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Apples neues MacBook Air im Test

Apple hat sein schlankes Vorzeige-Notebook einer Frischzellenkur unterzogen: Die größte Neuerung stellt die Verwendung von SSDs dar. Was sich sonst noch geändert hat, verrät unser Test.

Apple hat sein schlankes Vorzeige-Notebook einer Frischzellenkur unterzogen: Die größte Neuerung stellt die Verwendung von SSDs dar. Was sich sonst noch geändert hat, verrät unser Test.

Apple© Apple

Das dünnste Notebook der Welt, das Apple MacBook Air (Test), hat gleich zwei Nachfolger bekommen: Eine Variante bietet wie der Vorgänger einen 13,3-Zoll-Bildschirm, zudem hat Apple ein Modell mit 11-Zoll-Display ausgetüftelt. Unsere Redaktion hat sich das 13 Zoll große MacBook Air genauer angesehen und verrät, was die Entwickler aus Cupertino verbessert haben.

Das neue MacBook Air im Test – Inhalt

  1. Maße, Gewicht und Schnittstellen
  2. Hardware, Akku- und Benchmark-Leistung
  3. Lautstärke, Fazit und technische Daten

Die größte Neuerung der Apple-Ingenieure ist die Verwendung von schnellen Solid State Disks (SSDs). Der 13-Zöller kann wahlweise mit einer 128 Gigabyte (GB) oder 256 GB großen Festplatte aufwarten. Das Resultat der neuen Festplatten-Technologie: Gegenüber dem Vorgänger kann das neue Macbook Air bei festplattenintensiven Aufgaben deutlich an Geschwindigkeit zulegen. Beispielsweise startet das Betriebssystem Mac OS X Leopard beinahe schon unverschämt schnell – in rund 20 Sekunden kann bereits die Browser-Startseite in Safari begutachtet werden. Zum Vergleich: Der Asus Eee PC 1015PED (Test) erreicht mit dem Mini-Linux "Express Gate" Bootzeiten in etwa der gleichen Größenordnung, verfügt aber auch über schwächere Hardware.

Flacher, leichter, schneller

Ein weiterer Vorteil des kompakten Massenspeichers ist, dass Apple die Höhe des MacBook weiter reduzieren konnte. Statt 1,94 Zentimeter (cm) hinten und 0,4 cm vorne ist das neue Modell mit 0,3 bis 1,7 cm noch dünner. Die schlankeren Maße schlagen sich auch im Gewicht nieder. Wo die Waage beim ersten Macbook Air noch rund 1,36 Kilogramm (kg) anzeigte, fällt der Nachfolger mit 1,32 kg etwas leichter aus.

Außerdem sind rund um das Gehäuse einige Änderungen festzustellen. Statt eines USB-Ports findet sich jetzt je links und rechts ein universeller Anschluss für Peripherie. Zwar gibt es (natürlich) wieder kein optisches Laufwerk, dafür hat Apple dem 13-Zoll-Modell diesmal einen SD-Karten-Slot spendiert. Der Micro-DVI-Anschluss wurde durch einen Mini-DisplayPort ersetzt.

Den Power-Knopf haben die Designer vom rechten Rand einige Zentimeter auf das Tastaturfeld verlegt. Ein weitere Neuerung: Die Klicktasten sind nicht mehr getrennt von dem Touchpad angebracht, sondern direkt darunter integriert. Auch die Klappe, unter der sich beim ersten Modell USB-Anschluss und Co. befanden, hat Apple wegrationalisiert. An den Scharnieren wurde ebenfalls Hand angelegt, insgesamt wirkt das Design so noch geschlossener und homogener. Der Bildschirm wird nun durch eine schwarze Umrandung verziert. Der Kopfhöreranschluss ist auf die linke Seite gewandert, an seiner Stelle befindet sich nun der bereits erwähnte Slot für SD-Karten.

Das neue MacBook Air im Test – Inhalt

  1. Maße, Gewicht und Schnittstellen
  2. Hardware, Akku- und Benchmark-Leistung
  3. Lautstärke, Fazit und technische Daten

Natürlich hat Apple nicht nur bei den Äußerlichkeiten und an der Festplatte Hand angelegt. Wie es sich für ein Produkt-Update gehört, hat der Hersteller den mit 1,6 Gigahertz (GHz) getakteten Dual-Core-Prozessor durch eine schnellere 1,86-GHz-CPU ersetzt. Gegen Aufpreis integriert Apple auf Wunsch auch einen Chip mit 2,13 GHz. Zudem hat Apple die Auflösung von 1.280x800 auf 1.440x900 Pixel angehoben. Die Bildqualität ist durchweg überzeugend, auch wenn je nach Lage Spiegelungen die Sicht beeinträchtigen können. Die Grafikdarstellung übernimmt statt einem Intel GMA X3100 nun ein deutlich stärkerer Nvidia GeForce 320M Grafikchip, der sich 256 Megabyte DDR3-RAM vom Arbeitsspeicher abknappst.

Der Arbeitsspeicher bleibt mit zwei GB unverändert groß, allerdings verwenden die Konstrukteure nun den schnelleren DDR3-Speicher. Die verbesserten Leistungsdaten der CPU und der Festplatten schlagen sich auch in den Benchmark-Ergebnissen nieder.

Akku- und Benchmarktest

So erreichte unser Testgerät mit 1,86 GHz und zwei GB im Mac OS X Leistungstest "Geekbench" beim Vorgänger-Modell noch 2.111 Punkte. Das neue Macbook Air zieht nun mit 2.703 Punkten deutlich davon. Ein weiterer Nutznießer der stromsparenden SSD ist die Akkuleistung, die die sowieso schon gute Laufzeit im Leerlauf-Betrieb jetzt auf fast 14 Stunden anhebt. Zum Vergleich: Das erste MacBook Air kam auf knapp 6 Stunden Laufzeit. Die Vollast simulierten wir mit der Wiedergabe eines 1080p-Videos in Dauerschleife – gut 140 Minuten hielt der Akku durch. Die Bildschirmhelligkeit sowie Lautstärke betrug während der Tests 50 Prozent, Bluetooth und WLAN waren in beiden Fällen aktiviert.

Nach ungefähr einer Stunde Videowiedergabe im HD-Modus schaltet der Lüfter eine Stufe höher und das Macbook Air war erstmals zu hören. Der Geräuschpegel bleibt aber stets im Normalbereich. Das Gehäuse erwärmte sich während des Belastungstests nur leicht.

Das neue MacBook Air im Test – Inhalt

  1. Maße, Gewicht und Schnittstellen
  2. Hardware, Akku- und Benchmark-Leistung
  3. Lautstärke, Fazit und technische Daten

Fazit

Apple hat sein Gerät für spezielle Ansprüche in allen Disziplinen (Gewicht, Maße, Geschwindigkeit) konsequent verbessert. Im Alltag werden der zusätzliche USB-Port sowie der SD-Karten-Slot die Verwendung von USB-Hubs deutlich minimieren können. Zusätzlich sorgt der Flash-Speicher durch seine gering Anfälligkeit gegen Stöße und mit dem geringeren Stromverbrauch dafür, dass das MacBook Air noch mobiler wird.

Name: MacBook Air
Hersteller: Apple
Internet: Apple.de
Preis: UVP: 1.599 € Euro
Technische Daten
Prozessor: 1,86 GHz Intel Core 2 Duo
Grafikkarte: Nvidia GeForce 320M
Bildschirm: 13,3 Zoll, 1.440 x 900 Pixel (nativ), 16:9, LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend
Batterie: Lithium-Polymer-Akku : Laufzeit: ca. 14 Stunden Leerlaufbetrieb (Lautstärke + Display 50%, WLAN ein),
140 Minuten 1080p Wiedergabe
< 30 Tage Standby laut Hersteller
Speicher: 2 GB DDR3 SDRAM mit 1066 MHz
Festplatte: 256 GB SSD
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1
Betriebssystem: Mac OS X Snow Leopard
Abmessungen: Höhe: 0,3 bis 1,7 cm
Breite: 32,5 cm
Tiefe: 22,7 cm
Gewicht: 1,32 kg
Anschlüsse: Mini-Displayport, 2x USB, SD-Kartenleser Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: Integrierte FaceTime Kamera
Lieferumfang: MagSafe Power Adapter (Netzteil), Netzwandstecker und Netzkabel, Handbuch, Speicherstick zur Softwarewiederherstellung
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,1 Watt
Eingeschaltet: ca. 5,6 Watt (WLAN ein, Display-Helligkeit 50%)
HD-Videowiedergabe: ca. 16,6 Watt (WLAN ein, Display-Helligkeit 100%, Lautstärke 50%)
Standby/Ruheszustand: ca. 0,6 Watt
Garantie: 90 Tage Telefonsupport und eine einjährige Apple Garantie
Pro & Contra
sehr gute Verarbeitung
perfektes Design
flach und leicht
großes und hochwertiges Display
gute Tastatur und gelungenes Touchpad
sehr magere Auswahl an Schnittstellen
kein optisches Laufwerk
RAM nicht aufrüstbar, Akku integriert
Bewertung:
Geschwindigkeit: 8/10
Ausstattung: 4/10
Display: 15/15
Bedienung/Komfort: 7/10
Gewicht: 20/20
Akkulaufzeit: 24/25
Verarbeitung: 10/10
Gesamt: 88/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: befriedigend

(Marcel Petritz)

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