Testbericht

MeMO Pad 10 im Test: Das bislang günstigste 10-Zoll-Tablet von Asus

Mit dem MeMO Pad 10 hat Asus sein bis dato günstiges Tablet im 10-Zoll-Formfaktor herausgebracht: Für wen lohnt sich der Griff zum Brot-und-Butter-Tablet?

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

"Die erste Wahl für Einsteiger" - so sieht Asus sein neues MeMO Pad 10 alias ME102A. Die Pläne für das auf der IFA zusammen mit vielen anderen neuen Asus-Tablets vorgestellte Gerät sind also ambitioniert. Der günstige Androide mit 10-Zoll-Display hat aber auch einige ausgeprägte Begleiter, die ihm den Rücken stärken, wie einen Quad-Core-Prozessor und ein HD-IPS-Panel. Das alles gibt es im Paket für nur 249 Euro. Doch ganz so wuchtig stürzt sich der neue Tablet PC dann doch nicht auf seine Konkurrenten, denn es gibt auch weniger schöne Punkte.

Asus MeMO Pad 10 ME102A Test - Inhalt

  • Seite 1: Gehäuse und Schnittstellen des Asus MeMO Pad 10
  • Seite 2: Display, Hardware, Leistung und Akku des MeMO Pad 10
  • Seite 3: Kameras, Android, Fazit und technische Daten zum MeMO Pad 10

Asus zeigt´s: So baut man leichte Tablets

Das Asus MeMO Pad 10 ist wahlweise in einem weißen oder anthrazitgrauen Gehäuse zu haben. Bei unserem dunklen Testgerät ist die Rückseite matt und mit einer gummiartigen Beschichtung versehen. Sie macht das Tablet rutschfest, sieht gar nicht mal schlecht aus und dient gleichzeitig dazu, Fingerabdrücke fernzuhalten. In weiß ist das Tablet glänzend. Auf der Vorderseite ist der Kampf gegen die Touch-Spuren schnell verloren, denn auf dem glänzenden Bildschirmen haften sie schon nach kurzer Zeit an. Die Verarbeitung kann sich sehen lassen, wir konnten weder unregelmäßige Spaltmaße noch unsauber gefräste Aussparungen finden. Ein Drucktest förderte - zumindest bei unserem Testmuster - aber ein gespaltenes Bild bezüglich der Festigkeit zu Tage. Am linken Bereich gibt es nichts zu meckern, aber rechts kann das Gehäuse hörbar eingedrückt werden. Allerdings klingt das schlimmer als es ist, im Alltagsgebrauch wird davon nichts zu spüren sein.

Insgesamt zeigt Asus an dieser Stelle einmal mehr, wie man leichte 10-Zoll-Tablets baut: Nur 522 Gramm bringt das etwa 256 x 175 x 10,5 Millimeter (mm) große Gerät auf die Waage. Damit ist es etwa 60 Gramm leichter als die mit einer höheren Displayauflösung bestückte Variante Asus MeMo Pad FHD 10 / ME302 (Test), die zuerst auf den Markt kam. Dass es 1 mm "dicker" ist, fällt kaum auf, schließlich ist es etwa 7 mm schmaler.

Inklusive Micro-USB-zu-USB-Adapter: Speicherstick oder sogar Tastatur anschließbar

Einen Micro-HDMI-Port, so wie ihn die Full-HD-Version bietet, gibt es beim HD-MeMO-Pad nicht. Das Gehäuse legt lediglich die obligatorische Kopfhörerbuchse und Micro-USB frei. Aber: Die Schnittstelle verfügt über eine USB-Host-Funktion und Asus liefert den passenden Adapter sogar gratis mit. So lassen sich problemlos USB-Sticks anschließen, um Daten vom Tablet zu sichern oder umgekehrt Fotos und Musikdateien ohne Kabelverbindung zum PC auf den Flachrechner zu bringen. Auch eine Maus und Tastatur konnten wir im Test problemlos anschließen, beide Geräte wurden unmittelbar erkannt. Übrigens findet sich auch ein kleiner Ständer für das Tablet im Paket. Zwar handelt es sich um ein eher billig wirkendes Plastikteil, aber es erfüllt seinen Zweck. Über einen Kartenleser können außerdem microSD-Speicherkarten mit bis zu 64 Gigabyte (GB) genutzt werden. Die Ausstattung schließt mit WLAN, Bluetooth, Micracast und A-GPS ab, eine 3G-Variante für mobiles Internet wird nicht angeboten.

Die bereits erwähnte HD-Auflösung mit ihren 1.280 x 800 Bildpunkten ist wie zu erwarten nicht dermaßen knackscharf wie die Bildschirme von Full-HD-Tablets oder Modellen mit noch höherer Pixeldichte. Wer sehr hohe Ansprüche an die Darstellungsqualität hat und erwartet, dass Texte wie gedruckt und Symbole gestochen scharf erscheinen, der müsste in die nächsthöhere Schublade greifen. Kleine Schriftgrößen sind nämlich pixelig. Als Einsteiger-Alternative zum teureren Full-HD-MeMO-Pad ist das Gebotene aber noch stimmig und HD-Videos sehen auf 10 Zoll scharf genug aus - schließlich darf nicht vergessen werden, dass auch 15-Zoll-Notebooks je nach Ausführung mit HD-Displays bestückt sind.

Asus MeMO Pad 10 ME102A Test - Inhalt

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Gutes Display, aber Luft nach oben

Die Leuchtkraft liegt aber nur im Mittelfeld, soll heißen, der Bildschirm ist nicht per se zu dunkel, hat aber auch keine derart üppigen Reserven wie Outdoor-taugliche Exemplare. Da WLAN-Tablets ohnehin in der Regel zuhause verwendet werden, macht das wenig aus, nur auf dem Balkon können dann je nach Wetterlage die Spiegelungen stören. Eine automatische Regelung der Helligkeit per Sensor gibt es beim MeMO Pad 10 nicht, ob das nun ein kleiner Nachteil oder aber völlig unerheblich ist, ist Geschmackssache. Durch das IPS-Panel bleibt das Gezeigte auf dem Display in jeder Lage stabil - gut. Über die Asus-Splendid-App ist ferner die Farbtemperatur regulierbar. Nicht hoch genug ist aus unserer Sicht das Kontrastverhältnis, richtig knackig kommen Farben nämlich nicht rüber.

Flotte Alltags-Performance, langsam bei Spielen

An Hardware spendiert der Hersteller aus Taiwan seinem 10-Zoll-Neuzugang ME102A einen Asus-eigenen RK101 Quad-Core Prozessor mit 1,6 Gigahertz Taktrate, 1 GB Arbeitsspeicher und 16 GB Speicherplatz. Weitere Konfigurationen mit mehr Speicher sind bislang nicht zu haben. Zum Vergleich: Das Full-HD-Pendant ME302 rechnet mit einem Intel Atom Z2560 mit "nur" zwei Kernen, liefert jedoch die doppelte Menge an RAM.

Schon beim Asus MeMO Pad FHD 10 hatten wir die flüssige Bedienung gelobt, das ist beim MeMO Pad 10 trotz völlig anderer Bausteine nicht anders. Der Multitouch-Bildschirm reagiert präzise und die Benchmark-Ergebnisse (siehe Seite 3) der beiden Tablet-Typen unterscheiden sich kaum. Auch in Bezug auf die Leistung bei Spielen ähnelt das Asus MeMO Pad 10 seinem Serienbruder MeMO Pad FHD 10: Beide können nicht mit Tegra-Tablets mithalten. Zwar laufen auf dem neuen Asus-Androiden zahlreiche Spiele, sobald es sich aber um grafiklastige 3D-Apps handelt, schleichen sich hier und da Ruckler ein. In der Praxis heißt das: Keine Probleme mit Titeln wie Temple Run oder Angry Birds und absolut verkraftbare und seltene Stotterer bei Dungeon Hunters und Minion Rush. Bei Iron Man 3 wird es dann aber eng beziehungsweise stockend.

Mit HD-Videos oder Full-HD-Videos wird das Tablet wieder locker fertig und versteht sich mit verschiedenen Dateiformaten. Interessant: Die Lautsprecher sind ganz schön laut einstellbar und klingen dann trotzdem noch vernünftig. Um den Sound auf Musik, Videos oder aber in Richtung möglichst deutlicher Sprache zu optimieren, hat Asus wie üblich ein kleines Tool installiert.

Bis zu 9,5 Stunden soll der Tablet-PC laut Asus mit einer Füllung durchhalten. Diesen Wert konnten wir im Test annähernd erreichen (9,0 Stunden), wenn das MeMO Pad 10 HD-Videos im Flugzeugmodus abspielte. Mit eingeschaltetem WLAN-Empfang waren etwa 8,5 Stunden möglich, dann mussten wir zum Netzteil greifen.

Eine 1,2-Megapixel-Webcam auf der Vorderseite kombiniert Asus mit einer 2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Dass man davon keine Wunder im Bereich Fotografie und Videos erwarten darf, ist klar, trotzdem schneidet der Tablet-PC in diesem Bereich leider unterdurchschnittlich ab. Fotos sind generell verrauscht und unscharf. Da kein Autofokus, sondern nur ein Fixfokus vorhanden ist, lassen sich auch keine bestimmten Punkte scharf stellen. Obendrein zuckelt die Vorschauansicht vor sich hin, so dass man erst einmal üben muss, ein nicht-verwackeltes Bild aufzunehmen. Videos lassen sich auf dem Papier in verschiedenen Qualitätsstufen bis hin zu HD (720p) aufnehmen, davon sieht man im Ergebnis aber wenig, denn sie sind dunkel, verrauscht und laufen nicht flüssig. Auch die Webcam reißt es nicht mehr heraus. Zum Vergleich: Das MeMO Pad FHD 10 bringt immerhin eine 5-Megapixel-Kamera mit, die auch Full-HD-Clips anfertigen kann und uns im Test mit einer recht guten Leistung überraschte. Unterm Strich lässt sich Asus zwar kaum ein Vorwurf machen, denn Tablets jenseits der 8-Zoll-Marke sind schlichtweg zu unhandlich für ausgedehnte Foto- und Video-Sessions, trotzdem hätte der Rotstift nicht so deutlich genutzt werden müssen.

Asus MeMO Pad 10 ME102A Test - Inhalt

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Ausgeliefert wird das MeMO Pad 10 mit Android 4.2.2, derzeit aktuell ist die Version 4.3. Wie bereits bei Vorgänger-Tablets hat es sich Asus nicht nehmen lassen, die Oberfläche und die typischen Google-Apps um eigene Anwendungen zu ergänzen. Das Repertoire reicht von einer Kindersicherung über eine Spiegel-App, die im Prinzip nur die Webcam anwirft, bis hin zu Notizen und einer Möglichkeit zum Gestalten interaktiver Fotoalben. Hervorzuheben ist Floating Apps, mit dem mehrere Anwendungen nebeneinander angezeigt werden können. Zum Beispiel ein Video, das sich in einem eigenen kleinen Fenstern über den Browser legt. Für kürzere Wege zu Tools wie dem Taschenrechner oder Suchanfragen gibt es eine Schnellauswahl. Wer die Asus-Tastatur anstelle der Android-eigenen Bildschirmtastatur verwendet, der kann sich über eine Zahlenreihe und eine Swype-Funktion freuen.

Fazit: Für Sparfüchse, denn die 50 Euro Aufpreis für das MeMO Pad FHD 10 lohnen sich

Das Asus MeMO Pad 10 ist ein günstiges Tablet, bei dem der Preis keine negativen Rückschlüsse auf die Qualität zulässt: Die Verarbeitung ist top und die Bedienung dank Quad-Core-Prozessor flüssig. Der Kartenleser und der USB-Port mit Host-Funktion machen das neue MeMO Pad 10 zum Brot-und-Butter-Tablet für zuhause. Einzige Einschränkung: Die schlechten Kameras und die mäßige Helligkeit des Bildschirms.

Wer sich vorstellen kann, auch 50 Euro mehr beim Tablet-Kauf zu investieren, für den könnte daher das MeMO Pad FHD 10 die bessere Wahl sein. Es basiert ebenfalls auf Android 4.2 und lockt allen voran mit einem knackigen Full-HD-Display, besseren Kameras und sogar einer etwas längeren Akkulaufzeit. Mobile Anwender finden außerdem eine LTE-Version vor und für höheren Speicherbedarf gibt es eine 32-GB-Ausführung. Für beide Varianten - ob HD oder Full-HD - gilt: Die perfekten Spiele-Tablets sind sie nicht.

Ein weiteres interessantes Android-4.2-Tablet zum Kampfpreis: das Lenovo IdeaPad S6000L für nur 200 Euro. Weitere Tablet PCs im Test, einen Tablet PC Vergleich und eine Kaufberatung zum Thema Tablet PC liefert unser Hintergrundbereich.

Name: MeMO Pad 10 / ME102A
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.com/de
Preis: UVP: 249 Euro

bei Amazon:

in weiß für 249 Euro
/

in grau für 249 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Asus RK101 Quad-Core Prozessor mit 1,6 GHz
und Mali 400 MP4

Benchmarks:
3DMark Score:
Ice Storm: 4.131 / Extreme: 3.054
AnTutu 3.4: 19.921 Punkte
SunSpider 1.0.2: Chrome: 1142 ms
Bildschirm: 10,1 Zoll IPS (1.280 x 800 Pixel)
Touchscreen, glänzend
Speicher: 1 GB RAM, 16 GB Speicherplatz
Akku: (Akku mit 5.070 mAh)
Herstellerangabe: bis 9,5 Stunden
gemessen: 8,5 Stunden YouTube (WLAN),
9 Stunden HD-Videos (offline)
Kommunikation: WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 3.0, Miracast
Betriebssystem: Android 4.2 (Jelly Bean)
Abmessungen: HxBxT: 256 x 174,6 x 9,5 Millimeter;
522 Gramm
Anschlüsse: Micro-USB mit Host-Funktion (USB-Adapter wird mitgeliefert), MicroSD-Kartenleser (bis 64 GB),
Kopfhörer (3,5 mm Klinke)
Sonstiges: Lagesensor, A-GPS, 2-Megapixel-Kamera mit Autofokus für Fotos / Videos mit bis zu 720p,
1,2-Megapixel-Webcam
leichtes Gerät
flüssige Bedienung
Kartenleser
Mikro-USB mit Host-Funktion und Adapter
günstiger Preis
schlechte Kamera-Qualität
zu schwach für anspruchsvolle Spieler
Display könnte heller sein
Bewertung:
Gesamt: 3,5 von 5 Sternen
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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