Testbericht

Apple Macbook Pro Core 2 Duo im Test

Das Macbook Pro ist Apples Notebook-Flaggschiff. Allerdings ist es in der Spitzenausstattung so gut wie unerschwinglich. Deshalb testeten wir das Macbook Pro in seiner günstigsten Variante.

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Apple-Produkte sind nicht bekannt für günstige Preise. Ganz im Gegenteil: Die Firma mit dem Apfel als Logo setzt auf Design und das hauseigene Betriebssystem Mac OS X, verlangt dafür aber auch etwas höhere Preise. Das Macbook Pro kostet mit Core 2 Duo-Prozessor ausgestattet mindestens 1.949 Euro und zählt damit zu den teuren Notebooks. Doch ist das Gerät sein Geld auch wert?

Minimale Ausstattung

Unser Testgerät ist ein Apple Macbook Pro mit 15,4-Zoll-Bildschirm und Core 2 Duo-Prozessor in der Minimalausstattung. Selbst der Lieferumfang ist sehr bescheiden: Neben dem Notebook liegen nur eine Apple-Fernbedienung, ein DVI-Adapter sowie ein Packen DVDs und die Handbücher bei. Schon in dieser Form kostet das Macbook Pro 1.949 Euro.

Bei den Anschlüssen beschränkt sich das Apple Macbook Pro auf das Notwendigste: Zwei USB 2.0-Anschlüsse, Firewire 400 und 800 und der DVI-Anschluss erlauben den Anschluss von externen Geräten sowie den Anschluss eines externen Monitors. Für die Kommunikation mit Handys, PDAs und Headsets unterstützt das Macbook Pro zusätzlich Bluetooth 2.0 EDR. Anwender die noch mit PCMCIA-Karten arbeiten, werden aber vergeblich nach einem passenden Erweiterungssteckplatz suche. Das Macbook Pro verfügt nur noch über einen Express-Card-Slot.


Für die musikalische Untermalung sorgen zwei kleine Boxen links und rechts neben der Tastatur. Über den optischen und koaxialen Line-Out kann das Macbook mit der Stereo-Anlage, externen Boxen oder einem Kopfhörer verbunden werden. Per Line-In ist es möglich, Signale von anderen Audioquellen aufzuzeichnen. Für Sprachaufzeichnungen verfügt das Macbook Pro noch über ein eingebautes Mikrofon.

Das Macbook Pro präsentiert sich in einem schlanken Alugehäuse, das sehr ansprechend ist. Doch was nutzt ein schönes Notebook, wenn die technischen Daten nicht stimmen? In dieser Hinsicht lässt das Macbook Pro Core 2 Duo kaum Wünsche offen:

Technische Daten

Ein Intel Core 2 Duo-Prozessor ist das Herzstück des nur 2,5 Kilo schweren Macbook Pro. Der 64 Bit-Doppelkern-Prozessor wird mit 2,16 Gigahertz getaktet und die ATI Radeon X1600-Grafikkarte bietet mit ihren 128 Megabyte Grafikkartenspeicher mehr als ausreichend Leistung für einen gepflegten Spieleabend. Das TFT-Display erlaubt eine maximale Auflösung von 1.440 x 900 Bildpunkten, bei Bedarf kann ein externer TFT-Monitor angeschlossen werden. Dank Dual-Link-DVI kann sogar ein Gerät mit einer maximalen Bilddiagonalen von 30-Zoll verwendet werden.

Damit der Prozessor nicht ausgebremst wird, steckt im kleinsten Macbook Pro ein einzelner DDR2-Riegel mit einer Kapazität von einem Gigabyte. Eine Erweiterung auf bis zu drei Gigabyte ist dank eines weiteren, freien Steckplatzes möglich. Als Massenspeicher dient eine Fujitsu-Festplatte, die auf 2,5 Zoll insgesamt 120 Gigabyte fasst. Eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 5.400 Rotationen pro Minute sorgt für einen zügigen Datenaustausch, der Laufwerksindex beträgt bei SiSoft Sandra 2005 gute 31,17 Megabyte pro Sekunde (MB/s). Bei der Datensicherung hilft dagegen ein 6fach-Superdrive-Laufwerk, das fast alle Arten von CDs und DVDs liest und beschreibt. Lediglich DVD-RAM und DVD-R DL werden vom dem optischen Laufwerk nicht erkannt.

Akkulaufzeit

Beim mobilen Einsatz entscheidet der Akku über Erfolg und Misserfolg. Einerseits bietet das Macbook Pro Leistungsdaten und eine Bildschirm-Auflösung, die denen eines Desktop-Rechners ebenbürtig ist, andererseits sollen das schlanke Design und ein 85 Watt starker Lithium Polymer-Akku einen komfortablen Mobilbetrieb gewährleisten. Apple gibt eine Akkulaufzeit von fünf Stunden an. Im Test verabschiedete sich das Macbook Pro im DVD-Betrieb nach rund 2,5 Stunden, bei Textarbeit und heruntergeschaltetem Schirm lief es dagegen mit 5,5 Stunden etwas länger als die Werksangaben. Der Einstieg in die Apple-Welt ist mit dem Macbook Pro sehr einfach: Nach dem die Sprachauswahl und die Registrierung durchgeführt sind, muss lediglich noch ein Benutzer angelegt werden. Alle mitgelieferten Programme sind bereits installiert wie Mail, Safari und die beliebte iLife-Suite. Wer bereits einen Mac hat, der kann per Migrationsassistent über Firewire alle Daten und Einstellungen auf das neue Macbook Pro portieren.

Geschwindigkeit

Die Leistungsreserven des Core 2 Duo-Prozessors lassen keine Wünsche offen. Das Macbook Pro läuft zuverlässig und stabil, ohne dabei geräuschtechnisch aufzufallen. Lediglich das optische Laufwerk fabriziert deutlich hörbare Geräusche. Der Doppelkern-Prozessor arbeitet energiesparend und produziert vergleichsweise wenig Abwärme. Allerdings stellen sich im Betrieb hin und wieder kürzere Wartezeiten ein. Die Aktivitätsanzeige von Mac OS X entlarvt die letztlich doch knappe RAM-Ausstattung als Bremse. Wer mit vielen Programmen gleichzeitig arbeitet oder mit Speicherfressern wie Photoshop hantiert, sollte auf jeden Fall über die Anschaffung eines weiteren Gigabytes nachdenken.

Schwächen im Display,nützliche Details

Im Betrieb fällt sofort auf, dass das mit 1.440 x 900 Pixeln hochauflösende Display gut ausgeleuchtet ist und ein scharfes Bild bietet. Auch der Kontrast ist beim matten Display akzeptabel. Allerdings gibt es einen leichten Helligkeitsabfall von links nach rechts sowie winzige dunkle Stellen an den Bildschirm-Ecken. Dennoch: Das Display liegt qualitativ im oberen Drittel der Notebook-Displays und muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken.

Interessant sind zahlreiche intelligente Details. So ist eine iSight-Webcam für den gepflegten Video-Chat im Bildschirm integriert. Dank des Gag-Tools Photo-Booth, das Gesichter verzerrt, wird das Macbook Pro zum absoluten Party-Gag.

Unter der Boxen-Abdeckung finden sich neben dem Mikrofon auch Lichtsensoren, die dafür sorgen, dass die normalgroße Tastatur in der Dunkelheit von alleine zu leuchten beginnt. Praktisch ist auch der Netzteil-Anschluss: Statt eines Steckers gibt es den so genannten Mag-Safe-Anschluss, der Kabelstolper-Stürze effizient verhindert und sich ausklinkt, ohne dass das Notebook vom Tisch gerissen wird. Grundsätzlich ist das Macbook Pro inzwischen ein ausgereiftes und schnelles Notebook mit einem eleganten Design zu einem recht hohen Preis von 1.949 Euro.

Qualitätsprobleme behoben

Wer die Macbooks der ersten Generation kennt, wird sich natürlich fragen, ob Apple die Qualitätsprobleme in den Griff bekommen hat. Anders als die Geräte der ersten Baureihe läuft das Macbook Pro Core 2 Duo ohne seltsame Störgeräusche und arbeitet selbst unter Last mit einer angenehmen Temperatur von maximal 60 Grad Celsius an der Unterseite. Temperaturen jenseits der 90 Grad gehören damit der Vergangenheit an wie sie beim Macbook Pro der ersten Generation üblich waren.

Windows und Mac OS X

Viele Interessenten schrecken aber vor dem Kauf eines Macbooks ab, da sie Apples Betriebssystem Mac OS X nicht kennen. Dank Apples Umstieg auf die Intel-Architektur und dem Tool Boot Camp können die Rechner und Notebooks von Apple jedoch seit einiger Zeit auch Windows XP und Windows Vista ausführen. Dadurch hat das Macbook Pro gegenüber der Konkurrenz aus dem Windows-Lager einen klaren Vorteil: Es unterstützt mit Mac OS X, Windows und Linux mindestens drei Betriebssysteme.

Fazit: Das Macbook Pro eignet sich aufgrund seiner geringen Größe von 39,2 x 26,5 x 2,6 Zentimetern, seines geringen Gewichts von nur 2,5 Kilogramm, seiner guten Ausstattung bei Software, Grafik und Bildschirm und seiner guten Akku-Laufzeit sowohl als Desktop-Ersatz , als auch als Mobilrechner. Apple verlangt mit 1.949 aber definitiv ein paar hundert Euro zu viel dafür.

Wertung
Robustes, schickes Alu-Gehäuse
Schneller Prozessor
Zuverlässiger Betrieb
Beherrscht alle Betriebssysteme
Grafikchip mit eigenem Speicher
Intelligente Details


Puristische Ausstattung
Mittelprächtige Akkulaufzeit bei DVD-Wiedergabe
Bildschirm nur oberer Durchschnitt
Zu wenig RAM ab Werk
Geschwindigkeit (25%): "befriedigend"
Ausstattung (25%): "befriedigend"
Ergonomie (20%): "gut"
Akkulaufzeit (20%): "gut"
Verarbeitung (10%): "sehr gut"
Gesamturteil: "gut (2,4)"
Preis/Leistung: " befriedigend"


Datenblatt Apple Macbook Pro Core 2 Duo
Display: 15,4 Zoll (1.440 x 900 Pixel)
Prozessor: Intel Core 2 Duo, 2,16 Gigahertz, 667 MHz Bustakt
Chipsatz: Intel 945PM
Speicher: 1 x 1.024 MB DDR2-Ram (667 MHz) (Erweiterungsslot vorhanden)
Festplatte: FUJITSU MHW2120BH 120 GB, 5.400U/min, 8MB Cache
Laufwerk: HL-DT-ST DVDRW GWA4080MA, Lesen DVD: 8x; Schreiben DVD+/-: DL-R: 2,4x R:6x RW: 4x; Schreiben CD: R:24x RW:10x Lesen:24x
Grafikkarte: ATI Radeon X1600, 128 Megabyte GDDR3 Videospeicher
Schnittstellen: 1 x Express-Card
2 x 4-polige USB-2.0-Anschlüsse
DVI-Ausgang (S-Video-Ausgang)
IEEE 1394 (Firewire)
10/100/1000 Ethernet-LAN: RJ-45-Anschluss
Audioanschlüsse: Line-In, Line-Out (externe Lautsprecher/Kopfhörer) analog/digital, Mikrofon
Bluetooth 2.0 EDR
WLAN: Apple Airport Wireless LAN 802.11g
Sound: Onboard
Akkulaufzeit: 85 Wh-Akku: Büroanwendung: 5,5 Stunden, DVD-Wiedergabe: 2,5 Stunden
Benchmark: XBench: 87,95 Punkte
3D-Mark 06: 2.156 Punkte
PC-Mark 05: 6.509 Punkte
Sandra Laufwerksindex: 31,17 MB/s
Software: Mac OS X 10.4.8, iLife-Suite, Office-Testversion
Gewicht: 2,5 Kilogramm, Maße: 39,2 x 26,5 x 2,6 cm
Preis/Garantie: UVP (getestete Austattung): 1.949 €, 1 Jahr Garantie (mit Apple-Care auf 3 Jahre erweiterbar)

(Christian Rentrop)

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