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Asus Fonepad Note 6 im Test - XXL-Smartphone zum Sparpreis

Für knapp 350 Euro bietet Asus mit dem Fonepad Note 6 ein Smartphone mit 6 Zoll großem Display an. Das allein ist schon überzeugend - es gibt aber auch Schattenseiten.

Asus Fonepad Note 6© Asus

Zugegeben: Wer einmal ein Smartphone mit einem großen Display verwendet hat, möchte es nicht mehr so schnell hergeben. Wirklich handlich sind die Mobiltelefone mit 5 Zoll Bildschirm-Diagonale und größer zwar nicht, aber sie erfüllen vor allem die Bedürfnisse von Menschen, die gerne Multimedia-Inhalte nutzen oder auf ihrem Smartphone viele Texte schreiben. Eines dieser Telefone ist das Asus Fonepad Note 6, das unsere Redaktion im Rahmen eines vierwöchigen Tests ausführlich auf die Probe stellen konnte.

Riesen-Telefon zum guten Preis

Die wichtigste Botschaft vorweg: Das Telefon bietet einen noch etwas größeren Bildschirm als das Samsung Galaxy Note 3, wurde ebenso mit einem Stylus (einem kleinen Eingabestift) versehen, kostet aber nur die Hälfte – nämlich knapp 350 Euro. Grund genug an der Qualität zu zweifeln? Nun, unbestritten ist es so, dass das Asus-Smartphone vor drei Wochen mit einer etwas weniger werthaltigen Verarbeitung in den Handel gekommen ist. Spürbar ist das vor allem bei der weißen Variante, die mit einer stark glänzenden Oberfläche und einem zum Teil recht stark knarzenden Gehäuse zu überzeugen versucht.

Schon hochwertiger mutet da die von uns getestete schwarze Variante an. Zwar sind auch hier teilweise Störgeräusche zu hören, wenn Druck auf die Rückseite ausgeübt wird, insgesamt aber deutlich schwächer ausgeprägt. Außerdem fühlt sich die matte Rückseite sehr viel werthaltiger an – ein wenig wie mit Gummi überzogen. Dadurch liegt das Telefon trotz seiner sperrigen Abmessungen (165 x 89 x 10 Millimeter) einigermaßen komfortabel in der Hand.

Klar, eine einhändige Bedienung ist praktisch ausgeschlossen. Selbst mit großen Händen ist es im Hochformat maximal möglich, mit dem Daumen die untere Display-Hälfte anzusteuern. Regelmäßiges Umgreifen bzw. eine zweihändige Bedienung ist beim Asus Fonepad Note 6 an der Tagesordnung. Gleichzeitig sorgt das 6 Zoll große Display aber dafür, dass die virtuelle QWERTZ-Tastatur sehr groß ausfällt. Insbesondere beim Schreiben von längeren Texten sorgt das für einen gewissen Wohlfühlfaktor. Richtig deutlich wird der, wenn zwischendurch ggf. wieder zu einem kleineren Smartphone gewechselt wird.

Kein Display der Spitzenklasse

Größe allein ist aber nicht alles und das wird bei diesem Telefon ziemlich deutlich. Denn auch wenn es eine Full HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln bei 367 ppi vorweisen kann, reagiert der Bildschirm in vielen Situationen lange nicht so präzise wie Panels der Ober- oder Premium-Klasse. Insbesondere an den Displayrändern mussten wir im Rahmen unseres Tests immer wieder starke Verzögerungen feststellen. Teilweise reagierte der Bildschirm erst auf wiederholte Eingabe.



Hinzu kommt, dass das Schutzglas recht stark spiegelt und anfällig für Fingerabdrücke ist. Wiederum positiv fällt die ordentliche Leuchtkraft auf, die auch bei starker Sonneneinstrahlung ein gutes Ablesen der dargestellten Inhalte möglich macht. Kurzum: Das Display bietet gleichermaßen Stärken und Schwächen und fordert von seinem Nutzer eine gewisse Portion Kompromissbereitschaft.

Das gilt auch für den fest integrierten Akku. Zwar hat er eine ordentliche Kapazität von 3.200 mAh, wer aber regelmäßig eine mobile Datenverbindung nutzt, sollte spätestens nach acht bis zwölf Stunden eine Steckdose oder einen anderen Energiespeicher wie ein Akku-Powerpack aus dem Köcher ziehen können. Deutlich wird der hohe Akkuverbrauch auch, wenn Gaming-Apps zum Einsatz kommen. Auffällig ist zudem, dass es drei bis vier Stunden dauert, ehe der leere Akku wieder komplett aufgeladen ist.

Intel-Prozessor ist kein Meisterwerk

Angetrieben wird das Asus Fonepad Note 6 von einem Intel Atom Prozessor (Z2580), der mit zwei Kernen á 2,0 Gigahertz ausgestattet ist. Von Quad-Core-Power sieht man bei diesem Telefon also nichts. Das stört aber nicht weiter, denn bei der alltäglichen Bedienung ist die Performance völlig ausreichend. Wir konnten im Rahmen unseres Tests keine gravierenden Engpässe feststellen, selbst die Kamera-App startet in knapp zwei Sekunden. Zu einem anderen Fazit werden aber alle Gaming-Freunde kommen. Insbesondere bei grafisch anspruchsvollen Spielen sind Ruckler unübersehbar – trotz 2 Gigabyte Arbeitsspeicher.

Für Internet-Ausflüge kann wahlweise auf die integrierte WLAN-Schnittstelle oder die verbauten Mobilfunk-Antennen gesetzt werden. Das Telefon funkt gleichermaßen in GSM- und UMTS-Netzen und erlaubt mobile Downloads auf Basis von HSPA+ mit bis zu 42 Megabit pro Sekunde. LTE-Unterstützung bietet das Asus-Smartphone hingegen nicht. Sollte aber nicht sonderlich stören, weil die angesprochene Zielgruppe in den seltensten Fällen einen Mobilfunkvertrag nutzt, der turboschnelle LTE-Verbindungen ermöglicht. Schon eher könnte in Zukunft der ebenfalls fehlende NFC-Chip an einer barrierefreien Nutzung hindern.

Smartphone mit Stylus-Unterstützung

Softwareseitig kommt Android 4.2.2 zum Einsatz – leicht angepasst durch eine von Asus entwickelte Oberfläche. Stock Android kann schon allein deswegen nicht zum Einsatz kommen, weil dem aus dem Gehäuse herausziehbaren Stylus ein paar Software-Extras ermöglicht werden sollen. So öffnet sich zum Beispiel automatisch ein so genanntes SuperNote mit dem verschieden designte, virtuelle Notizzettel oder auch Tagebucheinträge aufgerufen und bearbeitet werden können.

Mehr noch: am linken Display-Rand erscheint zudem ein kleines Icon, das nach rechts über den kompletten Bildschirm gezogen werden kann. Es legt sich dann eine Art Gitter über den Bildschirm, auf dem mit dem kleinen Eingabestift Notizen vorgenommen und wie ein Screenshot im Telefonspeicher abgelegt werden können. Das funktioniert gleichermaßen innerhalb von Apps wie auch im Browser oder auf Fotos. Je fester der Stift auf das Display gedrückt wird, desto dicker fällt die Schreibschrift aus.

Auf Wunsch ist es auch möglich, SMS oder andere Nachrichten über den kleinen Stylus per Handschrift zu schreiben. Ob das im Vergleich zur klassischen Tastatur-Eingabe wirklich komfortabler ist, liegt am Ende des Tages wohl im Auge des Betrachters. Letztlich sind all die Stylus-Funktionen nicht viel mehr als eine Spielerei, aber zumindest eine, die Laune macht. Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle aber auch, dass das Galaxy Note 3 von Samsung deutlich mehr Möglichkeiten der Stylus-Nutzung bietet.

Weitere Extras, die softwareseitig mitgeliefert werden: eine Tagebuch-Funktion, eine Kindersicherung und vielfältige Energiespar-Einstellungen. Praktisch ist auch, dass Asus kostenlos 5 Gigabyte Onlinespeicher zur Verfügung stellt. Hardwareseitig bietet das Telefon 16 Gigabyte Flash-Speicher.

Und natürlich hat Asus auch darauf geachtet, dass Foto- und Video-Freunde nicht zu kurz kommen. Aber: auch bei der Kamera halten sich Vor- und Nachteile ziemlich die Waage. Denn einerseits kann die Kamera bei guten Lichtverhältnissen sehr ordentliche Aufnahmen machen, andererseits versagt sie ziemlich deutlich, sobald die Dämmerung einsetzt oder Dunkelheit herrscht. Schon wenn sich die Sonne hinter eine Wolkendecke versteckt, fallen Fotos überraschend dunkel aus und ein Bildrauschen ist ebenso klar zu erkennen.

Acht Aufnahmemodi

Zuverlässig arbeitet der integrierte Autofokus, der Bilder nicht nur einmal, sondern fortlaufend scharf stellt. Auf Wunsch kann auch auf einen Touch-Fokus gesetzt werden, um spezielle Bildausschnitte in den Mittelpunkt zu rücken. Und auch Makro-Aufnahmen funktionieren gut. Die maximal mögliche Auflösung liegt bei 8 Megapixeln. Dann kann aber nur im 4:3-Modus fotografiert werden. Wer auf Bilder im 16:9-Format steht, muss sich mit 6 Megapixeln zufrieden geben. Zudem kann aus insgesamt acht Aufnahmemodi ausgewählt werden – Nacht- und Panorama-Modus inklusive.

Zur Verfügung steht natürlich auch eine Videofunktion. Auf Wunsch nimmt die von Sony entwickelte Kamera die Bewegtbilder in Full HD mit 1.080p auf. Auf der Vorderseite steht zudem eine 1,2-Megapixel-Kamera für Videotelefonate zur Verfügung. Fehlt etwas? Ja! Die Hauptkamera auf der Rückseite wurde nicht mit einem Foto- und Videolicht ausgestattet. Unverständlich, denn ein solches Extra sollte heutzutage höchstens bei billigen Einsteiger-Smartphones fehlen, nicht aber bei einem grundsoliden Mittelklasse-Smartphone. Schade!

Fazit: Es ist Kompromissbereitschaft gefragt

Ganz ohne Zweifel ist es Asus gelungen, mit dem Fonepad Note 6 ein Telefon zu entwickeln, dass die Bedürfnisse jener Kunden gut abdeckt, die auf der Suche nach einem Mobiltelefon mit großem Display und ordentlicher Ausstattung zu einem sehr fairen Preis sind. Denn das Gerät ist im Online-Fachhandel ab 347 Euro zu haben, Amazon verkauft sowohl das weiße als auch das schwarze Modell für 349 Euro.

Wer das Konkurrenzmodell des Samsung Galaxy Note 3 oder des ohne Stylus ausgestatteten HTC One max kauft, muss sich aber auch im Klaren darüber sein, dass er den günstigeren Preis mit einigen Einschränkungen bezahlt. Eine eher mäßige Kamera, eine zum Teil etwas maue Performance und eine weniger gute Verarbeitung sind nur drei Beispiele. Außerdem sind die sperrigen Abmessungen für viele Nutzer wohl ein K.O.-Kriterium. In der Hosentasche ist das Telefon nämlich klar als Fremdkörper zu spüren - auch wegen des recht hohen Gewichts von 210 Gramm.

Trotzdem ist und bleibt das Asus-Smartphone unter dem Strich ein grundsolides Endgerät, das vor allem auch Audio-Freunde begeistern wird. Denn auf der Vorderseite wurden zwei Stereo-Lautsprecher integriert. Sie reichen qualitativ zwar nicht an den Sound des HTC One heran, sind aber allemal besser als die blechern klingenden Mono-Brüller anderer Top-Smartphones.

Name: Fonepad Note 6
Hersteller: Asus
Preis: ab 347 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Android (Version 4.2.2)
Prozessor: 2,0 Ghz. Dual Core
Arbeitsspeicher: 2 Gigabyte
SIM: Micro-SIM
Antenne: GSM (850, 900, 1.800, 1.900 Megahertz)
UMTS (850, 900, 1.900, 2.100 Megahertz)
Abmessungen: 165 x 89 x 10 Millimeter
Gewicht: 210 Gramm
Display: 6,0 Zoll, 1.920 x 1.080 Pixel, 16 Mio. Farben
Speicher: 16 GB intern;
per microSD um bis zu 64 GB erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth, WLAN, USB 2.0
Digitalkamera: 8 Megapixel Kamera, Digitalzoom, Autofokus
HD-Videofunktion (1.080p)
1,2 Megapixel Frontkamera
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel, Stylus (im Gerät eingesteckt)
Extras: MP3- und Videoplayer, Bluetooth, GPS, WLAN, Stylus
Akkulaufzeit im Test: 12-24 Tage Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
kontraststarkes, großes Display
großes Display / weniger Scrollen notwendig
erweiterte Funktionen durch Stylus-Bedienung
in die Front integrierte Stereo-Lautsprecher
für kleine Hände zu sperrig
nur mäßige Kamera
kein LTE & kein NFC
Verarbeitung mit Schwächen
eher maue Akkulaufzeit

Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): befriedigend
Verarbeitung (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote befriedigend (2,8)
Preis-Leistung: sehr gut

(Hayo Lücke)

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