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Asus UL50AG im Test: Alternative zum MacBook Air?

Es ist silberfarben, leicht und verspricht eine besonders lange Akkulaufzeit. Gemeint ist nicht das MacBook Air, sondern das Asus UL50AG für 699 Euro.

Es ist silberfarben, leicht und verspricht eine besonders lange Akkulaufzeit. Gemeint ist nicht das MacBook Air, sondern das Asus UL50AG für 699 Euro.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Anfang Oktober frisch vorgestellt und jetzt im Test: das Asus UnLimited UL50 in der Variante UL50AG. Lange Akkulaufzeiten haben sich auch auf die großen Notebooks ausgeweitet. Was für Acer die Timeline-Serie und für Packard Ball das Butterfly (Test) ist, ist für Asus die UnLimited-Reihe, die zurzeit einen 13,3- und einen 15,6-Zöller umfasst. Das UL50AG ist das größere der beiden und soll laut Hersteller bis zu zwölf Stunden mit einer Akkuladung laufen. Ob dies klappt und was der schlanke Schlitten ansonsten für eine Figur macht, hat unsere Redaktion getestet.

Inhalt:

1. Schön und stark
2. Grafikchip, Display und Tastatur
3. Extra, Anschlüsse, Akku, Fazit und Info-Tabelle

Flacher Riese im Alu-Outfit

Als ersten Eindruck ruft das AL50AG Worte wie modern und edel ins Gedächtnis . Das Aluminium-Gehäuse mit gebürsteter Oberfläche in silbergrau ist schlicht und trotzdem sehr schön, außerdem muss der Nutzer nicht ständig zum Lappen greifen, um Fingerabdrücke wegzuputzen. Klappt man das rund 39x27x2,6 Zentimeter große und schlanke Gerät auf, erfreut sich das Auge an der farblich stimmigen Innenausstattung und der großen Tastatur mit einzelnen Tasten. Diese spiegeln sich im Hochglanz-Bildschirm, der in einem ebenso blitzenden Rahmen eingelassen ist.

Akku: Versprochen ist versprochen

Zusätzlich zu dem 2,4 Kilogramm leichten Gerät hat Asus das übliche Allerlei – wie Netzteil, Hinweise und Broschüren – im Karton verstaut. Auch eine Recovery DVD für das installierte Windows 7 Home Premium 64 Bit sowie ein Brennprogramm und eine Treiber-CD – kein alltäglicher Anblick – liegen bei. Wer jetzt Notebook und Steckdose mit dem Netzteilkabel zusammenbringt, bemerkt, dass das Netzkabel relativ kurz ist. Womöglich ist dies durch das großzügige Akku-Versprechen von bis zu zwölf Stunden Laufzeit begründet? Ob das UL50 die angepeilte Laufzeit tatsächlich erreicht, hat unsere Redaktion mit dem Tool Battery Eater in der Version 2.7 überprüft. Bei einer simulierten Vollauslastung und auf der höchsten Performance-Stufe arbeiteten Notebook und Display etwa vier Stunden am Stück. Im Stromsparmodus lief der Marathon-Laptop über 10,5 Stunden - mit permanent eingeschaltetem Display sowie WLAN: beachtlich. Erlaubt man dem Bildschirm zwischendurch ein Päuschen, lässt sich dies sicherlich auf die versprochene Stundenzahl ausdehnen.

So schlägt sich der Prozessor

Die hohe Ausdauer erreichen die Hersteller nicht nur durch Akkus mit mehreren Zellen, sondern auch stromsparende Hardware. Als Prozessor dient im UL50AG ein Intel SU7300 mit 2x1,3 Gigahertz (GHz) aus der ULV-Serie (Ultra Low Voltage), dem der CPU-Benchmark der Freeware PC Wizard einen Wert von rund 13.450 Punkten bescheinigte. Da nackte Zahlen wenig aussagen, sei vergleichsweise ein AMD Athlon 5000+ Desktop Prozessor mit 2x2,6 GHz erwähnt, der 19.500 Punkte erreichte. Für die CPU trat zudem das Pack-Tool 7Zip an, das etwa 21 Sekunden benötigte, um 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) zu packen - erstaunlich schnell für einen ULV-Prozessor, was sich auch schon beim Packard Bell Butterfly zeigte. Der Intel Onboardgrafikchip GMA 4500MHD reicht zum Abspielen von Videos, auch für High Definition in 1080p, und für ältere, anspruchslose Spiele aus. Um die Grafik genauer unter die Lupe zu nehmen, hat onlinekosten.de den Benchmark Furmark ausprobiert. Dieser erzielte 30 Punkte, eine ATI Radeon HD 4850 Desktop-Grafikkarte schaffte zum Beispiel 2.762 Punkte. Der GMA bedient sich mit am Arbeitsspeicher, Asus hat diesen mit vier Gigabyte (GB) aber ausreichend bestückt. Im durchschnittlichen Rahmen bewegt sich auch die 320 GB große Festplatte, Näheres zu deren Leistung liefert die Fakten-Tabelle auf Seite 3.

Extrabreites Display

Der breite Bildschirm lässt wieder einmal die mattierende Beschichtung vermissen, bei Sonnenschein muss daher mit Spiegelungen gerechnet werden. Das Format orientiert sich eher an der Filmwiedergabe, beim Surfen im Internet oder Büroarbeiten bringt dies zunächst keine Vorteile. Nutzt man aber die Windows 7 Funktion, zwei Fenster bequem nebeneinander anzuordnen, lässt sich der zusätzliche Platz durchaus nutzen. Die Qualität ist gut, der Sound der Altec Lansing Lautsprecher ist okay, für einen ungetrübten Mediengenuss empfehlen sich Kopfhörer. Als Leckerchen hat Asus noch eine VGA-Webcam mit Software zum Log-In per Gesichtserkennung springen lassen.


Tastatur: Nachgiebig, aber gut

Die Tastatur sieht so aus, als sei sie für Vielschreiber entwickelt worden – knackig und leise. Beim Tippen fällt aber dann die nachgiebige Einfassung auf, auch der Bereich um das DVD-Laufwerk herum lässt sich eindrücken. Das Tippgeräusch ist lauter als erwartet: Auf der rechten Seite ist es ganz angenehm, die Tasten im linken Bereich klackern aber etwas. Das gute Tippgefühl leidet jedoch nicht darunter und auch der separate Nummernblock und das matte Finish der Buttons gefallen.

Pluspunkt für das Gesten-Touchpad

Das Touchpad hat Asus derweil nahtlos in die glatte Handballenauflage integriert, die einem der zahlreichen Aufkleber zufolge "eiskalt" bleiben soll und auch tatsächlich nach einigen Stunden noch nicht warm ist. Für mehr Grip ist dieses von diversen Vertiefungen durchzogen, die ein komfortables Navigieren ermöglichen. Der Mausersatz unterstützt Multitouch: Gescrollt wird sowohl horizontal als auch vertikal mit zwei Fingern, den Rechtsklick übernimmt ein Klopfer mit drei Fingern – Asus informiert auch hierüber per Aufkleber. Unterhalb ist zusätzlich ein breites Klickpad im Spiegel-Look angebracht. Schweift der Blick nach oben, finden sich nur der Ein-/Aus-Schalter und der nahezu identisch gestaltete Schnellstarter für das ExpressGate-Interface – die Linux-Umgebung. Von dort aus kann der Nutzer unabhängig von Windows 7 schneller auf das Internet und Dienste wie einen Messenger, Skype oder Dateien zugreifen. Multimediatasten gibt es als zweite Belegung auf den Richtungstasten, auch ein Taschenrechnerzugriff und ein Button für den WLAN-Empfang sind auf diese Weise dabei. Das Wireless-Modul unterstützt die Funkstandards 802.11 b/g/n, Bluetooth für kabellose Verbindungen zu Handys oder anderen Geräten spendiert das UL50AG ebenfalls. Die übrigen Anschlüsse, 3x USB, HDMI, D-Sub, ein Kartenleser und Schnittstellen für Mikrofon und Kopfhörer, sitzen rechts und links.

Fazit: Günstiger Dauerläufer jagt andere Zielgruppe

Mit dem MacBook Air teilt das Asus UL50AG die Leidenschaft für die Farbe silber und einen schlanken Körperbau. Der wesentlich günstigere Preis hat aber auch seine Schattenseiten. So gibt das Gehäuse deutlich stärker nach und die Tastatur klappert minimal. Tragisch ist dies jedoch alles nicht, auf der Haben-Seite locken nämlich ein leiser Betrieb, eine gute Leistung und ein ausdauernder Akku. An Anschlüssen darf der Nutzer - wie beim Apple Gerät - nicht zuviel erwarten, FireWire, SPDIF oder eSATA gibt es zum Beispiel nicht. Für die alltägliche Nutzung dürften drei USB-Ports sowie HDMI aber ausreichen. Problematisch für einen regelmäßigen Transport könnten die Maße sein: Mit der ausladenden Breite passt das hübsche Stück sicher nicht in jede Notebooktasche. Für ein Exemplar für "normale 15-Zöller war es im Test jedenfalls zu groß.

Wer eine lange Laufzeit und einen geringen Stromverbrauch auf die Liste der Kriterien setzt, findet im Packard Bell EasyNote Butterfly oder Acer Timeline Notebook eine Alternative zum ähnlichen Preis. Letzteres liefert in der 15,6-Zoll-Version mit identischer CPU allerdings weniger RAM und Festplattenspeicher. Steckt mehr unter der Haube, steigt auch der Preis.

Name: UnLimited UL50AG
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP 699 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo SU7300 mit 1,3 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 4500MHD
Bildschirm: 15,6 Zoll (1366x768 Pixel)
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 4 Stunden unter Vollast / 10,5 Stunden Lesetest (WLAN ein)
Speicher: 4 GB (2x2 GB DDR2 800 MHZ)
Festplatte: 320 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: 8x DVD Super Multi
Soundkarte: Realtek HD Audio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-Bit
Abmessungen: BxTxH: 386 x 269 x 26,3 Millimeter; 2,4 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, D-Sub, Kartenleser (xD, SD, MiniSD, MS, MS Pro, MS Duo, MMC), drei USB-Ports, Mikrofon, Kopfhörer
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 4,1 / RAM: 4,8 / 2D: 3,3 / 3D: 3,5 / HDD: 5,6

CPU-Benchmark von PC Wizard: 13.450
Grafik-Benchmark FurMark: 30 Punkte
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 63/71 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 76/125 MB/s; zufälliges Lesen: 29 MB/s
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
leicht und schlank
schöne Optik
Multitouch-Steuerung
große Tastatur
lange Akkulaufzeit
Gesten-Touchpad
Express Gate
leiser Betrieb
glänzendes Display
Klappergeräusch der Tasten links
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): sehr gut
Verarbeitung (10%): befriedigend
Gesamt: gut (1,9)
Preis-Leistung: sehr gut

(Saskia Brintrup)

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