Testbericht

Asus N55SF Test: Multimedia-Notebook mit Bassrolle

Ein externer Subwoofer und Sound-Technik, die in Zusammenarbeit mit  Bang & Olufsen entstand: Das Asus N55SF will dem blechernen Notebook-Sound ein Ende bereiten - und ist dabei erfolgreich. Interessant macht sich das Gerät auch durch den Intel Core i7 Quad-Core-Prozessor und das matte Display.

Ein externer Subwoofer und Sound-Technik, die in Zusammenarbeit mit  Bang & Olufsen entstand: Das Asus N55SF will dem blechernen Notebook-Sound ein Ende bereiten - und ist dabei erfolgreich. Interessant macht sich das Gerät auch durch den Intel Core i7 Quad-Core-Prozessor und das matte Display.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Das, was in so manchem Auto im Kofferraum den Platz für Einkäufe beschneidet, hat das Asus N55SF nach draußen befördert: eine Bassrolle. Wird der Sound-Verstärker an den Laptop geleint, soll der Sound deutlich kraftvoller und basslastiger ertönen. Vielversprechend klingt auch die Herstellerangabe, dass der Multimedia-Laptop der Asus N5-Serie mit 15,6-Zoll-Display binnen zwei Sekunden aus dem Ruhezustand erwachen und im Standby-Betrieb bis zu 15 Tage mit einer Akkubefüllung auskommen soll. Zudem lässt die Ausstattung mit Intel Core i7 Quad-Core-Prozessor gute Ergebnisse erwarten. Wir haben die starke Jukebox in der Spitzenkonfiguration N55SF-S1124V angeworfen.

Asus N55SF-S1124V Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Musik und Eingabegeräte
  • Seite 2: Display, Hardware. Leistung und Akkulaufzeit
  • Seite 3: Weitere technische Daten, Schnittstellen, Fazit und Info-Tabelle

Lautsprecher von Bang & Olufsen

Das Thema Musik ist bei der N55SF-Serie allgegenwärtig. Über die USB-Ports können auch bei ausgeschaltetem Notebook MP3-Player aufgeladen werden und wer besonders spontan an seine digitale Musiksammlung möchte, der startet die Instant On-Funktion. Als Alternative zu Windows 7 ist sie in Sekundenschnelle geladen und ruft direkt eine Musik-Software auf. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem kabelgebundenen Subwoofer. Er verstärkt den klaren Klang der Lautsprecher vom Audio-Spezialisten Bang & Olufsen und fügt eine gute Prise Bass hinzu. Wie stark der Bass ausfallen darf, lässt sich über eine Software regeln.

Subwoofer zum Einklinken

Insgesamt wird ein überzeugender Sound erreicht, der sich für ein Notebook auch sehr laut aufdrehen lässt – ohne dabei in scheppernde Klänge abzudriften. Das macht sogar einen Einsatz als kleines Heimkino für den Filmabend mit Freunden möglich, ohne dass zwangsläufig ein Lautsprechersystem angeschlossen werden muss. Praktisch in diesem Zusammenhang: Als Laufwerk dient ein Blu-ray-Player und das Display liefert 1.920x1.080 Pixel. Für HD-Genuss ist dementsprechend gesorgt.

Es mag zwar etwas drollig aussehen, wenn die kleine Bassrolle als ständiger Begleiter neben dem N55SF Platz nimmt, die Idee, den Subwoofer nicht mit in das Gehäuse zu verbauen, sondern auszugliedern, ist aber gar nicht schlecht. Je nachdem, wo und wie der Nutzer mit dem Laptop arbeitet und wie die Unterlage beschaffen ist, lässt sich der Subwoofer – zumindest im Rahmen der recht knappen Kabellänge – nach Belieben anordnen. Für unterwegs legt Asus eine Tragetasche für das Zubehörteil bei. Wer aber bereits vorher weiß, dass er höchstens über Kopfhörer Musik hören wird, kann die kleine Büchse auch zuhause lassen und etwas Gewicht und Platz sparen.

Viel Platz zum Navigieren und Tippen

Ein Fliegengewicht ist der 379 x 260 x 37 Millimeter (mm) große 15-Zöller nämlich nicht: Er bringt 2,7 Kilogramm auf die Waage. Angesichts der üppigen Bestückung ist das aber noch in Ordnung.

Entgegen dem Multimedia-Trend mit jeder Menge Hochglanz ist das Asus N55SF – bis auf den Displaydeckel in Klavierlackoptik und den Displayrahmen – matt. Sowohl die schwarze Handballenauflage mit dem 105 x 60 mm großen Touchpad mit Klickleiste als auch die silberfarbene Tastatur, die Lautsprechergitter und die Displayoberfläche sind mattiert. Tastatur und Touchpad profitieren doppelt von dem Verzicht auf Hochglanz: Sie lassen sich angenehm und zielsicher bedienen und halten Fingerabdrücke fern. Zudem punkten die beiden Eingabegeräte mit ihrer guten Größe; auch ein separater Nummernblock und Tasten zum Steuern von Filmen oder Musikdateien sind vorhanden.

Das Display weiß vor allem mit seiner Entspiegelung zu gefallen. Durch die sehr hohe Auflösung, Full HD im 16:9-Format bei einer Diagonalen von 15,6 Zoll, sind die Inhalte gestochen scharf, die kleine Schriftgröße dürfte so manchen Nutzer aber zur Lesehilfe greifen lassen. Websites und Dokumente verschenken in der regulären Ansicht seitlich viel Platz, umso effektiver lässt sich daher der Mehrfenstermodus Aero Snap in Windows 7 nutzen. Der horizontale Blickwinkel ist groß genug, sodass auch bei seitlichem Blick auf dem Bildschirm keine verfälschten Farben oder Kontrasteinbrüche zu sehen sind. Einer Nutzung zu zweit steht nichts im Wege. Anders sieht es aus, wenn der Displaydeckel nach hinten oder vorne geneigt wird. Dann erscheint das Bild eher zu hell oder zu dunkel. Die Farbwiedergabe ist zufriedenstellend, das heißt, insbesondere Rottöne könnten etwas satter beziehungsweise kräftiger sein.

Asus N55SF-S1124V Test – Inhalt

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Prozessorleistung

Die Bestückung fällt genauso kraftvoll aus wie Sound. Asus hat dem N55SF-S1124V einen schnell Intel Core i7-2630Q mit vier Kernen und 2,0 Gigahertz (GHz) spendiert, der sich per TurboBoost auf bis zu 2,9 GHz hochtakten kann. Mit einer RAM-Menge von 8 Gigabyte (GB) stehen außerdem genügend Reserven für flüssiges Hin- und Herschalten zwischen mehreren parallelen Anwendungen zur Verfügung. Wie wir bereits im Toshiba Qosmio F750 Test, dem ersten Notebook für brillenloses 3D-Vergnügen, begutachten konnten, ist der Quad-Core-Prozessor aus Intels Sandy Bridge-Reihe sehr flott unterwegs, was sich auch in den Benchmarks (siehe Seite 3) niederschlägt. Mehrere anspruchsvolle Software-Installationen zur gleichen Zeit oder diverse Browser-Fenster mit Dutzenden Tabs während der Wiedergabe von Full-HD-Filmen zu öffnen, ist für den Core i7 kein Problem. Auch ein "Rasenmäher"-Sound ist nicht zu befürchten; zwar wirbelt der Lüfter an der Seite fleißig warme Luft aus dem Gehäuse, bezüglich der Lautstärke hält sich das Notebook aber zurück.

Integrierte Grafik oder Karte von Nvidia? Optimus wechselt selbständig

Die CPU integriert war bereits einen Grafikchip, einen Intel HD 3000, als starker Partner wird aber zusätzlich eine dedizierte Grafikkarte eingebaut. Eine Nvidia GeForce GT 555M mit 2 GB VRAM springt immer dann ein, wenn die Leistung der integrierten Lösung nicht ausreicht. Eine DVD lässt sich auch mit dem sparsamen Chip abspielen, 3D-Spiele zapfen natürlich die Karte an. Ausprobiert haben wir Demos von Devil May Cry 4 und Metro 2033: Ältere Spiele laufen auch in Full HD und mit maximalen Details locker flüssig, aktuellere Kracher, die der Hardware viel abverlangen, erfordern aber ein Zurückschrauben der Detailstufe, um mit 1.920x1.080 Pixeln spielbar zu sein.

Den automatischen Wechsel übernimmt Nvidia Optimus. Je nach Anwendung sind dann Laufzeiten von bis zu knapp fünf Stunden möglich, bei sehr strapaziösen Arbeiten leert sich der Akku aber bereits nach rund 1,5 Stunden. Wie lange das N55SF-S1124V beim Abspielen von DVDs durchhält, hängt von der Software ab. Ein Blu-ray-Laufwerk spielt ohne die passende Software keine Blu-rays ab; Asus hat hierzu Cyberlinks PowerDVD 10 installiert, das sich im Test mit DVDs jedoch hungriger als die Freeware VLC zeigte. Mit PowerDVD lassen sich rund 1,5 Stunden lang Filme abspielen, VLC streckt die Zeit auf mehr als zwei Stunden.

Die übrige Hardware-Ausstattung umfasst eine 750-GB-Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minuten, eine HD-Webcam, einen Kartenleser für die Formate SD, MS und MMC sowie die Schnittstellen HDMI, Mini-VGA (D-Sub) und insgesamt 4xUSB. Zwei der Peripherieports unterstützen bereits den USB-Standard 3.0 für eine bis zu zehnmal schnellere Datenübertragung – einen passenden Stick vorausgesetzt. Für eine Verbindung mit dem Internet oder einem Netzwerk stehen Gigabit-Ethernet und ein WLAN-Modul (802.11 b/g/n) bereit, wobei Letzteres während unseres Tests einige Probleme bereitete. Das Signal war relativ schwach, weshalb sich nicht an jedem Ort eine stabile Verbindung herstellen ließ. Da sich bislang keines unserer Test-Notebooks derartig verweigerte, vermuten wir, dass es sich um eine Macke des Test-Modells und nicht um eine generelle Schwachstelle handelt.

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Fazit: Notebooks meets Stereoanlage

Asus neue N5-Serie ist klar auf Nutzer zugeschnitten, die gerne Musik hören, dabei aber auch mal auf das Anschließen an die HiFi-Anlage verzichten möchten. Das N55SF bringt mit den starken Lautsprechern, dem Subwoofer und der hohen möglichen Lautstärke out-of-the-box alles mit, um bei Freunden oder im Urlaub auch ohne weiteres Zubehör Musik oder Filme mit kraftvoller Soundkulisse zu genießen. Neben starker Hardware und Full-HD-Ausrüstung versammelt der Laptop kleinere Extras wie einen Schnellstart mit Internetzugriff, ein besonders flottes Erwachen aus dem Energiesparmodus und eine lange Standby-Zeit. Die von Asus kommunizierten 15 Tage erreichte unser Notebook im Test zwar nicht, mit 8 Tagen ist die Bereitschaftszeit jedoch lang genug. Im Betrieb geht dem Akku leider etwas zu schnell die Puste aus.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich.

Name: N55SF-S1124V
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP: 1.229 Euro / Handel: ca. 1.100 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel HM65 mit Quad-Core Processor Core i7-2630QM mit 2,0 GHz (TurboBoost bis 2,9 GHz)
Grafikkarte: integrierte Grafik Intel HD 3000 + Nvidia GeForce GT555M mit 2 GB Speicher
Bildschirm: 15,6 Zoll (1.920x1.080 Pixel) 16:9 mit LED-Hintergrundbeleuchtung, entspiegelt
Batterie: Lithium-Ion-Akku mit 6 Zellen (5200 mAh, 120 Watt), Laufzeit: 83 Minuten unter Vollast / 309 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 135 Minuten DVD-Wiedergabe (Lautstärke + Display 50%) / ca. 8 Tage Standby
Speicher: 8 GB DDR3 mit 1.333 MHz
Festplatte: 750 GB (7.200 U/Min)
Laufwerk: 4-fach Blu-ray Combo-Laufwerk
Sound: Audio by Bang & Olufsen ICEpower, ASUS SonicMaster Technologie
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 379 x 260 x 37 Millimeter; 2,7 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, D-Sub (Mini), 2x USB 2.0, 2x USB 3.0, Kartenleser (SD, MS und MMC), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: HD-Webcam, externer Subwoofer, Nvidia Optimus Grafikwechseltechnik
Lieferumfang: Notebook, Subwoofer, Akku, Netzteil, Netzkabel, Handbuch
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 7,4 / RAM: 7,6 / 2D: 5,9 / 3D: 6,9 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 6 Sek.

CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: 4.94
PC Wizard 2010: 74.117

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark; bei nativer Auflösung = 1080p: 471 Punkte; 720p: 827
OpenGL: Cinebench 11.5: 34.58 BpS
3DMark11: P-Benchmark (1.280x720, mittlere Auslastung): P1409 (Aber: Grafikchip nicht erkannt!)

Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry 4: bei 1.920x1.080 Pixeln, Details niedrig, Schattenqualität aus: 89 fps; Details, Auflösung und Schattenqualität hoch + 2-fach MSAA: 58 fps; extrem hoch + 8-fach MSAA: 44 fps
Demo Metro 2033: DirectX-10: bei 1.920x1.080 Pixeln, Details niedrig, AAA: 25 fps; Details normal, AAA: 24 fps

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 97/96 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 84/146 MB/s; zufälliges Lesen: 40 MB/s
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,9 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 15 Watt
DVD-Wiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 29 Watt mit VLC / 50 Watt mit Power DVD
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 87 Watt
Garantie: 2 Jahre Abhol-Service Pick-Up & Return (siehe Asus Garantie)
Pro & Contra
Schneller Prozessor
gute Grafikleistung, Optimus
hübsches Design
soundstark
große Tastatur, großes Touchpad
USB 3.0
Blu-ray-Laufwerk
mattes Display
etwas sperrig und schwer
Hochglanz-Deckel zieht Fingerabdrücke an
Bewertung:
Geschwindigkeit: 18/20
Ausstattung: 17/20
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 14/15
Maße/Gewicht: 4/5
Akkulaufzeit: 10/15
Verarbeitung: 9/10
Gesamt: 85/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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