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Asus Fonepad im Test - Tablet gepaart mit Smartphone

Mit einem Tablet telefonieren? Das Asus Fonepad macht genau das möglich - in klassischen UMTS- und GSM-Netzen. Wir haben den kleinen Alltagsbegleiter getestet.

Asus Fonepad© Asus

Schnell mal auf der Wohnzimmercouch über das Internet das aktuelle TV-Programm checken, im Online-Shop einen Einkauf tätigen oder einfach nur ein kleines Spiel zocken. Früher musste dazu zum Beispiel ein Notebook gestartet werden, heute reicht das Aktivieren eines kleinen Tablet PC aus. Inzwischen gibt es die Geräte in den unterschiedlichsten Größen und wer ein Modell mit 10 Zoll großem Display für zu sperrig hält, kann sich zum Beispiel auch für eine Variante mit nur 7 Zoll entscheiden. Auch Asus hat ein solches Gerät im Angebot: das Fonepad. Der Name ist dabei Programm, denn es handelt sich um ein Tablet, das auch für Telefonate verwendet werden kann. Wenn man so will, geht das Produkt auch als überdimensionales Smartphone durch.

Telefon im Tablet

Ein Tablet als Smartphone? Zugegeben, diese Vorstellung ist gewöhnungsbedürftig. Und es sieht – vorsichtig formuliert – auch ziemlich merkwürdig aus, wenn mit einem 196 Millimeter langen und 120 Millimeter breiten Smartphone am Ohr telefoniert wird. Und trotzdem: die Idee, ein Tablet mit klassischen Smartphone-Funktionalitäten auszustatten, ist charmant. Denn wer mag, kann zum Beispiel auch auf ein Bluetooth-Headset setzen, um Sprachverbindungen aufzubauen. In unserem Test klappten Telefonate stets zuverlässig, ohne Headset war aber ein leichter Hall zu vernehmen.

Grundsätzlich überwiegt bei einer Nutzung des Fonepad aber das Gefühl, dass das Gerät eben doch mehr Tablet als Telefon ist. Asus liefert das Gerät auf Basis von Android 4.1.2 Jelly Bean aus und hat als Herzstück einen Intel Atom-Prozessor (Z2420) mit einer Taktrate von 1,2 Gigahertz verbaut – flankiert durch 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. Diese Hardware reicht in den meisten Fällen aus, um ein störungsfreies Nutzungserlebnis zu gewähren. Und doch kann es hier und da zu Rucklern kommen. Beobachten mussten wir diese bei verschiedenen Spielen, es kann aber auch schon mal in der allgemeinen Menünavigation etwas haken. Störend? Nicht wirklich. Aber eben doch auffallend.

Die Nutzung des 7 Zoll großen Displays erweist sich als erfreulich handlich - auch wenn eine einhändige Bedienung nicht möglich ist. Natürlich gibt es am Markt Tablet-Displays, die deutlich flotter reagieren, insgesamt bereitet das IPS-Panel des Asus Fonepad aber sehr viel Spaß. Wer den Helligkeitssensor aktiviert, muss phasenweise – zum Beispiel unter freiem Himmel - mit einem etwas zu dunkel eingestellten Display leben. Es ist aber grundsätzlich genug Spielraum für eine manuelle Nachregulierung gegeben und dann sind sämtliche Inhalte auch bei starker Sonneneinstrahlung noch ordentlich abzulesen. Allerdings spiegelt der Bildschirm zum Teil doch recht stark.

Drei bis vier Tage Akkulaufzeit – bei regelmäßiger Nutzung

Einschränkungen müssen Freunde von HD-Videos in Kauf nehmen. Die Auflösung des Displays liegt bei "nur" 1.280 x 800 Pixeln, was Full-HD (1.080p) ausschließt. Dafür hat sich Asus für eine stromsparende LED-Hintergrundbeleuchtung entschieden. Während unseres dreiwöchigen Testzeitraums konnten wir das Tablet bei aktivierter Daten- und WLAN-Verbindung und regelmäßiger Nutzung im Schnitt drei bis vier Tage verwenden. Deutlich kürzer hält eine Akkuladung, wenn der Prozessor stark beansprucht wird – zum Beispiel bei Spielen. Dann kann es auch passieren, dass schon nach ein bis zwei Tagen eine neue Energiezufuhr notwendig wird.

Ausgeliefert wird das Asus Fonepad mit 16 Gigabyte Speicher, was für die meisten Nutzer völlig ausreichend sein dürfte. Nur wer umfangreiche Musik- und Videosammlungen auf dem Tablet abspeichert, wird mit Hilfe einer MicroSD-Karte mit einer Kapazität von bis zu 32 Gigabyte nachhelfen müssen, um den Speicherplatz zu erweitern. Kostenlos stellt Asus 5 Gigabyte Onlinespeicher zur Verfügung. Und das ein Leben lang.

Nur mit einer Frontkamera ausgestattet

Ob ein Tablet eine hochwertige Kamera braucht, ist eine Frage, über die man streiten kann. Im Fall des Fonepad haben sich die Designer jedenfalls gegen eine megapixelstarke Hauptkamera auf der Rückseite entschieden. Stattdessen kommt nur eine Frontkamera mit einer 1,3-Megapixel-Linse und Autofokus zum Einsatz, die in erster Linie für Videotelefonate und Selbstportraits verwendet werden sollte. Denn es sind zwar auch klassische Foto- und Videoaufnahmen möglich, doch es erweist sich in der Praxis als ziemlich schwierig, wirklich brauchbare Fotos und Videos (maximal HD-Qualität mit 720p) aufzunehmen. Schließlich muss das Gerät um 180 Grad gedreht werden und das Display steht dadurch nicht im Sichtfeld des Nutzers.

Mobile Datenverbindungen sind bei eingelegter MicroSIM-Karte mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Down- und maximal 5,8 Mbit/s im Upstream möglich – abhängig davon, wie gut das genutzte Mobilfunknetz ausgebaut ist und welcher Mobilfunktarif verwendet wird. Viele Tarife gestatten nämlich nur bis zu 7,2 Mbit/s für Downloads. Ergänzend dazu sind Internetverbindungen an WLAN-Hotspots möglich. Unterstützt werden die WLAN-Standards b, g und n.

Tolle Verarbeitung

Pluspunkte kann Asus bei der Verarbeitung sammeln. Während die Front durch schwarze Displayränder schön schlicht gehalten wurde und nur durch ein dezentes Asus-Logo und einen kleinen Telefon-Lautsprecher unterbrochen wird, wurde auf der Rückseite kühles, aber auch robustes Aluminium verwendet. Nur ein kleiner Teil am oberen Ende wurde aus Polycarbonat gefertigt, um die Empfangsleistung nicht zu stark zu beeinträchtigen. Insgesamt macht das Asus Fonepad mit seinen abgerundeten Kanten einen sehr werthaltigen Eindruck – bei einem Gewicht von 340 Gramm.

Praktisch: die für Android typischen Sensortasten wurden direkt in das Display integriert und sind dadurch im Standard-Gebrauch immer sichtbar. Ganz ohne physische Tasten kommt aber auch das Fonepad nicht aus. An der linken Seite ist nicht nur eine Lautstärkewippe, sondern auch die Powertaste zu finden. Der recht blechern tönende Lautsprecher wurde am unteren Ende der Rückseite verbaut, der Kopfhörereinfang am Fußende. Apropos Kopfhörer: Im Lieferumfang ist kein Headset inklusive.

Fazit: Sehr gute Verarbeitung zum fairen Preis

Wer auf der Suche nach einem Tablet ist, das nicht nur mit einer sehr guten Verarbeitung punkten kann, sondern auch mit einer integrierten Telefon-Funktion, darf das Asus Fonepad nicht außer Acht lassen. Zwar gibt es an der einen oder anderen Stelle auch durchaus Aspekte, die kritisiert werden können, insgesamt ist das Fonepad aber ein guter Kompromiss aus erschwinglichem Endgerät und solider Ausstattung.

Abzüge gibt es für den etwas zu schwach getakteten Prozessor, der insbesondere bei Games an seine Grenzen stoßen kann. Auffällig auch dadurch, dass er in einem nahezu geräuschlosen Raum unter Volllast leicht zu hören ist. Auch an der Akkuausdauer und der Reaktionsschnelligkeit des Displays kann Asus sicher noch arbeiten, insgesamt macht die mobile Verwendung aber dennoch viel Spaß.

Erhältlich ist das Asus Fonepad zu einem Preis ab 229 Euro – zum Beispiel bei Amazon, aber auch bei Saturn oder Cyberport. Zum Vergleich: das iPad Mini mit einem 7,9 Zoll großen Display kostet mindestens 100 Euro mehr, ist etwa besser ausgestattet, verfügt aber über keine Möglichkeit, GSM-Telefonie zu nutzen. Gleiches gilt für das Nexus 7 von Google, das bei gleichem Gewicht allerdings schon ab 199 Euro zu haben ist und mit einem Quad Core-Prozessor arbeitet.

Weitere Fotos zum Asus Fonepad können unserer Bildergalerie bei Facebook entnommen werden.

Name: Asus Padfone
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP: 229 Euro

bei Amazon:
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Intel Atom Z2420 1,2 Gigahertz Single-Core
Bildschirm: 7 Zoll WXGA (1.280 x 800 Pixel) Touchscreen,
glänzend, LED-Hintergrundbeleuchtung
Speicher: 1 GB RAM, 16 GB Speicherplatz
Akku: Herstellerangaben:
32 Stunden Sprechzeit (3G)
31 Tage Standby
Kommunikation: WiFi 802.11a/b/g/n, Bluetooth 3.0, HSPA+
Betriebssystem: Android 4.1 (Jelly Bean)
Abmessungen: HxBxT: 196 x 120 x 10 Millimeter;
340 Gramm
Anschlüsse: Micro-USB, MicroSD-Kartenleser (bis 32 GB),  Micro-SIM, Kopfhörer (3,5 mm Klinke)
Sonstiges: G-Sensor, Lichtsensor, GPS, 1,3-Megapixel-Webcam, Helligkeitssensor, Telefonfunktion
Tablet mit Telefonfunktion
sehr gute Verarbeitung
Kartenleser
handlich und leicht
eher maue Performance
kein Headset mitgeliefert
allenfalls solide Akkulaufzeit
keine Hauptkamera auf der Rückseite

Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): befriedigend
Ausstattung (20%): befriedigend
Display (20%): gut
Bedienung/Handhabung (15%): sehr gut
Akkulaufzeit (15%): gut
Verarbeitung (10%): sehr gut
Gesamt: gut (2,3)
Preis-Leistung: befriedigend

(Hayo Lücke)

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