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Außerirdisch: Alienware Aurora m9700 im Test

Kann ein Notebook ein Desktop-PC komplett ersetzen? Alienware demonstriert mit dem Aurora m9700, wie es geht

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Der Begriff Desktop-Replacement spielt im Notebook-Bereich eine immer wichtigere Rolle. Aufgrund der rasanten Entwicklung bei Hardware-Komponenten für den mobilen Einsatz, haben die tragbaren Rechner deutlich aufgeholt. Abhängig von der Konfiguration sind aktuelle Notebooks teilweise erheblich schneller als die herkömmlichen Desktop-Rechner. Bestes Beispiel ist der Alienware Aurora m9700, der in der Testkonfiguration die Leistung eines High-End-PCs erreicht.
Spieler-Notebook

Alienware verkauft den Aurora m9700 als "Das Spieler-Notebook" und hat damit durchaus nicht übertrieben. Der erste Blick in die technischen Daten deutet auf viel Rechen- und Grafikleistung hin. Vor allem die beiden SLI-tauglichen GeForce Go 7900 GS mit jeweils 512 MB Grafikspeicher lassen bei Spielen Frameraten im dreistelligen Bereich erwarten. Auf Wunsch gibt es das System auch mit zwei kleineren oder auch nur mit einer einzelnen GeForce 7900 GS mit 256 MB Grafikspeicher. Der Preis reduziert sich dann um bis zu 678 Euro.

Damit die beiden Grafikkarten nicht durch einen langsamen Prozessor ausgebremst werden, steckt in dem Notebook ein AMD Turion 64 Mobile ML-44 mit 2,4 Gigahertz (GHz) Taktfrequenz und einem Megabyte Level-2-Cache. Um ganz sicher zu gehen, dass es bei der der Berechnung der Daten im Arbeitsspeicher nicht zu einem Datenstau kommt, stecken im Testgerät zwei 1.024-MB-DDR-Speichermodule.


Die Frage ist berechtigt, warum Alienware beim Aurora m9700 keinen AMD Turion 64 X2 Mobile mit Doppelkern-Technik verwendet hat, der mit zwei Kernen theoretisch über mehr Rechenleistung verfügt. Die Antwort ist recht einfach: Zwar hat der Turion 64 Mobile ML-44 nur einen Kern, dafür ist dieser aber mit 2,4 GHz getaktet. Im Vergleich dazu erreicht der leistungsfähigste Turion X2 64 Mobile TL-60 nur 2,0 GHz. Alienware hat sich also für die schnellere Taktung entschieden. Und das macht auch Sinn. Die meisten Spiele profitieren derzeitig noch nicht von der Dualkern-Technik, so dass eine schnellere Taktung effektiver ist.

RAID-System auf Wunsch

Um den Anforderungen eines Spielenotebooks gerecht werden zu können, muss die Festplatte ausreichend groß sein. Schließlich sollen dort alle Spiele, Patches und Mods Platz finden. In der Testkonfiguration ist zwar "nur" eine leise arbeitende 80 Gigabyte große Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute verbaut, auf Wunsch lässt sich das Gerät aber auch mit größeren Festplatten oder sogar mit zwei 160-GB-Festplatten ausrüsten, die im RAID 0 oder RAID 1-Verbund zusammenarbeiten. Der Spaß kostet dann aber auch locker 200 beziehungsweise 289 Euro mehr. Der Laufwerksindex für die eingebaute Hitachi-Festplatte beträgt 43 MB/s und ist damit für schnelle Zugriffe bestens geeignet.


Sollte die 80-Gigabyte-Festplatte einmal nicht mehr ausreichen, dann können weniger wichtige Daten mit achtfacher Geschwindigkeit auf DVD+R-Medien geschrieben werden. Bei Dual Layer DVD und DVD-R sowie DVD-RW reduziert sich die Geschwindigkeit auf zwei- bis vierfach, für ein Notebook ist das aber ausreichend. Neben viel Rechenleistung und Speicherplatz braucht ein Spiele-Notebook auch eine gute Sound-Wiedergabe. Schließlich sollen die Soundeffekte bei den Spielen realistisch und mit Druck wiedergeben werden. In dieser Hinsicht hat Alienware mit der High-Definition Audio Soundkarte vielleicht ein wenig übertrieben. Besonders Online-Gamer nutzen Headsets als Ersatz für ein Lautsprecher.

7.1-Mehrkanal-Sound möglich

Wer das Notebook jedoch auch zur Wiedergabe von Multimedia-Inhalten nutzen will, ist mit der Soundkarte gut beraten. Die Soundlösung unterstützt problemlos ein 7.1-Lautsprechersystem. Die Weitergabe der Audiodaten kann bei Bedarf auch digital über den optischen oder koaxialen SPDIF-Ausgang erfolgen. Wem das alles zu anstrengend ist, der kann auch die beiden eingebauten Lautsprecher verwenden. Zwar kann dann nicht von einem Musikgenuss gesprochen werden, die Qualität ist aber zufriedenstellend und laut genug. Über einen seitlichen Regler kann die Lautstärke zusätzlich zum Betriebssystem und den Funktionstasten eingestellt werden.


Bluetooth und WLAN für die Kommunikation

Zum Standard gehört mittlerweile eine drahtlose Anbindung an ein Netzwerk. Die integrierte miniPC-Funknetzwerkkarte arbeitet nach dem IEEE8011b und IEEE802.11g Standard. Noch eine Seltenheit bei Notebooks ist dagegen die integrierte Bluetooth-Einheit im Aurora m9700.

Wer ganz auf eine schnurlose Kommunikation verzichten möchte, der kann auf die Gigabit-Netzwerkkarte ausweichen. Vor allem bei LAN-Partys kann es oft nützlich sein, über Datentransferrate mit 1.000 MBits pro Sekunde zu verfügen. Besonders wenn großen Datenmengen verschoben werden müssen, macht sich der Geschwindigkeitsvorteil bemerkbar. Das 56K-Modem ist dagegen nur für den gelegentlich Internet-Zugang von unterwegs aus gedacht. Die technischen Daten versprechen also viel Leistung. Doch wie sieht es mit dem Display des Gerätes aus? Ein Spiel macht nur dann Spaß, wenn der Spieler bei sämtlichen Lichtverhältnissen alles gut erkennen kann.

Großes Sichtfeld

In dieser Hinsicht kann der Aurora m9700 überzeugen. Der 17-Zoll große LCD-Breitbildschirm mit Clearview-Technologie ermöglicht eine maximale Auflösung von 1.920 mal 1.200 Bildpunkten bei einer Farbtiefe von 32-Bit. Bei der Bildqualität, der Farbtiefe und dem Kontrast gibt es bei diesem Display nichts zu beanstanden. Die glänzende Oberfläche ist dagegen eine Frage des Geschmacks, da sie die Umgebung abhängig von den Lichtverhältnissen spiegelt.

Alternativ kann die Wiedergabe des Bildes aber auch auf einem externen Gerät erfolgen. Dazu besitzt das Aurora m9700 sowohl einen VGA- als auch einen DVI-D-Ausgang. Für den Anschluss von Fernsehgeräten verfügt das Alienware-Notebook zusätzlich über einen S-Video-Ausgang, ein S-Video-Eingang erlaubt ferner den Anschlus von externen Video-Quellen.


Optimale Eingabe

Der Aurora m9700 ist mit fast 40 Zentimetern Breite alles andere als schmal, dafür konnte aber eine so genannte Full-Size-Tastatur integriert werden. Das Layout entspricht dem einer Desktop-Tastatur mit Nummernfeld, lediglich die Tastenblöcke liegen enger beieinander.

Für die Steuerung der Maus ist ein 7 mal 4,5 Zentimeter großes Touchpad mit separatem Scroll- und Tastenfeld zuständig, das in der Praxis zuverlässig und präzise arbeitet. Trotzdem gibt es eine Kleinigkeit zu bemängeln: Bei Ego-Shootern wird die Spielerfigur mit den Tasten "A", "D", "S" und "W" gesteuert. Da das Touchpad ein wenig nach Links versetzt positioniert wurde, kommt der Spieler öfters unbeabsichtigt auf das Feld. Hier hilf nur noch die Deaktivierung des Touchpads über die Funktionstaste. In der Praxis zeigt sich das Alienware Aurora m9700 von seiner guten Seite. Die Rechenleistung reicht mehr als nur aus, um das Notebook als Desktop-Ersatz nutzen zu können. Selbst alle aktuellen Spiele sind für das Notebook bei hohen Auflösungen kein Problem. Alienware behauptet zurecht, dass der Aurora m9700 ein Spiele-Notebook ist.

Synthetische Benchmarks

Der 3DMark05- sowie der und 3DMark06-Wert bestätigen die Aussage. Mit 9.769 und 5.087 liegt die Leistung definitiv auf dem Niveau eines High-End-PCs. Im Notebook-Bereich sind es sogar die höchsten Werte, die wir bislang ermittelt haben. Im Vergleich dazu erreicht ein Desktop-PC mit AMD Athlon 64 X2 4600+ (2,4 GHz) und einer Mittelklasse-Grafikkarte (ATI Radeon X1650 PRO) noch nicht mal die Hälfte an Punkten. Dabei ist ein solcher Rechner für die meisten Spiele bereits völlig ausreichend.


Stärken bei hoher Auflösung

Das Leistungspotenzial des Aurora m9700 wird erst bei Spielen deutlich. Selbst bei einer Auflösung von 1.600 mal 1.200 Bildpunkten, vierfachem Antialiasung, 16facher anisotropen Filterung und HDR-Rendering kommt das Testgerät im SLI-Betrieb kaum außer Atem. Lediglich bei Far Cry erreichte es mit 25,6 Frames pro Sekunde einen für High-End-System nicht optimalen Wert, was aber auch am Treiber oder am Spiel liegen kann. Bei Wiedergabe des Spiels mit HDR-Rendering kam es öfters zu grafischen Problemen, was auf Softwareprobleme deuten lässt. Ohne High Dynamic Range Rendering steigt die Framerate bei Far Cry bei der gleichen Auflösung und Einstellung wieder auf über 50 fps und die Artefakte verschwinden. Bei Half Life 2: Lost Cost gab es dagegen keine Probleme mit HDR-Rendering und die Framerate stieg auf 59,7 fps an, was ein sehr guter Wert ist. Bei einer Auflösung von 1.024 mal 768 Bildpunkten schnellen die Werte auch mal in den dreistelligen Bereich. Die Leistung des Alienware Aurora m9700 ist beeindruckend und für die aktuellen Spiele bestens geeignet. Darüber hinaus arbeiten die Lüfter, das optische Laufwerk sowie die Festplatte verhältnismäßig leise. Ausgestattet mit einer vollwertigen Tastatur eignet es sich als Desktop-Ersatz.

Teures Notebook

Die Leistung hat aber auch seinen Preis und das gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen kostet der gut verarbeitete Aurora m9700 in dieser Konfiguration mit 3.050 Euro sehr viel und zum anderen ist er nur bedingt für den mobilen Einsatz geeignet. Ein Gewicht von 3,90 Kilo sowie eine Breite von fast 47 Zentimetern sind alles andere als kompakt. Darüber hinaus hält der Akku unter Volllast gerade mal 1 Stunde und 20 Minuten, was definitiv zu wenig ist. Der Grund: Die Komponenten verbrauchen sehr viel Strom, bei maximaler Leistung sogar bis zu 150 Watt.

Fazit

Der Alienware Aurora m9700 kann aufgrund seiner Leistungsfähigkeit also problemlos als Desktop-Ersatz eingesetzt werden. Für den mobilen Einsatz ist das Notebook aber wegen seines hohen Gewichtes (3,9 kg) und der großen Ausmaße nur bedingt geeignet, was auch weiterhin nicht schlimm ist. Der Aurora m9700 wurde speziell für Spieler entwickelt, die ihren Spiele-Rechner auch mal auf die Schnelle auf eine LAN-Party mitnehmen möchten. Aufgrund der sehr guten Leistung erhält der Aurora m9700 von der Redaktion die Empfehlung bei den "Spiele-Notebooks".

Mit einem Preis von 3.050 Euro ist der Aurora m9700 in dieser Konfiguration alles andere als günstig. Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, der kann den Aurora m9700 aber auch in einer kleineren Austattung ab 1.699 Euro erhalten. Selbstverständlich gibt es das Notebook nicht nur in "Cyborg"-Grün, sondern auch in "Saucer"-Silber und "Conspiracy"-Blau.


Pro & Contra
SLI-Grafiksystem
Mehrkanal-Soundwiedergabe
RAID-System optional
DVI-Ausgang

niedrige Akkulaufzeit
bis zu 150 Watt Stromverbrauch
hohes Gewicht
sehr breit
Einzelnoten
Geschwindigkeit (25%): * "sehr gut"
Ausstattung (25%): * "sehr gut"
Ergonomie (20%): * "befriedigend"
Akkulaufzeit (20%): * "ausreichend"
Verarbeitung (10%): * "sehr gut"
Gesamtnote
Qualität: gut (2,0)
Preis/Leistung: ausreichend
* maximal sechs Sterne

Technische Daten Alienware Aurora m9700
Prozessor: AMD Turion 64 Mobile ML44
(2,4 GHz, 1 MB L2-Cache, 800 MHz FSB)
Grafikkarte: Dual 512 MB NVidia GeForce Go 7900 GS mit SLI Technologie
Bildschirm 17-Zoll WideUXGA LCD mit Clearview und Webcam (1.920 x 1200)
Batterie Litium-Ion Smart Batterie, 1 Std. 20 Min. Stunden
Speicher: 2 x 1.024 MB DDR, 400 MHz
Festplatte: Hitachi 80 GB (7.200 UPM)
Laufwerk: 8x Dual Layer DVD+/-RW / 24x CD-RW Combo
Soundkarte: High-Definition Audio mit Surround Sound
Kommunikation: Gigabit-LAN, WLAN (802.11b und g), Bluetooth, 56K-Modem
Betriebssystem Windows XP SP2
Abmessungen (H x B x T): 4.70cm x 39.75cm x 29.85cm, 3.90kg
Anschlüsse 4 x USB, FireWire, LAN, VGA, DVI, S-Video-Ausgang, S-Video-Eingang, SPDIF (koaxoal, optisch), Mikron, Lini-In, Audio-In, Kopfhörer, Front-, Center-, Sourround-Ausgang, 4-in-1-Kartenleser (SD / MS / MSPRO / MMC), PC-Express-Card
Zubehör: Alienware Respawn Recovery Kit, Kaspersky Anti-Virus Personal Pro, Alienware T-Shirt, Alieware fUnc Mauspad
Benchmarks: 3DMark05: 9.769
3DMark06: 5.087
PCMark05: 3.855
F.E.A.R (4xAA, 16xAF, 1.024x768): 90 fps
F.E.A.R (4xAA, 16xAF, 1.400x1.1050): 61 fps
F.E.A.R (4xAA, 16xAF, 1.600x1.200): 49 fps
FarCry (4xAA, 16xAF, HDR-R, 1.024x768): 50,9 fps
FarCry (4xAA, 16xAF, HDR-R, 1.280x1.1024): 35,8 fps
FarCry (4xAA, 16xAF, HDR-R, 1.600x1.200): 25,6 fps
HalfLife2: Lost Cost (4xAA, 16xAF, HDR-R, 1.024x768): 77,3 fps
HalfLife2: Lost Cost (4xAA, 16xAF, HDR-R, 1.280x1.1024): 71,2 fps
HalfLife2: Lost Cost (4xAA, 16xAF, HDR-R, 1.6000x1.200): 59,7 fps
Doom 3 (4xAA, 16xAF, 1.024x768): 100,7 fps
Doom 3 (4xAA, 16xAF, 1.280x1.1024): 94,7 fps
Doom 3 (4xAA, 16xAF, 1.600x1.200): 81,5 fps
Battlefield 2142 (4xAA, 16xAF, 1.024x768): 72,3 fps
Battlefield 2142 (4xAA, 16xAF, 1.280x1.1024): 51,7fps
Battlefield 2142 (4xAA, 16xAF, 1.600x1.200): 38,2 fps
Preis/Garantie: UVP: 3.050 Euro / 1 Jahr Vor-Ort-Pickup-Service

(Nam Kha Pham)

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