Testbericht

App Stores im Test: Durchgefallen!

Die Stiftung Warentest hat für das Magazin "test" zehn deutschsprachige App Stores für Smartphones untersucht und ein vernichtendes Gesamturteil gefällt.

Mobile Apps© Scanrail / Fotolia.com

Sie gelten als unkompliziert, praktisch und sind in vielen Fällen sogar kostenlos oder geringe Cent-Beträge nutzbar: Apps auf dem Smartphone. Doch bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Stiftung Warentest hat zwischen April und Juni für ihr Magazin "test" zehn deutschsprachige App Stores für Multimedia-Handys unter die Lupe genommen und ein vernichtendes Urteil gefällt. Nur zwei App-Sammlungen erhielten in der Endabrechnung als Testsieger ein "befriedigend", drei sogar ein "mangelhaft". Größte Kritikpunkte: unzureichender Datenschutz und unzulässige Klauseln in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

Opera, Nokia und BlackBerry besonders mies

Besonders schlecht schnitten im Test die App Stores von Opera (Appia, Endnote 4,6), Nokia (Ovi Store, 5,3) und Research In Motion (Blackberry App World, 5,5) ab. In allen drei Stores wurden vor allem die mangelhaften Produktinformationen kritisiert. Der Opera Mobile Store versagte zudem bei der Kaufabwicklung von Apps über das Handy. Nokia und RIM müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sehr deutliche Mängel in AGB zu finden sind. Das wurde durch die "test" bei einer juristischen Überprüfung festgestellt. Bei Nokia wurde unter anderem beanstandet, dass der Reklamationszeitraum für fehlerhafte Apps unzulässigerweise auf nur 48 Stunden beschränkt wird. Auch der Umgang mit personenbezogenen Daten wird kritisiert, weil Nokia unverhohlen zugibt, diese "möglicherweise über internationale Grenzen hinaus […] (zu) übertragen […] in denen es keine Datenschutzgesetze für personenbezogene Daten gibt […]. RIM wird angekreitet, dass der Anbieter davon ausgeht, dass Kunden veränderte Nutzungsbedingungen anerkennen, nur weil sie die Website nach einer Änderung weiter nutzen.

Abwertungen gab es auch für die Stores "Samsung Apps" (Endnote: 4,5) und den "App Store" von Apple (Endnote 3,8). Samsung muss sich den Vorwurf gefallen lassen, seine Haftung bei Fahrlässigkeit auf den Kaufpreis der jeweiligen App zu beschränken. Bei Apple müssten 20 Seiten an "Bedingungen" akzeptiert werden, in denen sich der Apfelkonzern sozusagen einen Freifahrtschein für die Nutzung der Kundendaten geben lasse, urteilen die Testen. Zudem fehle es an einem Impressum mit Kontaktdaten, um bei Problemen Kontakt zu Apple aufnehmen zu können. Abgesehen davon werden aber auch lobende Worte für Apple gefunden. Der App Store sei komfortabel zu bedienen und technisch problemlos nutzbar.

Generall erhielten alle Stores nur ein "ausreichend" oder "mangehaft" für den Umgang mit den Nutzerdaten. Auch die Kundeninformationen auf den Webseiten bzw. in den angebotenen Market-Softwares fielen durch. Unter anderem, weil Inhalte nicht in deutsch beschrieben wurden, oder mehr schlecht als recht mit einer Software übersetzt wurden. Nur Samsung konnte in diesem Bereich mit einem "befriedigend" gegenüber der Konkurrenz punkten.

Microsoft als Testsieger

Als Testsieger darf sich der "Windows Phone Marketplace" (Endnote 3,2) fühlen. Zwar fehle es auch hier an einem ordnungsgemäßen Impressum und eine Bezahlung sei nur mit Kreditkarte möglich, dafür sei die Bedienung aber relativ komfortabel und technisch ohne Mängel. Auf Platz zwei ist der Android Market von Google zu finden, der mit einer Endnote von 3,3 nur knapp hinter Microsoft liegt. Beanstandet werden die gleichen Punkte wie bei Microsoft mit dem Unterschied, dass der Umgang mit Nutzerdaten noch etwas unzureichender ausfalle. Als einer der wenigen Anbieter erlaubt Google die Stornierung eines Kaufs - allerdings nur 15 Minuten lang.

(Hayo Lücke)

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