Testbericht

Asus PadFone im Test - Smartphone, Tablet PC und Notebook in einem Gerät

Asus bietet mit dem PadFone ein Smartphone auf Basis von Android 4.0 an, das gleichzeitig auch als Tablet PC verwendet werden kann. Gegen Aufpreis gibt es zudem eine passende Notebook-QWERTZ-Tastatur.

ASUS PadFone© Asus

Luxus-Smartphones für knapp 700 Euro. Das gibt es nicht nur von Apple, HTC, Samsung und Co, sondern auch – für viele unbekannt – von Asus. Der taiwanische Hardware-Hersteller stellt nicht nur Notebooks her, sondern eben auch Smartphones wie das PadFone. Dabei handelt es sich aber um weit mehr als einfach nur ein Mobiltelefon. Denn wenn man so will erhält der Käufer eine 3 in 1-Lösung, die gleichzeitig Tablet PC und gegen Aufpreis auch ein Notebook mit dem Smartphone-Erlebnis vereint.

Das Smartphone im Fokus

Doch werfen wir zunächst einen Blick auf das reine Smartphone, das auf Basis von Android 4.0.3 Ice Cream Sandwich ausgeliefert wird. Der erste Eindruck lässt die Gedanken recht schnell in Richtung iPhone 4 schweifen und es ist mit einem Gewicht von 129 Gramm auch ähnlich schwer wie das Apple-Smartphone. Allerdings hat Asus seinem Telefon eine andere Rückseite spendiert. Sie besteht komplett aus Plastik und ist mit einem Muster aus konzentrischen Kreisen versehen worden. Das sieht schön aus, fühlt sich allerdings nicht wirklich hochwertig an. Schade, Abzüge in der B-Note.

Die Bedienung erfolgt zu großen Teilen direkt über den 4,3 Zoll großen Touchscreen, der auf Basis von Super AMOLED-Technologie mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixeln daher kommt. Nicht das Maß aller Dinge, aber auch kein schlechter Wert. Als Schutz wurde eine Glas-Oberfläche auf das eigentliche Display gesetzt. All das macht in der alltäglichen Nutzung viel Spaß, denn die Reaktionsgeschwindigkeit des Bildschirms ist erfreulich schnell und die Farbkontraste erweisen sich als schön satt - auch wenn das Display häufig spiegelt. Gewöhnungsbedürftig ist zudem, dass dem Telefon keine eigenen Sensortasten unter dem Display spendiert wurden, sondern die von Android gewohnten Menütasten quasi in den Bildschirm integriert wurden.

Bei allen Vorzügen, die Android 4.0 bietet, will sich aber trotzdem kein bedingungsloser Wohlfühlfaktor einstellen. Das Smartphone ist mit Abmessungen von 128 x 65 x 9 Millimetern nicht nur recht breit, sondern fühlt sich auch recht schwer an. Erst mit der Zeit gewöhnt man sich als Nutzer an seinen doch recht wuchtigen Alltagsbegleiter. Der negative Beigeschmack wegen der billigen Akkuabdeckung verschwindet hingegen nie.

Integrierter Dual Core-Prozessor

Als absolut ausreichend erweist sich der integrierte Prozessor. Asus hat sich dafür entschieden, eine Qualcomm Snapdragon S4-CPU zu verbauen, die mit zwei Kernen und einer jeweiligen Taktrate von 1,5 Gigahertz versehen wurde. Das reicht in der Regel für sämtlichen Anwendungen aus, ein Ruckeln war bei der Nutzung während unserer Testphase praktisch nie zu erkennen. Seinen Teil trägt dazu auch der 1 Gigabyte große Arbeitsspeicher bei.

Nicht fehlen dürfen bei einem Smartphone der heutigen Zeit zwei Kameras. Auch das Asus PadFone hat sie integriert: eine 8-Megapixel Hauptkamera auf der Rückseite und eine VGA-Frontkamera für Videochats.

Hübsche Fotoqualität

Die Hauptkamera ist nicht nur mit einem Autofokus ausgestattet, sondern auch mit einem LED-Fotolicht. Qualitativ sind Foto-Schnappschüsse durchaus zufriedenstellend, wenngleich die Kameralinse vor allem bei Makro-Aufnahmen nicht überzeigen kann. Videos können in HD-Qualität mit bis zu 1.080p aufgenommen werden und machen ebenfalls Spaß. Nicht mehr zeitgemäß ist die 640 x 480 Pixel-Auflösung der Frontkamera. Hier sollten es mindestens 1,3 Megapixel sein.

Damit das Asus PadFone in möglichst vielen Regionen verwendet werden kann, wurde dem Telefon nicht nur eine Quadband-GSM-Antenne spendiert, sondern auch UMTS-Technik. Letztere funkt allerdings nur in den Frequenzbereichen um 900 und 2.100 Megahertz. LTE-Unterstützung fehlt komplett, auch ein NFC-Chip wurde nicht integriert. Verbindung zum Mobilfunknetz wird über eine SIM-Karte in Standard-Format hergestellt. Mobile Downloads sind per HSPA+ mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde möglich, Uploads können in entsprechend ausgebauten Netzen mit bis zu 5,8 Mbit/s durchgeführt werden. Alternativ steht eine WLAN-Schnittstelle zur Verfügung.

Asus PadFone RückenDas Asus PadFone kann in die PadStation gesteckt werden und mutiert dann zu einem Tablet.© onlinekosten.de

Leider hat Asus am Akku gespart

Etwas unverständlich ist, warum Asus ausgerechnet beim Akku gespart hat. Denn das mitgelieferte 1.520 mAh-Modell verrichtet vorsichtig formuliert nur "Dienst nach Vorschrift". Etwas konkreter bedeutet das: 16 bis 18 Stunden Nutzungszeit sind möglich, wenn eine Datenverbindung aktiviert wurde und das Telefon im Tagesverlauf immer mal wieder verwendet wird. Hier hätte ein leistungsstärkerer Akku deutlich mehr Sinn gemacht.

Der interne Speicher bietet Platz für 16 Gigabyte. In der Endabrechnung sind es allerdings nur knapp 13 Gigabyte, da der Rest für das Betriebssystem verwendet wird. Über eine MicroSD-Karte ist eine Speichererweiterung um bis zu weitere 32 GB möglich. Darüber hinaus spendiert Asus allen Käufern des PadFone zwei Jahre bis zu 32 GB Internetspeicher ohne Aufpreis.

Doch wie eingangs erwähnt kann das PadFone noch mehr. So lässt sich das Smartphone zum Beispiel in die mitgelieferte PadFone Station legen. Dann mutiert das gesamte System zu einem Tablet PC mit 10,1 Zoll großem Display, das all jene Informationen anzeigt, die auch auf dem Smartphone selbst dargestellt werden können.

Mini-Notebook nur gegen Aufpreis

Wer sich zudem für die rund 150 Euro teure Tastatur mit zwei USB-Anschlüssen entscheidet, kann Smartphone und Tablet auch zu einem Notebook mutieren lassen. Das hat dann allerdings auch Nachteile. Zum Beispiel ist an dieser Stelle die eher mangelhafte Standfestigkeit zu nennen. Wer die PadFone Station kombiniert mit der Tastatur auf einer glatten Oberfläche abstellt, muss schnell realisieren, dass das Gerät zumindest im aufgeklappten Zustand leicht hin und her rutscht. Zweiter unschöner Begleiteffekt: Das Display kann nur um etwas mehr als 90 Grad nach oben geklappt werden. Insbesondere große Menschen freuen sich aber über einen etwas großzügigeren Neigungswinkel. Darüber hinaus fallen die einzelnen Tasten der Tastatur vergleichsweise klein aus. Und niemals darf vergessen werden: es kann nur das angezeigt werden, was auf dem Android-System des Smartphones gespeichert wurde.

Wem die Notebook-Funktion für den Moment zu sperrig erscheint, kann das Display über einen kleinen Schieber unkompliziert von der Station trennen und hält dann sozusagen einen Tablet PC in den Händen. Die Bedienung des Displays mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln ist sowohl mit den Fingern als auch über einen speziellen Stift (Stylus) möglich. Alle Rechenaufgaben übernimmt allerdings das integrierte Smartphone, nicht wie man vermuten könnte das Tablet selbst. So ist es auch nicht überraschend, dass Display und Tastatur ohne eingelegtes Smartphone unbrauchbar sind.

Kein leichter Begleiter

Doch Vorsicht: wer der Meinung ist, dass es sich bei dem Komplettsystem um einen mehr oder weniger handlichen Begleiter handelt, der ist auf dem Holzweg. PadFone samt Station sind ziemlich schwer. Hinzu kommt das gewöhnungsbedürftige Design: der bronzefarbene Ton dürfte nicht jedermanns Geschmack treffen und auch bei der Verarbeitung hat Asus an so mancher Stelle die notwendige Liebe zum Detail vermissen lassen. So wurde zum Beispiel die Klappe zur Abdeckung des eingelegten Smartphones nur aus wenig werthaltigem Plastik gefertigt. All diese Kritikpunkte sind ziemlich schade, denn die Idee hinter dem 3-in-1-System ist sicher keine schlechte.

Asus PadFone: Smartphone Tablet Notebook in EinemAsus PadFone: Smartphone, Tablet und Notebook in einem Gerät - für etwa 850 Euro.© onlinekosten.de

Zusammenfassend ist es Asus gelungen, eine sehr interessante Kombination aus Smartphone, Tablet und Notebook zu entwickeln – alles auf Basis von Android Ice Cream Sandwich. Hätte man sich für eine etwas hochwertigere Verarbeitung bei der Station bzw. Tastatur und einen besseren Akku beim Smartphone entschieden, könnte man dem Gesamtpaket trotz des recht hohen Preises von immerhin knapp 850 Euro und trotz des hohen Gesamtgewichts eine sehr gute Note ausstellen. So reicht es in der Endabrechnung unter Berücksichtigung der Abzüge aber immer noch für ein "gut". Gerüchten zufolge ist bereits in Nachfolger in Arbeit und soll in den nächsten Wochen vorgestellt werden. Man darf gespannt sein.

(Hayo Lücke)

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