Testbericht

Asus MeMO Pad Smart 10 im Test: Mittelklasse-Tablet für zuhause

Mit dem MeMO Pad Smart 10 macht sich Asus selbst Konkurrenz: Das neue 10-Zoll-Tablet ähnelt von der Ausstattung her dem hauseigenen Transformer Pad, ist aber etwas günstiger, leichter und hat den stärkeren Akku.

Mit dem MeMO Pad Smart 10 macht sich Asus selbst Konkurrenz: Das neue 10-Zoll-Tablet ähnelt von der Ausstattung her dem hauseigenen Transformer Pad, ist aber etwas günstiger, leichter und hat den stärkeren Akku.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Die Android-Tablets werden günstiger: Nachdem zunächst der 7-Zoll-Bereich mit preiswerten Flachrechnern bestückt wurde, verdichtet sich nun das Angebot an 10-Zoll-Tablets zum niedrigen Preis. Die Kosten liegen bei unter 300 Euro, im Vergleich zu den 7-Zöllern, die schon für unter 200 Euro zu haben sind, mag das auf den ersten Blick gar nicht so billig erscheinen, doch dieses mittlere Preissegment hat eindeutig seine Vorteile: Statt stark blickwinkelabhängigen Bildschirmen findet man hier hier bereits hochwertige IPS-Displays. Neuester Vertreter aus der Mittelklasse ist das Asus MeMO Pad Smart 10 alias ME301T, das im Handel ab etwa 280 Euro angeboten wird. Für rund 100 Euro ist zudem eine Schutzhülle mit integrierter Bluetooth-Tastatur erhältlich, so macht das Tablet dem hauseigenen Transformer Pad Konkurrenz. Wie schneidet es in der Praxis ab?

Asus MeMO Pad Smart 10 Test – Inhalt

  • Seite 1: Außen: Optik, Lautsprecher, Schnittstellen und Kameras
  • Seite 2: Display, Tastatur-Cover, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Android und Apps, Fazit und Info-Tabelle

Ausgesprochen leicht

Der etwa 263 x 181 x 10 Millimeter große Tablet PC kommt in drei Farben daher. Wer dunkle Töne bevorzugt, kann zur blauen Variante greifen, für Mutige gibt es ein kräftiges Pink und als dritte Wahlmöglichkeit ein weißes Tablet. Auch unser Testgerät nutzt ein weißes Gehäuse und schnell offenbart sich, dass diese Ausführung wahrscheinlich die beste Wahl für Putzmuffel ist, denn die hochglänzende Rückseite zieht Fingerabdrücke an und auf einer helleren Oberfläche sind diese weniger deutlich sichtbar. Mit einem Gewicht von lediglich 580 Gramm wiegt das Asus MeMO Pad Smart 10 etwa 70 bis 80 Gramm weniger als das Retina-iPad von Apple und ordnet sich generell zwischen die leichtesten 10-Zöller ein. Auch das Asus Transformer Pad TF300T (Test) mit ähnlichen technischen Daten ist mit 635 Gramm schwerer.



Weitere Bilder und eine Kurzversion des Testberichts gibt es auf der Facebook-Seite von onlinekosten.de und als Diashow über onlinekosten.de auf Google+.

Kräftige Lautsprecher mit unglücklicher Positionierung

Nicht nur auf dem Datenblatt sticht das geringe Gewicht ins Auge. Das MeMO Pad Smart 10 liegt damit hervorragend in der Hand und auch nach längerer Nutzung sind keine langen Arme zu befürchten. Rein vom optischen Aspekt aus betrachtet ist es anständig verarbeitet, haptisch hapert es ein wenig an der Materialwahl. Die Plastikrückseite lässt sich leicht eindrücken, was an sich verschmerzbar ist, zusammen mit lautem Sound aber ein seltsames Bild abgibt: Die Vibration der Lautsprecher scheint sich stark auf das Gehäuse zu übertragen. Schon bei halber Maximallautstärke pocht es an der Rückseite spürbar unter den Fingern. Und die Lautsprecher haben noch einen weiteren Nachteil: Sie sind nicht wirklich günstig positioniert. Zwar ist ihr Platz bei Tablets in der Regel ohnehin auf der Rückseite, trotzdem schaffen es einige Modelle, dass die Musik frontal erscheint. Nicht so beim großen MeMO Pad. Dreht man das Tablet um, klingt der Sound lobenswert, im Umkehrschluss verpufft also der Vorteil der hohen Klangqualität ein Stück weit im Raum - oder beim Gegenüber. Allerdings steht ein Audio-Control-Panel bereit (nur über Lautsprecher, nicht mit Kopfhörern), um die Tonwiedergabe an bestimmte Modi wie Musik, Film oder Sprache anzupassen. Die Unterschiede sind hörbar, wobei es die Einstellungen für Filme und Spiele bei Sound-Effekten für Tablet-Verhältnisse ganz schön krachen lassen, aber dafür bei höherer Lautstärke auch zu brummen anfangen. Gesprochenes ist dann schwerer zu verstehen.

Viele Schnittstellen und GPS, kein 3G/4G-Modell

Der Ein-/Ausschalter ist - quer gehalten - gut erreichbar oben links untergebracht, während sich die Lautstärke an der rechten Seite verstellen lässt. Daneben wurde auch ein Anschluss für ein Mikrofon oder Kopfhörer eingelassen. An der linken Seite reihen sich Mikro-HDMI für die Foto- oder Videowiedergabe an einem Fernseher, Mikro-USB und ein microSD-Speicherkartenleser auf, der auch microSDHC- und -SDXC-Karten unterstützt. Die drahtlosen Schnittstellen umfassen Bluetooth und WLAN, eine Mobilfunkversion und NFC sind nicht erhältlich. Womit der Tablet-PC wiederum dienen kann, ist ein GPS-Modul, das unseren Standort umgehend aufspürte.

Einsatz als Foto- und Videokamera

An der Vorderseite befindet sich eine 1,2-Megapixel-Webcam, die rückwärtige Kamera bietet 5 Megapixel. Automatisch zu fokussieren beherrscht sie, kann aber nicht auf einen LED-Blitz zurückgreifen. Allerdings sind trotzdem auch in Innenräumen im Großen und Ganzen brauchbare Schnappschüsse machbar. Unter automatischer Anpassung des Weißabgleichs schoss die Kamera in unserem Test aber häufiger Bilder mit leicht verfälschten Farben, im Ergebnis waren sie dann minimal rotstichig oder etwas zu kalt. Außerdem waren überdurchschnittlich viele unscharfe Schüsse dabei. Das gestaltet die Aufnahme knackiger Panoramaaufnahmen - denn eine solche Funktion befindet sich an Bord - ziemlich schwierig. Full-HD-Videos lassen sich ebenfalls anfertigen und wirken bezüglich Schärfe und Farben überzeugend, aber nicht hundertprozentig flüssig.

Als Zubehör bietet Asus eine etwa 400 Gramm schwere Rundum-Schutzhülle mit Bluetooth-Tastatur an, die den Tablet-PC in ein Android-Netbook verwandelt. Das Modell nennt sich Folio Key für ME301 und kostet 99 Euro, ist in Deutschland aber leider noch nicht lieferbar. Zum Ausprobieren schickte uns Asus ein QWERTY-Exemplar für den britischen Markt zu. Die Hülle umschließt das MeMO Pad Smart 10 komplett, dazu muss das Tablet oben in den Plastikrahmen gespannt werden. Das ist zwar ohne große Probleme zu bewerkstelligen, eine wirklich elegante Lösung ist es aber nicht. Dafür wird das Tablet gut festgehalten, was der Konstruktion Stabilität verleiht.

Asus MeMO Pad Smart 10 Test – Inhalt

  • Seite 1: Außen: Optik, Lautsprecher, Schnittstellen und Kameras
  • Seite 2: Display, Tastatur-Cover, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Android und Apps, Fazit und Info-Tabelle

Asus Folio Key ausprobiert

Praktisch ist, dass das zum Notebook-Display umfunktionierte Tablet mit Magneten in Schrägstellung gebracht wird. Es rutscht quasi selbständig in die richtige Position, die dann dem einzig möglichen Neigungswinkel entspricht. Auf Bahnfahrten auf dem Schoß zu schreiben, ist mit dem angedockten MeMO Pad nicht so bequem wie mit einem klassischen Notebook. Dafür ist die Auflagefläche für die Hände zu klein, schließlich endet die Tastatur mangels Mauspad bereits unter der Leertaste. Außerdem wird sich so mancher wünschen, den Bildschirm weiter nach hinten klappen zu können. Für die Kamera, die Lautsprecher und die Bedientasten hat Asus Lücken gelassen, Fotos lassen sich also auch aus der Schutzhülle heraus knipsen und die seitlichen Anschlüsse bleiben ohnehin frei. Nur die Lautstärkewippe ist schwerer zu erreichen - nicht weiter schlimm, denn das lässt sich alternativ über die Tastatur erledigen. Auch für den Home-Bildschirm, die Suchfunktion und zur Steuerung des Mediaplayers gibt es Sondertasten. Der Tipp-Komfort ist mittelmäßig; man kann sich sicher damit arrangieren, der Hubbel direkt unter der Leertaste stört allerdings. Dass diese Stelle auch anders konstruiert werden kann, zeigt zum Beispiel das Logitech Ultrathin Keyboard Cover, das etwas mehr Platz bietet und eine Aussparung im Rahmen lässt. Was die Asus-Tastatur nicht kann, ist das Tablet automatisch schlafen zu legen oder aufzuwecken, wenn es aufgeklappt wird.

Helles IPS-Display

Scharf genug, aber ohne Full-HD-Auflösung kommt der 10,1-Zoll-Touchscreen mit 1.280 x 800 Bildpunkten daher. Durch die glänzende Oberfläche spiegelt das Display, insbesondere im Freien, wenn die Sonne scheint. Doch es ist ausgesprochen hell und gibt damit eine ebenso gute Figur ab wie ein vergleichsweise herangezogenes Retina-iPad (Generation 3). Auch bezüglich der Blickwinkel, die beim Asus-Tablet 170 Grad betragen sollen, konnten wir keine Unterschiede zwischen den beiden Geräten feststellen. Wohl aber bei der Farbkraft, denn das iPad zeigt strahlendere Farben und ein tieferes Schwarz an. Außerdem verschmiert der Touchscreen spürbar schneller als das iPad-Display mit seiner fettabweisenden Beschichtung. Die Helligkeit lässt sich bei Asus bei Bedarf automatisch regeln. Als wir den Tablet-PC an einen hellen Platz beförderten, wurde das Display nahezu umgehend heller eingestellt.

Nvidia Tegra 3 lässt die Muskeln spielen

Das Hardware-Kapitel beginnt mit einem Nvidia Tegra-Chip der dritten und damit aktuellen Generation, dessen Quad-Core-CPU mit 1,2 Gigahertz getaktet ist. Des Weiteren stehen 1 Gigabyte (GB) RAM und 16 GB interner Speicher zur Verfügung, Varianten mit höherer Kapazität bietet Asus derzeit nicht an. Flottes Arbeiten ist mit der Bestückung garantiert: Apps starten zügig, durch die Benutzeroberfläche zu navigieren fördert kaum Verzögerungen zutage und Spiele wie The Conduit HD laufen flüssig. Die Akkulaufzeit entspricht in etwa der des Transformer Pad TF201 (Test) im Alu-Gehäuse. So lassen sich gleichermaßen 8 Stunden lang YouTube-Videos abspielen, im Standby hält das MeMO Pad mit mehr als 20 Stunden aber doppelt so lange durch. Dem Kunststoff-Transformer-Tablet TF300 ging in unserem Test bereits nach 6 Stunden Filmgenuss die Puste aus.

Das MeMO Pad Smart 10 wird mit Android 4.1.1 Jelly Bean mit Google Now und einer durch Asus modifizierten Statusleiste ausgeliefert. Wie auch bei anderem Tegra-Tablets des Herstellers gibt es zusätzlich Energiespareinstellungen. So kann der Anwender zwischen einem sparsamen Modus, einem ausgeglichenen Betrieb und einem Dampfmacher für fordernde Apps wählen. An Apps mitgebracht werden ein Dateimanager, eine Kindersicherung, eine Backup-Möglichkeit für Programme und Daten mit Verschlüsselung, eine Passwort-Sperre für Apps, die Kindle-App von Amazon und MyLibraray Lite für E-Books und PDF-Dateien, Asus Studio zum Bearbeiten von Fotos mit Anbindung zum Asus Cloud-Speicher (5 GB gratis), Google+, Dropbox und Facebook, die Social-Network-Apps BuddyBuzz und PinPal sowie SuperNote Lite zum Schreiben und Zeichnen per Hand oder über die Tastatur.

Asus MeMO Pad Smart 10 Test – Inhalt

  • Seite 1: Außen: Optik, Lautsprecher, Schnittstellen und Kameras
  • Seite 2: Display, Tastatur-Cover, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Android und Apps, Fazit und Info-Tabelle

Fazit

Auf den ersten Blick scheint es schwer nachvollziehbar, warum Asus mit dem MeMO Pad Smart 10 ein weiteres 10-Zoll-Tablet mit Android-Betriebssystem herausgebracht hat, wo doch bereits das Transformer Pad TF300T - ebenfalls im Kunststoffgehäuse - zu haben ist. Komplett identisch sind die beiden aber nicht, das MeMO ist als reiner Tablet-PC und auch inklusive der Zubehör-Tastatur das Leichtere und liefert zudem die längere Akkulaufzeit. Etwas günstiger ist es obendrein, wohl auch, da nur 16 statt 32 GB Speicherplatz zur Ausstattung zählen. Wer zig Apps installieren und viele Videos abspeichern möchte, kann da an die Grenze stoßen, was aber durch den Kartenleser aufgefangen wird. Ein wichtiger Unterschied zum Transformer Pad: Der Kunde hat keine Wahl bei der Kommunikation. Während das Transformer-Tablet mit WLAN, UMTS oder LTE verfügbar ist, steht die MeMO-Variante nur in einer einzigen Ausführung bereit: mit WLAN.

Welche Alternativen gibt es neben dem Transformer Pad? Im Dunstkreis der günstigeren 10-Zoll-Androiden mit Nvidia Tegra 3 tummelt sich auch das für rund 300 Euro verfügbare Toshiba AT300SE mit Android 4.1 und IPS-Display. Den Vorgänger Toshiba AT300 mit Android 4.0 haben wir bereits getestet. Ebenfalls eine Option ist das Acer Iconia A210 für unter 300 Euro, als A211 gibt es den Tablet-PC ferner als UMTS-Variante für mobiles Internet. Der Haken: Er ist er etwa 100 Gramm schwerer als das Asus MeMO Pad.

Weitere Tablet PCs im Test, einen Tablet PC Vergleich und eine Kaufberatung zum Thema Tablet PC liefert unser Hintergrundbereich.

Name: MeMO Pad Smart 10 (Asus ME301T)
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP: 299 Euro


ab 285 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Nvidia Tegra 3
Quad-Core-Prozessor mit 1,2 GHz
(3DMark Score:
Ice Storm: 3.605 / Extreme: 1.975)
Bildschirm: 10,1 Zoll WXGA (1.280x800 Pixel) Touchscreen,
IPS-Panel, glänzend
Speicher: 1 GB RAM, 16 GB eMMC
Akku: Herstellerangaben: bis 8,5 Stunden
gemessen: 8 Stunden YouTube (WLAN),
21 Tage Standby
Kommunikation: WiFi 802.11a/b/g/n,
Bluetooth 3.0 +EDR +A2DP
Betriebssystem: Android 4.1.1 (Jelly Bean)
Abmessungen: HxBxT: 263 x 181 x 9,9 Millimeter;
580 Gramm
Anschlüsse: Micro-USB, Micro-HDMI, microSD-Kartenleser,
Kopfhörer (3,5 mm Klinke)
Sonstiges: G-Sensor, Gyroskop, E-Kompass, Lichtsensor, GPS, 5-Megapixel-Kamera für Fotos und Videos
mit Autofokus, 1,2-Megapixel-Webcam,
5 GB Cloud-Speicher
Tegra-3-Plattform
geringes Gewicht
sehr helles IPS-Display
Kartenleser
günstiger Preis
mittelmäßige Kamera ohne Blitzlicht
nicht als 3G-Modell erhältlich
Tastaturhülle noch nicht lieferbar
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): befriedigend
Display (20%): gut
Bedienung/Handhabung (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,2)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

Zum Seitenanfang