die Steckdose gesteckt.© AVM GmbH

Spartanische Ausstattung: LEDs, Taster und Stecker

Die Vorderfront des WLAN-Verstärkers wird von insgesamt sieben LEDs dominiert, die unter anderem Auskunft über den Netz- und Betriebsstatus geben. Fünf dieser LEDs zeigen die Signalstärke an. Außerdem hat AVM einen WLAN-Taster auf der Vorderseite des Gerätes platziert, über den sich sowohl das Funknetz ein- und ausschalten als auch das WPS-Signal zum Verbinden mit einem WLAN-Router aktivieren lässt. Auch das Zurücksetzen des Repeaters auf die Werkseinstellungen erfolgt über den Taster. Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich ein integrierter Stecker, so dass ein Betrieb an jeder 230-Volt-Steckdose ohne zusätzliches Netzkabel möglich ist. Rund die Hälfte der Gehäuserückseite wird von Lüftungsschlitzen beansprucht. Im Test stellten wir nur eine leichte Wärmeentwicklung des Gerätes fest. Der AVM-Repeater zeigt sich zudem als Stromsparer, die durchschnittliche Leistungsaufnahme liegt nach Unternehmensangaben bei lediglich rund 2 Watt. Wer nach einem LAN-Anschluss sucht, wird bei dem neuen Repeater-Modell von AVM nicht fündig, sondern sollte stattdessen einen Blick auf den besser ausgestatteten, aber älteren, Fritz! WLAN Repeater 300E werfen.

Das Modell 310 unterstützt die WLAN-Standards 802.11 b/g/n mit Bandbreiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und funkt ausschließlich im 2,4 Gigahertz-Bereich. Verbinden lässt sich das Gerät sowohl mit einer Fritz!Box als auch mit WLAN-Routern anderer Hersteller. Die Verbindung des Repeaters mit der Basisstation und die Einrichtung können auf verschiedenen Wegen erfolgen, abhängig von der Ausstattung des genutzten WLAN-Routers. Einfach und schnell erfolgt die Anbindung per WPS (Wi-Fi Protected Setup) über den entsprechenden Taster an Repeater und Router. Einige Voraussetzungen muss dieser zuvor allerdings erfüllen: WPS muss aktiviert sein, eine Verschlüsselung per WPA oder WPA2 sollte möglich sein. Zudem müssen die SSID (Funknetzname) sichtbar sowie der MAC-Adressenfilter bis zur Herstellung der Verbindung deaktiviert sein.

Unterstützt ein Router kein WPS, lässt sich die Verbindung zum Repeater alternativ auch über einen auf der AVM-Webseite unter www.avm.de/repeater zum Download bereitgestellten Online-Assistenten herstellen. Das Programm funktioniert allerdings nur unter Windows XP ab Service Pack 3, Vista, Windows 7 sowie Windows 8. Schließlich bietet AVM als dritten Weg die manuelle Einrichtung an. Alle drei Methoden funktionierten im Test problemlos.

Übersichtliche Browser-Benutzeroberfläche

Ist die Verbindung hergestellt, kann die Benutzeroberfläche in einem Internetbrowser durch Eingabe von fritz.repeater in der Adressleiste aufgerufen werden. Ein Assistent führt schrittweise durch die Einrichtung des Repeaters, die nach wenigen Minuten abgeschlossen ist. Der Fritz! WLAN Repeater 310 übernimmt anschließend die SSID des Routers. Dadurch ist das WLAN-Netz unterbrechungsfrei nutzbar, denn der Computer verbindet sich automatisch mit dem stärksten WLAN-Signal in Reichweite.

Die Browser-Benutzeroberfläche des Fritz!WLAN Repeaters zeigt sich aufgeräumt. Neben der Angabe der verwendeten Firmware (122.05.24 / Fritz!OS 05.24) erhalten Nutzer eine Übersicht über die WLAN-Verbindungen, Anschlüsse und das Netzwerk. Im Bereich "WLAN" lassen sich das Funknetz auswählen und Einstellungen unter anderem zur Sicherheit (Verschlüsselung) vornehmen. Unter "System" finden sich unter anderem Konfigurationsmöglichkeiten für Nachtschaltung, Kennwortänderung und Firmware-Update.

Der Fritz!WLAN Repeater 310 in der Praxis - Messergebnisse

Der AVM WLAN-Repeater ist jetzt einsatzbereit. Als optimalen Standort für die Positionierung des Verstärkers empfiehlt der Hersteller eine Steckdose, die sich ungefähr auf dem halben Weg zwischen WLAN-Router und dem Endgerät befindet, dass in das Netzwerk eingebunden werden soll. Hilfreich sind bei der Standortsuche zudem die fünf LEDs am Repeater, die die Signalstärke anzeigen. Ist das Gerät optimal platziert, lassen sich bei Bedarf über die Benutzeroberfläche alle LEDs deaktivieren, falls die "Beleuchtung" als störend empfunden wird.

Das AVM-Gerät haben wir in zwei Testumgebungen auf die Probe gestellt: Der Repeater kam zum einen in einem Einfamilienhaus (DSL mit 16 Mbit/s) in Kombination mit einer Fritz!Box 7112 zum Einsatz, in einem Mehrfamilienhaus (Kabel-Internet mit 16 Mbit/s) nutzten wir das WLAN-Netz einer Fritz!Box 6360 Cable. Im Einfamilienhaus ist der Router im Keller platziert, wir haben an verschiedenen Standorten in Haus und Garten Geschwindigkeitsmessungen per Android-Smartphone (HTC Desire) und der Speedtest.net-App vorgenommen. Bei aktiviertem Repeater konnten wir erhebliche Steigerungen der WLAN-Reichweite feststellen.

Ein ähnliches Bild ergab sich auch in bei Messungen in der 1. Etage eines Mehrfamilienhauses. Ein schwaches WLAN-Signal, das beispielsweise lediglich einen Balken auf der Empfangsanzeige des Smartphones anzeigte, zeigt sich nach Aktivierung des Repaters mit voller Empfangsstärke. Ist das Funksignal aber ohnehin recht stark, kann der Repeater den Empfang meist nur minimal verbessern.

Fazit: Gelungene Kompaktlösung zur Vergrößerung der WLAN-Reichweite

Große Leistung in kompaktem Gewand: Der Fritz!WLAN Repeater 310 konnte in unserem Test überzeugen. Der WLAN-Verstärker lässt sich komfortabel, sicher und schnell per WPS, Online-Assistent oder manuell einrichten. Zu beachten ist, dass der Online-Assistent nur das Windows-Betriebssystem unterstützt.

Gebäudeteile, die vorher nicht mit WLAN abgedeckt waren, erhalten mit dem AVM-Repeater problemlos ein starkes Funksignal. Dank integriertem Netzstecker lässt sich das Modell 310 flexibel an jeder 230-Volt-Steckdose einsetzen. Der Fritz!WLAN Repeater 310 dient ausschließlich zur Errichtung einer WLAN-Brücke. Mit Sonderausstattung wie Gigabit-LAN-Anschluss (Fritz!WLAN Repeater 300E) oder Touch-Display und Audioausgang (Fritz!WLAN Repeater N/G) kann das neueste Mitglied der AVM WLAN-Repeater-Serie jedoch nicht aufwarten. Wer zuhause aber lediglich den WLAN-Empfang verbessern möchte, kann getrost zum Modell 310 greifen.

Optimal läuft das Zusammenspiel des WLAN-Repeaters 310 mit den diversen Fritz!Box-Routern von AVM. Die Einstellungen für die Nachtschaltung lassen sich beispielsweise von der Fritz!Box übernehmen. Aber auch zu WLAN-Routern anderer Hersteller ist der AVM-Repeater kompatibel. Mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von rund 2 Watt zeigt sich der WLAN-Verstärker zudem sehr energiesparend. Die rund 50 Euro für den Fritz!WLAN Repeater sind gut angelegt, eine klare Kaufempfehlung unserer Redaktion. AVM gewährt zudem eine Garantie von fünf Jahren auf das Produkt.

(Jörg Schamberg)

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