Testbericht

Asus Eee PC 1015PED: 10-Stunden-Netbook im Test

Ein Blick aufs Datenblatt des neuen Asus Eee PC 1015PED sorgt zunächst nicht für große Überraschungen. Beim persönlichen Treffen stechen aber ein mattes Gehäuse, ein entspiegeltes Display und eine enorme Akkulaufzeit ins Auge.

Ein Blick aufs Datenblatt des neuen Asus Eee PC 1015PED sorgt zunächst nicht für große Überraschungen. Beim persönlichen Treffen stechen aber ein mattes Gehäuse, ein entspiegeltes Display und eine enorme Akkulaufzeit ins Auge.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Die Eee PC Familie von Asus wird größer und größer, neu ist zum Beispiel der Asus Eee PC 1015PEM – ein 10-Zoll-Netbook mit Dual-Core-Atom-Prozessor. Aus derselben Serie stammt der Eee PC 1015PED, den Asus Mitte Oktober in Hamburg zeigte. Im Gegensatz zum PEM nutzt er aber einen Single-Core-Atom und liefert somit die übliche Bestückung à la Netbook. Langweilig? Nicht ganz. Verlockend sind nämlich die von Asus versprochene Laufzeit von bis zu 11,5 Stunden und die Wiederbelebung der Oberflächenoptik aus der Zeit vor der Hochglanzflut: matt. Wir haben den abgepuderten Eee PC einmal ausprobiert.

Asus Eee PC 1015PED Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Tastatur und Touchpad
  2. Schnittstellen, Software, Hardware und Display
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Info-Tabelle

Der Eee PC 1015PED misst etwa 262x178x24 bis 36 Millimeter und wiegt inklusive 6-Zellen-Akku 1,25 Kilogramm. Das Gehäuse orientiert sich an dem von Asus als Seashell bezeichneten Design, was sich durch die abgeflachte Bauweise zeigt. Unter anderem ist diese Optik auch beim Eee PC 1201PN zu finden. Der Eee PC 1015PED ist jedoch ein wenig steiler geschnitten und leichter, aber trotz kleinerer Displaygröße minimal höher. Dennoch verschafft das Design auch diesem Modell einen schlanken Look. Im Lieferumfang findet der Käufer neben dem Akku ein sehr kleines und leichtes Netzteil mit ebenso schmalem Netzkabel sowie Mini-Stecker und ein inhaltlich knapp gehaltenes Handbuch. Die ausführliche Version gibt es als PDF auf dem Desktop verknüpft. Datenträger mit Treibern oder einer Recovery-Version des Betriebssystems, Windows 7 Starter, gibt es nicht – schließlich ist auch kein Laufwerk vorhanden.

Endlich: Mattes Gehäuse, mattes Display

Unser Testgerät kommt in gefälligem Schwarz daher. Wenn schwarze Notebooks nicht explizit für Business-Nutzer auf den Markt kommen, sind sie in der Regel hochglänzend. Der Eee PC 1015PED bildet eine angenehme und augenschonende Ausnahme. Sowohl das Gehäuse als auch die Handballenauflage, die Chiclet-Tasten und sogar das Display sind mattiert. Lediglich unter den Tasten und um den Bildschirm herum findet sich der gerne verwendete Hochglanzlack. Asus vermarktet das Netbook aber in verschiedenen Farben und auch Oberflächen: Weiß, Rot und Blau stehen in matt oder glänzend zur Auswahl, wer pinkfarbene Hardware bevorzugt, muss zum glänzenden Gehäuse greifen.

Tastatur und Touchpad: Top

In der mattierten Version bietet das kleine Notebook eine sehr schöne Haptik, auch der Innenbereich, auf dem die Hände aufliegen, und das Touchpad profitieren davon. Während uns beim Eee PC 1201PN die starke Noppenstruktur und die Hochglanzfläche störten, gehen die Mehrfingergesten mit dem 1015PED leicht von der Hand, nichts stört oder wirkt zu glatt. Zudem ist das Touchpad mit etwa acht Zentimetern für ein Netbook-Exemplar sehr breit. Die kleinen Tasten lassen sich ebenfalls gut bedienen. Zwar fallen einige Buttons schmaler als bei einer Standard-Tastatur aus, die Entertaste geht jedoch wie gewohnt über zwei Zeilen. Insgesamt ist das Tippen im Hinblick auf die geringen Maße des Rechners sehr angenehm.

Die Schnittstellen-Bestückung entspricht dem üblichen Netbook-Standard. Für Peripheriegeräte stehen drei USB-Ports zur Verfügung, hinzu kommen D-Sub und ein LAN-Anschluss, ein Kartenleser sowie Eingänge für ein Mikrofon und Kopfhörer. Letzterer ist bei unserem Testgerät ein wenig schwergängig. Das WLAN-Modul unterstützt die Funkstandards 802.11 b/g/n, Bluetooth für die Kopplung mit einem Mobiltelefon ist ebenfalls vorhanden.

Asus Eee PC 1015PED Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Tastatur und Touchpad
  2. Schnittstellen, Software, Hardware und Display
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Info-Tabelle

Für die drahtlosen Verbindungen bringt der Eee PC eine eigene Taste mit, deren zweite Hälfte das Asus Express Gate einschaltet: So kann der Nutzer auch ohne Betriebssystem-Boot und somit wesentlich schneller auf das Internet, einen Kalender, einige Spiele oder Fotos zugreifen. Hat man die Verbindung einmal eingerichtet, kann über das Express Gate innerhalb von rund 15 Sekunden gesurft werden. Zum Vergleich: Bis der Anwender über Windows 7 Starter im Internet ist, vergeht mehr als eine Minute. Wieder dabei ist auch die Eee Docking Software, weitere Informationen dazu liefert der Testbericht zum Asus Eee PC 1201PN.

Übliche Netbook-Leistung

Als Prozessor verwendet der Asus Eee PC 1015PED einen Intel Atom N455 mit 1,66 Gigahertz (GHz). Zwar stimmt die Taktfrequenz mit dem N450 überein, die neuere CPU erlaubt aber DDR3-Arbeitsspeicher. Theoretisch wären bis zu zwei Gigabyte (GB) möglich, wie auf dem Netbook-Markt üblich hat Asus aber nur ein GB spendiert. Eine Leistungssteigerung gegenüber dem Atom N450 mit DDR2-Speicher darf man nicht erwarten. Die Benchmark-Ergebnisse ähneln im Windows Höchstleistungsmodus doch sehr der verwandten CPU, die beispielsweise im MSI Wind U160 steckt. Eine kleinere Steigerung bietet der Super Performance Modus, einer der aufrufbaren Asus Betriebsmodi. Die höhere Rechenkraft schlägt sich auch in den Testergebnissen nieder.

Für persönliche Daten steht eine 250-GB-Festplatte bereit, weitere Inhalte lassen sich auf dem Asus Online-Speicher ablegen. Der Hersteller stellt ein Jahr lang gratis 500 GB zur Verfügung, eine darüber hinausgehende Nutzung kostet allerdings Geld.

Der Grafikchip unterscheidet sich nicht von den DDR2-RAM-Netbooks. Da beide Prozessoren aus der Intel Pineview-Reihe stammen, fällt auch die integrierte Grafik identisch aus: ein Intel GMA 3150. Über deren Leistung informieren auch unsere übrigen Netbook Testberichte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Chip weder aufwendige Computerspiele noch Full High Definition Inhalte stemmen soll, sondern für alltägliche Anwendungen gedacht ist. Zwar spielt der Eee PC 1015PED je nach Format noch so manche 720p-Videodatei ab, 1080p-Videos und 720p-Clips auf der Video-Plattform YouTube geraten aber gehörig ins Stocken.

Gutes Display

Die Displayauflösung liegt bei 1.024x600 Bildpunkten und ist daher ohnehin nicht auf HD ausgelegt. Während Netbooks mit glänzendem Display insbesondere in Fensternähe durch Spiegelungen auffallen, kann der Nutzer das Modell 1015PED auf mit nach draußen nehmen und trotzdem noch etwas erkennen. Das Display bietet eine gute Farbwiedergabe und auch einen überdurchschnittlich großen horizontalen Blickwinkel. Der vertikale Gegenspieler ist kleiner geraten, was uns auch schon bei etlichen Notebooks anderer Hersteller aufgefallen ist. Insgesamt ist das Display beim Eee PC zwar absolut hell genug, viel Luft nach oben ist aber nicht mehr vorhanden.

Oberhalb des Bildschirms hat Asus noch eine Webcam mit 0,3 Megapixeln angebracht, die einen eigenen Ein-/Aus-Schalter besitzt. Ein Mikrofon ist auch integriert. Die Sound-Wiedergabe über die eingebauten Lautsprecher ist erfreulich, für seine geringe Größe klingt der Eee PC 1015PED ganz ordentlich. Mehr als ordentlich ist die Mobilität: 10 Stunden lief das Netbook in unserem Akkutest zur längstmöglichen Laufzeit. Der Energiesparmodus von Asus, eine schwächere Displaybeleuchtung und ein Abschalten des Bildschirms bei Nichtgebrauch dürften noch etwas mehr herauskitzeln.


Asus Eee PC 1015PED Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Tastatur und Touchpad
  2. Schnittstellen, Software, Hardware und Display
  3. Akkulaufzeit, Fazit und Info-Tabelle

Fazit: Standard-Netbook einmal anders

Die Leistung des Asus Eee PC 1015PED weicht zwar nicht vom üblichen Niveau ab und auch bei den Schnittstellen dürfen – mit Ausnahme von Bluetooth – keine Besonderheiten erwartet werden. Es ist aber auch nichts falsch daran, aus Standardzutaten das Bestmögliche herauszuholen: Das schlichte, aber schöne Design, die Verwendung von matten Oberflächen, das entspiegelte Display, die sehr guten Eingabegeräte und die enorm lange Akkulaufzeit schenken dem neuen Eee PC letztendlich einen Kaufanreiz. Fraglich ist nur, warum Asus sowohl für dieses Modell als auch den besser bestückten Eee PC 1015PEM mit Dual-Core-Atom den gleichen Preis von 349 Euro veranschlagt hat. Eventuell liegt es an der höheren Akkulaufzeit beim Single-Core-Modell.

Weitere Testberichte, einen Netbook Vergleich und eine Kaufberatung zum Thema Notebook oder Netbook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Asus Eee PC-Modelle gibt es auf der Netbook-Seite.

Name: Eee PC 1015PED
Hersteller: Asus
Internet: www.asus.de
Preis: UVP: 349 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom N455 Prozessor mit 1,66 GHz
Grafikkarte: Intel GMA 3150 Onboard
Bildschirm: 10,1 Zoll (1.024x600 Pixel), LED-Hintergrundbeleuchtung, entspiegelt
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen und 5.200 mAh: Laufzeit: 422 Minuten unter Vollast / 600 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 430 Minuten Videobetrieb (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 1 GB DDR3
Festplatte: 250 GB
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Starter 32-bit
Abmessungen: BxTxH: 262 x 178 x 23,6 – 36,4 Millimeter; 1,25 Kilogramm
Anschlüsse: D-Sub (VGA), 3x USB, Kartenleser (SD, SDHC, MMC), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: VGA-Webcam, Express Gate
Lieferumfang: Notebook, Akku, Netzteil, Netzkabel, Handbuch
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 2,3 / RAM: 4,5 / 2D: 3,0 / 3D: 3,0 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 101 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: 7.152 (High Performance Mode: 7.366)
CPU-Benchmark Cinebench: 532

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark: keine Unterstützung
OpenGL-Benchmark Cinebench:293
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 66/80 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 64/124 MB/s; zufälliges Lesen: 30 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,7 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 9 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus: ca. 12 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 14 Watt
Garantie: zwei Jahre Asus Garantie mit Pick-up & Return-Service
Pro & Contra
entspiegeltes Display
mattes, schlankes Gehäuse
lange Akkulaufzeit
gute Eingabegeräte
Bluetooth
leiser Betrieb
gleicher Preis wie stärkeres Dual-Core-Modell
nur typische Netbook-Leistung
Bewertung:
Geschwindigkeit: 5/10
Ausstattung: 7/10
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 9/10
Gewicht: 19/20
Akkulaufzeit: 23/25
Verarbeitung: 9/10
Gesamt: 85/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

Zum Seitenanfang